Was geht Euch auf die Nerven? Der ultimative Beschwerdefaden.....

  • Ich kenne ein paar Mitarbeiter vom Kaufhof, jedenfalls diejenigen, die sich die Doku angeschaut hatten, waren entsetzt, aber dann auch über sich selbst, und zwar welche Hoffnung sie teilweise in den Mann gesetzt hatten, in einen Mann der sich für sie niemals ernsthaft interessiert hat und es auch zukünftig nie tun würde.

    Viele der Kaufhof Mitarbeiter hatten vieles geopfert damit der Laden läuft. Letztendlich wurden Hoffnungen mit Füssen getreten.

    Die Mitarbeiter hatten um ihre Häuser zu retten Lohnkürzungen oder den Wegfall von Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld in Kauf genommen, oder auch Teilzeitstellen annehmen müssen, oder viele wurden einfach gekündigt.

    Einmal editiert, zuletzt von Lakritze ()

  • Ist das einer von den 20%, von denen der Threaderöffner weniger gern redet.

    Dennoch lohnt sich ein Blick in die Details jenseits der Winterkorns, Quandts und Krupps dieser Welt.

    [...]

    Pauschal würde ich sagen 80% ehrbare, verantwortungsvolle Unternehmer. Die tragen das Risiko, die nehmen die Kredite auf, die stehen bei einem gravierenden Fehler vor dem Totalverlust.

    Aber vielleicht macht er es wieder gut, indem er den dann ehemaligen Mitarbeitern die Mietwohnungen saniert und aufwertet. Ja, dann nicht mehr zu dem alten Preis, aber hey, er nimmt die Kredite auf und trägt das Risiko.

  • Benko ist Immobilienunternehmer, und als solcher galt sein vorrangiges Interesse den Karstadt-Kaufhof-eigenen Immobilien, die ja überwiegend in Top-Innenstadtlagen sind. (Lassen wir mal außen vor, dass im Moment niemand verlässlich die Langfristfolgen von Corona auf den stationären Innenstadthandel und damit die Werthaltigkeit der Immobilien abschätzen kann, die Entscheidungen sind ja lange vor Corona gefallen).


    Und so hat er sein Invest bzw das seiner Signa Holding gewichtet, den eigentlichen Unternehmenskern, also den Betrieb von Warenhäusern, hatte er dabei nicht primär im Fokus, das kann man sicherlich so sehen. Das Handelsgeschäft war unvermeidlicher Beifang, auch wenn Benko schlussendlich die Fusion der beiden Warenhauskonzerne zum Abschluss gebracht hat. Daran war früher nie zu denken gewesen, letztlich sind zwei kranke Unternehmen fusioniert worden, der eine mehr, der andere weniger.

    Die Signa hätte sich sehr wahrscheinlich nie für Galeria Kaufhof und schon gar nicht für Karstadt interessiert, wenn dies Handelsunternehmen gewesen wären, die ihr Geschäft primär aus Mietimmobilien betrieben hätte, wie viele andere in der Branche. Aber gerade Karstadt verfolgte in der Vergangenheit immer die Philosophie, dass die jeweiligen Standorte auch im Eigentum des Unternehmens stehen sollten. Das ging zeitweise so weit, dass man auf die Präsenz in neuen Einkaufszentren wie zB Centro Oberhausen verzichtete und dem damals schärfsten Konkurrenten Kaufhof den Vortritt ließ, weil kein Erwerb der Geschäftsfläche möglich war. Diese Struktur v.a. von Karstadt machte die Sache für Signa interessant. Kaufhof war in den Immobilienfragen flexibler, gleichwohl immer noch mit einem sehr attraktiven Immobilienportfolio ausgestattet (was Benko durch Verkäufe ja schon kräftig reduziert hat, ua das Kaufhof-Gebäude am Ernst-August-Platz).


    Unabhängig von Corona kann man denke ich annehmen, dass strategisch sukzessive eine Umwandlung der meisten Immobilien zu anderen lukrativeren Nutzungen der Plan ist. Corona beschleunigt das eher, und natürlich nimmt man die Staatshilfen dann noch mit. Am langfristigen Erhalt des Warenhausgeschäftes war er vermutlich nie interessiert, Insidern war das aber eigentlich immer klar gewesen.

  • Du hast aus meiner Sicht schön beschrieben, worin Benkos Interesse besteht wutzi96. Genau das kotzt mich auch an. Karstadt und Kaufhof bedeuten für ihn Investment, Generierung von Erträgen und Spekulation. Fürsorge, Wertschätzung und Sicherung der Arbeitsplätze spielen in seiner Welt keine Rolle.

  • Völlig einer Meinung in dieser Sache. Das Geschäftsgebahren von Benko muss man weiß Gott nicht feiern. Ich will nur darauf hinaus, dass, wer Benkos Geschäftsmodell kennt, nur bedingt überrascht sein muss.

    Und ich vermute aber auch (belegbar ist das nicht), dass es Karstadt und dessen jetzt fusionierte Reststandorte mittlerweile nicht mehr geben würde ohne den damaligen Aufkauf durch Sigma. Macht es freilich nicht besser.

  • Ist das einer von den 20%, von denen der Threaderöffner weniger gern redet.

    Dennoch lohnt sich ein Blick in die Details jenseits der Winterkorns, Quandts und Krupps dieser Welt.

    [...]

    Pauschal würde ich sagen 80% ehrbare, verantwortungsvolle Unternehmer. Die tragen das Risiko, die nehmen die Kredite auf, die stehen bei einem gravierenden Fehler vor dem Totalverlust.

    Aber vielleicht macht er es wieder gut, indem er den dann ehemaligen Mitarbeitern die Mietwohnungen saniert und aufwertet. Ja, dann nicht mehr zu dem alten Preis, aber hey, er nimmt die Kredite auf und trägt das Risiko.

    Das ist so billig, da wäre jede weitere Antwort verschenkte Zeit.


    PS: Dieses selektive Zitieren finde ich zum kotzen, insbesondere dann, wenn es lediglich dazu dient den Text anders erscheinen zu lassen, als er geschrieben war.

    2 Mal editiert, zuletzt von locke ()

  • Ich glaube, das doch recht kühle Wetter verschärft den Eindruck noch, dass man sich eingeschränkt fühlt.