Radfahren in Hannover

  • Ich möchte daran erinnern, daß in der Stadt ungefähr 14% aller Wege unter 1 km mit dem Auto zurückgelegt werden. 36% aller Wege zwischen 1 und 3 km. 52% aller Wege zwischen 3 und 5 km.


    Klar ist es angenehm, längere Strecken als 5 km mit eingebautem Rückenwind zu fahren. Aber ein gerüttelt Maß des innerstädtischen Autoverkehrs ließe sich tatsächlich durch jeden x-beliebigen rostigen Drahtesel ersetzen.


    edit PS: Ich möchte auch daran erinnern, daß die Mehrheit der Niederländer keine teuren Fahrräder im Alltag nutzen. Vielleicht geben sie teuer Geld für schnittige Rennräder aus, die sie an einem Sonntag fahren. Aber nicht für den Alltag.

    Video 1

    Video 2

  • Klar, die Armen können ja auftragen, was die Wohkständigen wegwerfen.

    Ich finde dieses Argumentation und Art der Förderung nicht "gut". Die sollen da fördern, wo die finanziellen Mittel fehlen (und zb. keine 100.000€ Mogelhybrit).

  • Ich verstehe deinen Gedanken.


    Aber wenn wir über das Fahrrad als Auto-Ersatz sprechen, geht es doch nicht um diejenigen, die sich nicht mal ein 400€ Fahrrad leisten können.


    Wenn ich finanziell so schlecht da stehe, dass ich kein Geld für ein Erstfahrrad habe, dann hilft mir leider auch keine Förderung von sagen wir 10-20% des Anschaffungspreises. Das ist kacke aber da braucht es nochmal ganz andere Ansätze.

  • Aber die sind es eben, die finanziell bei Anschaffungen unterstützt werden müssen.

    Und nicht die Brüder Aldi, oder Herr Windhorst. Obwohl wir (jeder für sich) natürlich selbst schuld ist, weniger Vermögen angespart zu haben.

    2 Mal editiert, zuletzt von mustermann ()

  • Natürlich!


    Es sind und bleiben aber zwei unterschiedliche Baustellen.


    Vom Auto aufs Rad umsteigen setzt halt erstmal das Auto vorraus.


    Und unabhängig davon wäre es schön, wenn jeder unabhängig seines/ihres Einkommens Zugang zu einem Zweirad hätte.

  • Ich möchte daran erinnern, daß in der Stadt ungefähr 14% aller Wege unter 1 km mit dem Auto zurückgelegt werden. 3

    In welcher Stadt soll das sein?


    Ich muss, wenn ich erst abends mit dem Auto zurück komme, alleine schon ca. 600 m zu Fuß nach Hause laufen, weil es näher dran praktisch nie einen freien Parkplatz gibt. Außerdem schadet extremer Kurzstreckenverkehr dem Auto, wenn der Motor nie richtig heiß läuft. Wer unter 1 km mit dem Auto fährt und nicht gerade die Waschmaschine im Kofferraum transportieren muss, macht definitiv etwas falsch.

  • Ja, es machen ganz viele ganz viel falsch - ist das jetzt eine völlig neue Erkenntnis?

    Passt das nicht in dein Bild vom Menschen, oder vom Stadtmenschen?

  • Donnergott Nur Mut zum Link. Da steht's drin.

    Zitat von daraus

    „Mobilität in Städten – SrV 2018“ nutzt das Instrument einer Haushaltsbefragung, befragt wird eine Stichprobe der Wohnbevölkerung einer Stadt. Der Stichprobenumfang umfasste in Osnabrück und dem Untersuchungsraum „Osnabrücker Umland“ jeweils 1.000 Personen.

    Was in anderen Städten aber grundsätzlich ähnlich aussieht.


    Wuppertal, Seite 14: 12% aller Wege zwischen 0,5 und 1 km, 24% aller Wege zwischen 1 und 2 km, 47% aller Wege zwischen 2 und 5 km werden mit dem Auto zurückgelegt.

    Stralsund: 40% aller Wege zwischen 1 und 3 km werden mit dem Auto zurückgelegt.

    Regensburg: 13% aller Wege unter 1 km, 32% aller Wege zwischen 1 und 3 km, 50% aller Wege zwischen 3 und 5 km werden mit dem Auto zurückgelegt.


    edit PS: Wem die Beispielstädte zu klein sein sollten, der kann ja auch nach Berlin schauen. Berlin, so heißt es oft, hat gar nicht so viele PKW pro 1.000 Einwohner, dafür alle Arten von ÖPNV.

    Berlin: 6% aller Wege unter 1 km, 27% aller Wege zwischen 1 und 3 km, 38% aller Wege zwischen 3 und 5 km werden mit dem Auto zurückgelegt.


    Wem die Beispielstädte zu groß sein sollten, da kann aber auch zum Kreis Heinsberg kucken.

    Heinsberg, Seite 8: 26% aller Wege bis 1 km, 50% aller Wege zwischen 1 und 2 km, 63% aller Wege zwischen 2 und 3 km, 73% aller Wege zwischen 3 und 5 km werden mit als Fahrer oder Beifahrer mit dem Auto zurückgelegt. Von wegen, inner Provinz ist *jeder* Weg so lang.


    Solange ungefähr jeder zweite Weg bis zu 5 km mit einer Blechkarre zurückgelegt wird, brauchen wir uns nicht über teure oder billige Fahrräder unterhalten.


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    Was ich schon für Ausreden gehört habe, im und außerhalb des Fanmags. Mal ist der Weg zu lang. Mal ist die Stadt zu klein. Mal ist die Stadt zu groß. Mal ist der Einkauf zu groß. Einer meinte mal, man solle mindestens 5 km von der Arbeitsstätte entfernt wohnen, das sei so empfohlen. Mal soll das Fahrrad teurer sein als das Auto. Mal soll das Fahrrad zu schnell sein und die Anwohner ängstigen. Mal soll es zu langsam sein. Mal soll das Fahrrad für andere Verkehrsteilnehmer genauso gefährlich sein wie das Auto. Mal soll das auspufflose Auto die Lösung der innstädtischen Verkehrsprobleme sein. Mal heißt es, die Straße (also der Platz zwischen zwei Häuserreihen) sei nicht breit genug für einen Radweg. Mal soll der Van oder der SUV das sicherste Verkehrsmittel sein. Mal sollen Radfahrer viel rücksichtsloser agieren als andere Verkehrsteilnehmer. Ich glaube, ich hab echt schon alle Ausreden gehört. Faszinierend. Wie ein kleines Kind, das nölig ist, einfach keinen Bock hat und dann mit "und überhaupt"-Ausreden kommt.

    2 Mal editiert, zuletzt von Pokalheld ()

  • ich suche übrigens immer noch ein günstiges, hundetaugliches Lasten E-Bike...wäre so wichtig für uns!


    hatten schon eines im Auge, aber da hätte ich die Hunde reinheben müssen, das schaffe ich bei Bacon nicht.


    Falls also irgendjemand etwas weiss, ne Idee hat, oder so...her damit!

  • Ich bin kein Lastenradexperte, aber 'ne Tür in der Kiste zu installieren und eine Hundegangway zu bauen dürfte nicht das ganz große Problem darstellen, wenn dabei nicht der Rahmenkonstruktion zu Leibe gerückt werden muss.

  • Bei den Dreirädern gibt es diverse Modelle mit Tür oder sogar mit Klappe. Bei den Zweirädern ist da tatsächlich meistens ein Rohr vom Rahmen im Weg, aber ich lasse mich da gerne verbessern

  • Es wäre schon ein großer Schritt, wenn "die Autofahrer" als Kompromiss zum Beispiel jeden 2. oder 3. Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren (und die Entfernung es zulässt).


    Oder warum ruft man ncit mal einen Fahrradtag aus. Alle am Mittwoch oder Freitag mit dem Fahrrad zur Arbeit. Einfach mal als Zeichen.