• Ich vermute, diese Briefe haben ihren Ursprung im Kündigungsschutzgesetz, nachdem ein Arbeitgeber überprüft/ oder ein direkter Vorgesetzter sich seinem Vorgesetzten sich gegenüber rechtfertigen muss, alles getan zu haben, um Ausgaben zu senken.

    (Vielleicht auch eine im Homeoffice verteilte Aufgabe: Herr X und Frau Y aus ihrer Abteilung sind mehrfach krank gewesen, bitte prüfen Sie alle Möglichkeiten, Personalkosten einzusparen. )


    Wenn ein Arzt eine negative Prognose hinsichtlich des Krankheitsverlaufs erstellt, kann der Arbeitgeber kündigen. Zu dem Bestand der Kündigung können die Juristen hier mehr sagen als ich.


    Geht nicht mit Angst in diese Begutachtung. Jeder von euch hat Krankheitseinsicht und kann diese kommunizieren. Das bedeutet erstmal per se ein Pro-Argument auf eurer Seite. Wenn ihr Medikamente nehmt und den/die Präperatnamen in der Begutachtung nennen könnt, sowie die Einnahmezeitpunkte, habt ihr das das zweite Plus auf eurer Seite.(Neutrale Beschreibung, was das Medi/die Medis mit einem machen... ist ein weiterer Beweis, dass ihr euch kümmert. ) Weiterhin wirkt es sich positiv aus, wenn man berufliche und private Ziele der nächsten Jahre benennen kann, bei uns staffelt sich das nach "kurzfristig, in fünf Jahren, in 10 Jahren"


    Generell ist es gut, auszustrahlen, dass es eine Erkrankung gibt, man dazu Ärzte konsultiert und therapeutische Maßnahmen aktiv mitgestaltet, und für sich und das Unternehmen eine gemeinsame Zukunft sieht.

  • Die Briefe haben ihre Ursprünge bei den beiden im Beamtenrecht und sind dort ein ganz normaler Vorgang bei entsprechender Erkrankung(sdauer).

  • Dass auf die beiden Beamtenreicht zutrifft, wusste ich nicht.

    Meine Argumentation folgte daher daher dem gesetzlichen Kündigungschutzrecht.


    Inhaltlich konnte ich beiden aber Mut machen, hoffe ich.

  • Das weiß ich. Bin da ja auch nicht erst seit gestern, sondern morgen auch schon 30 Jahre im öffentlichen Dienst.


    Mir geht es eher um den Umgang mit mir. Ich weiß, ich habe Fehler gemacht und meine KollegInnen sind entsprechend sauer auf mich, aber dass der einzige Kontakt zur Dienststelle in über 10 Monaten nur darin besteht, mir 2 Schreiben zu schicken, einmal mit dem Disziplinarverfahren und jetzt mit der Untersuchung ist einfach ne Katastrophe, und ich hätte nie gedacht, jemals so in meiner Heimatstadt behandelt zu werden. Viele KollegInnen kenne ich schon als kleines Kind, und bin mit mindestens einem Dutzend zur Schule gegangen. Ich habe dort meine beste Freundin kennengelernt, 2 meiner besten Freunde sind dort. Und vor 16 1/2 Jahren meine Frau. Ich duze dort fast jeden. Ich bin in den 22 Jahren nie mit dem Gefühl zur Arbeit gegangen, dass ich nicht erwünscht bin. Ich bin nicht einmal morgens liegen geblieben mit dem Gedanken "Ich mach heute krank." Ich bin schon immer der Kassen-Meyer gewesen. Das ist in meiner DNA.


    Viele von euch kennen mich. Ich bin kein schlechter Mensch, aber auch wenn ich Fehler gemacht habe, und meine Arbeit vernachlässigt habe, weil ich es mir verfickt nochmal nicht eingestehen wollte, dass ich krank bin, dass ich diese Maske getragen habe, dass ich immer der lustige und offene Typ war...... Nein, das geht einfach nicht. Ich bin so maßlos enttäuscht und so desillusioniert.


    Ich weiß von einer Kollegin/Freundin, die im Personalrat sitzt, wo ich auch viele Jahre gesessen habe, dass der Umgang mit mir sehr stark missbilligt wurde. Dass ich vor Ausschreibung meiner Stelle nicht kontaktiert wurde, und auch die Neubesetzung eine nicht gerade transparente Geschichte war, ist ein absolutes Unding und auch trotz meiner Verfehlungen nicht zu rechtfertigen.


    Das musste mal raus.

  • Kassen-Meyer , mein Beitrag ging nicht in deine Richtung, schon gar nicht als Vorwurf. Falls das so angekommen ist, entschuldige bitte. Ich wollte nur für Philli die Untersuchungen erläutern/einordnen (und auch dich, Philli damit nicht angreifen).

  • Ich schreibe dir ne PN. Aber nicht mehr heute Nacht. Und nein, du machst dich bei mir nicht unbeliebt. Aber alles weitere dann über den Weg bitte. Weil du auch gar nicht so unrecht hast.

  • Ich hab heute mist gebaut. Ich habe in den letzten Tagen gemerkt, dass sich ne unfassbare Wut in mir aufgestaut hat, sonst habe ich die immer über den Sport kompensieren können. Als ich heute morgen aufgewacht bin, wusste ich schon ohoh, ein falsches Wort von der falschen Person und es könnte ausbrechen. Ist passiert. Meine Liebe Frau war mit der lütten bei Oma und Opa. Ich mit der großen allein im Garten. Nun haben wir zwei richtig verhurte Nachbarn. Der eine ist Arzt ad und hält schon wirklich für was besseres. Es ist 16 Uhr ich tobe mit der großen auf dem Trampolin. Da ruft der arsch über den Zaun, ob ich nicht in der Lage bin ein Kind ruhig im Zaum zu halten. Anmerkungen der Redaktion. Es ist 16 Uhr und seine Kinder wollen von ihrem Vater 74 Jahre alt seit mehreren Jahren nix wissen. Es ist sein zweiter Ausfall dieser Art. Es ist 16 Uhr!! Da bin ich ausgerastet. Wäre meine große Tochter nicht dabei gewesen, wäre ich übern Zaun und hätte ihn Maß genommen. So war es ne verbale Androhung, das selbiges bei nochmaligen vergehen seinerseits, passiert. Ich fühle mich einerseits schlecht, andererseits hätte ich keine Sorge es einfach durchzuführen. Ich merke ich muss hier weg. Hab es meiner Frau gebeichtet( musste ich, weil sie weiß was ich bei 96 gemacht habe als mein Vater starb). Jetzt ist sie und ich bereit hier wegzuziehen. Ich fühle mich dennoch schlecht. Hätte mir nicht passieren dürfen. Ich bin ein guter Mensch

  • Du hast es aber nicht getan. Das ist Realität und das solltest du dir mMn vor Augen halten. Diese fiktiven Szenarien, die man sich da ausmalt, ziehen einen nur sinnlos runter.

  • Sehe ich ähnlich. Über Nachbarschaftsstreite sind ja schon kilometerweise Prozessakten geschrieben worden. Und wenn es soweit noch gar nicht ist, werden verbale Drohungen sicherlich auch verfolgt.


    Dennoch sehe ich überhaupt keinen Grund, jemanden anzupaulen, der in einer Nachbarschaftssiedlung nachmittags um 16 mit Kind/Kindern tobt.

  • Chief96 :

    Mach dich bitte nicht fertig.

    Selbstzweifel haben wir doch schon genug bei unserer Sch.... Erkrankung.


    Ich habe auch einen absoluten Vollpfosten als Nachbar.

    Da hab ich auch manchmal Gedanken, dass ich ihm gerne mal eins aufs Maul geben würde und mich danach besser fühle.

    Das letzte Mal, dass ich mich geschlagen habe, war allerdings auf dem Schulhof in der 9. Klasse....

    Was ich damit sagen will : vom Denken oder Sagen zum Tun ist es noch ein großer Schritt.


    Ich tippe mal, du hast dich einfach komplett ans Bein gepisst gefühlt.

    Da bist du gerade lebendig mit deiner Tochter auf dem Trampolin und dann wirst du grundlos angeschnauzt.

    Da war dann dein Maß voll.

    Das passiert manchmal, das der schwarze Hund ein bisschen zu laut zurück bellt.


    Ärgere dich nicht über dich, bitte.

    Ich habe übrigens vor vielen Jahren einer Nachbarin schonmal gesagt, dass sie dann überlegen müsse, ob sie hier noch richtig aufgehoben sei oder besser in einer altersgerechten Residenz, als sie das x-te Mal wegen meine spielenden Kinder schimpfte.

    Irgendwann war auch meine Grenze erreicht - und heute dann deine.

    Man muss sich nicht alles gefallen lassen.


    Überlegt es euch in Ruhe mit dem Umzug.

    Wenn ihr euch sonst wohl fühlt lasst euch nicht von dem frustrierten Arzt aD vergraulen.

  • Hallo Zusammen!


    Ich bin eigentlich eher im Öffi-Forum unterwegs, lese aber hier sei ca. 3 Jahren mit und bin seit ca, einem Jahr angemeldet.

    Nun mein zweiter Beitrag hier:


    Ich bin 52 Jahre alt und seit 25 Jahren an „allgemeiner Angst“ erkrankt. Das war jedenfalls die Diagnose.
    Das alles begann während meines Studiums. Zuerst hatte ich unerklärliche Schwindelanfälle und dann wurde daraus eine Krankheit, mit der ich noch heute zu schaffen habe. Aus Schwindel wurde Angst (diffus) und Schlaflosigkeit. In diesem Zustand habe ich unter der Einnahme von Rivotril (das verschrieb mir mein Hausarzt) meine Prüfungen geschafft.

    Doch es vergingen weitere 5 Jahre im Beruf (selbstständig) in denen ich nur funktionierte, aber auch sämtliche Sozialkontakte vermied. Dann brach ich zusammen: Eine Angstattacke führte zur kurzfristigen Bewusstlosigkeit. Meine damalige Freundin hat mir letztendlich das Leben gerettet, da sie mich gezwungen hat in die Angstambulanz des Klinikums Göttingen (ich bin Hildesheimer) zu fahren. Der erste Versuch scheiterte, da ich auf halber Strecke auf der A7 eine Panikattacke bekam. Drei Tage später schaffte ich es. Ich fühlte mich dort von Anfang an in guten Händen, und das, obwohl ich nie stationär aufgenommen wurde. Ich habe stattdessen eine Medikation bekommen, die mich nach etlichen Rückschlägen, dann doch dazu gebracht hat, dass ich ein weitestgehend normales Leben führen kann. Nur fürs Protokoll: Ich war zu diesem Zeitpunkt abhängig von Rivotril. Der Entzug dauerte 2 Wochen und war die Hölle auf Erden. Gleichzeitig wurde ich auf Escitalopram (früher Cipralex) eingestellt. Dieser ganze Prozess dauerte insgesamt ein halbes Jahr (indem ich auch nicht arbeiten konnte). Nach ganz vielen Rückschlägen und dutzenden Suizidgedanken, habe ich vor ca. 15 Jahren die Kurve gekriegt. Ich nehme das o.g. Antidepressiva noch heute. Ich habe ca. 10 Absetzungsversuche hinter mir. Ich kann nicht ohne. Ich werde das Zeug bis zu meinem Lebensende nehmen (müssen). Aber: Mir geht es gut und ich habe nur ganz wenige Einschränkungen bzw. Nebenwirkungen.


    Warum schreibe ich das alles hier?

    Ich möchte den aktuell betroffenen Personen Mut machen. Mein Weg muss nicht richtig sein. Für mich war er aber mehr als richtig. Es gibt hundert andere Wege aus diesem verdammten Gefängnis auszubrechen. Wichtig ist nur eins: Ohne fremde Hilfe (Arzt, Psychologe, Psychater, stationärer Klink-Aufenthalt) schafft man es nicht. Never. Und man sollte seine nahestehenden Menschen einbeziehen. Sich offenbaren. Aus dieser vermeintlichen Schwäche wird irgendwann eine Stärke.


    In meinem Umfeld weiß jeder Bescheid. Ich fliege nicht, auf ein Schiff gehe ich nur unter Anwendung von Gewalt. Auch heute noch. Ich bin also immer noch krank. Aber ich führe mittlerweile ein richtig gutes Leben.


    Mein Name ist Frank Krause, ich bin Inhaber und Geschäftsführer der Krause Home Company in Hildesheim und 1. Vorsitzender des SV Bavenstedt e. V. (Landesliga Hannover).


    Ihr dürft mich gerne googeln oder mir Nachrichten schreiben. Ich möchte helfen, so gut ich kann.


    Allen Betroffenen, die sich hier offenbart haben, möchte ich meinen höchsten Respekt ausdrücken. Ich hoffe, dass ich mit der Nennung meines Klarnamens nicht gegen eine Etikette verstoßen habe. Ich wollte damit lediglich zum Ausdruck bringen, dass ich kein „Schwurbler“ bin. Als Neuer noch dazu.

  • Nun ist das wenig übertragbar, und auch nicht aktuell, mabuse - aber schön, dass du uns dennoch deine Zeit schenkst.


    Und Chief96 , der nächste Nachbar kann auch Scheiße sein.

    Willst du nicht hören, aber das ist wie "bleibe im Lande, und wehre dich täglich".

    Ja, Manche wandern aus, und werden glücklich - Andere nicht.


    Aber durch einen Umzug verschiebt sich deine " Reizschwelle" ja auch nicht, bedenk das.


    Vielleicht gibt es irgendwo die Rosablümchenwelt - es bleit aber das Bedenken, dass die mich ertragen könnte. ;)

  • Was möchtest du mir mit deinem ersten Satz sagen., Mustermann, ich verstehe dich bisweilen nicht?


    Und warum ist es nicht übertragbar???

  • Völlig richtig, sehe ich auch so, mustermann, Probleme werden nicht gelöst in dem man vor ihnen wegläuft. Sich den Problemen zu stellen ist der erste Schritt zur Selbständigkeit. Der "Scheiß" Nachbar, so als Beispiel, ist vielleicht auch tatsächlich richtig scheiße, kann schon sein, aber mit einer stabilen psychischen Verfassung erträgt man solche Leute besser.

    Die Impulskontrolle wiederzuerlangen wäre der Weg hinaus aus dem Schlamassel.

  • Eine Störung der Impulskontrolle ist etwas ganz Anderes als einmal ausfällig gegenüber einem quengelnden Nachbarn zu werden oder den Gedanken zu haben ihn hauen zu wollen.


    Auch Chief96 hat sich seinem "Problem", genauer gesagt seiner Erkrankung namens Depression bereits gestellt.


    Ebenso gibt es häufig eine erhöhte Reizbarkeit in einer Depression.


    Sich Selbstvorwürfe zu machen ist dagegen nicht hilfreich.

  • Die sog. Impulskontrolle ist ein schönes Wort. Das wird oft verwendet. Ich habe den Beitrag verfolgt und stimme meinem Vorschreiber zu:


    Inmitten einer Depression ist man reizbar. Für alles und jeden. Oft auch für die eigene Partnerin. In diesem Fall war es „nur“ der Nachbar. Das kann passieren.