Religionen, Fanatismus, Kampf der Kulturen

  • Das hielte ich für legitim, würde ich aber eher von stscherer erwarten.

    Tatsächlich sehe ich das so. Und deswegen macht mich das Verhalten der Katholiken (und teilweise auch meiner Protestanten) ja noch wütender...

  • Zu sagen, die Christen sind Schuld an dem was in der Kirche passiert ist identisch mit der Aussage, die Deutschen sind Schuld an dem was in Deutschland passiert. Kindesmissbrauch ist ja kein rein kirchliches Verbrechen, sondern kommt leider immer wieder vor.


    Ich war vier Jahre für die Stiftung Hänsel und Gretel aus Karlsruhe tätig und habe kindgerechte Vernehmungszimmer eingerichtet. Das war so mit die heftigste Zeit meines Lebens und triggert mich heute noch ab und an.


    Das was da gestern veröffentlicht wurde ist grausam zu lesen. Da ich mich als praktizierender Christ in einem extremen Zwiespalt wiederfinde. Vergebung ist ja eine der Grundfesten des christlichen Glaubens und wird hier auch gerne mal als Legitimation herangezogen.


    Die Frage ist, wie weit darf diese gehen. Bei sowas bin ich eher alttestamentarisch und würde gerne das Auge um Auge, Zahn um Zahn leben. Da ich auch in meiner heutigen Tätigkeit noch sehe, was sowas mit Kindern anrichtet.


    Ich bin / muss ein extrem verständnisvoller Mensch sein. Bei sowas komm ich an meine Grenzen. Bis hin zur Verzweiflung.

  • Zu sagen, die Christen sind Schuld an dem was in der Kirche passiert ist identisch mit der Aussage, die Deutschen sind Schuld an dem was in Deutschland passiert. Kindesmissbrauch ist ja kein rein kirchliches Verbrechen, sondern kommt leider immer wieder vor.

    Genau das habe ich nicht geschrieben.

  • Zu sagen, die Christen sind Schuld an dem was in der Kirche passiert ist identisch mit der Aussage, die Deutschen sind Schuld an dem was in Deutschland passiert. Kindesmissbrauch ist ja kein rein kirchliches Verbrechen, sondern kommt leider immer wieder vor.

    Genau das habe ich nicht geschrieben.

    Nicht nur Du nicht.

  • Warum nicht?


    Wenn seine Aussage genau darauf abzielte dies zu sagen wovon ich ausgehe, ist meine bestätigend.

    Sollte diese darauf abgezielt haben dies anders zu meinen wäre meine halt meine 5 Cent dazu.


    Was sie im dritten Fall so oder so wären.


    In keinem Fall habe ich Dich oder das Mettbrötchen direkt angesprochen geschweige den angegriffen. Also kein Grund schon in die Lafetten zu springen.

  • Ich bin im er wieder ein bißchen verwundert, dass die Aufklärung/Aufarbeitung nicht von staatlicher Seite ausgeht, sondern der Kirche selbst überlassen bleibt.


    Ich erkläre mir das mit der eingetretenen "Verjährung", dass es also "keinen Grund" von Staatseite zur Aufklärung mehr gibt. Wenn das so zutrifft sehe ich das als Systemlücke an!


    Denn irgendwie steckt da ja mindestens ein System der weiteren Verschleierung, oder Verschleppung hinter. Ich "Laie" sehe da quasi eine "Bandenkriminalität", wo dem Clanchef die Aufklärung in die Hände gelegt wird.

  • Gerade weil klar sein dürfte (oder könnte), dass die Institution Kirche nur sehr, sehr wenig mit Christsein und dem Christentum in seiner Grundidee zu tun hat, haben die Christen als Christen erstmal nix mit der Art und Weise des Umganges mit den Missbrauchsvorwürfen zu tun, sondern die Kirche als Staat im Staat ((tm) General von Seeckt, wenn auch in anderem völlig Zusammenhang).

    In keinem Fall habe ich Dich oder das Mettbrötchen direkt angesprochen geschweige den angegriffen. Also kein Grund schon in die Lafetten zu springen.

    Das sähe deutlich anders aus.


    Ist doch aber gut, wenn wir hier derselben Meinung sind. :ja:

  • Manchmal gebe ich auch einfach nur meinen Senf zu etwas, ohne Bezug zu anderen. Manchmal kommt das auch nicht gleich raus. Manchmal bin ich auch ein bisschen unverständlich.


    Die Kirche als Institution ist halt mal der grösste Grundbesitzer und zweitgrösste Arbeitgeber, nach dem Bund selbst, in Deutschland. Mit einer eigenen Steuer ausgestattet kommt es dem Staat im Staat sehr nahe.


    Natürlich kann man jetzt auch nicht das ganze Konstrukt in Sippenhaft nehmen denn auch hier sind es halt Einzelfälle und stehen nicht für die Kirche als solches.


    Warum man dann nicht klar dazu Stellung bezieht, das sauber aufarbeitet und sich mal grade macht verstehe ich auch nicht. Der Imageverlust weltweit ist enorm.


    Ich glaube, es hängt mit der bedingungslosen Nächstenliebe und Vergebung zusammen. Wenn man sich darauf beruft und das n bisschen ausnutzt ist ja alles möglich. Mit n paar Gulden und fünf Ave María wurde einem früher noch alles vergeben.

  • Klar sind nicht alle Gläubigen einer Religionsgemeinschaft "böse", genauso wenig wie alle SPD Parteisoldaten die Scheiße wollen, die ihre Spitze macht.

    Nur ist das völlig egal, solange sie ihrer "Führung" wie ein Stück Graubrot ergeben sind, und jubelnd die Arme hochreißen, wenn so ein Heiliger in ihrem Sichtfeld erscheint.

  • bedingungslosen Nächstenliebe

    Jedenfalls gegenüber den Tätern. Scheiß auf die Opfer.
    Zumindest ist das der Eindruck, den ich von den handelnden/verantwortlichen Personen der katholischen Kirche gewinnen muss.

  • Manchmal wünsche ich mir, dass der Papa den Sohn mal wieder auf die Erde schickt... aber nicht wie beim letzten Mal, um Liebe zu predigen, sondern dieses Mal, um einer ganzen Menge Arschkrampen mal so richtig die Löffel auf links zu ziehen. Und in der katholischen Kirche könnte er gerne anfangen... von mir aus zusammen mit Kumpel Gabriel mit dem Flammenschwert.

  • Nun - widerspräche das aber nicht dem fundamentalen Grundgedanken der der Figur des Christus innewohnt?



    Disclaimer: Ich bin Atheist, der katholisch aufwuchs.

  • Manchmal konnte der Junior ja auch herzhaft. Und auch unter strenger Beachtung der 10 Gebote sind ein paar Maulschellen für Benedict, Marx und pp. sicherlich eher unproblematisch. Notfalls geht er eben hinterher beim Papa beichten.... da bin ich eigentlich entspannt, die würden eine Lösung finden (und ansonsten schreiben ihnen die Kirchenpfaffen eine).