Stimmung und Drumherum bei den 96-Pflichtspielen

  • Dem kann ich nur zustimmen. Auch wenn man schon xtausendmal dieselben wohlwollenden Worte des Präsidenten hörte, sich anhören kann man vieles. Also immer ein offenes Ohr haben und die eigenen Rückschlüsse daraus ziehen.

  • Das ist auch aus meiner Sicht der Punkt ... der Zeitpunkt an dem der Nord-Oberrang seine Meinung / seine Anfeuerung der Mannschaft wieder mit vermutlich guter Absicht eingesetzt hat nach Monate des Schweigens war aus meiner Sicht und Wahrnehmung im Stadion nicht glücklich gewählt. Vermutlich wäre es für aller nachvollziehbarer und versöhnlicher gewesen den Boykott für den letzten Heimspieltag bzw. mind. die letzte Halbzeit auszusetzen und ein Zeichen zu setzen, dass der Boykott nicht gegen die Mannschaft geht. So wirkte es leider Aufgrund von 90 Minuten Regungslosigkeit sehr unglücklich. Aufgrund dieses heftigen Reizpunktes genau bei der Verabschiedungsrunde der Mannschaft durch das Stadion nach dem Spiel hat es dann diese heftige Reaktion (Pfiffe) "der Anderen" ausgelöst. Wie ich finde für alle Beteiligten inkl. der Mannschaft, die diesen Zusammenhang so sicher auch nicht mitbekommen hat, unglücklich. Am Ende sind dann in dieser Situation irgendwie alle Verlierer.


    Die Mannschaft war die ganze Saison über der Verlierer und das wurde seitens der nicht aktiven Fanszene in Kauf genommen. Ich fand es sehr gut, dass sie trotzdem in die Kurve gegangen ist, was aber wohl vor allem an Salifs Abschied lag; vielleicht auch daran, dass der Unterrang in den letzten Spielen immer ordentlich supportet hat. Vielleicht war es aber auch ein Angebot an den Oberrang. Ein Annäherung ist ja in jedem Fall zu begrüßen.



    Spannend, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sein können.
    Ich fand den Zeitpunkt hervorragend gewählt, weil, zusammen mit den Transparenten, die die Mannschaft und Sané direkt ansprachen, klar war, dass es eben nicht gegen die Mannschaft ging.
    Und aufgrund der Wucht, mit der die Gesänge herausbrachen, hätte jeder sehen können, wie weh es dem Oberrang getan haben muss, die ganze Zeit die Mannschaft nicht anzufeuern.


    Ja, das ist sie wieder, die Warnehmung. Eigen- und Fremdwahrnehmung sind selten gleich. Und die Fremdwahrnehmung für den Oberrang ist eben anders. Die ehemals "aktive Fanszene" glaubt, den Zeitpunkt gut gewählt zu haben. Tatsächlich muss man aber festhalten, dass ein Großteil der anderen Stadionbesucher (wie auch immer sie hier despektierlich genannt werden) wenig Sinn darin sieht, dass die eigene Mannschaft eben nicht während des Spiels, sondern danach angefeuert wird.


    Dass es zu massiven Pfiffen gekommen ist, hat mich auch entsetzt. Gottseidank, haben dann alle gemeinsam beim Salif Sane Gesang mitgemacht. Die Verabschiedung war dann ja auch wirklich einmalig un allenfalls mit der für Lasrs Stindl zu vergleichen.


    Die Verlierer sind eindeutig die Fans, die mit Herzblut und riesigem Engagement Jahr um Jahr alles für 96 gegeben haben und als Äsche dastehen, während die restlichen 45.000 außer in solchen Augenblicken steil zu gehen.


    Hart gesagt, ein selbstgewähltes Schicksal.


    In den vergangenen Jahren mag vieles so gestimmt haben. Dieses Jahr ist eben alles anders.


    Aber es wurde ja oft genug erklärt, dass man nicht für die anderen Fans Stimmung macht (die sollen das selbst machen), dass die Mannschaft auch ohne Stimmung gut zu spielen hat (sind alles hochbezahlte Profis und Support wirkt sich nicht auf die Leistung aus), der Verein tot ist (dabei gehören die Profis gar nicht zum e.V.).


    Der "normale" Zuschauer fragt sich dann vielleicht doch, wen oder was die Ulltras & Co. denn feiern außer sich selbst.
    Der Zeitpunkt sich nicht nur der Mannschaft, sondern auch den anderen Fans wieder anzunähern wurde verpasst. Durch das gemeinsame Abfeiern von Salif ist die Heim-Saison am Ende trotzdem noch ein wenig harmonisch verlaufen.

  • Spannend, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sein können.
    Ich fand den Zeitpunkt hervorragend gewählt, weil, zusammen mit den Transparenten, die die Mannschaft und Sané direkt ansprachen, klar war, dass es eben nicht gegen die Mannschaft ging.
    Und aufgrund der Wucht, mit der die Gesänge herausbrachen, hätte jeder sehen können, wie weh es dem Oberrang getan haben muss, die ganze Zeit die Mannschaft nicht anzufeuern.


    Ja, das ist sie wieder, die Warnehmung. Eigen- und Fremdwahrnehmung sind selten gleich. Und die Fremdwahrnehmung für den Oberrang ist eben anders. Die ehemals "aktive Fanszene" glaubt, den Zeitpunkt gut gewählt zu haben. Tatsächlich muss man aber festhalten, dass ein Großteil der anderen Stadionbesucher (wie auch immer sie hier despektierlich genannt werden) wenig Sinn darin sieht, dass die eigene Mannschaft eben nicht während des Spiels, sondern danach angefeuert wird.


    Wieso kommst du hier mit Eigen- und Fremdwahrnehmung und wirfst mal wieder alle Kritiker in einen sehr kleinen Topf? Nach meinem Wissen ist prickel kein Teil "derer", sondern hat die Situation ebenso wie du von außen wahrgenommen. Es geht ihm also keineswegs darum, hier sein Handeln und das seiner Brüder im Geiste zu rechtfertigen, sondern er schildert ebenso eine "Fremdwahrnehmung" wie du. Insofern ist auch nicht "die Fremdwahrnehmung" für den Oberrang anders, weil des "die Fremdwahrnehmung" gar nicht gibt. Aber natürlich ist die Welt weiterhin viel simpler, wenn man einfach alle über einen Kamm schert.

  • Ich habe von einem Großteil der Besucher geschrieben. Jeder wird da im Detail sogar seine ganz eigene (Fremd-)Wahrnehmung haben, die sich von der Eigenwahrnehmung eben doch unterscheidet.


    Das war eine Feststellung/Meinungsäußerung und kein Angriff gegen Prickel. und ich habe festgestellt, nicht geurteilt.
    Diese Argumente erscheinen her aber immer reflexartig, wenn man nicht die "allgemeine Meinungsrichtung" vertritt.

    Einmal editiert, zuletzt von Gerrem ()

  • Es ging aber so oder so nicht um Eigenwahrnehmung, sondern immer um Fremdwahrnehmung. Niemand hat in dem Kontext, den du hier herstellst, davon geschrieben, dass "wir das schon richtig so gemacht haben".

  • Natürlich pauschaliert Gerrem. Aber auf der anderen Seite ist auf der Heterogenität kaum möglich, jede einzelne Sichtweise/Wahrnehmung abgegrenzt und differenziert in einem Beitrag unterzubringen.
    Im übrigen pauschalieren auch andere die jeweils andere Gruppe, wenn ich da nur an Begriffe wie "die Aufrechten", "die Klatschpappen" oder "das Eventpublikum" denke. Gibt noch weitere "nette" Pauschalisierungen und ich kann mich nicht erinnern, dass in diesen Fällen der Pauschalierung ebenso reflexartig reagiert wird.


    Und das, was Gerrem schreibt zum Support anderer Fans, ist kein Urteil, sondern sein Meinung. Die sollte man ihm schon zugestehen. Man muss sie ja nicht teilen.

  • Genau, seine Meinung gestehe ich ihm zu. Aber dann bitte auch so deklariert und nicht als "die Fremdwahrnehmung" verkauft. Nur darum geht es mir.
    Und bei den Titulierungen der "normalen Stadionbesucher" bin ich grundsätzlich bei dir. Halte ich ebenso für unangemessen und für die Sache nicht förderlich. Wobei ich sie immer noch für differenzierter halte, weil z.B. mit "den Aufrechten" eben nicht alle, sondern meist nur die gemeint sind, die pfeifen und schimpfen. Umgekehrt wird da in meinen Augen noch weniger differenziert. Das wiederum ist aber nur meine Meinung und die kann falsch sein.

  • Schöngerede.
    Basierend auf Aussagen und eben nicht dem geschriebenen Wort in einem Vetragskontext.
    immer wieder schön, wie man die Kohlen aus dem Feuer holen muss, wenn Sankt Martin mal wieder vorlaut war:



    Zitat

    "Diese Aussagen wurden missverständlich formuliert".

  • Zitat

    Hierfür gibt es eine "Wohlverhaltensklausel". Diese besagt, dass der e.V. Rücksicht auf die Belange der S&S nimmt z.B. dass keine diffamierenden Äußerungen getätigt werden.


    An die Juristen:


    Sollte sich Herr Kind aus dem e.V. zurückziehen, ein neuer Vorstand unlautere Machenschaften von Herrn Kind zu Ungunsten des Vereins aufdecken, dann darf der neue Vorstand/Aufsichtsrat darüber nicht sprechen, weil damit Herr Kind als Geschäftsführer der KGaA diffamiert wird?


    Verstehe ich das richtig?

  • Ist das ein Protokoll? ernstgemeinte Frage. Ich lese nur endlich die Beantwortung des Fragenkatalogs. Unter einem Protokoll verstehe ich irgendwie was anderes.

  • Es ist so unfassbar geil, wie viel mit dem Fehlen eines dauerhaften Singsangs einiger weniger erreicht wird.


    Maximal 300, hin und wieder auch 500. Pickelige Teenager in Zusammenarbeit mit einigen Hartzern, die ja eh den ganzen Tag nicht mehr zu tun haben, als sich um die Beschaffung der nächsten Flasche Bier zu kümmern.


    Und diese unheilvolle Allianz nimmt nicht nur ein 49.000 Mann-Stadion in Geiselhaft, nein, die stressen auch die laufenden und PS4-spielenden Tattoo-Displays und verhindern adäquate Neuzugänge, weil potentielle Investoren nicht zu überzeugen sind.

  • Hallo in die Runde!


    Ausschlaggebend für meine Registration und damit Schreibmöglichkeit war das Hertha-Spiel, genauer gesagt, die Geschehnisse danach.


    Ich habe die These, dass die pfeifenden Leute aus der West zunächst gar nicht mitbekommen haben, um was es dem Oberrang Nord mit dem Gesang ging. Nach dem Motto: "Die Ultras reissen mal wieder die Klappe auf" wurde quasi reflexartig gepfiffen, ohne gleich zu begreifen, was dort gesungen wurde. Der Wortlaut von "Hannover wird nicht untergehen" wurde z.B. bei uns in N12 in den ersten Sekunden zunächst auch nicht verstanden (also akustisch). Der N16/17 Gesang floss ja in den schon bestehenden Jubelgesang des restlichen Stadions mit ein. Dazu passt dann auch das im Einklang ebenfalls reflexartige, für mich schon fast aggressive "HSV, HSV", so wie es das schon gab seinerzeit gegen Schalke, glaube ich... Ausserdem wäre dann schlüssig, dass im weiteren Verlauf wiederum vergleichsweise harmonisch Sane gefeiert wurde. Ein prinzipielles Ablehnen einer Äusserung von N16/17 hätte ja ansonsten ein dauerhaftes Pfeifkonzert bringen müssen. Es sei denn die West war beim Aufregen genauso schnell müde wie sonst beim Anfeuern ;)


    Macht die Sache natürlich nicht weniger hässlich. Hier im Forum wurde über die Aktion gesprochen; das bekommt der Madsack-Kunde zwar natürlich nicht mit, aber so ein Verhalten ist eine Unart - spiegelt aber (nicht nur bei 96) die Gesellschaft in unserem Land wider: andere Meinungen werden seltener diskutiert, sondern eher niedergemacht.


    Zu meiner Person: bin Anhänger seit 1987, habe aktuell eine Dauerkarte in N12. Highlight war der Pokalsieg 1992 und das Ätzendste war eine 0:5 Klatsche gegen Uerdingen, in deren Folge mir ein paar Vollpfosten in Ronnenberg meine Fahne gegen Gewaltandrohung abgenommen haben:sauer: Ich verfolge das Forum schon eine Weile und will das hier (ohne mich anbiedern zu wollen) loben. Obwohl oft ruppig, ist das hier eine gute Quelle, um sich schlau zu machen, gerade weil auch oft kontrovers diskutiert wird ist das Forum unverdächtig, einen schlichten Gegenpol zu MK darzustellen...

  • Herzlich willkommen!


    Hier ist es doch total friedlich und wertschätzend im Vergleich zum Öffi-Forum, und wenn man sich mal JHVs mit Hausmeister Krause ansieht, dann ist es sogar Kindergeburtstag... :p

  • Es ist so unfassbar geil, wie viel mit dem Fehlen eines dauerhaften Singsangs einiger weniger erreicht wird.


    Maximal 300, hin und wieder auch 500. Pickelige Teenager in Zusammenarbeit mit einigen Hartzern, die ja eh den ganzen Tag nicht mehr zu tun haben, als sich um die Beschaffung der nächsten Flasche Bier zu kümmern.


    Und diese unheilvolle Allianz nimmt nicht nur ein 49.000 Mann-Stadion in Geiselhaft, nein, die stressen auch die laufenden und PS4-spielenden Tattoo-Displays und verhindern adäquate Neuzugänge, weil potentielle Investoren nicht zu überzeugen sind.


    Immer wiederkehrende Veralberungen der Situation und von Personen tragen nicht zu einer Verbesserung bei und taugen auch nicht, um für Heiterkeit zu sorgen. Es zeigt nur die Arroganz derer, die für sich in Anspruch nehmen, dass richtige zu tun und dies gleichzeitig anderen absprechen.

  • So lange ein Typ kein Interesse an einer Änderung zeigt, wird sich nix ändern. So einfach ist das.
    Oder die große Masse ignoriert die wenigen komplett und absolut. Hätte sie das von Anfang an getan, müsste man nicht immer wieder diese unsägliche Stimmung diskutieren.


    Ach ja: Fast schon ekelhaft arrogant zeigt sich in erster Linie der eine Typ und sein Gefolge in Verein, Medien und Co.

  • Immer wiederkehrende Veralberungen der Situation und von Personen tragen nicht zu einer Verbesserung bei und taugen auch nicht, um für Heiterkeit zu sorgen. Es zeigt nur die Arroganz derer, die für sich in Anspruch nehmen, dass richtige zu tun und dies gleichzeitig anderen absprechen.


    Oh, seit wann positionierst du dich so deutlich auf Seiten der Stimmungsboykotteure und gegen Kind?

    Einmal editiert, zuletzt von sasa ()