• Danke für den vielen Zuspruch! Das hat mich nicht nur überrascht, sondern auch sehr gefreut.


    So sehr ich dich in deiner Situation bedaure, Chris, so zeigt deine Geschichte auch, das es keinen Grund gibt, ungesagtes auf die lange Bank zu schieben.

    Rational betrachtet magst du recht haben, aber was ist schon rational? Das Verhältnis zu, das Verhalten gegenüber und die Gefühle bezüglich meiner Eltern sind es leider Gottes nicht. Und es ist nicht so, dass ich nicht schon lange, lange daran arbeite...

  • ich wollte es nicht einfach oder logisch klingen lassen. Nur andeuten, das es nur einen begrenzten Zeitraum gibt, manche Dinge zu adressieren. Und das ich versuche diesen zu nutzen.

  • 8% der Deutschen zwischen 18 und 79 Jahren erkranken pro Jahr an einer depressiven Störung (Quelle: https://www.deutsche-depressio…ne-depression/haeufigkeit).

    Und der Thread hier dümpelt auf Seite 7 im Offtopic Bereich vor sich hin, seit 5 Monaten kein Beitrag.

    Erstaunlich, aber das nur am Rande.


    Zur Sache:

    Nach drei Wochen Urlaub, der sowohl partner- als auch landschaftlich sowie kulinarisch sehr wohltuend und schön war - arbeite ich jetzt seit gut einer Woche wieder.

    Und fühle mich so erschöpft wie vor meinem Urlaub.


    Habe mich gestern krank gemeldet, heute meinen regulären freien Tag und werde morgen zur Ärztin gehen.


    Ich denke wieder verstärkt über das Thema Teilerwerbsminderungsrente nach.

    Ich arbeite seit knapp drei Jahren jetzt 30 Stunden/ Woche und erledige zu gefühlt 60 % noch den Haushalt und zu 90% den Einkauf.

    Das ist auch so geplant, dafür arbeite ich ja nicht Vollzeit.


    Ich stelle aber fest, dass ich damit schon über meinem Energielimit liege.

    Klar jetzt könnte ich einfachheitshalber sagen, ich reduziere noch weiter auf 20 - 25 Stunden runter.

    Nur wird es dann zum einem finanziell zu knapp und zum anderen ist das ganze ja nach meiner Einschätzung krankheitsbedingt.


    Es fällt mir allerdings selbst schwer mir das einzugestehen, dass ich anscheinend einfach nicht mehr leistungsfähiger bin.

    Da gibt es auch die andere Stimme, die sagt, "reiß dich zusammen, du Sau", "stell dich nicht so an...".


    Ich habe auch keine Idee, ob das realistisch ist, als teilerwerbsunfähig anerkannt zu werden mit 55 Jahren.


    Bin neugierig auf eure Einschätzung der Situation.

    Wenn jemand das schon erlebt/ gemacht hat, dann gerne auch Rückmeldung per PN.

  • Mal ne stumpfe Frage: Meinst du, ein neuer Jobinhalt sprich eine Veränderung etc. würde neue Energie freisetzen?

  • Die ist gar nicht stumpf, Jones.


    Hatte ich auch überlegt und ich möchte weiterhin gerne wechseln.


    Allerdings glaube ich langsam, dass das nichts Grundsätzliches an meinem Leistungsvermögen ändern würde.

  • Es sind zwei Dinge, die zwar auch zusammen hängen, die ich aber mittlerweile auch getrennt voneinander sehe.

    Die Rahmenbedingungen auf der Arbeit haben sich verschlechtert, daher wäre ein Wechsel nicht verkehrt.


    Aber mein Akku gibt anscheinend auch keine 30 Stunden Arbeit mehr her.

    So ist zumindest mein Eindruck.


    Das heißt, ich gehe mittlerweile davon aus, dass ein Arbeitgeberwechsel da maximal aufschiebende Wirkung hätte, ich aber dauerhaft nicht mehr arbeiten können werde.

  • Könnte mir vorstellen, dass Jones nicht so sehr den Arbeitgeberwechsel (im gleichen Job), sondern eher was ganz anderes meinte. Was natürlich leichter gesagt als getan ist, speziell, wenn man davon noch leben können muss.


    Alles Gute, Dir weiterhin! Ohren steifhalten.

  • Das heißt, ich gehe mittlerweile davon aus, dass ein Arbeitgeberwechsel da maximal aufschiebende Wirkung hätte, ich aber dauerhaft nicht mehr arbeiten können werde.

    Zum ersten Teil: ist auch mein Gefühl (nicht mehr und nicht weniger). Zum zweiten Teil: da bist du in deiner Selbsterkenntnis ja schon recht weit. Allerdings frage ich mich weiterhin, ob es sinnvoll ist, die Medizin bei dieser Krankheit so kategorisch abzulehnen.

  • Mir fehlen da - zum Glück - die Erfahrungen. Die hat dagegen mein Bruder (Sozialarbeiter) praktisch sein ganzes Berufsleben gesammelt (steht kurz vor der Rente). Und der sagt, dass Medizin und Medikamente wirklich toll helfen können (aber einer sonst oft tödlichen Krankheit).

    Das als Ermunterung!

    (Nicht im Sinne von möglichst viele Stunden arbeiten - sondern für möglichst wenig schearze Zeiten). Toitoitoi

  • Mir fehlen da - zum Glück - die Erfahrungen. Die hat dagegen mein Bruder (Sozialarbeiter) praktisch sein ganzes Berufsleben gesammelt (steht kurz vor der Rente). Und der sagt, dass Medizin und Medikamente wirklich toll helfen können (bei einer sonst oft tödlichen Krankheit).

    Das als Ermunterung!

    (Nicht im Sinne von möglichst viele Stunden arbeiten - sondern für möglichst wenig schearze Zeiten). Toitoitoi

  • Letztendlich aus Prinzip.

    Ich zitiere mal aus einem Bestseller:

    "Antidepressiva greifen nämlich nicht da an, wo das Problem ursächlich entstanden ist, also in den neuronalen Verknüpfungen Ihres Gehirns. Vielmehr manipulieren sie lediglich Ihren Neurotransmitterhaushalt in der Hoffnung, dass Sie dann weniger von dem empfinden, was Sie belastet.

    Das wäre in etwa so, als hätten Sie ein Auto, das ein Leck im Kühlwassersystem hat. Doch anstatt das Leck zu reparieren, füllen Sie Tag für Tag Kühlwasser nach, damit ihr Motor nicht kaputt geht.."


    Ist jetzt etwas plakativ, geht aber klar in die Richtung, die ich meine.


    Ich fühle mich unecht, unwirklich unter Antidepressiva.

    Die puffern nach unten, aber auch nach oben.


    Nebenwirkungen waren auch unschön.


    CBD mag mir meine Hausärztin nicht verschreiben, da ich ja auch eine Suchterkrankung habe als Alkoholiker.


    Okay, CBD hat keine psychoaktiven Substanzen.

    Aber ich glaube, ich hab da aufgrund meiner Süchte da auch zuviel Respekt vor.

  • Wenn Du die Wahl hättest. Welcher Job wäre denn für Dich DER Job? Also wo du richtig aufgehen würdest, wo du gerne hingehst und neue Energie gewinnen könntest. Stell Dir vor, du hättest den Wunsch frei. Und natürlich meint Jones auch eine vlt ganz andere Richtung.


    Überleg Dir, würdest du lieber Viel oder wenig mit Menschen zu tun haben wollen, draussen oder drinnen, Dienstleistung oder Delegieren, laut oder leise. Einfach mal in Dich gehen. Vlt gibt es ja den Job oder einen Ähnlichen. Zufälle gibt es immer.


    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Kraft für die nun leider etwas dunklere Jahreszeit. Halt die Ohren steif.

  • Wenn ich das so lese, denke ich auch, dass ein Jobwechsel vielleicht helfen könnte. Nur dazu muss man dann eben Mut haben und die Corona-Krise ist sicherlich auch nicht hilfreich, sich in ein neues Abenteuer zu stürzen.


    Gibt es in Deutschland keine CBD-Produkte in den Headshops, um mal auszuprobieren, ob es überhaupt eine Wirkung hat?

  • Das wäre in etwa so, als hätten Sie ein Auto, das ein Leck im Kühlwassersystem hat. Doch anstatt das Leck zu reparieren, füllen Sie Tag für Tag Kühlwasser nach, damit ihr Motor nicht kaputt geht.."

    Wenn aber das passende Ersatzteil noch nicht da ist, ich aber auf das Auto angewiesen bin, kann es durchaus sinnvoll sein, Tag für Tag Kühlwasser nachzufüllen.


    mabuse, ich kann deine Aversionen gegenüber Antidepressiva sehr gut nachvollziehen. Man muss mitunter mehrere ausprobieren, jedesmal mit Nebenwirkungen in der Eindosierungsphase sowie in der Ausschleichphase. Mal bleiben die Nebenwirkungen oder Teile davon während der gesamtem Therapiedauer bestehen, mal tritt die erhoffte Wirkung nicht ein. Auch das mit dem Dämpfen der Stimmung in beide Richtungen wird nicht selten beschrieben. Für die einen ist es sinnvoll, um überhaupt erstmal aus dem Tief herauszukommen, die anderen vermissen natürlich die wenige gute Stimmung, die vor den Tabletten noch da war.


    Sieh es mir trotzdem bitte nach, dass ich deinen Beitrag nicht unkommentiert stehen lassen möchte. Ich gehe davon aus, dass du dich intensiv mit dem Thema beschäftigt und, so scheint es, auch schon einige Wirkstoffe durch hast. Ich möchte dir an dieser Stelle keine ungefragten Ratschläge geben, das steht mir nicht zu. Ich fände es jedoch fatal, wenn jemand in einer ähnlichen Situation sich gegen eine medikamentöse Therapie entschiede nachdem er deinen Beitrag gelesen hat. Dem ersten von dir zitierten Absatz aus dem "Bestseller" möchte ich insofern widersprechen, dass es zwar richtig ist, dass Psychopharmaka die eigentliche Ursache nicht beheben. Das sollen sie aber auch gar nicht, sie sollen den Betroffenen dabei helfen, überhaupt wieder in einen Zustand zu kommen, um produktiv an der Ursache arbeiten zu können. Und das tun sie. Nicht immer und auch nicht fast immer, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle.


    Die Medikamentenfrage begleitend zu einer Psychotherapie ist eine höchst individuelle. Es ist eine Abwägung zwischen Vor- und Nachteilen, quasi eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die jeder Mensch für sich ganz allein treffen muss. Inwieweit sind Nebenwirkungen zu erwarten? Sind diese in der jetzigen Situation aushaltbar? Sind die dauerhaften Nebenwirkungen wie bspw. mögliche sexuelle Funktionsstörungen ertragbar? Rechtfertigt der zu erwartende Nutzen all die Nebenwirkungen? Erreiche ich einen ähnlichen Nutzen auch ohne Psychopharmaka? All das muss jede Patientin und jeder Patient mit sich ganz allein ausmachen, Ärztinnen und Ärzte können "lediglich" mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung eine Empfehlung aussprechen. Die beiden Entscheidungsoptionen, ob pro oder contra Medikament sind beide vollkommen legitim, denn es ist dein Körper und weder dein Arzt, noch deine Familie, noch ein User aus dem Forum sondern du musst mit den Folgen leben. Aber, und das muss ich leider dazu sagen, du trägst am Ende auch die volle Verantwortung dafür. Ganz wertfrei.

  • Ja, das ist realistisch. Wenn du möchtest, kann ich die Prozedur mal erfragen. Ich kenne jemanden, dessen Situation ich mit deiner ein klein wenig vergleichen kann.


    Ansonsten wünsche ich dir viel Kraft für deine aktuelle "Phase". Auf Regen folgt Sonnenschein! *pling*