Groundhopping

  • So. Das ist mal ein schöner Ground.
    Zeitreise in die gute alte Fußballzeit.


    Nach einer gefühlten Weltreise kamen wir am Stadion an. Meine Verwandtschaft wohnt im Leipziger Westen und Probstheida ist eher in der anderen Richtung. Das erklärt übrigens auch die Unkenntnis, denn bei der Verwandtschaft ist man grünweiß. Der Bekannte hat sich deshalb auch nicht gemeldet und als ich ihn anrief, hat er auch erstmal wüst auf mich, meine Dämlichkeit im speziellen und die Lokschweine im allgemeinen geschimpft.
    Zurück zum Thema. Die Karten gab es noch zur Genüge an der Kasse, die Gegengerade war schon die richtige Wahl. Vor dem Stadion noch ein Foto an der gelben Lok gemacht. Die Farben sind natürlich gewöhnungsbedürftig, man muss sich eben immer sagen, dass es die Farben der Stadt sind und dass zum Glück kein roter Löwe drauf prangt. Toilettencontainer und Bratwurstbude/Getränkebude noch besucht und Sticker gekauft für den Bekannten. Die Bratwurst war okay. Dann ging es in den Block.

    Das Stadion ist ein Rund mit einer Haupttribüne und dann Stehplatzbereichen im Rest. Schöne Flutlichtmasten. An Gästen war kein nennenswerter Mob da.

    Alles ein wenig in die Jahre gekommen aber gepflegt rumpelig. Viele Banner hingen überall. Über die Lautsprecher kamen PopRock aus den Neunzigern, Oi-Sachen und DDR Schlager.
    Die Haupttribüne war ganz gut gefüllt, in der Fankurve tummelten sich die jungen Bengels und auf der Gegengerade standen die älteren bis ganz alten Fans. Wir standen zwischen ein paar Opis, die sicher 1966 schon da rumgelaufen sind. Der Rest war zum Teil sehr kurzhaarig und an so mancher Kutte war dann auch ein BO-Aufnäher zu sehen. Es waren auch ein paar Jungs aus Halle zu Gast. Die und ihre lokschen Freunde sahen sehr gruselig aus. Ich würde die auf jeden Fall im rechten Lager einsortieren. Der Support in der Fankurve war ultramäßig, allerdings waren das vielleicht nur 50 Mann/Frau, zwei Doppelhalter, eine Trommel und drei Fahnen. Sonst war das eher so englisch. Applaus und spielabhängige Gesänge der alten Art. Die Gegenspieler und die Schiedsrichter wurden gegen Ende durchbeleidigt, aber eher im Dorfplatzstil. Bier gab es übrigens aus Bechern mit dem Aufdruck „Bier statt Brause“.

    Das Spiel bestimmte Lok. Viktoria verteidigte aber clever und zweimal rettete der Pfosten. So blieb es am Ende bei einem torlosen Remis und einem enttäuschenden Punkt für Lok.
    Da wir durchgefroren und ob des Regens und des fehlenden Daches klitschnass waren, ging es dann schnell nach Hause.
    Fazit: Schöner Ground, wg. der Fans werde ich da aber sicher nicht nochmal hinfahren. Es wird Zeit, dass dann mal beim Alfred-Kunze-Sportpark und der BSG vorbei schaue. Auch um den Bekannten zu beruhigen, der sich so gar nicht freuen wollte über die Sticker.

    Einmal editiert, zuletzt von Stephan535 () aus folgendem Grund: Auf Wunsch des Users einen Tippfehler editiert.

  • Zur Tarnung empfehle ich Jogginghose und Bauchtasche.


    Nachtrag eins: 3245 Zuschauende, also fast so viele wie in Hannover, wen. Ich meinen Quellen da trauen darf.


    Nachtrag zwei: ein wenig schmunzeln musste ich dann bezüglich der Typen da, als ein Opi einen der Kanten mit „Pittiplatsch“ ansprach und der dann freudestrahlend zu dem Opi lief und ihn begrüßte.

  • Ist notiert.

    Nachtrag drei: Heute beim Spaziergang im Regen habe ich mal etwas drauf geachtet. An jeder Laterne kleben Chemieaufkleber, die Wände und Schilder sind voll mit entsprechenden Tags und Grafitti. Da war ich bei meinen vorigen Besuchen sehr unaufmerksam.

    Einmal editiert, zuletzt von Reh von Nah ()

  • Na ja, man klebt ja vorwiegend im Feindesland. Also müssen die Chemiker aus Nordwest zu den Fans der Loksche nach Probstheida und umzu in Südost.

    Wenn’s nicht zu indiskret ist: In welchem Stadtteil bist/warst Du denn unterwegs?


    Recht gut über die Geschichte der verschiedenen Leipziger “Chemie”-Vereine informiert dieser Wiki-Beitrag.

    (Und sonst fragst Du halt Günni und seine Kumpel bei Nordostfussball)

  • Ne, das siehst du wohl falsch. Zum Derby waren ein paar Lokisten hier und haben das Rathaus wohl umdekoriert.

    Hier ist alles fest in Chemikerhand. Leutzsch und Liebenau und so. Das ist Reviermarkieren. Alle anderen Tags sind wacker mit einem grünen BSG übertüncht.

  • Entschuldigung, mein Fehler. Ich meinte verstanden zu haben, Du seist irgendwo im Osten Leipzigs unterwegs (gewesen). Dass die Chemiker zuhause in Leutzsch alles überkleben (außer Union und SGE) ist klar.

  • Also letztes Wochenende waren wir unterwegs:


    Freitag 18:30 Uhr

    Dresden - Darmstadt 2:3 (1:2)

    26.243 Zuschauer beim Tabellenletzten fand ich ne Ansage

    Stimmung: Schon beeindruckend und bis auf die Haupttribüne machen da auch alle mit. Lilien auch mit annehmbaren Auswärtssupport.


    Fußballerisch: Dresden geht früh in Führung, Darmstadt aber in HZ 1 sehr strukturiert und nutzt die unübersehbaren spielerischen und organisatorischen Schwächen des Heimteams. Paik sehr variabel und unspielbar, bei Dynamo vor allem Broll mit schwacher Spieleröffnung und Nikolaou sehr schlafmützig.

    Dursun fand ich 90 Min. präsent und gut (gegen den möchte man echt nicht spielen).

    2. HZ verlor Darmstadt komplett den Faden, Dynamo mit Petrak im Zentrum viel stärker. Deren Probleme im Spiel nach vorne erinnern an uns. Schmidt, Terazzino kriegen keinen Ball fest oder gefährlich in die Box. Eberts Ecken und Freistöße erschreckend.


    VR-Abseitsentscheidung beim Dresdener 3:3 fand ich lachhaft, auch Rot für den eingewechselten Makienok erschloss sich im Stadion nicht.


    Im Stadion (Hintertor gegenüber) sehr gemischte teils familiäre Publikumsstruktur, auch danach in der Stadt war das alles entspannt, in der Pinte waren Dresdener und Gäste-Fans, die Böller in der Stadt kamen wohl von den Protesten beim Opernball.


    Samstag 16:00

    Cottbus - Lok Leipzig 2:2 (0:2)

    9.544 Zuschauer

    Gute Stimmung beim Topspiel der Regionalliga Nord-Ost.

    Fanlager wurden bereits in der Anreise getrennt, kein Pyro o.ä., wir haben keinerlei Streß mitbekommen, waren aber auch nur halbe Stunde vor und nachher in der Stadt.

    Heimblock und Gästebereich fast vollständig gefüllt. Haupttribüne und Gegengerade unten (oben und Ecken blieben geschlossen).

    Auf der Gegengerade viele Familien, Rentner, etc.

    Erste Halbzeit macht Lok aus wenig viel, Cottbus wusste nicht, wie sie den Ball gefährlich nach vorne bringen sollten.

    Zweite HZ wechselt Energie mit Taz und Pelivan im Zentrum die Wende ein, Brügmann bleibt eigentlich 90 Minuten blass als Zielspieler, macht aber trotzdem 2 Tore.


    Sonntag 14:00

    Chemnitzer FC - Hallescher FC 3:0 (0:0)

    6.910 Zuschauer

    Modernes und recht neues Stadion.


    Heim- und Gästeblock fast komplett gefüllt, Gegengerade ok besetzt, Rest nahezu leer (Ticket Haupttribüne kostet über 30 Euro)

    Stimmung kam leider nicht wirklich auf leider, obwohl der Gästeblock fast durchgesungen hat bis zu 70. Minute.

    Pyro-Show der Hallenser zu Beginn, sonst kein Feuerwerk.


    Hosiner als Torjäger der Heimmannschaft macht nen Elfer rein und veredelt Bongas Zuspiel (erinnerte mich von der Dynamik an den jungen Otto Addo), neben Bonga war Tuma auffälligster Chemnitzer.

    Halles Torjäger Boyd nicht wirklich torgefährlich in Szene gesetzt.


    Sehr schwacher Schiri, der unnötige Emotionen reinbrachte vor allem mit seinen gelben Karten.


    Was auffiel: Polizeipräsenz ja, aber ich zumindest habe keine Schildkröten-Cops und Wasserwerfer gesehen und habe keinerlei Stress mitbekommen am gesamten Wochenende.

    Einmal editiert, zuletzt von chaOS-chris ()