• Ich schreibe dir ne PN. Aber nicht mehr heute Nacht. Und nein, du machst dich bei mir nicht unbeliebt. Aber alles weitere dann über den Weg bitte. Weil du auch gar nicht so unrecht hast.

  • Ich hab heute mist gebaut. Ich habe in den letzten Tagen gemerkt, dass sich ne unfassbare Wut in mir aufgestaut hat, sonst habe ich die immer über den Sport kompensieren können. Als ich heute morgen aufgewacht bin, wusste ich schon ohoh, ein falsches Wort von der falschen Person und es könnte ausbrechen. Ist passiert. Meine Liebe Frau war mit der lütten bei Oma und Opa. Ich mit der großen allein im Garten. Nun haben wir zwei richtig verhurte Nachbarn. Der eine ist Arzt ad und hält schon wirklich für was besseres. Es ist 16 Uhr ich tobe mit der großen auf dem Trampolin. Da ruft der arsch über den Zaun, ob ich nicht in der Lage bin ein Kind ruhig im Zaum zu halten. Anmerkungen der Redaktion. Es ist 16 Uhr und seine Kinder wollen von ihrem Vater 74 Jahre alt seit mehreren Jahren nix wissen. Es ist sein zweiter Ausfall dieser Art. Es ist 16 Uhr!! Da bin ich ausgerastet. Wäre meine große Tochter nicht dabei gewesen, wäre ich übern Zaun und hätte ihn Maß genommen. So war es ne verbale Androhung, das selbiges bei nochmaligen vergehen seinerseits, passiert. Ich fühle mich einerseits schlecht, andererseits hätte ich keine Sorge es einfach durchzuführen. Ich merke ich muss hier weg. Hab es meiner Frau gebeichtet( musste ich, weil sie weiß was ich bei 96 gemacht habe als mein Vater starb). Jetzt ist sie und ich bereit hier wegzuziehen. Ich fühle mich dennoch schlecht. Hätte mir nicht passieren dürfen. Ich bin ein guter Mensch

  • Du hast es aber nicht getan. Das ist Realität und das solltest du dir mMn vor Augen halten. Diese fiktiven Szenarien, die man sich da ausmalt, ziehen einen nur sinnlos runter.

  • Sehe ich ähnlich. Über Nachbarschaftsstreite sind ja schon kilometerweise Prozessakten geschrieben worden. Und wenn es soweit noch gar nicht ist, werden verbale Drohungen sicherlich auch verfolgt.


    Dennoch sehe ich überhaupt keinen Grund, jemanden anzupaulen, der in einer Nachbarschaftssiedlung nachmittags um 16 mit Kind/Kindern tobt.

  • Chief96 :

    Mach dich bitte nicht fertig.

    Selbstzweifel haben wir doch schon genug bei unserer Sch.... Erkrankung.


    Ich habe auch einen absoluten Vollpfosten als Nachbar.

    Da hab ich auch manchmal Gedanken, dass ich ihm gerne mal eins aufs Maul geben würde und mich danach besser fühle.

    Das letzte Mal, dass ich mich geschlagen habe, war allerdings auf dem Schulhof in der 9. Klasse....

    Was ich damit sagen will : vom Denken oder Sagen zum Tun ist es noch ein großer Schritt.


    Ich tippe mal, du hast dich einfach komplett ans Bein gepisst gefühlt.

    Da bist du gerade lebendig mit deiner Tochter auf dem Trampolin und dann wirst du grundlos angeschnauzt.

    Da war dann dein Maß voll.

    Das passiert manchmal, das der schwarze Hund ein bisschen zu laut zurück bellt.


    Ärgere dich nicht über dich, bitte.

    Ich habe übrigens vor vielen Jahren einer Nachbarin schonmal gesagt, dass sie dann überlegen müsse, ob sie hier noch richtig aufgehoben sei oder besser in einer altersgerechten Residenz, als sie das x-te Mal wegen meine spielenden Kinder schimpfte.

    Irgendwann war auch meine Grenze erreicht - und heute dann deine.

    Man muss sich nicht alles gefallen lassen.


    Überlegt es euch in Ruhe mit dem Umzug.

    Wenn ihr euch sonst wohl fühlt lasst euch nicht von dem frustrierten Arzt aD vergraulen.

  • Hallo Zusammen!


    Ich bin eigentlich eher im Öffi-Forum unterwegs, lese aber hier sei ca. 3 Jahren mit und bin seit ca, einem Jahr angemeldet.

    Nun mein zweiter Beitrag hier:


    Ich bin 52 Jahre alt und seit 25 Jahren an „allgemeiner Angst“ erkrankt. Das war jedenfalls die Diagnose.
    Das alles begann während meines Studiums. Zuerst hatte ich unerklärliche Schwindelanfälle und dann wurde daraus eine Krankheit, mit der ich noch heute zu schaffen habe. Aus Schwindel wurde Angst (diffus) und Schlaflosigkeit. In diesem Zustand habe ich unter der Einnahme von Rivotril (das verschrieb mir mein Hausarzt) meine Prüfungen geschafft.

    Doch es vergingen weitere 5 Jahre im Beruf (selbstständig) in denen ich nur funktionierte, aber auch sämtliche Sozialkontakte vermied. Dann brach ich zusammen: Eine Angstattacke führte zur kurzfristigen Bewusstlosigkeit. Meine damalige Freundin hat mir letztendlich das Leben gerettet, da sie mich gezwungen hat in die Angstambulanz des Klinikums Göttingen (ich bin Hildesheimer) zu fahren. Der erste Versuch scheiterte, da ich auf halber Strecke auf der A7 eine Panikattacke bekam. Drei Tage später schaffte ich es. Ich fühlte mich dort von Anfang an in guten Händen, und das, obwohl ich nie stationär aufgenommen wurde. Ich habe stattdessen eine Medikation bekommen, die mich nach etlichen Rückschlägen, dann doch dazu gebracht hat, dass ich ein weitestgehend normales Leben führen kann. Nur fürs Protokoll: Ich war zu diesem Zeitpunkt abhängig von Rivotril. Der Entzug dauerte 2 Wochen und war die Hölle auf Erden. Gleichzeitig wurde ich auf Escitalopram (früher Cipralex) eingestellt. Dieser ganze Prozess dauerte insgesamt ein halbes Jahr (indem ich auch nicht arbeiten konnte). Nach ganz vielen Rückschlägen und dutzenden Suizidgedanken, habe ich vor ca. 15 Jahren die Kurve gekriegt. Ich nehme das o.g. Antidepressiva noch heute. Ich habe ca. 10 Absetzungsversuche hinter mir. Ich kann nicht ohne. Ich werde das Zeug bis zu meinem Lebensende nehmen (müssen). Aber: Mir geht es gut und ich habe nur ganz wenige Einschränkungen bzw. Nebenwirkungen.


    Warum schreibe ich das alles hier?

    Ich möchte den aktuell betroffenen Personen Mut machen. Mein Weg muss nicht richtig sein. Für mich war er aber mehr als richtig. Es gibt hundert andere Wege aus diesem verdammten Gefängnis auszubrechen. Wichtig ist nur eins: Ohne fremde Hilfe (Arzt, Psychologe, Psychater, stationärer Klink-Aufenthalt) schafft man es nicht. Never. Und man sollte seine nahestehenden Menschen einbeziehen. Sich offenbaren. Aus dieser vermeintlichen Schwäche wird irgendwann eine Stärke.


    In meinem Umfeld weiß jeder Bescheid. Ich fliege nicht, auf ein Schiff gehe ich nur unter Anwendung von Gewalt. Auch heute noch. Ich bin also immer noch krank. Aber ich führe mittlerweile ein richtig gutes Leben.


    Mein Name ist Frank Krause, ich bin Inhaber und Geschäftsführer der Krause Home Company in Hildesheim und 1. Vorsitzender des SV Bavenstedt e. V. (Landesliga Hannover).


    Ihr dürft mich gerne googeln oder mir Nachrichten schreiben. Ich möchte helfen, so gut ich kann.


    Allen Betroffenen, die sich hier offenbart haben, möchte ich meinen höchsten Respekt ausdrücken. Ich hoffe, dass ich mit der Nennung meines Klarnamens nicht gegen eine Etikette verstoßen habe. Ich wollte damit lediglich zum Ausdruck bringen, dass ich kein „Schwurbler“ bin. Als Neuer noch dazu.

  • Nun ist das wenig übertragbar, und auch nicht aktuell, mabuse - aber schön, dass du uns dennoch deine Zeit schenkst.


    Und Chief96 , der nächste Nachbar kann auch Scheiße sein.

    Willst du nicht hören, aber das ist wie "bleibe im Lande, und wehre dich täglich".

    Ja, Manche wandern aus, und werden glücklich - Andere nicht.


    Aber durch einen Umzug verschiebt sich deine " Reizschwelle" ja auch nicht, bedenk das.


    Vielleicht gibt es irgendwo die Rosablümchenwelt - es bleit aber das Bedenken, dass die mich ertragen könnte. ;)

  • Was möchtest du mir mit deinem ersten Satz sagen., Mustermann, ich verstehe dich bisweilen nicht?


    Und warum ist es nicht übertragbar???

  • Eine Störung der Impulskontrolle ist etwas ganz Anderes als einmal ausfällig gegenüber einem quengelnden Nachbarn zu werden oder den Gedanken zu haben ihn hauen zu wollen.


    Auch Chief96 hat sich seinem "Problem", genauer gesagt seiner Erkrankung namens Depression bereits gestellt.


    Ebenso gibt es häufig eine erhöhte Reizbarkeit in einer Depression.


    Sich Selbstvorwürfe zu machen ist dagegen nicht hilfreich.

  • Die sog. Impulskontrolle ist ein schönes Wort. Das wird oft verwendet. Ich habe den Beitrag verfolgt und stimme meinem Vorschreiber zu:


    Inmitten einer Depression ist man reizbar. Für alles und jeden. Oft auch für die eigene Partnerin. In diesem Fall war es „nur“ der Nachbar. Das kann passieren.

  • "Keiner kann in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt."

    Chief96

    Vielleicht war der Ärger heute "nur das Tüpfelchen auf dem I"?

    Das kann niemand beurteilen, außer dir selbst, und der Partnerin, die mit dir ja nun offenbar umziehen will.

    Reizschwelle/Frustrationstoleranz/Impulskontrolle "klang" hier auch für mich mit rein, meine Rückfragen dazu habe ich per PN geklärt.

    Einmal editiert, zuletzt von Philli ()

  • ... Nun haben wir zwei richtig verhurte Nachbarn. Der eine ist Arzt ad und hält schon wirklich für was besseres. Es ist 16 Uhr ich tobe mit der großen auf dem Trampolin. Da ruft der arsch über den Zaun, ob ich nicht in der Lage bin ein Kind ruhig im Zaum zu halten. Anmerkungen der Redaktion. Es ist 16 Uhr und seine Kinder wollen von ihrem Vater 74 Jahre alt seit mehreren Jahren nix wissen…

    Ich verstehe, dass man sich nach so einem kleinen „Ausraster“ schämt und sich fragt, ob es die richtige Reaktion war. Aber es ist okay. Niemand ist zu Schaden gekommen und du hast mal jemandem die Meinung gesagt, der dir schon seit längerem auf die Nerven geht. Vielleicht sollten wir das viel öfter tun, für uns einzustehen. Möglicherweise wären wir dann ausgeglichener und es würde uns besser gehen. Wir wollen „immer alles richtig“ machen, aber das funktioniert halt nicht, weil das Leben überraschende Situationen bereit hält.
    Next Level wäre wahrscheinlich, wenn du nochmal zu dem Nachbarn gehen würdest und dein Anliegen in ruhigen Worten vorträgst oder bekräftigst. Je nachdem, wie er reagiert, kannst du ja auch eine Entschuldigung vorbringen.

    Muss aber auch nicht. Es ist okay, mal auszurasten, vor allem, wenn man jemanden gar nicht abkann.

  • Ich hatte vor ein paar Tagen eine spontane Idee, als ich mir das erste Mal seit längerem bewusst Zeit für mich genommen habe. Es geht ja in einer Depression auch viel um die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse, allein um dem Kopf, dem inneren Kritiker, der dich immer wieder runterzieht, zu sagen: Nee, du hältst jetzt mal die Klappe und lässt mich machen.


    Das dauert bis sich da im Kopf etwas festsetzt, und das geht anfangs auch nur mit Unterstützung. Ich habe mir jetzt als kleinen Anfang versucht, so 2-3 Termine in der Woche konkret frei gehalten. Wo ich nur was für mich mache. In den Ferien mit den Kindern zuhause eher schwierig umsetzbar.


    Jedenfalls dachte ich am Donnerstag, als ich mich aufs Rad gesetzt habe, und so durch die Eilenriede fuhr, ob ich nicht einfach mal ein Video mache, und erzähle wie es mir geht, und was ich mache. Hab das dann bei Instagram und bei YouTube hochgeladen, und die Resonanz war überwältigend. Natürlich erstmal nur von der eigenen Bubble, aber trotzdem ein großer Mutmacher und dann hat sich jetzt auch eine Idee im Kopf festgesetzt, dass ich Lust und evtl. auch Spaß daran habe, mehr zu machen.


    Hier das Video bei YouTube.

  • Meine Frage kann aber nur Mustermann beantworten....

    Speziell warum das wenig übertragbar ist, was ich schreibe, wo ich a) auch Depressionen habe und b) auch einen Nachbarn über den ich mich ärgere.



    Und wir reden hier nicht von "Krankheiten", sondern speziell von Depressionen.

  • Du hast den Teil, in dem Mustermann mich ansprach, mit zitiert.

    Und dann nochmal bekräftigt, dass Mustermanns Einwurf nicht falsch war.

    Da ist der Zusammenhang.


    Ansonsten ist es nicht zielführend zu verallgemeinern ("Krankheiten") oder mit falschen Begriffen zu arbeiten.

    Eine Störung der Impulskontrolle (ICD10 F63) ist etwas ganz anderes ( z. B.. Spielsucht, Klemptomanie, Pyromanie).

  • Kassen-Meyer :


    Ich finde es ganz ganz stark, was du da gemacht hast.

    Hatte es mir bereits angesehen, als du es in deinem WhatsApp Status verlinkt hattest.

    Bin dann drüber weg gekommen, schreibe dir aber noch persönlich dazu.