Lokale Presseberichterstattung

  • Der Kampf gegen die Gebühren (die Vokabel "Zwangsabgabe" stammt auch aus dem rechten Lager) und letztlich die Abschaffung des ÖRR steht auch auf der politischen Agenda der AfD.

    Mit was begründest Du denn bitte, dass die Vokabel "Zwangsabgabe", aus dem rechten Lager kommt? Das ist doch Nonsens.

    Das ist empirisch nachgewiesen. Kein Nonsens.

  • Würde es Dir ausreichen, wenn ich exemplarisch darauf hinweise, dass es im Jahre 2019 in Bayern einen Antrag auf einen Volksentscheid gegen die Zwangsabgabe Rundfunkbeitrag gegeben hat und dass der dort agierende AfD-Verein schon 2018 gegründet wurde?


    Ich möchte die diversen Fundstellen hier nicht so gerne teilen, da ich den AfD-Spacken nicht auch noch Klicks generieren möchte. Aber "Zwangsabgabe-Rundfunkbeitrag-AfD" bei Google bringt sehr viele Links zutage...


    Klick

  • Irgendwie witzig: in einem Thema versuchen wir alle die Demokratie zu retten - und in einem anderen Thema wollen wir mal kurz eine der letzten Bastionen eines finanziell weitgehend freien Journalismus wegen eines vergleichsweise lächerlichen Beitrags plattmachen...


    Hand hoch, wer glaubt, dass man in einer funktionierenden Demokratie keinen freien Journalismus braucht?

    Es ist aber auch hier nicht alles schwarz oder weiß. Nur weil man etwas an dem ÖRR kritisiert, muss man ja nicht gleich Feind des ÖRR sein. Ich finde man man kann doch über das Thema Grundversorgung, was diese beinhaltet, das doppelte und dreifache Abdecken durch mehrere unterschiedliche Teams des ÖRR, das Nebenzubrot für sich verdient gemachte Mitglieder unterschiedlicher Parteien im Rundfunkrat, die Werbe- und Imagekampagnen mit Gebührengeldern finanziert etc. pp. eine kritische Meinung haben, ohne gleich ein Verräter an der Demokratie und dem freien Journalismus zu sein oder den ÖRR komplett beerdiegen zu wollen. Um es in Deinen Worten zu sagen: "In einem Thema versuchen wir sensibel für Framing zu sein und hier ist das für den richten Zweck okay!" .... nicht böse gemeint, aber so kommt das hier rüber.


    Und "lächerlicher Beitrag" ist auch immer ein wenig subjektiv.

  • Aber "Zwangsabgabe-Rundfunkbeitrag-AfD" bei Google bringt sehr viele Links zutage...

    Äh, ja. Logisch. Mehr Framing geht ja auch in einer Suche kaum.

    Zeig mir dann mal Texte, wo vor der Existenz der AfD schon jemand aus dem demokratischen Lager von "Zwangsabgabe" sprach.

    Das ist schwierig, da die AfD 2013 gegründet wurde und der Rundfunkbeitrag in seiner jetzigen Form (also wirklich von jedem zu zahlen, unabhängig davon, ob man empfangsfähige Geräte besitzt) erst seit 2013 exisitert.


    Und bitte nicht falsch verstehen, ich möchte mich hier gar nicht zum Verfechter der ideologiefreien Verwendung des Begriffs "Zwangsabgabe" machen. Allerdings stört es mich themenunabhängig, wenn jemand "empirisch belegt" ohne Quelle verwendet.

  • https://www.tagesspiegel.de/ge…wangsabgabe/13530254.html

    Zeig mir dann mal Texte, wo vor der Existenz der AfD schon jemand aus dem demokratischen Lager von "Zwangsabgabe" sprach. Auch hier im Forum wurde der Begriff vorher nicht verwendet.



    Zitat

    Proteststurm gegen die Fernsehsteuer

    Ab Januar muss jeder Haushalt pauschal 17,98 Euro monatlich an die GEZ zahlen - selbst wenn er überhaupt keinen Fernseher besitzt. Die Wut vieler Bürger auf diese Zwangsabgabe wächst, nun geht der Streit vor Gericht.

    https://www.handelsblatt.com/p…ernsehsteuer/7302132.html




    Zitat

    Zwangsgebühr entfällt im Knast

    Strafgefangene von Rundfunkgebühr befreit

    Hafträume sind keine Wohnräume: Wie das nordrhein-westfälische Justizministerium mitteilt, sind Strafgefangene bundesweit von der neuen GEZ-Zwangsabgabe befreit - das gelte auch für Freigänger im offenen Vollzug, die über ein eigenes Einkommen verfügen.

    https://www.spiegel.de/kultur/…ehr-befreit-a-882477.html



    Zitat

    Wer muss zahlen: Ab dem 1. Januar 2013 gilt: Eine Wohnung, ein Beitrag. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Personen in diesem Haushalt wohnen oder über welche oder wie viele Geräte Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen genutzt werden. Monatlich fallen 17,98 Euro für den neuen Rundfunkbeitrag an. Egal ob Familie, Wohngemeinschaft oder Single-Haushalt. Gezahlt werden muss auch, wenn das Programm der Öffentlich-Rechtlichen nicht genutzt wird oder es im Haushalt keinen Fernseher gibt. Kritiker sehen hier eine Zwangsabgabe. Die Option, sich abzumelden, gibt es nun nicht mehr.

    https://www.focus.de/kultur/me…e-zukommt_aid_880984.html

  • Da ist auch schon AfD-Propaganda mit eingearbeitet. Das geht bis in die bürgerliche Mitte. Der Handelsblastt-Artikel operiert ja zugleich mit dem Begriff des "Wutbürgers", das kommt aus den Sarrazin-Büchern und dem rechten Milieu, was sich um ihn herum bildete bzw. ihn dankbar aufnahm.

    Der Focus-Artikel nennt "Kritiker", das war von Beginn an die AfD bzw. ihre Vorläufer.

    Mittlerweile wird der Begriff so stark von Rechtspopulisten besetzt, dass man ihn vermeiden sollte. Die Müllgebühr ist ebenfalls eine Zwangsabgabe; ich habe kein auto, zahle über meine Steuern aber trotzdem mit für die entsprechende Infrastruktur usw., da spricht die AfD nicht von Zwangsabgabe. Ideologisch konnotierte Begriffe sollte man nicht verwenden.

  • Der Kampf gegen die Gebühren (die Vokabel "Zwangsabgabe" stammt auch aus dem rechten Lager) und letztlich die Abschaffung des ÖRR steht auch auf der politischen Agenda der AfD.

    Mit was begründest Du denn bitte, dass die Vokabel "Zwangsabgabe", aus dem rechten Lager kommt? Das ist doch Nonsens.

    Das ist empirisch nachgewiesen. Kein Nonsens.

    Zitat

    Veränderung der Rundfunkgebühren

    Zwangsabgabe auch bei Nichtkonsum


    Aus der Rundfunkgebühr wird in wenigen Tagen der Rundfunkbeitrag. Was ändert sich? Und warum eigentlich?

    https://taz.de/Veraenderung-der-Rundfunkgebuehren/!5077589/

  • Da ist auch schon AfD-Propaganda mit eingearbeitet. Das geht bis in die bürgerliche Mitte. Der Handelsblastt-Artikel operiert ja zugleich mit dem Begriff des "Wutbürgers", das kommt aus den Sarrazin-Büchern und dem rechten Milieu, was sich um ihn herum bildete bzw. ihn dankbar aufnahm.

    Der Focus-Artikel nennt "Kritiker", das war von Beginn an die AfD bzw. ihre Vorläufer.

    Mittlerweile wird der Begriff so stark von Rechtspopulisten besetzt, dass man ihn vermeiden sollte. Die Müllgebühr ist ebenfalls eine Zwangsabgabe; ich habe kein auto, zahle über meine Steuern aber trotzdem mit für die entsprechende Infrastruktur usw., da spricht die AfD nicht von Zwangsabgabe. Ideologisch konnotierte Begriffe sollte man nicht verwenden.

    Der Begriff wurde selbst von MItarbeitern der öffentlich-rechtlichen in den 90er Jahren genutzt z.B. Jürgen Kellermeier. Von ihm stammt wohl der Satz (der hier in anderer Form ja auch schon gebracht wurde :)):


    Zitat

    "Wenn wir die Mehrheiten nicht mehr bedienen, zahlen die keine Zwangsgebühren mehr. Aber zur Rechtfertigung brauchen wir das andere auch."

    Ich teile aber Deine Auffassung, das man mit dem Begriff heute vorsichtig umgehen sollte.

  • sasa , poste doch mal, falls bei deiner Vorsprache was konstruktives bei rauskommt...

    Man hat mir für ein halbes Jahr kostenlosen Zugang zu HAZ+ angeboten, danach sollte ich auf den vollen Preis wechseln. Ich habe nun gekündigt.

    Und das fällt mir gar nicht so schwer, wenn ich Schlagzeilen wie Calimera auf Kanaren: So heftig wütet der Sandsturm lesen muss, wo es dem geneigten Journalisten mal wieder nicht möglich ist, "Calimera" von "Calima" zu unterscheiden.

  • Die "Qualität " des HAZ+ Angebotes ist schon speziell, in der Tat. ZB fällt mir neben diesen Topleistungen auch negativ auf, wie lange dann einzelne Artikel immer noch nach Tagen prominent plaziert bleiben, obwohl sie schon inzwischen im Print standen...

  • Es ist aber auch hier nicht alles schwarz oder weiß. Nur weil man etwas an dem ÖRR kritisiert, muss man ja nicht gleich Feind des ÖRR sein. Ich finde man man kann doch über das Thema Grundversorgung, was diese beinhaltet, das doppelte und dreifache Abdecken durch mehrere unterschiedliche Teams des ÖRR, das Nebenzubrot für sich verdient gemachte Mitglieder unterschiedlicher Parteien im Rundfunkrat, die Werbe- und Imagekampagnen mit Gebührengeldern finanziert etc. pp. eine kritische Meinung haben, ohne gleich ein Verräter an der Demokratie und dem freien Journalismus zu sein oder den ÖRR komplett beerdiegen zu wollen. Um es in Deinen Worten zu sagen: "In einem Thema versuchen wir sensibel für Framing zu sein und hier ist das für den richten Zweck okay!" .... nicht böse gemeint, aber so kommt das hier rüber.


    Und "lächerlicher Beitrag" ist auch immer ein wenig subjektiv.

    Ich glaube, hier hat so gut wie niemand dem ÖRR eine Absolution erteilt. Im Gegenteil waren die Postings fast immer differenziert und haben angedeutet, dass Kritik an der Ausgaben- und Organisationsstruktur (auch mit Blick auf die Höhe des Beitrags) vollkommen in Ordnung ist.


    Es ging hier um die grundsätzliche Berechtigung und die wichtige Aufgabe, die der ÖRR für die Pflichtabgabe innerhalb der Gesellschaft leistet. Und Pay-per-View stellt das eben in Frage.

  • Danke Ghostrider.


    Man sollte nicht immer alles in eine Ecke schieben Dahl. Für alles ist die AfD nun mal nicht verantwortlich.

    So sachlich sollte man dann doch bitte bleiben.

  • Leuchtet nicht ein, sorry. stscherer sprach im von mir zitierten Post von "wir" und stellte eine Frage an alle. Für mich bezog sich das ganz klar auch auf andere Mitdiskutanten und eben nicht nur auf pay-per-view. Wo wir dann wieder bei meiner Kritik sind.


    Wenn das anders gemeint gewesen sein sollte, dann ist meine Kritik natürlich hinfällig. Dann wäre meine Kritik, dass man da zumindest hätte begründen können warum man, sofern man für pay-per-view ist (Disclaimer: was ich persönlich explizit nicht bin), automatisch gleich im vollen Bewußtstein für das plattmachen des ÖRR ist.

  • Ufo1407: Mit zweien dieser Links habe ich mich anschließend kritisch auseinandergesetzt, Ufo. Das solltest Du schon zur Kenntnis nehmen und nicht einfach die Linas noch mal bringen. Ebenfalls beachten solltest Du den überzeugenden google-Link von stscherer, der die Häufigkeit dieses Begriffs in AfD-Verlautbarungen klar nachweist.

    Der Vorwurf, "in eine Ecke schieben" (es fehlt nur "rechte") ist mittlerweile auch AfD-Terminologie, die alles versuchen, um sich bieder-bürgerlich konservativ zu geben und deshalb es heftig von sich weisen, in einer bestimmten "Ecke" zu stehen. Andere Beiträge trotz klarer empirischer Nachweise als nicht "sachlich" zu bezeichnen, ist in dem Milieu ebenfalls beliebt. Also überleg künftig mal, ob nicht eine klarere Distanzierung Deinerseits der bessere Weg wäre als der Versuch, rechtes Denken "mittefähig" zu machen.

  • Naja, hier wurde vor allem empirisch belegt, dass der Begriff (ironischerweise auch noch im eher linken Spektrum) bereits gebräuchlich war, bevor sich die AfD überhaupt gegründet hatte. Daran ändert sich auch durch die Tatsache nichts, dass die AfD diesen Begriff mittlerweile gehijacked hat und man ihn deshalb mit Bedacht bzw. gar nicht einsetzen sollte.