• LüttjeLage

    Hast du schon mal drüber nachgedacht, deine Gedanken genauso wie hier geäußert, deiner Chefin mitzuteilen? Vorgesetzte sind nicht nur dafür da, Arbeit zu verteilen und Fortschritte zu kontrollieren- sie sind verantwortlich für ihre Mitarbeiter und das schließt deren Rolle im Unternehmen mit ein.


    Ich bin kein großer Freund dieser „wo sehen sie sich in 5 Jahren“ Philosophie des derzeitigen Personalmanagements, das Grausamste ist allerdings diese Standardisierung des Personalwesens. Als ob alle Mitarbeiter exakt gleich waren, sind und bleiben wollen. Insbesondere in ihren Bedürfnissen.

  • Trotz dieser Belastungen noch zu kämpfen, verdient Anerkennung, Steini. Ich wünsche dir, dass du bald besser schläfst (ich kann es dir gut nachempfinden, da ich selbst davon betroffen bin) und euch, dass ihr den Umzugsstress bald hinter euch habt und euer neues, gemeinsames Nest genießen könnt.

    Jetzt kommt noch hinzu das meine Mutter in Kurzzeitpflege gekommen ist,

    Besuch nicht möglich.

    Ihr Handy kaputt.

    Noch mehr Rückschläge gehen bald nicht mehr.

  • Ich wollte mal nachfragen, wie die Betroffenen in diesem Faden mit der aktuellen Lage umgehen?


    Als wären psychische Probleme, Depressionen, Angsterkrankungen nicht schon schlimm genug, hatten und haben wir mit Corona ein weiteres Problem oben drauf gekriegt. Und jetzt dieser fürchterliche Krieg in nicht einmal 1.000km Luftlinie Entfernung. Trotzdem ich medikamentös recht gut eingestellt bin, merke ich, wie mir die Situation mehr und mehr zusetzt. Ich höre allenthalben, wie sich erwachsene Menschen (auch ohne psychische Vorerkrankung) große Sorgen machen. Von den Kindern, die das alles gar nicht verstehen, gar nicht zu reden....


    Habt Ihr für Euch eine Strategie entwickelt, um nicht alles so nah an Euch heranzulassen? Ich würde mich freuen, von dem einen oder anderen hier zu lesen.

  • Ich z.B. rede sehr viel mit meiner Frau über die Themen.

    Das hilft sehr gut.

    Zumal ich krankgeschrieben bin und seit 8 Wochen nur zu Hause bin.

    Das alleine ist schon schlimmda man ja fast nur den Fernseher an hat.

    Ab 20.15 Uhr gibt es dann aber nichts mehr mit Nachrichten.

  • Wenn ihr abschalten könnt, tut das. Ist das beste, wenn Euch das zu schaffen macht. (Ich kriege das nicht hin, aber ich kriege zumindest Pausen hin, und dass ich dann nicht an den Scheiß denke, klappt immer besser.)


    Angst ist legitim. Gefühle wegdrücken hilft nichts. Die Frage ist immer, wie man damit umgeht.


    Erden, Erden, Erden. (Spazierengehen, Meditation, Arbeit mit den Händen.) Selbstfürsorge, Selbstfürsorge, Selbstfürsorge.


    Zum Rauskommen aus Gedankentunneln hatte ich gestern was im PolZoff-Thread geschrieben. Nur, weil die Angst da ist, hat sie noch lange nicht Recht.


    Das fiele mir jetzt erstmal ein.

  • Das alleine ist schon schlimmda man ja fast nur den Fernseher an hat.

    Das ist natürlich nicht richtig. Es kann sein, dass du dich nicht aufraffen kannst. Aber es muss nicht immer der Fernseher zur Ablenkung sein.


    Mir setzt das auch zu mit dem Krieg, keine Frage. Ich hab mir mein Leben so eingerichtet, dass ich vieles gut selber beeinflussen kann. Jetzt steht eine echte Gefahr im Raum, eine Bedrohung für uns, für die ganze Welt...zumindestens aber passieren nicht unweit von uns ganz schlimme Dinge.


    Es muss uns klar sein, dass wir keinen Einfluss nehmen können. Wir sind nicht Schuld und wir können nichts ändern.

  • Wir sind nicht schuld und wir können an der Situation nichts ändern. Genau das rede ich mir seit Donnerstag ein. Es stimmt ja auch. Aber so richtig hat das den Durchbruch bei mir noch nicht gebracht. Ich fühle mich so hilflos. Könnte ich doch wenigstens irgendwie anders helfen. Durch meinen Job bin ich allerdings nicht in der Lage die nötige Zeit aufzubringen, um irgendwo zumindest für die ankommenden Flüchtlinge irgendetwas Sinnvolles zu tun.

  • Gott, gib mir die Gelassenheit,

    Dinge hinzunehmen,

    die ich nicht ändern kann,

    den Mut, Dinge zu ändern,

    die ich ändern kann,

    und die Weisheit, das eine

    vom anderen zu unterscheiden.

  • Was mich so umtreibt, ist die Angst, dass unser Sohn, bald acht Jahre, möglicher Weise Krieg ganz nah mitbekommt und im schlimmsten Fall sogar direkt davon betroffen sein wird. Hört sich vielleicht merkwürdig an, aber um mich gehts mir nicht so sehr in Bezug auf meine psychische Gesundheit. Das versuche ich gut einzuordnen. Aber ich möchte das oben genannte einfach nicht. Bei all dem, was sonst so auf der Welt passiert, ob Corona oder andere Dramen... Wir haben das immer gut hinbekommen, weil wir uns haben.


    Bezüglich des Krieges jetzt hab ich echt Angst, dass wir es nicht gut hinbekommen. :(

  • Realistische Strukturen schaffen, zeitliche und inhaltliche und diese durchhalten. Abhakten, was man geschafft hat.


    Nicht jede Nachrichtensendung mitnehmen, ich hab daher tatsächlich gerade mal ein paar Tage NDR Info im Radio abgeschworen (das begleitet mich sonst den ganzen Tag im Hintergrund).

    Musik hören, mit der man was schönes verbindet.

    Mediathek entdecken, die Sendungen ohne Corona/Krieg genießen. Gibt auch Konzerte, einfach mal darin verlieren.

    Soziale Kontakte auf Distanz pflegen (Telefon, Schreiben, Video)

    Bücher/Hörbücher recherchieren und lesen/anhören.

    Neue Kochrezepte ausprobieren.

    Puzzles und "andere Klemmbausteine" ausprobieren.


    Ich persönlich male gerne. Die Grundausstattung gibt es für ca 20 € im Baumarkt.

  • Es macht nicht so viel mit mir. Ich kriege das tatsächlich hin. Trotz der persönlichen Verbindungen, dass wir da vor 10 Jahren durch die Straßen von Charkiw gelaufen sind. Da waren die Bilder von den Streubomben in den Wohnvierteln heute wirklich erschütternd. Aber es würde mich auch so mitnehmen, wenn ich nicht krank wäre.


    Mein Großer will alles wissen. Was es neues gibt. Es ist in der Schule Thema, und ich glaube, wir kriegen das hier zuhause gut hin, dass er keine Angst hat, sondern eher daran interessiert ist, warum das ganze passiert, und wie das ausgeht.

  • Ich versuche noch eine Strategie zu entwickeln. Fällt mir sehr schwer.

    In den letzten Tagen ging es etwas besser.

    Nicht mehr so viele Nachrichten/Infos aufsaugen. Durch meinen Job bin ich auch jeden Tag mit dem Thema konfrontiert...

    Ablenkung hilft auch.


    Rodemeyer Struktur hab ich.

    Einmal editiert, zuletzt von RoteAnna ()

  • Hab Twitter von meinem Handy geschmissen, kann mich einfach nicht davon lösen, ständig zu checken und aktuelle Videos zu schauen etc.


    Auch wollte ich eigentlich umziehen weil meine Nachbarn so laut sind und mich das echt mürbe macht aber mit der Inflation und steigenden Gaspreisen kann ich mir das einfach nicht leisten. Merke schon wie es mir allgemein wieder schwerer fällt, mich aufzuraffen zum Sport zu gehen oder die Wohnung zu putzen.