Wat is in Hannover los???

  • Grundsätzlich sollen die Menschen im öffentlichen Dienst für ihre Arbeit gut und ausreichend bezahlt werden und natürlich haben Sie auch ein Recht dafür zu kämpfen. Das dies dann leider meistens nicht die richtigen trifft (den "Arbeitgeber") sondern die Bürger ist nun mal halt so.


    Aber ich finde, in einer Zeit in der aufgrund der Corona Maßnahmen hunderttausende in Kurzarbeit sind oder um ihre Jobs kämpfen, viele Selbstständige um ihre Existenzen kämpfen und fürchten und das öffentlichen Leben grade erst wieder anläuft, ist es falsch, dass eine Berufsgruppen mit - im Allgemeinen - recht sicheren Jobs zu Streiks aufruft.

  • Ich hatte schon geschrieben, die Gewerkschaft hatte ein Verschieben angeboten, unter Zahlung eines Inflationsausgleich für die Zeit.

    Die Reaktion der AG: Derzeitigen Stand auf 3 Jahre einfrieren.


    Beschwer dich da!


    Zu sicheren Jobs, ja, momentan. Wir nennen es deshalb "gesicherte Armut"

  • Was für ein dämlicher Kommentar.


    Da reißt niemand die Fresse auf. Da nehmen Menschen ihr gutes Recht wahr. Das es vielen anderen zur Zeit sehr beschissen geht, ist kein Argument dafür, dass die Mitarbeiter im ÖD nicht für bessere Bezahlung/Arbeitsbedingungen eintreten dürfen.


    Billiger wäre es natürlich, wenn wir einfach wieder applaudieren würden :engel:

  • Ich kriege den Zusammenhang zwischen Verzicht des ÖD auf eine Tariferhöhung und der von Kurzarbeit Betroffenen nicht zusammen.

    Wenn Verdi auf den Tarifkampf verzichten würde, welche positiven Folgen sollte das für die von der Corona-Krise wirtschaftlich Betroffenen haben?


    Btw: wir hatten doch vor einigen Monaten die Diskussion über die Überbrückungshilfen und sonstige Gelder. Da sollte der ÖD pronto die Anträge bearbeiten, unabhängig von Ausstattung und Arbeitsbedingungen.

    Dem Pflegepersonal hat sofort und stante pede zugemutet, Arbeitszeiten und -bedingungen der Situation anzupassen.

    Dafür gab es Geklatsche und ein paar warme Worte.

    Es mag ja Menschen geben, die dafür und aus reinem Idealismus arbeiten. Die Grundlage unseres heutigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems ist das aber nicht. Da geht es um gerechten Lohn. Und den bekommt man i.d.R. nicht freiwillig.

  • Ich sag mal so, die Streikenden sind nicht unsere Gegner. Würden die Arbeitgeber, egal ob öffentlich oder privatwirtschaftlich, ordentlich vergüten und wären sie auf das Wohl der Angestellten und Arbeiter bedacht, dann bräuchte nicht gestreikt werden. Ist in unsere kapitalistischen Welt aber nicht so.


    Natürlich stört ein Streik den Betriebsablauf und er nervt unter Umständen diejenigen, die davon betroffen sind. Aber auch wenn meine Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird, bringe ich den Streikenden gegenüber immer Verständnis und Sympathie auf.


    Ganz perfide wird es, wenn Streikende gegen Kurzarbeiter in Stellung gebracht werden. Neid und Missgunst unter den Wenigvermögenden hilft nur den Vielvermögenden.


    Zur Geschichte des Streiks eine kleine Lektüre:


    https://www.dgb.de/uber-uns/be…ab-11e9-9f88-52540088cada

  • Ich kotze hier gleich im Strahl.


    Was hat es mit Doppelmoral zu tun, wenn die, die für die Daseinsvorsorge da sein müssen auch da sind und das vergütet kriegen?


    Was meinst du, was hier, gerade jetzt, wäre, wenn wir nicht da wären?


    Gerad heut hab ich Mio angewiesen, damit Schulen coronageeignet digital ausgestattet werden können. Es sind nur Mio im höheren einstelligen Bereich, da wir nur für berufsbildende- und Förderschulen zuständig sind.


    Stell dir vor, auf einmal kommt keine Sozialhilfe auf die Konten der Empfänger, keine Asylgelder, keine anderen Fördergelder,...

    Keine Bauanträge werden bearbeitet, es gibt keine Führerscheine und KfZ-Anmeldunge, kein Gesundheitsamt, Kindergärten,..., alles nicht mehr möglich,


    Ich denke, es ist einigen immer noch nicht bewusst, was dieses Coronading eigentlich wirklich in der Gänze bedeutet.


    Derzeit arbeiten viele wie ich. 2 Stellen in eins, weil Neubesetzungen nicht funktionieren ("der/die neue ist jetzt in Sachen Corona unterwegs, mal eben abgezogen", ist dann die nette Begründung).


    Ich nehme am kommenden Montag meinen ersten Tag Urlaub in diesem Jahr, 1 Tag, und das auch nur, weil er aus dem letzten Jahr ist. Das ganze ist aktuell nur durchzuhalten, weil wir viel von zu hause aus arbeiten dürfen und das merklich die Krankheitstage reduziert. Das Thema "Ansteckung" ist halt vom Tisch und man versucht zu schaffen was geht, damit die Kollegen nicht noch mehr belastet werden.


    Aber der Bürger, für den wir uns diese Mühe machen, der ist sauer. Der will sein Geld lieber in Urlaube, Autos oder sonstige schöne Dinge stecken. Und freie Fahrt für freie Bürger oder so

  • Da nehmen Menschen ihr gutes Recht wahr. Das es vielen anderen zur Zeit sehr beschissen geht, ist kein Argument dafür, dass die Mitarbeiter im ÖD nicht für bessere Bezahlung/Arbeitsbedingungen eintreten dürfen.

    Natürlich ist das deren "gutes Recht". Natürlich dürfen die das.


    Genauso darf man aber eine Meinung dazu haben. Und in Zeiten, wo wir wieder bei fast 3 Millionen Arbeitslosen sind, noch 5 Millionen Menschen in Kurzarbeit sind und abertausende Solo- und Kleinselbständige ihre Existenz verloren haben oder darum bangen, finde ich Lohnerhöhungen in der Breite für diejenigen, die einen Dienst für die Allgemeinheit leisten, von dieser bezahlt werden und eine unvergleichbare Jobsicherheit haben, einfach grotesk.


    Gezielt soll man gern die Berufsgruppen, die gemessen an ihren Aufgaben und ihrer Verantwortung unterbezahlt sind und die in der Krise besondere Last getragen haben, gern berücksichtigen. Mit Klatschen ist es da nicht getan. Busfahrer gehören da aber nicht dazu.

  • Tja, wenn es der Wirtschaft gut geht, lacht man über uns und sagt wir sind selbst schuld, dass wir sowenig verdienen und haben uns die falsche Arbeit gesucht.


    Ist es mal andersrum, sind wir natürlich Schmarotzer mit Doppelmoral.


    Da frag ich mich tatsächlich, wer hier eigentlich mit mehr Doppelmoral brilliert.

  • Meine Partnerin ist ebenfalls für den Staat tätig, von daher kann ich das schon gut einschätzen.

    Natürlich gibt es hier weitaus schlauere und bessere User, die meine Meinung sofort geändert haben.

    Alles gut, wie immer.

  • Wer weiß denn schon, wer außer den medial Abgefeierten noch besondere Lasten zu tragen hatte? Die Leute im Backoffice sieht doch keiner. Blue valentine hat einige Ebenen genannt. Über die "Helden" an der Front kann man super schwadronieren. War ja schon immer so.


    Aber die Taktik ist so alt wie durchschaubar. Schön spalten, dann lassen sich die einzelnen Gruppen besser abspeisen. Kann aber auch nach hinten losgehen, siehe Lokführer.


  • Klar darf man eine Meinung haben.

    Doof nur, dass heutzutage so ein hingerotzter Post, wie der von PM1896, wohl schon als Meinung gilt.


    SVElfe hat es zwei Post über dem von PM1896 drüber übrigens besser hingekommen. Das ist ein Niveau, auf dem man diskutieren kann. Aber daran ist PM1896 wohl gar nicht interessiert, wenn man sich auch seinen Folgepost ansieht.



    Wer gehört denn zu denen, die faire Löhne verdient haben? Hast du da ne Übersicht?

  • Ich stimme Menace hier voll zu.


    Das ist mir mittlerweile alles zu blöd hier, ehrlich. So ein geiles Forum, solche Grabenkämpfe.

    Außerdem war mein Post auf die hoch und heilige BV gemünzt. Anti alles, aber wenn's mehr Geld geben soll juhuuuu.


    Ach egal, ich mach mir mal selbst nen Schloß davor



    Edit: Ich habe in einem Unternehmen gearbeitet, was 5 Jahre nicht eine einzige Erhöhung gegeben hat. Und dann wird auf das Recht gepocht? Bei einem super sicheren Arbeitsplatz? Also bitte. Ja auch wenn's drastisch ausgedrückt war, das ist meiner Ansicht nach einfach lächerlich.

    Einmal editiert, zuletzt von PM1896 ()