Ehe und Partnerschaft

  • Ich konnte dieses Thema nicht finden, und kam gerade durch die Diskussuion über den Ehevertrag darauf:


    Habt Ihr einen Ehevertrag abgeschlossen, bzw. würdet soetwas tun?


    Mir widerstrebt dass total. Ich bin da so drauf, wenn ich jemanden heirate, dann habe ich mir dass vorher reichlich überlegt, vertraue voll und ganz, und hege keinen Rest von Misstrauen. Wenn ich vorher schon den rechtlichen Ablauf der Scheidung notariell organisiere, das ist doch Mist.
    Verstehen kann ich das vielleicht, wenn man ein Familienvermögen verwaltet oder so. Aber das tuen ja sicherlich die wenigsten.


    Vielleicht bin ich da zu sehr Romantiker, keine Ahnung, aber wenn man vorher schon nur zu 96% überzeugt ist, dass die Ehe für immer hält, reicht einem das für den ganzen Aufwand?

  • Auch ich habe die Diskussion mit Skepsis gelesen.


    Bei unserer Hochzeit gab es solche Überlegungen im Vorfeld nicht und das ist vielleicht auch gut so.


    Ich find es auch irgendwie wenig "romantisch", habe aber noch nie 3 Immobilien und 17 Autos besessen um das fundiert beurteilen zu können, was man da fühlt.

  • Wenn ich nicht bereit bin, mein Leben und alles was dazugehört mit dem Menschen, den ich heiraten möchte, zu teilen, kann ich mir den ganzen Quatsch auch sparen. Punkt.
    Und wenn ich im Vorfeld davon ausgehe, dass die Ehe nicht halten wird, kann ich mir den Quatsch erst recht schenken.


    Bevor ich einen Ehevertrag brauche, heirate ich lieber nicht.

  • Natürlich ist es total unromantisch, um die Hochzeit herum Vorkehrungen für den Fall des Scheiterns der Ehe zu treffen. Andererseits möchte ich (aus meiner Haut heraus) sagen: Wenn man über so ein Thema nicht sprechen kann, ist es vielleicht (noch) nicht der richtige Zeitpunkt für die Heirat.


    Wie im anderen Thread schon angedeutet, ist ein Zugewinnausgleich bei Immobilien und Betriebsvermögen besonders ätzend, weil er häufig dazu führt, dass Immobilien oder Betriebe/Betriebsteile verkauft werden müssen, und das dann verlustreich unter Zeitdruck - und häufig auch unter dem Stress einer Scheidungssituation, was in Summe dann insbesondere für einen Betrieb, der für einen der Ehepartner die Existenzgrundlage bildet, tödlich sein kann.


    Wenn in der Tat weder Betriebs- noch Immobilienvermögen da sind und auch nicht zu erwarten sind (das gilt fürs Betriebsvermögen, eine Immobilie würde man ja meistens während der Ehe ohnehin gemeinsam anschaffen), dann kommt man wohl auch ganz gut ohne Ehevertrag aus.

  • Ach, bitte. Jeder hier kennt doch mindestens ein Paar, die bei ihrer Hochzeit keineswegs blauäugig waren, sondern ein verliebtes Traumpaar, das für die Ewigkeit geheiratet hat und niemand hatte Zweifel, dass das 100%ig passt - und 20 Jahre später kommt dann die Scheidung. Man steckt eben nicht drin. Man kann sich über alles lieben und sich vollkommen sicher sein, den Rest des Lebens miteinander verbringen zu wollen - und dennoch Vorkehrungen dafür treffen, dass sich das Jahrzehnte später als Irrtum erweist.


    Wir haben ja viele Dinge, von denen wir hoffen, dass wir sie niemals brauchen. Sieh' es wie eine Art Versicherung.


    Letztlich trägt ein Ehevertrag auch dazu bei, dass man sich im Fall einer Scheidung hinterher noch in die Augen sehen kann.

  • Ich habe eine Scheidung ohne Ehevertrag hinter mir, das hat mch viel Geld gekostet

  • Ehevertrag? Haben wir nicht eine Sekunde drüber nachgedacht. Ich schließe mich da mal Jones und Prickel an!

  • Da hat meine Frage ja etwas ausgelöst.
    Ich bin da zu 100% bei theMenace, sind bisher 8 Jahre zusammen, bisher alles harmonisch und gut, will auch den Rest des Lebens mit ihr verbringen.
    Bin aktuell 29, aber nicht einmal Gott weiß was in 10, 20 oder sogar 30 Jahren ist.

  • theMenace:


    Ich kenne kaum ein Paar, dass sein Leben lang zusammen blieb. Auch keine Ehe.
    Darum geht's auch nicht, Herr Anwalt. Wenn ich die Entscheidung treffe, die Person an meiner Seite heiraten zu wollen, dann _nie_ (got me? NIE) mit dem Gedanken im Hintergrund, dass ich mich wieder werde scheiden lassen müssen.
    Dann heirate ich nämlich nicht.
    Oder kannst Du mir den Sinn einer Heirat erläutern, die viel Kohle kostet, wenn sie geschlossen wird, und ebenso viel Kohle kostet, wenn sie beendet wird? Wieso dann überhaupt heiraten?
    Und wenn dann doch nach 20 Jahren die Ehe, von der ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie zerbrechen würde, genau das macht,....dann ist das halt so.
    Aber ich werde nicht so agieren, dass ich am Anfang bereits an das Ende denke! Ganz oder gar nicht, alles andere ist Eiertanz, den Ihr Anwälte erfunden habt.


    Letztlich trägt ein Ehevertrag auch dazu bei, dass man sich im Fall einer Scheidung hinterher noch in die Augen sehen kann.


    Nein. DAS hat etwas mit Stil zu tun, nicht mit Geld.
    Und ja, das habe ich in allen Variationen in meinem Umfeld erlebt: Mit Ehevertrag und ohne, und die Art der Scheidung hatte damit nur sehr begrenzt zu tun.

  • Prickel ist das wirklich ein Thema, wo man so rigoros "argumentieren" muss? Kann da nicht jeder seine eigene Meinung zu haben? Bei dir hört es sich ja fast so an, als wäre ein Ehevertrag der absolute Sündenfall. :nein:

  • Das muss jeder für sich abschätzen. Bei uns war das ganz einfach. Wir haben nicht drüber nachgedacht. Wir kannten uns 11 Jahre und haben dann irgendwann geheiratet. Wenn das irgendwann, was ich nicht glaube, in die Dutten geht, dann besorge ich mir eh eine Axt und mach die Alten einen Kopp kürzer!

  • Wie ist die aktuelle Scheidunsquote?
    Habe damals meine EX gefragt, ob sie was machen würde, was eh zu 50 Prozent scheitert. Kam nicht so gut an.
    Finde es nicht verkehrt sich vorher mal Gedanken über das Finanzielle zu machen. Hat mein Kumpel auch gemacht und er meinte, in seinem Fall bringt ein Ehebertrag nichts.

  • Prickel ist das wirklich ein Thema, wo man so rigoros "argumentieren" muss? Kann da nicht jeder seine eigene Meinung zu haben? Bei dir hört es sich ja fast so an, als wäre ein Ehevertrag der absolute Sündenfall. :nein:


    Danke, Bronco. Wir haben natürlich einen Ehevertrag. Das ist nicht unromantisch, sondern einfach nur vernünftig. Im Idealfall schließt man einen ab und holt ihn danach nie wieder aus der Schublade.