Eltern töten ihre Kinder

  • Das könnte sein........aber die Christina ist doch junge Mutter, da ist natürliche Kompetenz vorhanden. Könnte man das doch bloß von anderen Ministern sagen.

  • Aber besser wäre es ja, wenn man verhindern könnte, dass sie verwahrlosen (sofern man erstmal definiert hat, was "verwahrlost" denn nun genau ist). Das hieße aber wieder: Früher eingreifen.


    In meinen Augen der falsche Ansatz, weil das der Beurteilungswillkür Tür und Tor öffnen würde.
    Es ist nun mal so, dass Verwahrlosung erst Verwahrlosung ist, wenn Kinder verwahrlost sind. :D
    Ich kann als Land nur versuchen, Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Problematik zu verkleinern. Der Ausbau der Hortplätze, der ja bei uns so unglaublich zügig voran geht, fällt mir da spontan ein.
    Menschen wie bei einer Rasterfahndung aufgrund willkürlicher Kriterien als Risikogruppe zu stigmatisieren, nur weil sie das Potential mitbringen, ihre Kinder zu vernachlässigen, kann auf keinen Fall die Lösung sein.
    Zumal es verschiedene Formen der Vernachlässigung gibt. Die nach aussen sichtbare Verwahrlosung sagt nicht unbedingt etwas über das tatsächliche Leben des Kindes aus. Will sagen: Auch ein gutbürgerlicher Haushalt birgt genug Potential für Vernachlässigung, wenn man auch psychische Verwahrlosung mit einbezieht. Die wird nur selten plakativ nach aussen getragen.


    Finger weg von noch mehr Überwachung!

  • Finger weg von noch mehr Überwachung


    Jetzt nach einer Nacht drüber schlafen finde ich es auch schräg.
    Aber mehr Zusammenarbeit der beteiligten Stellen kann sicher nicht schaden!
    Bei den anderen Punkten (Ausbau der Betreuung, Ganztagsschulen, keine Herdprämie) sind wir uns sicher alle einig, also bis auf Exil jetze.

  • Mehr Zusammenarbeit ist sinnvoll. Einfach die Stadt z.B. zu wechseln, darf nicht dazu führen, aus dem Fokus des Jugendamtes zu entschwinden.


    Mir ging es, und das hast Du ja erkannt, vor allem um das Vermeiden eines Rasters, das suggeriert, man könne Vernachlässigung verhindern, wenn man nur bestimmte Kriterien betrachte.

  • Beim Jugendamt hat man ja auch solche und solche, auch wenn hier Mr. Mo gleich wieder einschreitet.
    Prickels posting unterschreibe ich voll und ganz.
    Die Lösung muss wesentlich umfassender geschehen, aber das dauert der herrschenden Kaste zu lange. Ihr fehlt der Mut, ein langfristiges Ding anzuwerfen, denn wie Prickel richtig schreibt, müssen die Rahmenbedingungen geändert werden.
    Das betrifft aber auch die Rahmenbedingungen für Werte. Es muss ein Klima geschaffen werden, in dem sich Toleranz, Differenziertheit und Respekt vor den Mitmenschen ausbilden kann. Man muss die Gelegenheit bekommen, einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Abbau von Kultur- und Bildungseinrichtungen und Mathe-/ Deutsch-/ Englisch-Pflicht-LK zzgl. Bachelor/Master-Studiengänge ersticken diesbezügliche Ansätze doch im Keim.


    Und dann gucken wir noch auf das TV-Programm, die Bankenverarsche, die Medienlandschaft und die Pyro-/Stehplatz-/Ultra-/Etc-Diskussion (hilfsweise unseren Innenminister, wobei Land/ Bund fast egal ist...). Wohlsein!

  • Interessantes Thema und viele - in meinen Augen - richtige Ansätze. Problematisch dürfte es allerdings bei der Umsetzung werden. Zum einen sind ganze Generationen durch die Ökonomisierung unseres Lebens größtenteils verhunzt, von wem sollte der Umschwung also kommen? Zum anderen ist es politisch nur sehr schwer vermittelbar jetzt unangenehme Änderungen vorzunehmen die zwar sinnvoll wären, deren Erfolg sich aber frühestens in vier oder fünf Wahlperioden einstellt.


    Für das - unsägliche - Bachelor/Master System muss ich übrigens mal eine Lanze brechen, auch wenn vieles daran ziemlich schlecht ist: Für einen nicht zu unterschätzenden Anteil der Studierenden empfinde ich diese verschulte Form des Studiums durchaus als sinnvoll. Ob sie dann an die Uni gehören oder vielleicht eine FH oder Ausbildung die bessere Wahl gewesen wäre lasse ich mal dahingestellt. Fakt ist (gnihihi): sie sind an der Uni.

  • In unserem Gesellschaftssystem ist grundsätzlich ein Kind "Eigentum" der Eltern. Im nordischen Gesellschaftssystem ist ein Kind Teil der Gesellschaft und die Gesellschaft ist verantwortlich für die Entwicklung des Kindes. In dem System spielt die Prävention dann natürlich eine grössere Rolle.Verwahrlosung fällt früher auf. Der Preis, der dabei gezahlt wird, ist eine stärkere Überwachung durch die staatlichen Institutionen.
    Regelmässige Untersuchungen über körperliche und geistige Entwicklung sind verpflichtend.
    Die Betreuung der Kinder durch Tagesmütter, Vorschule, Hort spielen eine grössere Rolle. Erzieherinnen haben auch eine weitaus bessere Ausbildung als hier bei uns. Die Ausbildung der Erzieher ist in Finnland eine universitäre.
    Die Schule ist für die Bildung der Kinder zuständig, zu Hause werden keine Hausaufgaben gemacht und die Eltern sind nicht dafür zuständig, mit den Kindern den Lernstoff nachzuarbeiten.

  • Hat alles Vor- und Nachteile.
    Gerade die Übertragung der Erziehung an den Staat hat in unserer Geschichte des letzten Jahrhunderts auch durchaus schon dunkle Ausprägungen hervorgebracht.

    Einmal editiert, zuletzt von prickelpit96 ()

  • In diesem Video wird nicht getötet, nur bestraft. Gibt es einen Erziehungsfaden? Der Kinder Thread handelt ja nur von eigenen Kindern und die habe ich nicht.


    Wie findet ihr die Bestrafungsmethode und was fällt euch da auf?

    Zitat

    Mal wieder ein Experiment mit versteckter Kamera: In den USA bestrafen einige Eltern ihre Kinder, indem sie sie einer öffentlichen Demütigung aussetzen. Die Kiddies müssen dann an einem belebten Ort eine Papptafel vor sich her tragen, auf der ihre Missetat steht (also zum Beispiel "Ich habe gestohlen"). Die Fernsehreihe What Would You Do? hat heimlich beobachtet, wie Passanten auf gestellte Fälle reagieren.

    Sowas ähnliches gab es auch mal in der Sendung "Die strengsten Eltern der Welt".

    Einmal editiert, zuletzt von Dvdscot ()

  • Das hat das Leben so an sich. Es hat auch jeder ein anderes Lieblingsessen oder Film.

    Konkret ging es um Erziehungsmethoden und wie die anderen darauf reagieren.