NP: Lienens neuer 96-Film

  • Lienens neuer 96-Film



    Unsere Hockey-Frauen als Vorbild. Dabrowski bricht Training ab.


    Die 96-Profis sollen sich morgen in Dortmund die goldenen Hockey-Damen zum Vorbild nehmen, wünscht sich Trainer Ewald Lienen.


    VON ANDREAS WILLEKE
    HANNOVER. Es gibt schönere Erinnerungen bei 96 als das 2:6 aus dem Vorjahr in Dortmund. Doch daran, so meint der 96-Trainer, sollten die Spieler gar nicht mehr denken. „Wir brauchen andere Bilder im Kopf“, fordert Ewald Lienen.
    Gut geeignet fürs Kopfkino findet der Trainer den Film von den deutschen Hockey-Damen, „die sind ein schönes Beispiel“. Am finalen Sieg gegen Holland könnten die Profis sehen, „wie man einen technisch überlegenen Gegner besiegen kann, indem man das Allerletzte mit großer Leidenschaft aus sich herausholt“.
    Damit ist Lienens Programm für morgen klar – Dortmund gilt als „scheinbar übermächtiger Gegner“, den „wir bremsen müssen“, und dies mit „großem Einsatz“.
    Wenn die Borussen „Räume haben, können sie jede Abwehr aus den Angeln heben“. Also will Lienen ein „Netz aufbauen, in dem sie sich verfangen“. Dies soll aus den drei defensiven Mittelfeldspielern Altin Lala, Julian de Guzman und Christoph Dabrowski sowie dem zurückgezogenen Stürmer Daniel Stendel geknüpft werden. Sie sollen vor allem Ewerthon, Dede und Tomas Rosicky einfangen.
    Allerdings brach Dabrowski gestern das Training mit einer Oberschenkel-Verhärtung ab. Sein Einsatz ist jedoch nicht gefährdet.
    Aber 96 will nicht nur verteidigen. Für die offensiven Szenen ist erstmals vom Anpfiff an Ricardo Sousa vorgesehen. Lienen versteckt den Stareinkauf nicht länger. Die Bilder, die dem Coach vorschweben, sehen so aus: „Wir müssen einfachen, schnellen Fußball zeigen und dürfen nicht vergessen, unsere Angriffe abzuschließen.“
    Wollte man allerdings die Angriffsbemühungen der letzten Wochen visualisieren, müsste man die schwarze Tafel mit der Aufschrift Störung einblenden. Da gabs kaum Torszenen. Ob Jiri Stajner als einziger richtiger Stürmer in Dortmund den richtigen Dreh findet?
    Geht der Ball vorne verloren, sollen dann „alle im olympischen Sprinttempo“ zurückeilen, verlangt Lienen. Das habe man in Leverkusen versäumt. Dort verlor 96 mit 1:2, folgt nun eine weitere Niederlage, steht die Null in der Tabelle – kein schönes Bild eigentlich.