Bundeswehr oder Zivi!?

  • Wenn man sich die Berichte der Reservisten in dem Fanmag der Bundeswehr durchliest oder meine

    "Leidensgeschichte" anschaut und das mit den Reportagen oder dem Podcast, der hier gepostet wurde, vermengt, dann hat die Bundeswehr immer Kritik und und auch Spott verdient.

    (Link zu Youtube, Reportage von Frontal)

    Was die Leute angeht, die da arbeiten und sich engagieren, da bin ich bei dir. Die verdienen mMn keinen Spott.

  • Wenn man sich die Berichte der Reservisten in dem Fanmag der Bundeswehr durchliest oder meine

    "Leidensgeschichte" anschaut und das mit den Reportagen oder dem Podcast, der hier gepostet wurde, vermengt, dann hat die Bundeswehr immer Kritik und und auch Spott verdient.

    (Link zu Youtube, Reportage von Frontal)

    Was ich nicht verstehe, und vielleicht kannst Du mir das erklären: "Reserve" kenne ich hauptsächlich von ehemaligen Zeitsoldaten und Offizieren, die jetzt noch Bundeswehr-Ränge führen, im Vergleich zur Dienstzeit hochgestuft aber mit dem Zusatz "der Reserve", also z.B. "Hauptmann der Reserve". So habe ich das zumindest verstanden.

    Von denen musste aber nie jemand Reserveübungen mitmachen, soweit ich mitbekommen habe.

    Jetzt bemüht man sich um eine aktivere Reserve, die aber nicht (oder doch?) mal Grundwehrdienst gemacht haben muss.

    Meine allgemeine Frage ist, ob man von diesen zwei Aspekten der Reserve in der Praxis was mitbekommt? Gibt es so einen Unterschied, oder gibt es vor allem die neu aufgebaute Reserve? Für mich hört sich das fast nach zwei unterschiedlichen Systemen an, liege ich da falsch?

  • Ich musste als normaler Grundwehrdienstleistender während des Studiums eine Reserveübung mitmachen.

    Aber hat Reh von Nah sich nicht für den Heimatschutz beworben. Das wäre tatsächlich was anderes.

  • Reservisten sind erstmal alle, die gedient haben egal ob Gefreiter oder Oberst.

    Was ich/wir/die Medien hier vielleicht vermischen, sind die Begriffe „Heimatschutz“ und „Reserve“.

    Für den Heimatschutz (Link zur Bundeswehr) werden aktive Reservisten benötigt.

    Aber im Heimatschutz (Link zu einem Interview auf dem YouTube Kanal der Bundeswehr) können sich auch ungediente Menschen (Report vom ZDF) melden. Die erhalten dann einen Schnellkurs und sind dann auch dabei.


    (KDVer können übrigens ihre Verweigerung widerrufen. Das war mir neu.)

    Einmal editiert, zuletzt von Reh von Nah (16. Juli 2025 um 15:00)

  • Das war mir bekannt.

    In meinem Umfeld gibt es zwei Menschen, die Zivildienst geleistet haben und das Thema Bundeswehr seit 2014 anders sehen.

    Allerdings halten sie sich ob meiner Geschichten noch zurück.

  • Es gibt derzeit einen Entwurf für ein „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“. Ziel soll sein, den Dienst attraktiver und flexibler zu machen. Der bisherige Freiwillige Wehrdienst (FWDL) soll komplett wegfallen. Stattdessen sollen alle Freiwilligen künftig als Soldaten auf Zeit (SaZ) eingestellt werden – auch für kürzere Verpflichtungen von 6 oder 9 Monaten. Vorteil: bessere Bezahlung, Prämien und klarere rechtliche Grundlage.

    Die Wehrpflicht bleibt formal bestehen, soll aber nur dann aktiviert werden, wenn die Bundesregierung nach § 2a Wehrpflichtgesetz beschließt, dass ein schneller Aufwuchs der Streitkräfte nötig ist und freiwillige Meldungen nicht ausreichen. Dann wäre wieder ein verpflichtender Grundwehrdienst (bis zu 12 Monate, mit Möglichkeit zur Verlängerung) möglich – inklusive Kriegsdienstverweigerung und Zivildienstpflicht.

    Klingt erstmal nach einer attraktiveren Lösung für Freiwillige, aber:
    • Wie sollen die Karrierecenter das mit dem jetzigen Personalmangel bewältigen?
    • Die Musterung bleibt offenbar weiter bei den wenigen Bundeswehrärzten – wird das nicht noch schlimmer?
    • Und wenn § 2a mal wirklich greift: Wie soll das organisatorisch funktionieren, wenn heute schon monatelange Bearbeitungszeiten üblich sind?

    Sehe ich das richtig – oder übersehe ich etwas?
    Oder glaubt jemand ernsthaft, dass das diesmal wirklich schneller geht, nur weil es jetzt „Modernisierung“ heißt?
    Wäre es nicht sinnvoller, erst die Strukturen zu stärken und die Prozesse zu verschlanken, bevor man neue Modelle aufsetzt?

  • Rehlein, ich nehme dich mal als Wehrdienstberater.

    Als älterer Wehrdienstleistender, macht man den Dienst an ein paar Nachmittagen im Monat oder in Vollzeit? Wird man für einen Grundwehrdienst vom Arbeitgeber für die Dauer freigestellt? Sind sportliche Voraussetzungen zu erfüllen?

  • Wann immer das Thema hoch kommt, bin ich wahnsinnig froh eine Tochter zu haben und keinen Sohn.

    Reh spricht davon, dass es attraktiver wird, mein Bauchgefühl ist nicht so positiv, wenn die Menschen die bisher den freiwilligen Wehrdienst geleistet haben, von nun an direkt Soldaten auf Zeit sind. Mir gefällt weder die fehlende Abtrennung noch der Gedanke, dass da junge Menschen mit Geld in längere Verpflichtungen gelockt werden.

  • Reh spricht davon, dass es attraktiver wird, mein Bauchgefühl ist nicht so positiv, wenn die Menschen die bisher den freiwilligen Wehrdienst geleistet haben, von nun an direkt Soldaten auf Zeit sind.

    Sehe ich ähnlich: Wenn alle gleich SaZ werden, springen viele ab, die nur mal reinschnuppern wollten. Besser wäre ein Pflichtjahr für alle – wahlweise Bundeswehr, Katastrophenschutz oder Soziales. Mit Anreizen wie NC-Bonus oder Führerschein-Zuschuss könnte man das attraktiv machen und gleichzeitig die Akzeptanz erhöhen.

    Müssten die dann auch während, sagen wir mal der 2 Jahre, in einen Auslandseinsatz?

    Das versuche ich in Erfahrung zu bringen.

    Edit: Ich habe dazu diese Auskunft bekommen: Theoretisch wäre das möglich, praktisch aber wohl kaum machbar – schon wegen der benötigten Zeit und Ausbildung. Außerdem seien die Zeiten, in denen besonders viele im Ausland eingesetzt worden wären, ohnehin vorbei.

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    Rehl, ich nehme dich mal als Wehrdienstberater.


    Als älterer Wehrdienstleistender, macht man den Dienst an ein paar Nachmittagen im Monat oder in Vollzeit? Wird man für einen Grundwehrdienst vom Arbeitgeber für die Dauer freigestellt? Sind sportliche Voraussetzungen zu erfüllen

    Das kommt darauf an, was du genau meinst: klassischen Wehrdienst (den es in der Form ja nicht mehr gibt) oder den Dienst als Reservist im Heimatschutz.

    Wenn du den Heimatschutz meinst, gilt: Du solltest körperlich fit sein. Die Übungen und Veranstaltungen sind über das Jahr verteilt, meistens an Wochenenden. Für diese Zeit wirst du von der Bundeswehr bezahlt und dein Arbeitgeber wird dich freistellen.

    Wichtig ist, das Thema vorher mit Partner und Arbeitgeber zu besprechen – ohne deren Zustimmung wird es schnell schwierig.

    Einmal editiert, zuletzt von Reh von Nah (22. Juli 2025 um 11:06)

  • Reh, ohne Scheiß, Du hast sehr gute Gedanken zu dem ganzen Komplex! Fast wünschte ich mir, die würden Dich für einen entsprechenden Planungsstab verpflichten, da wärest Du besser aufgehoben, als beim Gräben ausheben. Bitte, bring' dich da weiter aktiv ein!

    Was fitness angeht: Ich hatte mir das hier angeguckt, und da wird gesagt, dass die ganz normalen Fitness-Normen gelten wie bei der Musterung. So habe ich das in Erinnerung, bei Bedarf nochmal selber die 16 Minuten durchgehen, es wird da thematisiert.

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  • Edit: Ich habe dazu diese Auskunft bekommen: Theoretisch wäre das möglich, praktisch aber wohl kaum machbar – schon wegen der benötigten Zeit und Ausbildung. Außerdem seien die Zeiten, in denen besonders viele im Ausland eingesetzt worden wären, ohnehin vorbei.

    Theoretisch sehr möglich (wenn die Auslandseinsätze im großen nicht vorbei wären), weil Freiwilligkeit und Restdienstzeit von mind. 6 Monaten gegeben, könnten sie spätestens nach der Spezialgrundausbildung auch in Litauen ihren Dienst verrichten.

  • Nächstes Jahr ist der Tag der Bundeswehr in Höxter und große Teile der alten Crew werden mal wieder zusammenkommen. Bei so viel Einsatzjahren im In- und Ausland wird das bestimmt eine Opas-erzählen-vom-Krieg-Sache. Ich freu mich drauf.

  • Im Zuge des Gesetzes zur Modernisierung des Wehrdienstes, das jetzt doch wohl ohne die Änderungen ins Kabinett geht, gibt es noch ein paar interessante weitere Sachen, die umgesetzt werden und sich in meinen Laienohren ganz sinnvoll anhören: Verfassungstreuecheck statt Sicherheitsüberprüfung und mehr Befugnisse für Feldjäger und MAD.

    (Links zum BR und einem Blog zu Verteidigungsfragen)

  • Den selben Ehrgeiz, Anreize zu schaffen um den Fachkräftemangel zu verringern, bitte auch mal bei eher weiblich dominierten öffentlichen Aufgaben wie Altenpflege oder Kitas, das wäre was.