Bundeswehr oder Zivi!?

  • Nicht schön, auf dem Weg zum Wehrdienst zu sein.

    Warum nicht?
    Ich fand den Wehr-/Zivildienst in den 80ern damals nervig, andererseits hab ich dadurch intensive Kontakte zu Menschen aus ganz anderen Blasen als meiner Abiturientia bekommen. Ich kann nicht beurteilen, ob das Konzept als solches militärisch überhaupt noch sinnvoll ist - gesellschaftspolitisch mag ich die Idee, junge Menschen eins ihrer Jahre der Gesellschaft zu spendieren. Immer unter der Premisse, das wir nicht nur von einem verpflichtenden Militärdienst sprechen.

  • Ich denke viele junge Männer wären ohne Zivildienst nicht in soziale Berufe gegangen. Ich zum Beispiel. Von daher her mit der Wehrpflicht wenn es dementsprechend auch wieder Ersatzdienste gibt.

    Was die militärische Seite angeht kommt es ganz drauf an. Israel hat bspw. eine Wehrpflicht-Armee, allerdings auch längere Dienstzeiten, 24 bzw. 36 Monate wenn ich es richtig im Kopf habe.

  • Verfassungstreuecheck statt Sicherheitsüberprüfung und mehr Befugnisse für Feldjäger und MAD.

    Also man hat(te) zu viele Fascho Gruppen in der Bundeswehr, führt deswegen eine Sicherheitspberprüfung ein und lässt diese jetzt wieder fallen, weil zu aufwändig.

    Klingt für mich als Laien erstmal so semi geil.

  • In Bezug darauf finde ich den zweiten Teil von diesem Absatz hier spannend:

    Im Spannungs- oder Verteidigungsfall würde die 2011 ausgesetzte Wehrpflicht nach aktueller Rechtslage ohnehin automatisch wieder in Kraft treten. Damit könnten alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren eingezogen werden, sofern sie den Kriegsdienst nicht verweigert haben.

    hätte nicht gedacht, dass ich da im Zweifelsfall ne Wahl habe

  • Als Minenräumer, Hilfssanitäter oder in der Logistik kann man auch problemlos als Verweigerer eingesetzt werden. Im Verteidigungsfall wird ein KdV-Antrag dir bestenfalls in Bezug auf den Einsatzort (vorerst) helfen.

  • Keine Geschlechtergleichheit. Mal sehen wann ein junger Mann dagegen klagt.

    Heute Morgen bei NDR Info ein guter Kommentar von einem 17 jährigen zum Thema: man darf die Menschen, die für einen entscheiden mit 17 nicht wählen, muss sich aber für oder gegen die Bundeswehr entscheiden, dass wird einem zugetraut. Während Corona musste man als Jugendlicher die Generation schützen, die jetzt entscheidet.

  • Den letzten Satz verstehe ich nicht?

    Ansonsten finde ich das Argument arg gekünstelt und quasi von einer Situation 'plagiiert', in der es tatsächlich zutraf. 1971 verringerten die USA das Wahlalter auf 18, weil man damals für den Vietnamkrieg eine Einberufung von Männer durchführte, im Rahmen deren man Männer einzog, die zu jung waren, um zu wählen, aber offensichtlich nicht, um in den Krieg geschickt zu werden.

    Dieses Mißverhältnis ist hier so gar nicht gegeben.

    Ich finde Teile der Diskussion um die Wehrpflicht arg realitätsfremd, also insbesondere vereinzelte Äußerungen auf Kritikerseite.

    Ich finde ebenso befremdlich, dass von Kritikerseite keine Änderungsvorschläge gemacht werden. Gegen das nicht-überzeugende Argument oben könnte man z.B. einwenden, dass selbst die Ukraine immer noch niemand zieht, der jünger als 25 ist. Sowas könnte man doch auch hier überlegen, ginge es wirklich um's Alter.

  • Keine Geschlechtergleichheit. Mal sehen wann ein junger Mann dagegen klagt.

    Spätestens bei einem der Bundesgerichte wird der junge Mann dann scheitern. Beim Thema Wehrpflicht wird es noch sehr, sehr lange keine volle Gleichberechtigung geben, so dass die Bundeswehr für Frauen freiwillig bleiben wird.

    Selbst wenn wieder "regulär" eingezogen werden sollte, dann dürfte es insoweit eine Wehrgerechtigkeit geben, dass die Bundeswehr nach Bedarf i. R. einer Bestenauslese (wie auch immer diese definiert sein wird) ihren Bedarf an Wehrpflichtigen deckt und "der Rest" ggf. inkl. aller Frauen einem Ersatzdienst abzuleisten hat.

    Eine etwaige Ungerechtigkeit die dort besteht könnte dann mit dem mangelnden marktwirtschaftlichen Bedarf wegargumentiert werden.

  • Keine Geschlechtergleichheit. Mal sehen wann ein junger Mann dagegen klagt.

    Spätestens bei einem der Bundesgerichte wird der junge Mann dann scheitern. Beim Thema Wehrpflicht wird es noch sehr, sehr lange keine volle Gleichberechtigung geben, so dass die Bundeswehr für Frauen freiwillig bleiben wird.

    Selbst wenn wieder "regulär" eingezogen werden sollte, dann dürfte es insoweit eine Wehrgerechtigkeit geben, dass die Bundeswehr nach Bedarf i. R. einer Bestenauslese (wie auch immer diese definiert sein wird) ihren Bedarf an Wehrpflichtigen deckt und "der Rest" ggf. inkl. aller Frauen einem Ersatzdienst abzuleisten hat.

    Eine etwaige Ungerechtigkeit die dort besteht könnte dann mit dem mangelnden marktwirtschaftlichen Bedarf wegargumentiert werden.

    Warum ist das so (bezogen auf deinen ersten Satz)?

  • Weil gerade dieser Punkt auch schon bei der alten Wehrpflicht leicht anklang und es schon im Bereich der Männer keine echte Wehrgerechtigkeit mehr gab.

    Zudem gehe ich auch davon aus, dass in der nächsten Zeit erstmal über diese Schiene versucht wird dagegen vorzugehen, da der Fragebogen nur für Männer verpflichtend ist und auch nur die gemustert werden.

    finky

    Ziel wäre wohl eine Aussetzung der Maßnahmen bis zur finalen Abwägung/Aussage zum Verhältnis Art. 3 und Art 12a.

  • Inspiriert von prickel habe ich tatsächlich mal flugs zum Höhrer gegriffen und beim Landeskommando Niedersachsen angerufen.

    Hatte einen super netten Hauptmann in der Leitung und ein sehr angenehmes Gespräch über die Bundeswehr, die politische Lage und diese Gesellschaft.

    Dieses Jahr passiert nichts mehr, zumindest für Leute ohne Grundausbildung bislang, wie mich, und was nächstes Jahr passiert, ist unklar, aber ich soll auf der folgenden Seite meine Daten angeben und dann melden die sich.

    Hoffentlich. Irgendwann.

    Telefonnummer des Landeskommandos wäre: (0511) 284-1700

    Website, wo man sich anmelden kann: https://kameraden-in-norddeutschland.de/

    Nächstes Jahr Fanmagsause auf dem Truppenübungsplatz? ;)

  • Ganz offensichtlich führt die Debatte zu einem Klimax an dumpfen Sprüchen, vergleiche auch den Beitrag des Users mustermann.

    Faszinierend.

    Der User Mustermann hat aus meiner Sicht ein sehr gutes Gespür für politische Entwicklungen und herrschende Denkmuster.

    Dass der Russe vor der Tür steht ist vielleicht ein wenig überspitzt. Es ist aber ein geflügeltes Wort. Und der Unsinn wird ja gerade von dem User Exil Roter hier vehement unter das Volk gebracht.

    Der Gedanke, dass die Diskussion um eine Wehrpflicht in einem Klima der Angst vor einem russischen Angriff geführt wird und daher nur schwer sachlich verlaufen kann, scheint mir naheliegend zu sein.

    Dumpfe Herabwürdigungen sind der Diskussion dagegen nicht förderlich.