Alltagsfragen

  • Naja, die Kohlesubvention hat man ja auch abgeschafft. Aber jetzt zusätzliche 3.500 Euro pro Betrieb klingt auch nicht so übertrieben viel.

    Einmal editiert, zuletzt von strunz ()

  • Ein - sehr - gewichtiger Grund ist die Aufrechterhaltung der Fähigkeit des Landes, sich selbst zu versorgen.
    Will meinen: betriebs- und volkswirtschaftlich gesehen wäre es wohl eher richtig, die zu behandeln wie jedes andere Geschäft auch: Wenn's nicht läuft, Pech gehabt. Aber es liegt ja schon im Interesse des Landes, wenn es auch weiterhin Landwirte gibt, die uns versorgen können. Selbst und auch wenn es derzeit Überkapazitäten gibt.


    Gerade ein wenig gegoogelt. Da wäre dann aber "derzeitige" Überkapazitäten aber ein Euphemismus. Wenn man die Biomasse die für Energieerzeugung und den Teil der in die Massentierhaltung für den Export aufgewendet wird abzieht, dürfte man mehrere deutsche Bevölkerungen ernähren können. Hinzu kommt, dass der Ertrag pro Hektar sich durchschnittlich seit den 80er Jahren fast verdoppelt hat (für Weizen und Kartoffeln z.B.). Das würde ja heißen, dass man trotz den Ernteausfällen dieses Jahr immer noch deutlich mehr erzeugt als noch vor 20 Jahren.

  • leider verstehe ich sicher kaum alle zusammenhänge, bei solch einem komplexen thema. mein eindruck ist aber, dass es ohne subventionen überhaupt nicht gehen würde. die deutsche volkswirtschaft ist zu stark, um hier als "normaler" betrieb mithalten zu können.
    dazu muss ich erwähnen, dass meine eltern einen kleineren betrieb hatten (dieser würde heute wohl trotz subventionen schwer überleben). mein vater, seine brüder, seine schwester und meine oma hatten nach dem krieg eher nichts außer einen kaputten hof und vieles an land war eher noch moorfläche. von meinem opa kam die letzte nachricht ende februar 1945, mein vater kannte ihn nur noch als kleines kind (bei dem letzten besuch wusste er wohl schon, dass er nicht wiederkommen wird und man konnte es ihn anmerken). ja, man hatte damals keine wirkliche wahl und musste in den kieg. immerhin kam im jahr 2003 eine nachricht von der deutschen kriegsgräberfürsorge, dass die marke von meinem opa in einem massengrab in lettland gefunden wurde, wo er nun begraben liegt. mein opa wäre lieber zuhause bei der familie gewesen (6 kinder), als in diesem beschissenen krieg. mein anderer opa brauchte nicht hin, ich glaube, da er viele kinder hatte (ab 7?). leider waren 6 kinder nicht ausreichend. das mal dazu.
    mein vater und seine geschwister haben viel gearbeitet, um durch zu kommen. später dann mein vater mit seiner familie (4 kinder). bei dem wenigen land (weit unten im gerade mal zweistelligen hektarbereich) und kaputten gebäuden eine leistung wert. ende der 50er immerhin den ersten traktor angeschafft und weitere geräte. ende der 70er jahre von 7 auf 20 milchkühe aufgesattelt (heute ein witz), die übrigens auch erstmal bezahlt werden müssen und in der hoffnung sie bleiben gesund und werfen gewinn ab. meine mutter hatte die milchkannen die ganze zeit selbst geschleppt. zwar gab es eine milchanlage, die automatisch gemolken hatte und einen zentralen behälter (gekühlt), der täglich von einem molkereiwagen geleert wurde, aber die anlage konnte noch nicht automatisch die milch zu dem behälter transportieren. selbst schwanger hatte sie die schweren milchkannen geschleppt. mit tieren zu arbeiten ist kein zuckerschlecken, da ist immer mal was, auch nachts. dazu immer wieder invenstieren. gebäude bauen für die tiere (viel in eigenleistung, mit hilfe der brüder und verwandten).
    auf dem land zu "ackern" war auch nicht wirklich leicht. mit meinen schwestern musste ich oft genug helfen und in den ferien raus und stroh "pressen". Dazu 4 kinder, aber irgendwie haben sie es geschafft (was ich heute für unmöglich halten würde).
    die arbeit für landwirte sieht heute zwar grundlegend anders aus (viel mehr technische hilfsmittel), aber die kleineren betriebe habe es doch ehrlich gesagt fast alle nicht überlebt. es gibt doch fast nur noch großbetriebe, die allerdings auch oft millionen investieren (allein die kosten für maschinen und gerät, dazu gebäude, steuern, abgaben). es wird leicht vergessen, dass die ausgaben auf der gegenseite auch da sind. und ein betrieb kann viel kosten. sehr viel. selbst wenn man viel selber macht (wenn gerätschaften vorhanden sind). wer kann sich denn mal eben einen mähdrescher für ein paar 100.000€ leisten, als "normaler" bauer? so nebenbei? ansonten musst du halt viel für lohnunternehmen zahlen usw.
    reparaturkosten für maschinen und all das - kann man sich das vorstellen, wenn man kein landwirt ist? schwer offenbar. dazu die konkurrenz situation, gegen die biogaanlagen, gemüse und spargelbauern, sowie investoren um land. pachten können die "echten" landwirte doch überhaupt nicht mehr leisten. die preise wurden durch die biogasanlagen und durch spargel usw doch dermaßen in die höhe getrieben. immerhin ist das gut für meine eltern, denn sie haben eine unverschämt kleine rente. wenn sie früher (als land billig war) land hätten verkaufen müssen, könnten sie heute nicht ansatzweise von der rente leben. nun haben sie immerhin pachteinnahmen. aber heute noch einen kleinen bis mittelgroßen betrieb durchbringen? das geht wohl eher nicht mehr. deshalb sterben die höfe ja immer mehr.
    und die (eher wenigeren) großbetriebe bekommen sowieso das meiste an subventionen ab (heute wie damals). die einzigen, die richtig davon profitieren, sind ein paar wenige großbetriebe. ansonsten ist es schwer in deutschland einen betrieb zu führen glaub ich. dafür ist die wirtschaft zu stark (das umfeld) und somit die lebenskosten und ausgaben.
    das ist meine meinung. entschuldigt bitte die private "familiengeschichte", damit konnte ich es aus meiner sicht besser erklären, mit welchen problemen der großteil an kleineren bis mittelgroßen betrieben kämpft. wenn die ernte ausfällt, brechen die einnahen ein. einzig die ausgaben und die arbeit bleibt.
    bei den elitären großbetrieben heutzutage ist es mir aber auch schon fast egal, ob es in deutschland überhaupt noch bauern gibt.
    sollen sie sich doch um das land streiten (die biogasanlagen und investoren) und nur noch spargel und genmais anbauen oder einfach alles verwildern lassen.

  • Es ist auch schon mal das Maschseefest verlängert worden, damit die Mindereinnahmen der Wirte nicht gar so schrecklich waren, oder??? :D


    Dass es im Moment die Bauern in die Seite 1 Schlagzeilen schaffen und den "Notstand" ausrufen möchten, hat zwar einerseits einen gewissen Fremdschämkoeffizienten andererseits bedient meine BerufsstandsNGO damit die Mechanismen dieser Republik........ wer laut und lange genug schreit, bekommt schon irgendwann was.


    Natürlich ist im grossen und ganzen nicht der Steuerzahler dafür da die Risiken jedes einzelnen abzumildern. Was da fehlt sind Versicherungen gegen Naturkatastrophen.


    kampis Einwurf ist im Prinzip schon richtig. ;)
    Müsste bloss auf eine andere Art und Weise angewendet werden. Nämlich bei der Steuergesetzgebung. Man kann momentan nicht "in guten Jahren für schlechte Zeiten was beiseite legen".
    Sprich es müsste für Betriebe(Wirtschaftszweige), die potentiell unter solchen Risiken wirtschaften, steuerfreie Rücklagemöglichkeiten in ca 7 Jahresrythmen geben. (ob der einzelne das dann auch persönlich packt sich so zu verhalten, lassen wir mal dahingestellt)




    Im übrigen gibts dies Jahr natürlich nicht nur geschädigte. ;)
    die trockenen Jahre sind die besten Jahre

    Einmal editiert, zuletzt von Welfenprinz ()

  • Kann mich meinen beiden Vorrednern da nur anschließen. Auch wenn die Ernteerträge im Vergleich zu den 80ern heute im Durchschnitt deutlich höher liegen, so kommt es halt hin und wieder witterungsbedingt nunmal zu großen Ausfällen in dem ein oder anderen Jahr. Das ist öfters regional, aber dieses Jahr offenbar sogar landesweit der Fall. Ich bin jedenfalls auf die offiziellen Zahlen nach der Ernte gespannt. Im April hieß es noch groß in der Presse, der Bauernverband rechne mit einer Rekordernte - jetzt wohl eher mit einer sehr mageren im Vergleich zu den letzten Jahren.


    Selbst wenn der "gemeine" Landwirt mit einem durchschnittlichen Jahresergebnis rechnet, so kann es jetzt halt schon sein, dass da einige 10.000€ oder noch höhere Beträge an Einnahmeausfällen auflaufen. Mit dem Wetter kann man aber betriebswirtschaftlich nur sehr schwer rechnen. Von einem sehr guten Jahr legt man sich vielleicht ein bisschen was zurück für ein schlechtes Jahr, aber das meiste wird durch laufende Kosten und zum Leben ja doch wieder aufgefressen. Wenn dann halt genau so ein Jahr mit extremen Ernteausfällen kommt, dann kann das gerade für die mittleren und kleineren Betriebe (vielleicht unter 50ha, keine Ahnung wo man die Grenze ziehen soll) existenzbedrohend werden.


    Meine Eltern machen zum Glück schon ewig keine Ackerwirtschaft mehr, aber unsere Viecher kriegen jetzt schon das Heu für den kommenden Winter zu futtern - das zum Großteil auch teuer dazu gekauft werden musste. Die Wiesen sind alle abgefressen und die paar Halme die noch stehen sind alle trocken. An einen zweiten Schnitt für den Winter braucht man jetzt schon gar nicht mehr denken. Allein für das Futter fallen dann schnell ein paar Tausender an. Dazu kommt noch obendrein, dass so gut wie alle unsere in diesem Frühjahr gepflanzten Weihnachtsbäume verdörrt sind. Und bei den größeren geht es jetzt auch schon los. Selbst mit dem Gießen kommt man bei den Flächen irgendwann nicht mehr hinterher. So ein Ausfall von einem ganzen Jahrgang wirkt sich jetzt noch nicht aus, aber in 5-10 Jahren fehlt der dann halt. Ich glaube aber kaum, dass sich der Bauernverband für unser fehlendes Futter und die kaputten Bäume interessiert - da dürfte es um Korn, Mais, etc. gehen. Man wird sehen.


    Ich kann das sehr gut nachvollziehen, dass die Bauernverbände jetzt bereits trommeln. Das tun sie aber immer sehr gerne. Will man die vielen kleineren Betriebe noch für längere Zeit am Leben halten, dann werden (lokal) Hilfen unabdingbar sein. Jedes Jahr machen x-Tausend Höfe für immer dicht, dieses Jahr (oder als Folge in den nächsten Jahren) könnte die Quote ohne Hilfen deutlich höher liegen. Will man das? Oder sieht die Politik, dass es bei den vielen kleineren Betrieben eben nicht (nur) um (industrielle) Landwirtschaft geht, sondern auch um dörfliche und landschaftliche Kultur(pflege)? Für die großen Betriebe sind kleine Flächen unrentabel - wenn möglich werden Hecken und Zäune weggerissen und große Monokulturen angelegt. Den kleinen Betrieben reichen aber auch kleine verwinkelte Flächen mit ein bisschen Natur drum herum. Das ist auch wieder gut für Insekten, Vögel und alles andere Getier. Auch für Wildblumen etc. bleibt hier und da noch etwas Platz übrig. Das will die Landwirtschaftsindustrie aber alles gar nicht haben, für die sind das alles nur Unkraut und Schädlinge.


    PS: Ich schreibe hier von "normaler" Landwirtschaft und nicht von Massentierhaltung. Letztere sorgt nur für's billige Fleisch im Supermarkt, nimmt die übergüllten und Nitrat-belasteten Böden aber fast zwangsläufig billigend in Kauf - irgendwo muss die Scheiße ja hin.

  • Gibt es aktuelle Zahlen wieviele der Kontrakte da überhaupt noch von kommerziellen Händlern gehandelt werden, die tatsächlich mit der Ware Weizen handeln?

  • Das ist der Kassamarkt.
    Letztes Jahr September -also Ausgang Ernte- ca 15,50, jetzt 18,00 €.


    Ich wollte darauf hinaus,dass ein Teil der Ertragsausfälle von der Preisentwicklung kompensiert wird.


    Optimal ist natürlich keine Ertragseinbussen und gestiegener Preis. :D

  • Hat hier jemand Erfahrung in der Pflege von Grabsteinen? Ich möchte am Wochenende gerne zwei Grabsteine wieder herrichten.


    Der eine hat eingravierte Buchstaben, die neu ausgepinselt werden müssten. Ich hätte die jetzt ganz simpel mit Wasser und einer Zahnbürste gesäubert und anschließend wieder ausgemalt, aber was für eine Farbe nimmt man dazu, etwas auf Acrylbasis?


    Der andere muss eigentlich nur gründlich geschrubbt und vom Grünspan befreut werden. Bekomme ich das mit Wasser und einem Schwamm weg oder gibt es da etwas umweltverträgliches, was man guten Gewissens in die Erde sickern lassen kann?

  • Wasser und Bürste ist das gängige Verfahren.
    Die Farbe muss die Eigenschaft “dampfdiffusionsdurchlässig“ haben. Nur kleine Dosen holen,wird schnell hart.


    ohne Gewähr da im stille Post Verfahren vom Steinmetz weiter geleitet

  • Danke euch beiden! Hab mir jetzt mal was im Baumarkt zum Malen geholt und dazu eine Packung Waschsoda bei Rossmann. Kannte ich bisher noch gar nicht, das Zeug.

  • Ich freunde mich gerade mit dem Gedanken an, dass ich mir einen neuen Gebrauchtwagen zulege. Allerdings ist der Händler nicht im Raum Hannover ansässig. Kann der Händler überhaupt für mich mit einen Hannover-Kennzeichen zulassen oder muss ich das sleber machen. Falls letzteres ist, kann ich dann mit fertigen Hannover-Kennzeichen dorthin fahren oder muss ich erst mit Kurzkennzeichen los und dann in Hannover an der Zulassungsstelle die echten Kennzeichen bekommen?

  • Also du kannst auf jeden Fall den Wagen in Hannover zulassen und auch schon mit fertigen Kennzeichen hinfahren. Aber bedenke, auch da gibt es nur noch online Termine, mit 2 -3 Wochen Wartezeit...
    In Wunstorf kann man wohl noch ohne Termin hin.


    Ob dein Händler andere Möglichkeiten hat, weiß ich nicht.

  • Ich habe das ewig nicht gemacht, aber kann man Autos nicht mittlerweile überall zulassen? Oder kann man nur das Hannover-Kennzeichen behalten, wenn man nach Buxtehude zieht, aber dort keins bekommen?