• Wir können nicht genug sauberen Strom erzeugen!

    Da sagen Studien (ich beziehe mich der Einfachheit halber konkret auf Deutschland, das lässt sich aber hoch rechnen) aber was anderes. Schon heute könnte man bei entsprechendem Ausbau nur von Wind- und Solarenergie mehr als doppelt soviel Strom damit erzeugen (Quelle: Quarks), wie im gesamten Jahr benötigt wird. Dabei ist jegliche weitere Form regenerativer Energieerzeugung noch gar nicht berücksichtigt. Da man in etwa von einem vergleichbaren Anstieg des Verbrauchs und der Effizienzsteigerung der Erzeugung ausgeht, würde der Strom auch zukünftig reichen.

    Dass die Thesen auch Unwägbarkeiten und Risiken bergen, ist klar. Dass es heute und morgen noch nicht reichen wird, sehe ich auch so.

    Dass es nie klappen wird, ist allerdings deutlich zu pessimistisch.


    Edit: Ich persönlich glaube tatsächlich, dass Stromerzeugung das geringste Problem in der Klimakatastrophe darstellen wird. Mangel an Trinkwasser, Verödung von Ackerland etc. dürften viel dramatischer werden.

    Einmal editiert, zuletzt von sasa ()

  • Jetzt fängt das wieder mit dem Strombedarf an, und dann noch gerechnet mit dem von heute. Wirklich?


    Ich Schlag jetzt nicht nach, also nur aus dem Kopf: in Deutschland wird heute nur 1/4 der Energie als Als Strom verbraucht, der Rest ist Fossil (Heizung, Verkehr/Industrie/Landwirtschaft,.. ) ! All das soll aber grün werden - das heißt grün, durch Sonne und Wind erzeugt. Wir brauchen also schon ohne den weiter steil ansteigenden Energiebedarf, die ca 8- fache Menge sauber erzeugte Energie.


    Es ist ein Hamsterrad hier. :kichern:


    Das mag alles möglich sein, aber nicht mit mehr uns. Denn wir bestellen weiter dicke Autos, und lassen unser Rindfleisch aus Argentinien einfliegen.

    Einmal editiert, zuletzt von mustermann ()

  • Ach, Hamsterchen, wenn Du aussteigen würdest aus Deinem Rad, dann hättest Du längst nachgelesen, dass das Ersetzen der fossilen Energieträger ein Teil der Studien ist.


    Aber dreh ruhig noch eine Runde, tust Du ja sonst auch.

  • Es wäre schon schön, wenn nicht nur die eine Seite mit Zahlen hantiert, während die andere nach Bauchgefühl geht und die Zahlen einfach mal alle anzweifelt.


    Edit: Das mittlerweile gelöschte Zitat hatte ich falsch gelesen und entsprechend falsch beantwortet. Daher weg.

    Einmal editiert, zuletzt von sasa ()

  • Tatsächlich geht es da nur um Strom.


    Genau das ist ja das Problem: man verdrängt die riesigen Emittenten Wärme und Industrie, in dem man sich über ein paar Prozent zusätzlicher Stromverbrauch bei BEV aufregt.


    Typisch dafür war ja die Reaktion auf meinen Vorstoß im Bereich BKW.


    Allerdings ist Gott sei Dank das reale Leben manchmal anders: die Nachbarn, mit denen ich mich im Sommer intensiv über PV auseinander gesetzt habe, haben mir gerade stolz ihre neue 20kWp-Anlage gezeigt... da lasse ich mich doch gerne im Austausch mal wieder von mustermann anpöbeln. :kichern:


    Zitat

    Ich hatte einen ähnlichen zur Probe, der klemmte unter Schränken und Sofa, und entkam dem Labyrinth aus Esstisch mit 6 Stühlen nicht.

    Außerdem blieb da auch auf freier Fläche zu viel liegen. Diese kleinen Bürsten schießen doch einiges lieber zur Seite, als unter den zart saugenden Korpus.


    Da mag es bessere Geräte, und leichtere Umstände geben, mein Test war aber eine glatte 6.

    War das jetzt der mit Ökostrom oder Braunkohle. Vielleicht wegen Ersterem die glatte 6... :rofl:

    3 Mal editiert, zuletzt von stscherer ()

  • Solange man sich bei Aldi für Fleisch zum Preis von 1 Euro pro Kilo und auch beim Strom die paar Cents einsparen will und deshalb bewusst auf Ökostrom verzichtet, wird es mit Energiewende nicht klappen. Denn die Wende beginnt in den Köpfen der Bevölkerung und bestimmt am Ende den Bedarf/Ertrag.
    Die, die am lautesten Schrein, die Ziele seien faktisch nicht erreichbar, haben nur keinen Mumm ihr Leben zu verändern.

  • Es ging hier aber doch erstmal um die technische Machbarkeit und nicht darum, dass der Mensch zu doof sein wird, um die Welt zu retten.

  • dann ist die Kaufprämie klimaschädlichen, oder?


    Meiner Meinung nach: Eher ja, als nein. Weil sie eben an einem Konzept festhält, was bei weitem nicht ausreicht und meiner Meinung nach eher die Funktion hat, die Illusion zu nähren, "wir" könnten so weitermachen, "nur anders".


    Im Grunde genommen eine Variante der Illusion, dass wir das durch neue Techniken/Geoenigneering etc. in den Griff kriegen, statt einfach die Nutzung fossiler Ressourcen so drastisch wie möglich zu reduzieren überall da, wo es geht.


    Es ist darüber hinaus nach derselben Logik meiner Meinung nach eine Quersubventionierung der Stammwählerschaft der Grünen. (Von daher hat - wer war das, der das mit Bildungskosten verglichen hat? - Recht, auch wenn er Äpfel mit Birnen vergleicht. Das Geld liesse sich problemlos besser ausgeben.)


    Ich spitze das alles ein bisschen zu. Es ist auch meiner Meinung nach sinnvoll, Elektroantriebe weiterzuentwickeln. Aber nicht in einem Verkehrskonzept, welches in den Grundlagen komplett falsch ist, sowohl in Bezug auf Klimawandel als auch in Bezug auf Ressourcenverschwendung/Umweltschutz allgemein als auch gesellschaftlich.

  • Das ist wirklich bitter. Ich frage mich, ob die deutsche Außenwirtschaftszone und damit die Offshore-WEA hier mit einbezogen sind.

    Unabhängig von der Antwort zeigt dies die Notwendigkeit des gesellschaftlich deutlich akzeptieren Offshore-Windenergie-Ausbaus.

  • Es waren 32 Offshore-Anlagen (Quelle: Deutsche Windguard) in 2020, also dürften die auch in 2021 locker in den 240 inkludiert sein. Solange "wir" lieber ein KKW 50 km von zu Hause entfernt laufen haben wollen als ein Windrad 5 km entfernt, dürfte Offshore das geringste Problem sein.

  • ExilRoter

    mir ging es nicht um Geschwurbel gegen die Grünen, sondern darum, dass die Kaufprämie dazu verleitet, betriebsbereite PKW zu verschrotten um e-Autos zu verkaufen. Vor dem Hintergrund des derzeitigen Energiemix waren wir der Meinung, dass es besser ist, die Lebensdauer der PKW auszunutzen, bevor ein neues e-Auto gekauft wird. Ganz auf Individualverkehr zu verzichten und viele andere Dinge, wären natürlich noch besser.

  • Man hat eben alle Bürgerbeteiligung bei den Erneuerbaren eleminiert.


    Selbst mustermann fände ein Windrad ja toll, wenn er oder wenigstens sein Kiez an den Erträgen partizipieren würde.


    Ist ja beim BEV ähnlich: besonders schön ist es, wenn es neben einem besserem Gewissen auch noch Geld spart.


    Und man schläft auch ruhiger, wenn man weiss, dass man sich morgen keine Gedanken um den Gaspreis machen muss, oder den Heizölpreis... oder eben über die Heizkostenabrechnung des Vermieters, weil der nicht in fossile Energieträger investiert hat und sich jetzt beim Mieter refinanziert.


    Nebensache

    Das ist doch Quatsch. Kein "betriebsbereiter" Verbrenner wird für ein BEV verschrottet. Verschrottet werden die Dreckschleudern ganz am Ende der Verwertungskette. Und die Träume von der Industriewelt ohne motorisierten Indivudualverkehr sind nun wirklich naiv, naiver als alle feuchten Phantasien, die die Grünen mal gehabt haben. Internet an jeder Milchkanne ist ja schon utopisch, und jetzt auch noch der 20 Minuten ÖPNV dort?

    Einmal editiert, zuletzt von stscherer ()

  • Nebensache: Das hatte ich schon verstanden.


    Ich bin da vom Prinzip her bei Euch. Ich bin aber darüber hinaus der Meinung, dass das auch so als Diskussion viel zu eng geführt wird und hatte es von daher ausgeweitet. Im Grunde hatte zusätzliche Argumente hinzugefügt. Ich tat das in erster Linie, weil ich Deine Frage so schön klar fand.


    Der Wahnsinn, dass Deutschland auf jede Krise mit Kaufanreizen für Autos - von allen Dingen - reagiert, macht mich sprachlos.

  • Dass Einschränkung mindestens ein möglicher, wenn nicht viel mehr ein notwendiger Weg ist, hält einen ja nicht davon ab, den anfallenden Konsum punktuell oder ganzheitlich nachhaltiger zu gestalten, bis man ihn dann Stück für Stück reduziert.

  • Das war nicht ernst gemeint und ein (viel zu) schlechter Scherz. Sorry.


    Ich selbst befinde mich momentan in den Überlegungen, ob ich mein 13 Jahre altes Auto weiter halte, gegen ein neues E-Auto tausche oder irgendwann auf Carsharing und Mietwagen umsteige.


    Rein klimatechnisch ist es wahrscheinlich das beste, das Bestandsauto zu halten und so wenig wie möglich zu nutzen.