Stimmung und Drumherum bei den 96-Pflichtspielen

  • Erstens gab es einen klaren Grund für das "Nichtanfeuern". Der wurde vorher klar kommunziert und eben auch erklärt, dass sich dieses Vorgehen nicht gegen die Mannschaft richtet.


    Wenn Du über Monate Deine Frau ignorierst, weil du Ihre Mutter nicht magst und es sogar einen guten Grund dafür gibt, kannst Du das auch kommunizieren, es ändert aber nichts daran, dass Deine Frau darunter leidet und es Dir wahrscheinlich auch nicht verzeiht.


    Ich fand es eine Unverschämtheit von der Mannschaft nicht einmal ein wenig Respekt vor der Entscheidung der Fans zu bekunden, die den Boykott nicht zuletzt wegen der Mannschaft ruhen lassen.


    Ich wiederhole mich: die Mannschaft hat keinen Anlass zum Boykott gegeben; im Gegenteil sie spielt weiter über den Erwartungen. Es ist nicht ihre Aufgabe, für Kind die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Wem man keinen Respekt erweist, von dem sollte man auch keinen erwarten. Gilt nicht nur bei 96.

  • Ich fürchte, Du liest nicht richtig und verstehst den Sinn eines Streiks bzw. Boykotts nicht richtig.


    Wenn ich das falsch sehe, dann erkläre mir bitte diese beiden Begriffe.

  • Was ist das denn für ein Beispiel? :kopf:


    Und ich wiederhole mich auch nochmal: Auf dem Rasen stehen die Profis und die sollten sich auch professionell verhalten.

  • Hier wird ja immer wieder gerne gesagt, dass der Stimmungsboykott nur Kind treffen und schaden sollte und zudem behauptet, dass dieser ihm auch wirklich geschadet hat, da ja seine Marke dadurch öffentlich gelitten hat. Quasi Worst Case Szenario für den GröPaZ.


    Ich habe da so meine Zweifel, dass Kind das wirklich geärgert hat. Ich glaube viel mehr, dass es ihn insgeheim sehr gefreut hat, da sich seiner Meinung nach die Opposition dadurch selbst geschadet hat. Was könnte es denn großartig Besseres für ihn geben, als das er auch noch das letzte Vereinsinterne Risiko minimiert sieht, da durch den Stimmungsboykott und andere Sachen sich die Fanlager spalten, sich die Fronten noch mehr verhärten und die "Ultras", wie man ja immer wieder pauschalisiert, noch mehr in Ungnade fallen als je zuvor? Zudem vermutlich für die Personen, bei denen es in Kinds Augen wichtig ist, wie es um den Ruf von Hannover 96 bestellt ist, die Stimmung im Stadion keine oder zumindest eine untergeordnete Rolle spielen dürfte und es viele solcher Menschen vermutlich sogar toll fänden, wenn es Kind tatsächlich gelingen würde, diese Fans möglichst allesamt aus dem Stadion zu vertreiben.


    Von daher haben sich vermutlich fast alle außer eben Kind an diesem Stimmungsboykott gerieben und am meisten gelitten haben darunter die Mannschaft und all die Fans, die sich fortan nach guter Stimmung gesehnt haben oder die selbst aktiv am Stimmungsboykott teilgenommen haben und sich insgeheim gewünscht haben, endlich wieder guten Gewissens supporten zu können.


    Von daher bin ich auch der Meinung, dass Kind sich über die aktuelle Entwicklung sehr freuen dürfte. Sollen sie doch wieder alle schweigen, am besten schon ab dem nächsten Spiel. Der Champagner ist bereits kaltgestellt!

  • Nicht auszudenken, wo die Mannschaft stehen würde, wenn die Zehntausenden, die da im Stadion hocken, aber mal so richtig Gas geben würden. Erster? Zweiter? Mindestens!
    Ich finde es auch eine Unverschämtheit, dass die "Fans" sich trotz der intensivsten Versuche des Vereins auf den verschiedenen Ebenen, den zigfachen Gesprächsangeboten an die "Fans", den Komprissvorschlägen usw. usf., sich nicht herablassen, wieder richtig Gas zu geben. Was soll der Verein denn noch machen?

  • Dass ein Spieler durch den Stimmungsboykott (selbst wenn er die Hintergründe kennt) seine Leistung nicht wertgeschätzt sieht, finde ich komplett nachvollziehbar.
    Was wäre wohl passiert, wenn statt der Pfiffe ein „Wir wollen die Mannschaft sehen“ gekommen wäre?

  • Nochmal (auch wenn schon etliche Male geschrieben): Da sind zigtausende im Stadion. Davon wollen vielleicht tausend oder so nicht singen. Der Rest kann.
    Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum sich diese simple Tatsache einfach nicht festsetzen mag.

  • Die Opposition hat sich durch die gewählte Stille nie im Leben geschadet Chaosqueen,sondern genau dadurch die Öffentlichkeit erschaffen,die Pro Verein dann prima nutzen konnte um gezielt Informationen zu streuen und Strategien umzusetzen!


    Wie kann man nur auf die Idee kommen,daß die Opposition sich geschadet hat im letzten halben Jahr,im Gegenteil,sie hat sich erst einmal gefunden,aufgestellt,stabilisiert und hat in den letzten Wochen angefangen zu attackieren.Das große Hauptziel(die Übernahme Kinds zu verhindern) wurde erreicht und Martin Kind ist umstrittener denn je.


    Ja,was sollte die Opposition denn noch mehr schaffen mit kriminalisierter Fanszene in Petto und komplett gegen sie agierende Medienwelt in Hannover?


  • Was wäre wohl passiert, wenn statt der Pfiffe ein „Wir wollen die Mannschaft sehen“ gekommen wäre?

    ? ? Obige Buchstaben kann ich nicht leider nicht begreifen ? ?


    das kam doch extrem intensiv ... oder warst Du nicht da ????


  • Ich denke, Du beschreibst nicht die Wirklichkeit, sondern es ist Deine Interpretation der Sache.


    Erst durch den Stimmungsboykott konnte bundesweite Aufmerksamkeit erreicht werden und hat letztendlich ein Auge auf die DFL und MKs Antrag geworfen.
    Die Schutzschrift an die DFL hat dann den Ausschlag für ein Umdenken bei manchen Funktionären bewirkt.


    Ohne den Boykott hätte kein Mensch das Problem zur Kenntnis genommen und die Übernahme wäre ohne großes Aufsehen schon lange durch.


    Die Wirkung des Boykotts auf die Mannschaft war dabei zweitrangig, denn die haben auch ohne Stimmung gewonnen, oder nicht.


    Ich glaube, Du denkst bei Deiner Argumentation in erster Linie nur an Dich und dein Wohlbefinden im Stadion.


    Sorry, ist nicht böse gemeint.

  • Den gleichen Schuh musst Du dir auch anziehen...Du schreibst alleinig Deine Interpretation.


    Man sollte mal Gegenüberstellen, was man alles an erfolglosen Klagen/Verfahren geführt hat und welche Kosten dafür entstanden sind. Der weitere Vertrauensverlust. Was sich inzwischen hier an gesellschafts- und vereinsrechtliches Halbwissen im Forum tummelt ist nicht mehr witzig. Hier sind einige sowas von ihren Ansichten überzeugt und lassen keine anderen tatsachen mehr gelten.


    M. E. haben am Ende nicht die Argumentation aus den Klagen oder der Boykott, über den überregional nicht gerade groß berichtet wurde, den Ausschlag gegeben, sondern alleinig die bestehende Rechtsauffassung der DFL zur jahrelangen Förderung. Allein hieran scheitert die Übernahme bislang. Ob weitere mögliche Beschlüsse (ob die überhaupt die Mehrheiten bekommen!) auf MV/JHV überhaupt noch was ändern können, ist doch fraglich. Ein Plan ist da insgesamt nicht zu erkennen. Deswegen sollte mal einer von ProVerein oder Anderen einen klaren alternativen Weg aufzeigen, die Anteile von Kind zurückzuführen. Den sehe ich nämlich nicht bislang.

  • Die Gesellschafterseite mit Kind & Co. sitzt doch ohnehin am längeren Hebel,
    die entscheidet nämlich über die Kapitalausstattung/Darlehen darüber, wieviel Mittel
    bei Bedarf der Profi-Fußball-Firma zur Verfügung gestellt werden, um eine wettbewerbsfähige
    Mannschaft mit Ambitionen zusammen zu stellen …


    Ein wirkungsvolles 50+1 wäre ohnehin nur dann vorhanden, wenn auch der Verein kapitalmäßig
    an der Betreibergesellschaft entsprechend 50+1 beteiligt ist.

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  • Mir ist das gegenseitige Zujubeln oder Nichtzujubeln mit der Mannschaft min. seit Moskau 2013 sowas von egal. Verstehe auch nicht so wirklich, warum man sich da Samstag so dran aufgehängt hat. Für mich drängt diese Diskussion die weitaus erheblicheren Fragen wieder einmal in den Hintergrund.

  • Nach zwei Tagen Nachdenken und dem Lesen der meisten der Beiträge hier, bin ich immer noch der Meinung, die Mannschaft hat sich, dem Verein/Konstrukt und den Fans einen Bärendienst erwiesen. Wenngleich ich sogar etwas Verständnis für die "bockige" Haltung aufbringen kann (zumal die "Ultras" ja auch gern frühzeitig den Block verlassen hatten), denke ich doch, dass sie insbesondere in einer solch fragilen Situation über ihren Schatten oder was auch immer hätte springen sollen. Das hätte durchaus Klasse, Souveränität und Weitsicht bzw. Kenntnis der Lage bewiesen. So hat sie sich angreifbar gemacht und sogar noch weiteres, vollkommen unnützes Öl ins Feuer gegossen.
    Heldt sagte ja irgendwo (glaube, habe es bei 96freunde.de gelesen), die Mannschaft sei mündig (im Zusammenhang mit dem meiner Meinung nach vollkommen unsinnigen Vorwurf, sie hätten auf Weisung von oben gehandelt). Wenn sie mündig ist, dann hat sie sich mit der Situation auseinandergesetzt und gewusst, dass der Boykott nicht gegen sie, sondern gegen Kind und seinem Vorhaben gerichtet war und die Fanszene keinen anderen Weg fand, als sich in diesem Anliegen durch Stille Gehör zu verschaffen.
    Darüber hinaus gab es während des Boykotts ja auch immer kleine und größere Gruppen im Stadion, die versucht hatten, sowas wie eine Stimmung aufzubauen. Die müssten sich doch ebenfalls ziemlich verarscht vorkommen, ob der offensichtlichen Undankbarkeit seitens der Mannschaft.
    Mein Fazit: absolute Kinderkagge.
    Aber die stimmungmachenden Fans sollten sich davon nicht beeindrucken lassen und weitermachen. Denn sie/wir sind immer noch da, wenn alle anderen weg sind - hoffe ich jedenfalls.

  • Nun meint Herr Purbs, dass der Konflikt nicht die Baustelle der Mannschaft sei, was als Meinung ja durchaus legitim ist. Was er in diesem Kommentar allerdings in meinen Augen komplett vernachlässigt, ist die Tatsache, dass das Fernbleiben von der Kurve am Samstag viel mehr ein Statement zum Konflikt darstellt, als es ein kurzes Hingehen getan hätte. Gerade wenn die Mannschaft sich hätte neutral verhalten wollen, wäre ein anderes Verhalten angebracht gewesen.