Die Rote Kurve

  • Mich würde interessieren, in welcher Form die "Rote Kurve" derzeit existiert. Nach den Pressemeldungen zu Jatta vor dem Spiel gegen den HSV könnte man meinen, der Dachverband Rote Kurve wäre wieder aktiv.


    Mein letzter Stand war der, dass es eine IG Rote Kurve gibt. Gibt es denn Bestrebungen den Dachverband zu reaktivieren?

  • Als IG gibt es die Rote Kurve! Im Zwinger immer vertreten und organisieren auch ein paar Projekte aber nicht als Dachverband wie früher etc.

  • An dieser Stelle vielleicht auch mal ein Lob an diejenigen, die mit der Jatta-Sache an Kind herangetreten sind (ob unter dem Namen Rote Kurve oder nicht). Fand ich sehr schön, dass aus der Fanszene da Gesicht gezeigt wurde.

  • Gemäß Sportbuzzer Artikel von gestern bezüglich Geisterspiele hat die Rote Kurve auf Nachfrage Folgendes gesagt (wörtliches Zitat).


    „Wir stehen absolut hinter den Aussagen des gemeinsam verfassten Textes der Fanszenen. Es geht hier nicht um eine Aktion, sondern um ein klares Statement gegenüber einer unklaren Situation und Gedankenspielen im Fußballbusiness. An einer Konfrontation mit 96 haben wir kein Interesse, für uns steht der Dialog an erster Stelle. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen und sich solidarisch zu verhalten. Während Pfleger und Ärzte um Menschenleben kämpfen, kann nicht an anderer Stelle Fußball gespielt werden.“


    Ist der letzte Satz ernst gemeint?

  • Während Pfleger und Ärzte um Menschenleben kämpfen, kann nicht an anderer Stelle Fußball gespielt werden.“


    Ist der letzte Satz ernst gemeint?

    Ich kann nicht für die Szene sprechen. Aber ich denke es geht nicht darum, dass es keinen Spaß geben dürfte wenn es nebenan Leid gibt. Sondern eher darum, dass Fußballer gleichzeitig in Zweikämpfen die Verbreitung eines Virus riskieren, während der Rest der Bevölkerung nur noch mit Mund- und Nasenschutz einkaufen gehr und Straßenbahn fährt. Ich für meinen Teil würde mir verarscht vorkommen. Ich bin nicht bereit, für deren Geld mein Leben einschränken zu müssen, um deren Verantwortungslosigkeit auszugleichen.

  • Ich meinte das tatsächlich ernst. Weil dann wird nie wieder Fussball gespielt werden können. Und hätte es in der Vergangenheit auch nie dürfen.

  • Ich sehe da einen erheblichen Unterschied zum Fußball der Vergangenheit. Da hat zwar jeder Fußballer seine eigene Gesundheit riskiert, vielleicht noch die seiner Mit- und Gegenspieler, aber nicht die vom Rest der Bevölkerung.


    Anders gesagt: Aktuell gibt es in Hannover 862 Infizierte. Das heißt, etwa jeder 630ste Hannoveraner in Infiziert. Plus Dunkelziffer. Jetzt betrachten wir uns mal als durchschnittlich. Wenn jeder 630ste Mensch in Deutschland infiziert ist, und es in der ersten und zweiten Liga geschätzt (36 Vereine mal Kaderstärke 25) 900 Spieler gibt. Plus Trainer und Betreuer, die denen ständig nahe kommen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass an einem der nächsten drei Spieltage ein Spieler einen anderen ansteckt? Und wie verfährt man dann weiter? Wieder die ganze Mannschaft und der letzte Gegner in Quarantäne? Oder drauf geschissen?


    Edit: Ich weiß, dass die Infiziertenrate in D derzeit deutlich niedriger ist, etwa jeder 1.500ste ist infiziert. Die meisten Profis halten sich aber eher in Großstädten auf, und weniger auf einem Dorf in Mecklenburg. Von daher halte ich Hannover als Berechnungsgrundlage für okay.

  • Ich glaube Giftzwerg will darauf hinaus, dass auch ohne Corona immer Ärzte und Pflegekräfte um Menschenleben kämpfen werden.

  • Ja, aber normalerweise tun sie das doch ohne dass wegen der Ignoranz des Profifußballs zusätzliche Patienten kommen. Naja, der (Krankenhaus-) Wirtschaft tut es sicher gut, immer weiter mit Arbeit versorgt zu werden. Und darum geht ja ja. :(

  • Es steht doch genau im Text, es geht um die Lex Bundesliga und nichts anderes...

    Wieso soll etwas was schon vorher "krank" war durch Geisterspiele mittels der TV Millionen am Leben erhalten bleiben....

    Und dazu noch tausende Tests verschwenden, die andere (Risikogruppen) besser gebrauchen könnten...

    Vorallem mit was für scheinheiligen Argumenten hier hantiert wird, gruselig...

  • Naja. Eher polemisch. Es gab ja genügend Jahre ohne Chaos zwischendrin. Das Jubiläum hätte man bestimmt besser würdigen können.

  • Das gefällt mir gut. In weiten Teilen sachlich, aber kein Blatt vor den Mund genommen und die Probleme konkret benannt.


    Ob es jemanden erreicht, der etwas ändern kann? Gibt es jemanden, ausser Kind selbst, der etwas ändern könnte?