Empfehlenswerte Lieder

  • Hi, da Du das da oben als "Punk-Rock oder so" bezeichnest, nehme ich an, Du bist in den Subgenres und - in diesem Fall - ihren teils fragwürdigen Implikationen nicht so richtig drin. Deshalb eine kurze Einordnung:


    Da ist New School Hardcore, und eben dieser hatte bereits spätestens ab Ende der 1990er schon so einige Probleme mit dem, was man heute toxische Männlichkeit nennen würde. Seither hat sich das leider immer weiter konzentriert, sodass man inzwischen von einem wahren Sud diesbezüglich sprechen kann.


    Wolf Down zeigt das nun leider überdeutlich. Denn zum einen werden im Video genau die Gadgets, die sich in dieser Richtung entwickelt haben, quasi als Werbefläche ausgestellt. Du siehst den Circle of Death, Du siehst im Club, dass einige Jackie-Chan-Irre den gesamten Konzertraum usurpieren, indem sie mit größtmöglichem Verletzungswillen durch die Gegend springen und fuchteln, Du hast den Beatdown-Part am Schluss, der im Genre extra für genau diese Flying-Extremities-Idioten geschaffen wurde und irgendwann dann ein eigenes Sub-Sub-Genre bildete. In solchen Konzerten hast Du dann wirklich nur noch ein paar aufgepumpte Stiernacken, die den gesamten Raum einnehmen, wer da rein oder durch will, muss mit massiv auf die Fresse rechnen. Kein Platz also, sei es einfach nur zum Moshen, Poogen, Tanzen. Das will stahlhart-männerbündisch sein und ist es auch. Quasi kulminierend gab es dann speziell bei Wolf Down Vergewaltigungsvorwürfe und solche der sexuellen Nötigung. Die Sängerin stieg aus, die Band löste sich auf.


    Nicht falsch verstehen: Dich interessiert die Musik und der hört man das nun nicht sofort unbedingt an. Dennoch dachte ich, eine kurze Einordnung könnte nicht schaden.

  • Ist mir komplett egal. Ich habe dem Teufel Theorie abgeschworen.


    Ich hab' das hauptsächlich wegen Larissa gepostet, weil die das geil macht. Aber die ist jetzt Richtung Metal gegangen, die neuen Sachen sind für mich von daher uninteressant.

  • Mein eigenes Projekt verzögert sich übrigens erheblich, weil mein designierter Gitarrist den Arsch nicht hochkriegt. Ich bin überzeugt, das wird schon, aber momentan gibt es mangels Praxis überhaupt keine Möglichkeit, abzusehen, in welche Richtung das genau gehen wird.


    Irgendwie wird Schleim Keim als Einfluss eine zentrale Rolle spielen, eingebracht vom Gitarristen, und die sind ja auch endgeil. Was mich selber angeht, kommen da eine Menge Einflüsse rein, die mir Lust machen, was zu machen.


    Der alte Lou Reed z.B. Was auch den Vorteil hätte, dass wir für den Gitarristen einfach alle Saiten auf E stimmen könnten. ;)



    Ganz weit vorne sind für mich auch The Hives und vor allem Viagra Boys. (Vielleicht ein kleiner Trost für alle Schwedenliebhaber hier.) Aber das ist mit Sicherheit viel zu anspruchsvoll für uns.



    Und um so mehr ich reinhöre, um so mehr mag ich Sachen aus der Oi-Ecke.


  • Das ist ja mal ein Statement vom Kölner Jugendchor Sankt Stephan:


    „Bitte lieber Gott, das ist doch nicht normal, ich komme nicht klar mit deinem Bodenpersonal.“


    Respekt!


    Einmal editiert, zuletzt von Alter Ego ()

  • Finde ich irgendwie ziemlich beliebig den Song, klingt wie der ganze Rest an deutschsprachigen Pop der momentan veröffentlicht wird. Da war das Album viel stärker.

  • Wo ich mich grad irgendwo zwischen "Regt mich das auf!1!!" und "Ach, ist doch eh alles scheiße..." befand, kam mein Jahressampler bei diesem Song an. Und schon ist fast alles wieder gut. Ich liebe diese Band, seit beinahe 35 Jahren, und ich liebe Lou-Barlow-Songs, und dieser hier ist ein wahres Fest des "Komm-ma-runter". Schanüff.


  • :herz:

    Nur das Konzert damals, im PC 69, war, sagen wir, semioptimal. Highlight waren die Elefantenlichterketten über den Amps. Sonst war da nicht viel. Aaaaber, die Vorband war Gott! Alabama Kids aus den Niederlanden. Keine Ahnung wer das ist. Der Rest des Publikums hatte anscheinend auch keine. Die waren mit ihrem Neil Young-Gitarren-Wall-of-Sound so gut, dass die in der Pause alle CDs und LPs ausverkauft haben. Klein-Mustrum hat stolz noch zwei LPs von denen rumstehen.

  • Uhhh, das ist ja toll! Auch viel frühe Buffalo Tom drin. Und Lemonheads, natürlich. Ich lass dann mal Jacob's Mouse hier und stalke Alabama Kid hinterher. Danke sehr!!!


  • Und soliert ("Impossible"). Aber Buffalo Tom geht bei mir im Grunde wie Dinosaur durch bis zur Wiedervereinigung und darüber hinaus: never dissapointing. Beide mit gewiss unterschiedlichen Wegen, B.T. weitaus mehr Volten in Richtung, nun ja, "Glättung". Aber auch dabei waren sie stets so präzise und mit zum Ausflippen guten Riffs und Songs und vor allem dieser Selbstverständlichkeit, mit der sich die beiden Stimmen vereinigen (m.E. ein echtes Pfund, das Dinosaur mit Barlow und Mascis hätte haben können, aber nie hatten/nicht haben wollten), ein Fest.