Banken und Finanzen

  • Bei mir ging es um Kreditkartenbetrug, und ich war froh, dass ich einen Menschen dazu sprechen konnte, da die Standardantworten nicht hilfreich waren.

    Sicherlich aber ein seltener Sonderfall.

  • Hatte in letzter Zeit viel mit Vollmachten und dergleichen für andere Konten zu tun und war sehr froh, einen Ansprechpartner bei der Sparkasse in 300 km Entfernung zu haben, der mir echt gut geholfen hat.

  • Es gibt ja viele Leute (vor allem ü60), denen ein persönlicher Ansprechpartner/Berater bei seiner Bank wichtig ist.

    Bei mir ist es das Gegenteil. Ich möchte keinen AP haben, am besten noch jemanden, der alle halbe Jahre einen TERMIN mit mir vereinbaren will, damit ich irgendwas abschließe, was ich nicht brauche.

    Wenn ich Fragen habe, rufe ich irgendwo an oder schreibe ne Mail.

    Ich bin bei der Hannoverschen Volksbank und mich hat einmal vor fünf Jahren der Kundenservice deswegen angerufen. Ich bin dann mal hingegangen und die Beraterin hat gemerkt, dass ich nicht so die Zielgruppe für die Angebote bin. Seither ruft mich niemand mehr an. Wahrscheinlich wäre dasselbe passiert, wenn ich denen am Telefon signalisiert hätte, dass ich kein Interesse habe. Das respektieren die offenbar.

    Das Ganze ist aus meiner Sicht also zumindest kein Argument gegen Filialbanken. Und in Spezialfällen hat man halt die Filiale als Anlaufstelle. Zum Beispiel, wenn das Konto gesperrt ist.

    Mein Bruder hatte nach dem Tod seiner Frau extreme Schwierigkeiten, trotz Vollmacht (in der Ausführung "Passierschein A38 in Gold") an ihr Konto zu kommen. Die zugehörige Neobank, die außerdem noch an der Solaris als eigentlicher Bank im Hintergrund hängt, hat fast vier Wochen für die Prüfung gebraucht. Das Konto mit mehreren zehntausend Euro darauf war in der Zeit gesperrt. Bei Filialbanken ist so etwas normalerweise nach zwei Tagen geregelt.

  • Jeglicher Service ist doch im Internetzeitalter eingestellt. Nirgends kann man mehr anrufen, überall Bots, ob am Tele oder im Internet. Ehrlicherweise ist da ja nicht mal Amazon ein gutes Beispiel. Leider ziehen da Großbanken nach und selbst Direktbanken und erst recht Neobroker haben eigentlich keinen Service, betreuen aber Milliardenbeträge.

    Da sind die regionalen Banken schon eine Ausnahme, was die Erreichbarkeit angeht.

    Natürlich braucht das regelmäßig nicht jeder, daher darf natürlich jeder dahin, wo es ihm schmeckt.

    Die 12 € für eine Girocard bei Minderjährigen ist aber natürlich Banane... Eine ING hat aber bisher nicht mal Minderjährigen Girokonten, also nur mal so... Die führen das gerade erst ein.

  • Es gibt viele Dinge, die man online klären kann, einige, die die wenigsten Berater verlässlich wissen, aber ich möchte die persönliche Beratung weder bei der Baufinanzierung, noch bei der Vermögensberatung oder insbesondere beim support missen.

    Ich hatte letztens eine relativ simple Frage, referenzdaten zu einer Abbuchung, die online nicht ersichtlich waren. Ich hab mich durch alle Optionen des Telefonischen Service geklickt, Bots und FAQ bemüht. Am ende hatte ich eine sehr nette Dame am Telefon, die mir die Info innerhalb von 1 Minute gegeben hat.

    Es ist für mich unschätzbar wertvoll, in der Filiale einen Ansprechpartner zu haben, der sich eben kümmert und die Bankinterna bei sich lässt. Ich will mir nicht aneignen müssen, wie die strukturiert sind.

  • Wenn du den Eindruck hast, dass dir bei Finanzierung und Anlage fachlich fundiert geholfen wird - gut, kommt selten genug vor. Bei Abwicklungsfragen scheinen mir die callcenter einzelner Banken besser als die Filialbesetzungen.

  • Die Sache mit den Filialbanken hängt auch etwas davon ab, wo sie ist.

    Der Berater in der Kleinstadt, der die Kundenhistorie eventuell schon seit Jahren kennt, kann üblicherweise besser beraten. Und er wird meist nicht so stark auf seinen eigenen kurzfristigen Gewinn schauen, da er den Kunden langfristig halten und zufrieden stellen will. Zufriedene Kunden in Kleinstadt/Dorf bringen ihm durch Mund zu Mundpropaganda eventuell auch noch neue Kunden.

    Ein Berater in der Großstadt, der einfach nur Warteschlangen abfertigt und der den Kunden nicht kennt, wird vermutlich dem Reiz erliegen, möglichst viele lukrative Verträge für seine Sollvorgaben zu sammeln.

    Weder ersteres noch zweiteres muss immer so sein, aber es wird sicherlich ein klein wenig Wahres an meinen Aussagen sein.

  • Gerade beim Thema Anlage und Versicherungen sehe ich persönlich einen Honorarberater mittelfristig bis langfristig als die beste Lösung für mich als Kunden.

    Bei Versicherungsmaklern und aO-Vertretern kommt es immer auf die jeweilige Person an.

    Bei Banken sind m. E. die kleineren Vertreter aus der roten und blauen Welt aus dem von 96Weizen genannten Gründen zu bevorzugen.

    Strukturvertrieb ist die schlechteste Möglichkeit (mit sehr, sehr wenigen Ausnahmen).

  • Freund von mir vertritt infolge einer Fusion eine nicht ganz kleine Bank. Ich schrieb ihn auf eine Meldung hin an, dass die Überweisung, ich nehme an, die althergebrachte, dort jetzt 5 € koste. Seine Antwort "Richtig so. Wir müssen auch Steuern zahlen ". Seine Mandantschaft, ok. Aber das Argument überzeugt mich auch im Lichte dessen nicht soo richtig.

  • Und im gleichen Atemzug rufen Vertreter dieser Banken (derzeit vor allem noch aus dem Geno- und SFG-Bereich), dass die bösen Neobanken ganz schlimm seien und man die bloß nicht unterstützen dürfe.

  • Fünf Euro für eine normale SEPA-Überweisung? Das habe ich noch nirgends gehört. Sicher, dass das keine Auslandsüberweisung war? Selbst bei irgendwelchen Privatbanken für Wohlhabende kann ich mir das ansonsten nicht vorstellen.

    Tobias, der Vergleich zu Neobanken ist nicht wirklich fair. Dazu muss ich mir nur ein Land vorstellen, in dem es nur noch Neo- oder Direktbanken gibt. Ich will das nicht haben. Anders als Neobanken übernehmen gerade die von Dir genannten Banken eine Menge Aufgaben in ihren Regionen, die Neobanken einfach mal Null interessieren. Das würde man aber erst merken, wenn es Sparkassen und Genobanken und selbst private Banken mit größeren Filialnetzen nicht mehr gäbe.

  • Fünf Euro für eine normale SEPA-Überweisung? Das habe ich noch nirgends gehört. Sicher, dass das keine Auslandsüberweisung war? Selbst bei irgendwelchen Privatbanken für Wohlhabende kann ich mir das ansonsten nicht vorstellen.

    Könnte mir vorstellen, dass das für von Hand ausgefüllte Überweisungsträger gilt, die bei der Bank eingeworfen oder abgegeben werden.