• ...

    Ich muss gestehen, großen Respekt vor Menschen zu haben, die in der Lage sind "ihre Sorgen nicht bei anderen abzuladen" - sondern "sich selbst nicht sooo wichtig nehmen, sondern immer für andere da sind". - ist das falscher Respekt, weil die still leiden?

    ...

    Falscher Respekt sicher nicht. Warum sollte es falsch sein, wenn du vor etwas Respekt hast?

    Ich für meinen Teil, bin fast daran zerbrochen, mich nicht mitzuteilen, immer für andere da zu sein und nicht "Nein" sagen zu können. Und der "Respekt" (Dank) der anderen hat mich natürlich in meiner Art bestärkt. Aber das ist nichts, was ich denen vorwerfen könnte.

    Ich bin nunmal wie ich bin.

  • Ich habe den Eindruck, hier läuft einiges durcheinander. Und ich denke, das liegt daran, dass mustermann da sehr unterschiedliche Konzepte vermischt.


    Ich kann in Würde mit der Depression umgehen, egal ob ich mich mitteile oder nicht mit allen drüber rede.


    Ich halte Würde für unglaublich wichtig. Aber still leiden ist auch nicht automatisch würdevoll. Ganz im Gegenteil, oft geschieht es aus Angst oder aus mangelndem Selbstwertgefühl. Es braucht Mut, zu sich zu stehen, zu seiner Verfassung zu stehen. Deswegen sehe ich in Kasses Videos automatisch einen richtigen Schritt und habe keine weiteren Fragen an ihn, warum er das macht.


    Und wenn ich mir die angucke, sehe ich da ganz bestimmt jemand mit Würde.

  • Ich nehme die Kritik von Mustermann ernst.


    Danke, denn natürlich mache ich mir auch darüber Gedanken, dass das falsch rüberkommen könnte, dass ich die Bühne suche um mich über andere zu erhöhen die das nicht können.


    Nein. Das ist nicht meine Absicht.


    Meine Absicht ist es zu erzählen, was diese verdammte Krankheit mit einem macht. Da habe ich das Gefühl, wissen immer noch zu wenig. Einer meiner besten Freunde, der seit dem ersten Tag an informiert ist, der selber mit Krebs richtig viel Scheiße durchgemacht hat, auch komplett fertig war, weil er nicht wusste, ob er das überlebt, hat vor ein paar Tagen sinngemäß geschrieben, dass ich ja schon ganz schön lange krank wäre, und ich doch öfter mal raus gehen sollte. Das hat mich geschockt. Da brauchte ich einige Zeit das zu verarbeiten.


    Und wenn selbst jemand, der mit mir ständig in Kontakt ist, alles weiß, grad weil er auch ein Kollege ist und bestens vernetzt ist, dann so redet, ja, verdammt, dann fühle ich mich auch im Namen derjenigen, die es eben nicht können, ein wenig verpflichtet noch mehr darüber aufzuklären, was diese Krankheit mit einem macht.


    Und ich habe allein auf diese beiden Videos ein wahnsinniges Feedback bekommen. Dass sich da jemand wieder findet, und was daraus mitnimmt. Was kann es denn viel schöneres geben? Ich werde deshalb sicher nicht abheben, weil ich da weder der Typ zu wäre, noch möchte ich das wichtigste verlieren was ich habe, Glaubwürdigkeit und Authentizität, weil dieser Scheiß fast meine Familie zerstört hat.

  • Dann würde ich einfach gerne die Formulierung "in Würde ertragen" nochmal in Ruhe "auseinander nehmen".

    Natürlich soll niemand seine Würde verlieren.

    Im Gegenteil, im Sinne von sich selbst achten, ist das genau richtig.

    Ich stosse mich in dem Kontext an dem "ertragen".

    Das impliziert für mich still zu leiden.


    Und still zu leiden ist nach meinem Verständnis der absolut falsche Weg.

    Deswegen ist das auch stark, was Kassen-Meyer da macht.


    Vielleicht ist das so jetzt klarer und differenzierter erklärt?

  • Sei mal nicht so elektro - hier.

    Kannst du das in verständlichen Worten "übersetzen"?

    Ich hab keine Idee was du meinst.

    Ich denke er spielt darauf an, dass du dich hier gerade verhältst, wie der Kollege stscherer im E-Thread.


    Ich verstehe Deine Reaktion auf den Satz von musti übrigens auch nicht.

    Warum gehst du da so hoch?


    Landläufige Meinung bei Depressionen ist doch tatsächlich so, dass man „sich nicht so anstellen soll“…

    Wir hier in unserer kleinen fanmag-Blase sind da sehr sensibilisiert, aber in meinem echten Real Life sehe ich dieses Verständnis noch nicht so angekommen wie hier.


    Und ganz am Ende handelt es sich dabei um mustis Meinung.

    Ich fände es gut, auch diese zu akzeptieren und im vernünftigen Rahmen ihn/uns vielleicht vom Gegenteil zu überzeugen.


    Nichts für Ungut, das waren jetzt nur meine Gedanken…

  • Ich habe dies von Mustermann

    Zitat

    Ich gehe davon aus, dass 80% "ihr Schicksal mit Würde tragen" , und ihr Leid als normal erachten - also "gute Mine zum schlechten Spiel" machen.


    Ich muss gestehen, großen Respekt vor Menschen zu haben, die in der Lage sind "ihre Sorgen nicht bei anderen abzuladen" - sondern "sich selbst nicht sooo wichtig nehmen, sondern immer für andere da sind". - ist das falscher Respekt, weil die still leiden?

    so verstanden, dass er genau das meint was du hier beschreibst:

    Zitat

    Landläufige Meinung bei Depressionen ist doch tatsächlich so, dass man „sich nicht so anstellen soll“…

    Wenn ich dich, Mustermann, da falsch verstanden habe, dann bitte ich a) um Entschuldigung und b) um Erklärung, was du meinst.

    Sollte es in Richtung "sich nicht so anstellen gehen", dann fehlen mir eigentlich die Worte.

  • Ertragen bedeutet nicht still leiden. Kassen-Meyer erträgt seine Krankheit schlussendlich auch allein, auch wenn er Videos und podcasts macht.

    Ertragen bedeutet laut Definition:

    etwas Unangenehmes, Lästiges, Quälendes hinnehmen und aushalten.


    Damit ist es aber nicht getan.

    Seine Depression muss man natürlich irgendwie aushalten, aber hinnehmen darf man sie nicht.

    Ziel kann es nur sein aus ihr heraus zu kommen.

    Ertragen klingt für mich zu sehr nach Stagnation.


    Aber das kann man natürlich auch anders definieren oder verstehen.

    2 Mal editiert, zuletzt von mabuse ()


  • Landläufige Meinung bei Depressionen ist doch tatsächlich so, dass man „sich nicht so anstellen soll“…

    Wir hier in unserer kleinen fanmag-Blase sind da sehr sensibilisiert, aber in meinem echten Real Life sehe ich dieses Verständnis noch nicht so angekommen wie hier.

    Und eben diesem "landläufig" gilt es doch, entgegenzuwirken.

  • Ertragen bedeutet laut Definition:

    Ich möchte mich wirklich nicht an Definitionen aufhängen. Eine Depression dauert nicht nur ein, zwei Tage, sondern Wochen. Und die muss man dann aushalten. Aushalten schließt doch nicht aus, etwas dagegen zu tun. Wenn ich Rückenleiden habe, muss ich den Schmerz auch aushalten und kann parallel Physio machen oder schwimmen gehen.

  • Zitat

    Frauen und Männer, die stark maskuline Merkmale aufweisen, sind im Vergleich zu ihren weniger maskulinen Kollegen weniger anfällig für depressive Symptome. Dies geht aus neuen, im Journal of Affective Disorders veröffentlichten Forschungsergebnissen hervor, die 40 Jahre lang untersucht wurden. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, zu erklären, warum Frauen ein höheres Risiko für Depressionen haben.

    Masculinity may have a protective effect against the development of depression

  • Schön, wie Du selektiv einen Satz rauspickst, der das Ergebnis in Summe falsch wiedergibt.


    Die Autoren fassen die Ergebnisse ihrer Studie - hinter der ich jetzt spontan jede Menge Fragezeichen sehen würde - anders zusammen:

    Zitat
    • Androgynous individuals are less likely to suffer depression while undifferentiated individuals are more susceptible to depression.
    • Masculinity traits seem to be a robust protective factor for depression regardless of gender. Of note, the dominance of masculinity has declined as life expectancy increases.
    • The protective effect of femininity against depression starts to emerge with the gradual increase in educational attainment and income level from 1990 to 2019.

    Hervorhebung durch mich.

  • ich hab mein ganzes Leben Depressionen..Fachausdruck hab ich vergessen, verdrängt:engel:, aber ich lebe damit...natürlich...was auch sonst?



    es ist ja auch nicht immer gleich schlimm, manchmal geht der große schwarze Hund Gassi, oder hat Urlaub...dann scheint die Sonne soooooooo hell...


    das macht mir dann Angst...


    meine Ängste, Zwänge sind mein größeres Problem, mit der Depression hab ich gelernt zu leben, aber meine Ängste zwingen mich unter den Tisch.


    Fuck!

  • Zitat

    Frauen und Männer, die stark maskuline Merkmale aufweisen, sind im Vergleich zu ihren weniger maskulinen Kollegen weniger anfällig für depressive Symptome. Dies geht aus neuen, im Journal of Affective Disorders veröffentlichten Forschungsergebnissen hervor, die 40 Jahre lang untersucht wurden. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, zu erklären, warum Frauen ein höheres Risiko für Depressionen haben.

    Masculinity may have a protective effect against the development of depression

    Nerv bitte hier nicht auch noch rum. Reicht schon wenn du in den anderen threads mist absonderst

  • Zitat

    Frauen und Männer, die stark maskuline Merkmale aufweisen, sind im Vergleich zu ihren weniger maskulinen Kollegen weniger anfällig für depressive Symptome. Dies geht aus neuen, im Journal of Affective Disorders veröffentlichten Forschungsergebnissen hervor, die 40 Jahre lang untersucht wurden. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, zu erklären, warum Frauen ein höheres Risiko für Depressionen haben.

    Masculinity may have a protective effect against the development of depression

    Nerv bitte hier nicht auch noch rum. Reicht schon wenn du in den anderen threads mist absonderst

    Danke!