Groundhopping

  • Zur Tarnung empfehle ich Jogginghose und Bauchtasche.


    Nachtrag eins: 3245 Zuschauende, also fast so viele wie in Hannover, wen. Ich meinen Quellen da trauen darf.


    Nachtrag zwei: ein wenig schmunzeln musste ich dann bezüglich der Typen da, als ein Opi einen der Kanten mit „Pittiplatsch“ ansprach und der dann freudestrahlend zu dem Opi lief und ihn begrüßte.

  • Ist notiert.

    Nachtrag drei: Heute beim Spaziergang im Regen habe ich mal etwas drauf geachtet. An jeder Laterne kleben Chemieaufkleber, die Wände und Schilder sind voll mit entsprechenden Tags und Grafitti. Da war ich bei meinen vorigen Besuchen sehr unaufmerksam.

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  • Na ja, man klebt ja vorwiegend im Feindesland. Also müssen die Chemiker aus Nordwest zu den Fans der Loksche nach Probstheida und umzu in Südost.

    Wenn’s nicht zu indiskret ist: In welchem Stadtteil bist/warst Du denn unterwegs?


    Recht gut über die Geschichte der verschiedenen Leipziger “Chemie”-Vereine informiert dieser Wiki-Beitrag.

    (Und sonst fragst Du halt Günni und seine Kumpel bei Nordostfussball)

  • Ne, das siehst du wohl falsch. Zum Derby waren ein paar Lokisten hier und haben das Rathaus wohl umdekoriert.

    Hier ist alles fest in Chemikerhand. Leutzsch und Liebenau und so. Das ist Reviermarkieren. Alle anderen Tags sind wacker mit einem grünen BSG übertüncht.

  • Entschuldigung, mein Fehler. Ich meinte verstanden zu haben, Du seist irgendwo im Osten Leipzigs unterwegs (gewesen). Dass die Chemiker zuhause in Leutzsch alles überkleben (außer Union und SGE) ist klar.

  • Also letztes Wochenende waren wir unterwegs:


    Freitag 18:30 Uhr

    Dresden - Darmstadt 2:3 (1:2)

    26.243 Zuschauer beim Tabellenletzten fand ich ne Ansage

    Stimmung: Schon beeindruckend und bis auf die Haupttribüne machen da auch alle mit. Lilien auch mit annehmbaren Auswärtssupport.


    Fußballerisch: Dresden geht früh in Führung, Darmstadt aber in HZ 1 sehr strukturiert und nutzt die unübersehbaren spielerischen und organisatorischen Schwächen des Heimteams. Paik sehr variabel und unspielbar, bei Dynamo vor allem Broll mit schwacher Spieleröffnung und Nikolaou sehr schlafmützig.

    Dursun fand ich 90 Min. präsent und gut (gegen den möchte man echt nicht spielen).

    2. HZ verlor Darmstadt komplett den Faden, Dynamo mit Petrak im Zentrum viel stärker. Deren Probleme im Spiel nach vorne erinnern an uns. Schmidt, Terazzino kriegen keinen Ball fest oder gefährlich in die Box. Eberts Ecken und Freistöße erschreckend.


    VR-Abseitsentscheidung beim Dresdener 3:3 fand ich lachhaft, auch Rot für den eingewechselten Makienok erschloss sich im Stadion nicht.


    Im Stadion (Hintertor gegenüber) sehr gemischte teils familiäre Publikumsstruktur, auch danach in der Stadt war das alles entspannt, in der Pinte waren Dresdener und Gäste-Fans, die Böller in der Stadt kamen wohl von den Protesten beim Opernball.


    Samstag 16:00

    Cottbus - Lok Leipzig 2:2 (0:2)

    9.544 Zuschauer

    Gute Stimmung beim Topspiel der Regionalliga Nord-Ost.

    Fanlager wurden bereits in der Anreise getrennt, kein Pyro o.ä., wir haben keinerlei Streß mitbekommen, waren aber auch nur halbe Stunde vor und nachher in der Stadt.

    Heimblock und Gästebereich fast vollständig gefüllt. Haupttribüne und Gegengerade unten (oben und Ecken blieben geschlossen).

    Auf der Gegengerade viele Familien, Rentner, etc.

    Erste Halbzeit macht Lok aus wenig viel, Cottbus wusste nicht, wie sie den Ball gefährlich nach vorne bringen sollten.

    Zweite HZ wechselt Energie mit Taz und Pelivan im Zentrum die Wende ein, Brügmann bleibt eigentlich 90 Minuten blass als Zielspieler, macht aber trotzdem 2 Tore.


    Sonntag 14:00

    Chemnitzer FC - Hallescher FC 3:0 (0:0)

    6.910 Zuschauer

    Modernes und recht neues Stadion.


    Heim- und Gästeblock fast komplett gefüllt, Gegengerade ok besetzt, Rest nahezu leer (Ticket Haupttribüne kostet über 30 Euro)

    Stimmung kam leider nicht wirklich auf leider, obwohl der Gästeblock fast durchgesungen hat bis zu 70. Minute.

    Pyro-Show der Hallenser zu Beginn, sonst kein Feuerwerk.


    Hosiner als Torjäger der Heimmannschaft macht nen Elfer rein und veredelt Bongas Zuspiel (erinnerte mich von der Dynamik an den jungen Otto Addo), neben Bonga war Tuma auffälligster Chemnitzer.

    Halles Torjäger Boyd nicht wirklich torgefährlich in Szene gesetzt.


    Sehr schwacher Schiri, der unnötige Emotionen reinbrachte vor allem mit seinen gelben Karten.


    Was auffiel: Polizeipräsenz ja, aber ich zumindest habe keine Schildkröten-Cops und Wasserwerfer gesehen und habe keinerlei Stress mitbekommen am gesamten Wochenende.

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  • Mitte Februar hatte ich endlich mal Luft für den ersten überregionalen Tagesausflug im Jahr 2020. Das Ostduell 1.FC Magdeburg versus Chemnitzer FC lockte und zuvor widmete ich mich drei Stunden den ganzen Ottos, die die Stadtgeschichte prägten.


    https://schneppetours.com/2020/02/24/magdeburg-02-2020/


    Sehr schöner Bericht über meine Heimatstadt! Super geschrieben. :)


    Eine Anmerkung habe ich aber, und zwar den Punkt mit der Stadtgestaltung nach dem 2. Weltkrieg. Bisher dachte ich nämlich auch das diese hauptsächlich ideologiebasiert war und auf dem "Mist" der SBZ gewachsen ist.


    Jedoch habe ich letztens eine extrem interessante Doku des MDR gesehen, die binde ich euch hier unten ein, in der es um die Mitteldeutschen Städte vor/im 2. Weltkrieg geht.

    Und dort kommt zur Sprache, dass die Pläne zur Neugestaltung Magdeburgs schon Ende der 1920er existierten und diese nahezu deckungsgleich mit der Umsetzung nach 1945 sind. Auch gab es eine personelle Kontinuität in der Stadtplanung in Magdeburg vor und nach dem 2. Weltkrieg.

    Besonders deutlich wird das am Beispiel des Strombrückenzugs mit der Ernst-Reuter-Allee, dies ist die Brücke über die du zum Bahnhof gelaufen bist Schneppe , die Pläne dafür existierten ab Ende der 1920er und man wollte die Stadt umgestalten da sie mit den kleinen Gassen und der extrem dichtbesiedelten Altstadt nicht mehr zeitgemäß sei.

    Die Bombenangriffe vim 16. Januar 1945 griffen dann der Umgestaltung durch Enteignung und Abriss vor und selbst die NS-Machthaber waren nicht unglücklich darüber dass die "Umgestaltung" der Stadt durch die Bombenangriffe übernommen wurde (Zitat von Goebbels in der Doku).


    Auch wäre die Bausubstanz nach 1945 durchaus reparabel gewesen nur hat man dies dann aufgrund oben genannter Pläne und auch aufgrund ideologischer "Neugestaltung" unterlassen und die Gebäude abgerissen.



  • Das wäre ja das Wissenswerte. ATSV Erlangen spielt in der Bayern Liga Nord (7.), TV 48 und die SpVgg sind in der Bezirksliga Mittelfranken Nord zu finden. Erlangen hat auch eine Fußgängerzone.

  • Mitte Februar hatte ich endlich mal Luft für den ersten überregionalen Tagesausflug im Jahr 2020. Das Ostduell 1.FC Magdeburg versus Chemnitzer FC lockte und zuvor widmete ich mich drei Stunden den ganzen Ottos, die die Stadtgeschichte prägten.


    https://schneppetours.com/2020/02/24/magdeburg-02-2020/

    Wieder ein super Bericht!


    Nur eine kleine Korrektur zur Physik (;)): Es ist natürlich nicht die "Kraft des Vakuums", die die Halbkugeln zusammenhält, sondern die Kraft des äußeren Luftdrucks, die sie zusammenpresst.

  • Stimmt das denn überhaupt? Ich meine nein. Es ist die Differenz des Luftdrucks, die entscheidend ist. Das Experiment mit den Halbkugeln würde genauso funktionieren mit Überdruck innen - wenn außen der Überdruck entsprechend noch höher wäre. Newtonsches Gesetz.