Schlagzeilen aus der Region

  • Ich bin auch mal gespannt, was jetzt passieren wird in der nächsten Zeit. Ich muss sagen, dass ich das Ganze schon mit ein wenig Bauchschmerzen sehe...


    Egal, was man für eine Meinung über Herrn Hanebuth haben, Fakt ist, dass das Steintor-Viertel in den letzten Jahren, bzw seitdem die HA dort aktiv sind, ruhig ist und ein Ort, an dem man sich auch nach Einbruch der Dunkelheit trauen konnte. Nicht so wie in den 90ern, wo man jede Minute Angst haben musste, in irgendeinen Bandenkrieg zu geraten...


    Ich wünsche mir, dass das Steintor weiterhin ein Ort zum Feiern ist (obwohl ich selbst so gut wie nie da bin), und nicht wieder so wird, wie es vor Hanebuth's "Regentschaft" war!

  • Puh...
    Die Argumentation, dass das Steintor ruhig ist, seitdem die Angels dort alles regeln, verschafft mir eher Bauchschmerzen.
    Dann können wir auch eine paramilitärische Bürgerwehr entschuldigen, die in den Vororten patroulliert, damit dort alles friedlich bleibt.

  • Puh...
    Die Argumentation, dass das Steintor ruhig ist, seitdem die Angels dort alles regeln, verschafft mir eher Bauchschmerzen.
    Dann können wir auch eine paramilitärische Bürgerwehr entschuldigen, die in den Vororten patroulliert, damit dort alles friedlich bleibt.


    Könnte man, ja. WIE für Ruhe gesorgt wurde, habe ja auch nicht gelobt oder als lobenswert hervorgeheben. Fakt ist aber auch, DASS es ruhig war. Und ich denke nicht, dass sich bestimmte Gruppen, die sich nach Hanebuth's Rückzug jetzt die Hände reiben werden, andere Mittel bei ihren Kontrahenten benutzen. Im Gegenteil, ich persönlich befürchte, dass das Steintor wieder zu dem unsicheren Pflaster wird/werden kann, dass es damals war.


    Und über die Aussagen der Polizei, dass sie keine Änderung erwarten (also alles so ruhig bleibt), kann ich nur lachen. Wie will die Polizei dass denn bewerkstelligen? Das geht mMn nur mit massiv erhöhter Polizeipräsenz und diese wird es wahrscheinlich aus den verschiedensten Gründen (Kosten,zu wenig Personal etc) eh nicht geben.


    Natürlich lasse ich mich gerne eines Besseren belehren und hoffe, dass man sich weiterhin ohne Probleme am Steintor bewegen kann.

  • Der Zweck heiligt alle Mittel?
    Dem kann ich mich nicht anschließen.
    Wenn der Fall eintritt, dass das Steintor nach dem Rückzug der Angels im Chaos versinkt, dann ist die Politik gefordert. Nicht aber eine semilegale Rockertruppe, die ihre Hände in Prostitution, Drogenhandel und anderem Krempel hat.


    Das ist ein bisschen wie die Argumentation, dass eine Frau unter Adolf ja immerhin wieder alleine auf die Strasse konnte nach den Unruhen der Weimarer Zeit. (sorry for Godwin)

  • Naja, ich sag es mal so: Obwohl die Polizei ja schon seit Jahren versucht, alle Aktivitäten der HA aufzuklären und dauernd ja wieder den Vorschlag einbringt, dass man diese Gruppe (am besten noch inkl. der Bandidos) verbietet, ist es bis jetzt ja immer noch nicht passiert...warum nicht?


    Wenn die Hells Angels so kriminell sind im Hintergrund in Hannover, warum kann man ihnen dann nicht das Handwerk legen? Da läuft dann ja irgendetwas schief...also sind sie für mich, bzw nicht die Hells Angels, sondern die "Bodyguard Security", wie die Firma ja heißt vor den Clubs, 1000 Mal lieber als irgendwer anders...Der Security-Firma konnte man meines Wissens bis jetzt nichts anlasten, also im Zweifel für den Angeklagten.


    Denn den Glauben in die Politik, dass sie bei möglichen Problemen dort eingreift, habe ich nicht. Die Politiker sind doch völlig fernab von der Thematik. Als wenn da irgendwer wüsste, wie es in diesem Milieu abläuft. Wenn ich sehe, wie der geschätzte Herr Schünemann bei anderen Themen reagiert (was mir grad spontan in den Kopf kommt sind Ultras,Computerspiele und Paintball), dann sträuben sich mir schon die Nackenhaare, was bei auftretenden Problemen von ihm kommt. Dieser Mann ist in meinen Augen ein Witz.


    Dass die Polizei da entscheidend eingreifen würde, glaube ich ebenfalls nicht. Außer wie gesagt vielleicht mit sehr verstärkter Präsenz und das dauerhaft. Doch ob sowas dann für eine "behagliche" Atmosphäre sorgen würde, lasse ich auch mal dahingestellt...

  • Top!
    Dann überlassen wir alle Problemzonen in Zukunft irgendwelchen privaten Organisationen, die teilweise verboten werden und sich mit ähnlichen Gruppierungen semimilitärische Auseinandersetzungen liefern.


    Gell?

  • Top!
    Dann überlassen wir alle Problemzonen in Zukunft irgendwelchen privaten Organisationen, die teilweise verboten werden und sich mit ähnlichen Gruppierungen semimilitärische Auseinandersetzungen liefern.


    Gell?


    Warst du in den 90ern mal am Steintor unterwegs? Und warst du in den letzten Jahren da auch mal unterwegs? Wenn ja, war alles gleich ne?? Wieso kann man, selbst wenn man gegen die Hells Angels ist (und ja,dafür gibt es ja auch ausreichend Gründe), nicht zugeben, dass es durch diese Leute bedeutend ruhiger geworden ist? Was im Hintergrund läuft, ist eine ganz andere Sache. Das wird in Zukunft genauso alles laufen, auch ohne das Zutun der HA. Aber sie haben für Ruhe gesorgt, das kann man nicht wegdiskutieren.


    Nur darum geht es mir. Ich bin kein Sympathisant der HA, weder bin ich Mitglied, noch kenne ich iwen davon persönlich oder sonstwas. Trotzdem haben sie das geschafft, was vorher nicht möglich war. Eben keine (wie von dir geschrieben) "semimilitärische Auseinandersetzungen" oder sonstwas. Die hatte man vor der Zeit der HA aber zu Genüge. Und ich fürchte danach auch wieder...


    Gell??

  • Die 'semimilitärischen Auseinandersetzungen' pflegen die Angels vorzugsweise mit ihren Kumpels, den Bandidos.


    BTT:
    Dann heiligt also der Zweck doch die Mittel. Fein. Eine Truppe, die ihre Kernkompetenz in Drogenhandel, Prostitution und Ähnlichem hat, befriedet dann eine Partymeile.


    Ich habe nie bestritten, dass das Steintor ruhiger gworden ist.
    Ich habe bestritten, dass ich eine Gesellschaft möchte, in der kriminelle Vereinigungen dafür zuständig sind.


    Deine Argumentation ist (again: sorry for Godwin) exakt dieselbe, die die Ewiggestrigen hervorkramen, wenn sie von den guten Seiten des 3.Reiches sprechen. Naja, die Juden mochte er halt nicht, und die Schwulen auch nicht, aber er hat für Ordnung gesorgt! Eine Frau konnte wieder nachts alleine auf die Strasse.


    Das ist eine in meinen Augen unglaublich schiefe Sicht der Zuständigkeiten.

  • Ja, das hab ich schon verstanden, wer welche "Beziehungen" pflegt, kenne mich da auch ein wenig aus, da mich das Thema allgemein interessiert...aber diese "Grabenkämpfe" finden ja eben nicht irgendwo auf den Partymeilen statt, sondern an anderen Schauplätzen. Daher braucht man mMn diese Punkte nicht in die Diskussion um die Sicherheit eines Ortes einbziehen, wo solche Sachen nicht stattfinden. Ist ja dann eher nebensächlich. Bedenklich auf jeden Fall, aber hat mit dem Steintor ja generell wenig bis gar nichts zu tun.


    Und ich finde auch den Vergleich mit dem Deutschen aus Österreich ein wenig weit hergeholt. Denn der hat damals "Krieg geführt" gegen das "eigene Volk" bzw. gegen Unschuldige. Soweit man das alles mitbekommt bei den HA, Bandidos etc, führen diese die Kämpfe gegeneinander bzw. gegen andere Gruppen, die auch im Verdacht der Kriminalität stehen. Haben die HA Probleme mit anderen Bevölkerungsgruppen oder Personen, die nicht bei den Bandidos oder ähnliches sind? Hab ich bis jetzt nichts von gehört. Und die paar Mal, die ich am Steintor war in den Clubs, hatte ich auch nie ein Problem mit den Leuten.


    Ich konnte mich da frei bewegen, genauso wie zehntausende andere Menschen. Man musste sich keine Gedanken machen, ob mit einem Mal Kugeln fliegen etc...doch genau darüber werde ich mir wahrscheinlich Gedanken machen, wenn ich wieder in der Ecke bin. Denn sollte ein Machtkampf ausbrechen um das Steinro-Viertel (was ich wirklich nicht hoffe), dann werden sich viele wieder eine Figur wie Hanebuth zurückwünschen...

  • Naja, die Angels machen ihren Job am Steintor ja nicht aus Altruismus.
    Und selbst wenn das so wäre, kann ich persönlich ihr Wirken dort nicht von der Gruppe und ihren sonstigen Aktivitäten trennen.
    Mir sträubt sich alles, wenn wir es gutheissen, dass eine krimninelle Vereinigung Schutzaufgaben übernimmt.


    Nur weil der Vergewaltiger der Oma über die Straße hilft, ist er ja kein guter Kerl.


    Es muss doch möglich sein, dass die Vertreter des Gesetzes, die hier immer noch das Gewaltmonopol für sich beanspruchen dürfen, nach Vorgabe der Politik eine Partymeile befrieden.

  • Hmm, dann könnten doch vielleicht die Ultras den Ordnungsdienst bei Auswärtsfahrten übernehmen...?!??


    Schön dass du das ansprichst. Die Quote der Ex-Hooligans in vielen Ordnungsdiensten ist nämlich exorbitant hoch.

  • Passt.
    Die Vertreter der Ordnungsdienste, deren Bekanntschaft zu machen ich die Ehre hatte, zeichneten sich nicht durch die Fähigkeit aus, die tiefen Teller erfunden zu haben.

  • Warst du in den 90ern mal am Steintor unterwegs? Und warst du in den letzten Jahren da auch mal unterwegs? Wenn ja, war alles gleich ne?? Wieso kann man, selbst wenn man gegen die Hells Angels ist (und ja,dafür gibt es ja auch ausreichend Gründe), nicht zugeben, dass es durch diese Leute bedeutend ruhiger geworden ist? Was im Hintergrund läuft, ist eine ganz andere Sache. Das wird in Zukunft genauso alles laufen, auch ohne das Zutun der HA. Aber sie haben für Ruhe gesorgt, das kann man nicht wegdiskutieren.


    Nur darum geht es mir. Ich bin kein Sympathisant der HA, weder bin ich Mitglied, noch kenne ich iwen davon persönlich oder sonstwas. Trotzdem haben sie das geschafft, was vorher nicht möglich war. Eben keine (wie von dir geschrieben) "semimilitärische Auseinandersetzungen" oder sonstwas. Die hatte man vor der Zeit der HA aber zu Genüge. Und ich fürchte danach auch wieder...


    Gell??



    Sorry FeelmyPain, aber in den achtzigern und neunziger Jahren gab es für OttoNormal Verbraucher außer einem Puffbesuch nicht viele Gründe zum Steintor zu gehen.
    Der erste Club am Steintor war das Heartbreak Hotel(ohne irgendwelche HA oder Bones) und das war eine kleine Revolution.
    Das dann eine Milieugröße wie Hanebuth einen neuen Wirtschaftszweig für sich entdeckt ist nachvollziehbar und legitim.
    Was Hanebuth dort gemacht hat diente lediglich der eigenen Machterweiterung und nicht irgendwelchen sozialen Hintergedanken.
    Ich für meinen Teil empfinde den jetzigen medial Unterstützten Rückzug aus dem Steintor genau so wie dem öffentlichen Frieden vor einiger Zeit mit den Banditos.


    Völlig losgelöst davon empfinde ich aber "Boxer Frank" als unsere Kiezgröße. Dafür respektiere ich ihn, aber heilig Gesprochen gehört er wohl nicht(und will er wohl auch nicht werden).


    Und ich gebe Dir Brief und Siegel, es wird keine Anarchie oder neue Bandenkriege am Steintor geben.

  • Nicht so wie in den 90ern, wo man jede Minute Angst haben musste, in irgendeinen Bandenkrieg zu geraten...


    Sorry FeelmyPain, aber in den achtzigern und neunziger Jahren gab es für OttoNormal Verbraucher außer einem Puffbesuch nicht viele Gründe zum Steintor zu gehen.


    also ich bin Mitter der 80er äußerst gern und häufig in einem Etablissement (legendärer Gun Club) mitten im Viertel gewesen und hatte eigentlich nie Angst, dahin zu gehen, auch alleine als Frau nicht.


    Leider hatten damals einige Gäste wohl ihr Problem mit dem Umfeld, das dann wohl irgendwie mit dafür sorgte, dass der Club irgendwann nicht mehr existierte (es soll nicht nur am Geld gelegen haben).


    Aber Angst hatte ich nicht!

  • Es geht auch nur peripher darum, ob die Angels ihren Job als Abräumer da gut hinbekommen oder nicht.
    Es geht in erster Linie darum, ob der Zweck die Mittel heiligt. Denn nix anderes ist es, wenn ich gutheiße, dass eine kriminelle Bande für Recht und Ordnung sorgt, von der ich aber ansonsten weiß, dass sie z.B. im Drogenhandel steckt und sich auch mal Schiessereien mit Rivalen liefert.


    Es will partout nicht in meinen Kopf, wie man das 'Befrieden' einer Partymeile gegen das restliche kriminelle Gebaren der Angels aufrechnen kann.

    Einmal editiert, zuletzt von prickelpit96 ()

  • Der erste Club am Steintor war das Heartbreak Hotel(ohne irgendwelche HA oder Bones) und das war eine kleine Revolution.


    unterschreib.


    ich hatte das vergnügen die location noch mit den original tresenleuchten mit ordentlich gebammel dran, und ohne landpomeranzen auf junggesellinen-abschiedstour aus der region zu erleben. schöne zeiten waren das. :herz:


    zum thema Hanebuth und security, vor den türen der diversen clubs werden weiterhin die selben sozialtherapeuten stehen, lediglich das outfit wird sich ändern. viel rauch um nichts!

  • Es will partout nicht in meinen Kopf, wie man das 'Befrieden' einer Partymeile gegen das restliche kriminelle Gebaren der Angels aufrechnen kann.


    Die Frage ist halt was passiert, wenn die Angels weg sind. Auf dem Hamburger Kiez ging der Schuß damals nach hinten los, als man alle altbekannten Kiezgrößen einkassiert hat.

  • Ich bin da voll und ganz bei prickelpit. Heiligt der Zweck die Mittel? In meinen Augen ganz klar nein.
    Mit den Begründungen die hier zum Teil gekommen sind kann man auch die Mafia in Italien legitimieren. Wo der Staat seine Aufgaben nicht wahrnimmt oder wahrnehmen kann/möchte tritt eine private Organisation auf die man bestenfalls als teilweise kriminell charakterisieren kann.
    Es kann und darf nicht sein, dass eine derartige Organisation aktiv ist weil man Angst vor dem "danach" hat. Da sind die offiziellen Stellen verpflichtet ihren Platz wieder einzunehmen und selber für Ordnung zu sorgen!


    Aber bei dem Thema bzw. bei dem Themenkomplex wird es sowieso nie Einigkeit geben. Einfach weil es verschiedene Vorstellungen der Wertigkeiten von "Freiheit" auf der einen und "Sicherheit" auf der anderen Seite gibt.
    Ich z.B. bin nicht bereit auch nur ein Fitzelchen der Freiheit zu Gunsten der Sicherheit aufzugeben, befinde mich da aber wohl momentan in einer Minderheitsposition innerhalb der Gesellschaft.

  • Ich z.B. bin nicht bereit auch nur ein Fitzelchen der Freiheit zu Gunsten der Sicherheit aufzugeben, befinde mich da aber wohl momentan in einer Minderheitsposition innerhalb der Gesellschaft.


    ...zumal wir dabei von einer sehr diffusen Sicherheit reden. Sicherheit kann und wird es nie geben.


    Ist grundsätzlich OT, passt in meinen Augen aber beim Thema 'Sicherheit' (und nebenbei auch Freiheit und Bürgerverarsche):
    Heute Morgen gab's auf DLF ein Interview mit Herrn Wendt von der Gewerkschaft der Polizei. Er beschwerte sich vehement, dass es die Vorratsdatenspeicherung nicht gäbe, denn dann hätte man ja elegant die Telefonverbindungen der 3 'Terroristen' der letzten 6 Monate nachvollziehen können.
    13 Jahre dödeln die Kameraden (und KanmeradINNEN) von der NSU durch die Lande und morden fröhlich unter den Augen der Ermittlungsbehörden und des VS herum. Es passiert nix, keiner wird ermittelt und verhaftet. Ganz im Gegenteil spielt der VS noch lustig mit.
    Und dann soll eine eklatante Beschneidung der Bürgerrechte auf einmal die ersehnte Sicherheit und Aufklärung bringen? Dann, wenn das Kind bereits im Brunnen ist? Was haben die denn alle in den 13 Jahren davor gemacht?
    Heilige Scheiße! Was eine Volksverarsche erster Kajüte!