• Gute Besserung mabuse.


    Momentan ist bei mir auch irgendwie die Luft raus und es fällt schwer sich aufzuraffen.


    Gestern irgend n Comedykram geguckt und ne Freundin meinte "Du lachst ja gar nicht"


    Fällt mir persönlich gar nicht auf.

  • Mein Kollege geht nächstes Jahr in Rente und meine Firma will ihn nicht ersetzen wegen "Digitalisierung". Aber Digitalisierung wird nicht 40 Stunden ersetzen, völlig utopisch! Wir expandieren noch dazu und durch Compliance-Regeln haben wir auch mehr zu tun. Ich merke jetzt schon, wie mich das stresst.


    Ich habe viele Jahre durch Depression verloren, auch meinen Vater und 2 Onkel und ich versuche achtsam zu leben, aber ich weiß nicht wie ich hiermit umgehen soll. Es ist eigentlich mein Traumjob aber ich werde es nicht schaffen und irgendwann wird sich das körperlich bemerkbar machen. Ich weiß nicht, wie ich das angehen soll...

  • Also vorweg, ich habe von dem Krankheitsbild zu wenig Ahnung um zu bewerten welchen Einfluss es darauf hat. Darauf will ich aber auch gar nicht hinaus.

    Personalschlüssel und Verteilung sind offensichtlich nicht deine Verantwortung, also lad dir die damit verbundenen Probleme doch nicht freiwillig auf.

    Warum solltest du jetzt mehr arbeiten, nur weil ein Kollege wegfällt?

    Dein Arbeitgeber ist bisher mit deiner Leistung zufrieden? Dann mach einfach so weiter. Bleibt dann rechts und links mehr liegen, ist das nicht deine Verantwortung. Zieh dir den Schuh nie an, weise auf den Personalmangel hin und gut ist.

  • Dennoch ist es oft so, dass nach Rationalisierung "alte" Aufgaben auf mehrere andere Köpfe verteilt werden.


    Aber wäre wohl auch eher Thema in Arbeitsmarkt/Jobs!?


    Dass dir Dein Job Spaß macht, ist doch erstmal gut.

  • Dann mach einfach so weiter. Bleibt dann rechts und links mehr liegen, ist das nicht deine Verantwortung. Zieh dir den Schuh nie an, weise auf den Personalmangel hin und gut ist.

    Das klingt natürlich gut, aber.


    Diese Einstellung geht vielleicht zB in der Produktion, dann baut man halt weiterhin nur drei Teile und nicht das vierte.

    In vielen Bereichen sind Aufgaben aber so differenziert, dass eins in's andere greift und irgendwas liegen lassen nicht einfach funktioniert.

    Dazu kommt dann der psychologische Faktor, keine Genugtuung mehr wenn man etwas erledigt hat, immer die Unzufriedenheit dass es kein Ende nimmt, egal auch woran es dann liegt.

    In meiner Firma gibt es auch regelmäßig Aufstockung mit angeblicher oder gar keiner Entlastung in anderen Bereichen.

    Das kann richtig schlimm werden.

    Wenn man mit Herzblut arbeitet geht es oft nicht einfach, etwas liegen zu lassen.

  • Boah Niedersachse...


    Natürlich. Ich wollte nur vorweggreifen, dass ein mögliches Vertiefen ins Thema Rationalisierung/Digitalisierung dann wohl eher woanders hingehört.


    Die Sorgen von lüttjelage wollte ich nicht herunterspielen.

  • LüttjeLage

    Wenn ich es richtig heraus gelesen habe, hast du (reichlich) eigene Erfahrung mit Depressionen.

    Und hast aus dieser Erfahrung heraus auch die Erkenntnis gewonnen, dass eine Überlastung sozusagen "Futter" für deine Depression ist, also eine Depression auslösen oder verschlechtern kann?


    Da kann ich so aus eigener Erfahrung bestätigen.

    Wenn es möglich ist, deine - wie ich finde berechtigten Sorgen - mit deinem Arbeitgeber zu besprechen, dann sehe ich das als beste Möglichkeit an.


    Dazu wäre es wahrscheinlich hilfreich, wenn der über deine Erkrankung bescheid weiß.

    Einfach um die Wichtigkeit/ hohe Bedeutung für dich darzustellen und das geht wahrscheinlich besser mit Hintergrundwissen.

    Ich weiß, dass das ein zweischneidiges Schwert, aber es muss ja im Prinzip nur der entscheidende Vorgesetzte wissen und du kannst explizit Vertraulichkeit einfordern.

    Bei einem großen Unternehmen wäre sonst der Betriebsrat eine Ansprechmöglichkeit.


    Dass es "eigentlich dein Traumjob" ist und du entsprechend gerne dort arbeitest, kannst du ja auch mit in die Waagschale werfen.


    Vielleicht findest du auch eine andere Herangehensweise.


    Am Wichtigsten ist wahrscheinlich, dass du dein Kopfkino ausschalten kannst.

    Denn wenn du dich damit mehr oder minder permanent bis zum Ausscheiden des Kollegen nächstes Jahr beschäftigst, dann beginnt dein Stress ja jetzt schon (bzw. hat schon begonnen).


    Positiv ist doch aber, dass du weißt dass das deine Depression tiggert/ triggern kann und du da nicht blind hinein rennst.


    Das ist natürlich von Aussen immer leichter gesagt...


    Gib auf dich acht und stehe für dich ein, das wünsche ich dir.


    Edit: der Bezug zum Thema Depression ist jetzt (hoffentlich) auch klarer geworden?

  • Mit aller Vorsicht, da ich selber nicht betroffen bin von dieser Erkrankung, versuche ich den Aspekt des Arbeitgebers noch einmal zu beleuchten.


    Ich erlebe die Arbeitswelt aktuell so, dass sich große Teile der Arbeitnehmer*innen für Arbeitsprozesse und -bedingungen verantwortlich fühlen. Besonders dann, wenn sie mit Menschen arbeiten und eigentlich Spaß an der beruflichen Tätigkeit haben. So versuchen sie alles mögliche, um ihrem eigenen Anspruch gerecht zu werden, auch wenn es sie gesundheitlich schadet.


    Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden. Verantwortlich für sich verschlechternde Arbeitsbedingungen sind alleine die Arbeitgeber und dorthin muss die Verantwortung auch wieder gebracht werden.


    Da ich aktuell in einer ähnlichen Zwangslage bin, habe ich angefangen, bei einem zu hohen Arbeitsvolumen die Vorgesetzten einzubeziehen. Wenn 3 Dinge abgearbeitet werden müssen, aber nur für 2 Zeit bleibt, dann informiere ich die entsprechenden Entscheidungsträger und fordere eine Priorisierung ein.


    Interessanterweise wirkt sich dieses Vorgehen positiv aus. Arbeiten, von denen ich dachte, sie seien dringlich und wichtig, wurden auf einmal weniger dringlich und weniger wichtig. Wenn alle Dinge dringlich und wichtig waren, dann erhielt ich Unterstützung.


    Vielleicht hilft mein Beitrag ein wenig. Pass auf dich auf LüttjeLage. Dein Arbeitgeber wird sich kaum um dich kümmern, wenn es dir schlecht geht.

  • Dann mach einfach so weiter. Bleibt dann rechts und links mehr liegen, ist das nicht deine Verantwortung. Zieh dir den Schuh nie an, weise auf den Personalmangel hin und gut ist.

    Das klingt natürlich gut, aber.


    Diese Einstellung geht vielleicht zB in der Produktion, dann baut man halt weiterhin nur drei Teile und nicht das vierte.

    In vielen Bereichen sind Aufgaben aber so differenziert, dass eins in's andere greift und irgendwas liegen lassen nicht einfach funktioniert.

    Nee sorry lasse ich nicht gelten. Wenn durch den Personalmangel sogar Betriebsabläufe gefährdet werden, dann ist es ja noch mehr Verantwortung des Unternehmers und nicht des Angestellten. Wenn dann andere Aufgaben übernommen müssen, dann wird in Summe halt weniger fertig. Da sich den Schuh anzuziehen und sich selbst einfach mehr zu belasten ist falsche Arbeitsmoral und ein Arbeitsplatzverständnis das wir langsam mal in allen Bereichen überwinden sollten.

  • Nee sorry lasse ich nicht gelten. Wenn durch den Personalmangel sogar Betriebsabläufe gefährdet werden, dann ist es ja noch mehr Verantwortung des Unternehmers und nicht des Angestellten. Wenn dann andere Aufgaben übernommen müssen, dann wird in Summe halt weniger fertig. Da sich den Schuh anzuziehen und sich selbst einfach mehr zu belasten ist falsche Arbeitsmoral und ein Arbeitsplatzverständnis das wir langsam mal in allen Bereichen überwinden sollten.

    Das sind heere Ansichten, die ich grundsätzlich teile, in meiner Arbeitsrealität jedoch das Gegenteil lebe. Ist wie Wein predigen und Wasser trinken. Funktioniert leider aber auch anders nicht. Und Digitalisierung ist das Update auf Windows ME oder?