• Moooment.

    Es geht nicht um 'irgendwelche Experten', sondern um eine recht einhellige Einschätzung, dass Ausgangssperren auch medizinisch nicht sinnvoll sind. Kann ich in der Argumentation auch absolut nachvollziehen und abnicken.


    Aber sasa hat es schon erwähnt:

    Immer vorausgesetzt, dass die aktuellen Maßnahmen befolgt werden und eben keine sich umarmenden Horden draußen unterwegs sind. Da ich persönlich bezweifel, dass das klappt (derzeit jedenfalls nur begrenzt), könnte eine Variante der Ausgangssperre dabei helfen.


    Zitat von <strong>Kekulé</strong>

    Er [=Kekulé] hält Ausgangssperren sogar für "falsch" und "kontraproduktiv." Das Virus könne in Räumen ein, zwei, vielleicht drei Meter weit fliegen. Aber ein Spaziergang im Freien sei überhaupt kein Problem - solange man nicht gleich eine Versammlung mit mehreren Menschen abhalte. Oder Kinder, die sonst in der Kita oder im Kindergarten zusammen waren, jetzt auf dem Spielplatz zusammenstecke.


    https://www.br.de/nachrichten/…tschland-sinnvoll,Rta6rgr


    --> und genau diese Versammmlungen kann man sich immer noch überall anschauen.

  • Es gibt immer irgendwelche Experten, die das Gegenteil einer wissenschaftlich begründeten Mehrheitsmeinung behaupten.

    Ja, danke ... Du sagst es. Die, die sich für eine Ausgangssperre aussprechen sind in der Minderheit. Vielen Dank für die Bestätigung. :kopf:


    Im übrigen auch in dem vom sasa verlinkten Artikel. Der Sprung zu "es würde reichen wenn sich alle dran halten" zu "mit Ausgangssperren wird es natürlich besser" ist dann aber wieder nicht vom Artikel und den Meinungen die dort aufgeführt sind gedeckt, sondern selbst hergeleitet. Und selbst Drosten wird in dem Artikel so zitiert:


    Zitat

    Auch Christian Drosten, Chef-Virologe an der Charité in Berlin, empfiehlt in seinem NDR-Podcast zum Coronavirus den Gang an die frische Luft und spricht sich damit indirekt gegen eine Ausgangssperre aus: "Wenn man die Wahl hat bei Freizeitaktivitäten mit Freunden oder Familie, ist es eine sehr gute Idee, jetzt ins Freie zu gehen”. Laut Drosten zirkuliere das Virus nach derzeitigen Erkenntnissen nur wenige Minuten und falle dann relativ schnell zu Boden. “Es ist also nicht so, dass wenn man sich beim Spazierengehen begegnet, sofort infiziert”, sagt Drosten.

  • Panorama brachte vor kurzem die Einschätzung, dass 15 bis 20 % der Bundeswehr-Soldaten rectsextrem sein sollen. Schon von daher könnte ein Einsatz der Bundeswehr zur Wahrung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit problematisch werden.

    Ja. Die 85-80% BundeswehrsoldatInnen, die demnach nicht rechtextrem sind, sind den anderen nämlich ausgeliefert und darum würde es dann marodierende SoldatInnen in den Straßen geben...


    (Muss ich dazu schreiben, dass ich schon 1% für zu viel hielte und dass ich Deine genannten Zahlen bewusst nicht verneine? Normalerweise nicht - hier sicherheitshalber schon)


    Vom Prinzip her willst Du Dich jetzt als Laie wieder um ein Fachthema streiten.

    Euer Problem ist Euer Anspruch, ein Stichwort zu bekommen und immer und sofort alles verstehen zu wollen

    Hat mal wieder niemand anderer 'ne Ahnung, ne.
    Alle, die wir nicht Virologen und Soziologen sind, stochern im Dunkeln. Alle.

  • Im übrigen auch in dem vom sasa verlinkten Artikel. Der Sprung zu "es würde reichen wenn sich alle dran halten" zu "mit Ausgangssperren wird es natürlich besser" ist dann aber wieder nicht vom Artikel und den Meinungen die dort aufgeführt sind gedeckt, sondern selbst hergeleitet.

    In meinen Augen steht das da.

    Ausgangssperren hätten dann einen minimalen Zusatzeffekt, wenn sich alle an die jetzigen Maßnahmen halten würden. Heißt im Umkehrschluss: Ausgangssperren haben dann einen spürbaren Zusatzeffekt, wenn sich nicht alle an die jetzigen Maßnahmen halten.

    Oder wie wäre deine Interpretation?

  • Im übrigen auch in dem vom sasa verlinkten Artikel. Der Sprung zu "es würde reichen wenn sich alle dran halten" zu "mit Ausgangssperren wird es natürlich besser" ist dann aber wieder nicht vom Artikel und den Meinungen die dort aufgeführt sind gedeckt, sondern selbst hergeleitet.

    In meinen Augen steht das da.

    Ausgangssperren hätten dann einen minimalen Zusatzeffekt, wenn sich alle an die jetzigen Maßnahmen halten würden. Heißt im Umkehrschluss: Ausgangssperren haben dann einen spürbaren Zusatzeffekt, wenn sich nicht alle an die jetzigen Maßnahmen halten.

    Oder wie wäre deine Interpretation?

    Das kann man schon so interpretieren, wobei man sich über "spürbarer" Zusatzeffekt streiten könnte. Vielleicht eher: "Zusatzeffekt in unbekannter Höhe auf die Verminderung der Ausbreitung des Virus". Das ist aber glaube ich auch gar nicht der entscheidene Punkt.


    Eine Ausgangssperre hat ja auch Nachteile in der Bewältigung der Krise. In einem der hier geposteten Artikel stand was von einem Meziner die Befürchtungen von Versorgungsengpässen im medizinischen Bereich bei nicht Corona-relevanten Erkrankungen (Insulin) und anderen Hindernissen "die man [durch die Ausgangssperre] nicht gebrauchen" könne. Das heißt doch dann nichts anderes, als dass man den Zusatzeffekt den man bei der "Ausbreitung des Virus gewinnt" wieder mit potentiell anderen Risikien die die Ausgangssperre mit sich bringt in Relation setzen sollte. Und das möglichst von Experten und nicht hergeleitet unter einer einzigen aboluten Prämisse ("eine Verminderung der Verbreitung in unbekannter Höhe").

  • Es gibt immer irgendwelche Experten, die das Gegenteil einer wissenschaftlich begründeten Mehrheitsmeinung behaupten.

    Ja, danke ... Du sagst es. Die, die sich für eine Ausgangssperre aussprechen sind in der Minderheit. Vielen Dank für die Bestätigung. :kopf:


    I

    Irgendwie verstehst Du nicht, dass es zwei Typen von Ausgangssperren gibt - die einen, die körperliche Aktivitäten im Freien einschließen (damit ist auch das Anliegen von Kekulé aufgenommen), andere, die auch das ausschließen. Letzteres halte ich auch aus medizinischer Sicht für problematisch. Jedenfalls müsste man diesbezüglich noch mal differenzieren, wenn man auf Experten verweist. Gegen die erste Variante positionieren sich nämlich tatsächlich nur wenige Fachleute.

  • Was bringt denn eine Ausgangssperre, wenn Deutschmichel 6 Supermärkte abläuft für seine Rolle Klopapier?


    Die Kids draußen am Maschsee 'unverantwortlich', aber ich im Supermarkt total beispielhaft und nach Stand der Wissenschaft.


    Rette sich wer kann.

  • Kleine Anmerkung am Rande: Das Imperial College meint, dass das Verbieten von Großveranstaltungen keinen signifikanten Effekt hat. Weil die Kontaktdauer hier typischerweise zu kurz ist.


    Um sich dazu eine fundierte Meinung zu bilden, müsste man zumindest in den entsprechenden Fachdiskurs reingucken. (Und dafür halbwegs vertraut mit dem allgemeinen Fachdiskurs - und das heißt auch: Methodologie - sein.)


    Ich führe das hier nur an, um zu zeigen, wie weit Fachdiskurs und "gesunder Menschenverstand" auseinanderliegen können. Was intuitiv Sinn ergibt, muss noch lange nicht unserem besten Wissen über die Sache entsprechen. (Das ist eigentlich sehr oft so und das ist auch systematisch so, aber um das zu verstehen, ist es tatsächlich sinnvoll, Grundveranstaltungen in Soziologie besucht zu haben.)

    Dann frag mal die Karnevalisten in Heinsberg. Die würden dem Imperial College glatt widersprechen, genauso wie es das RKI wohl anhand der dadurch entstandenen zusätzlichen Fälle und Toten wohl tun würde.

  • Eine Ausgangssperre hat ja auch Nachteile in der Bewältigung der Krise. In einem der hier geposteten Artikel stand was von einem Meziner die Befürchtungen von Versorgungsengpässen im medizinischen Bereich bei nicht Corona-relevanten Erkrankungen (Insulin) und anderen Hindernissen "die man [durch die Ausgangssperre] nicht gebrauchen" könne. Das heißt doch dann nichts anderes, als dass man den Zusatzeffekt den man bei der "Ausbreitung des Virus gewinnt" wieder mit potentiell anderen Risikien die die Ausgangssperre mit sich bringt in Relation setzen sollte. Und das möglichst von Experten und nicht hergeleitet unter einer einzigen aboluten Prämisse ("eine Verminderung der Verbreitung in unbekannter Höhe").

    Sehe ich auch so. Dazu ein noch größerer wirtschaftlicher Schaden, mehr persönliche Schicksale abseits von Corona, etc.

    Nochmal: Ich bin alles andere als ein Verfechter einer Ausgangssperre.

    Aber es liegt an uns, an jedem einzelnen, dass wir so handeln, dass sie keinen Zusatzeffekt hätte!

  • Und jetzt was nicht so Schönes.


    Ich bin seit ein paar Tagen (verstärkt seit gestern) tatsächlich damit beschäftigt, darüber nachzudenken, wie ich damit umgehe, dass ich meinen Mann vielleicht nie wieder leibhaftig erleben werde.

    Zieh dich damit nicht zu sehr runter, etwas mehr Zuversicht wäre schon angebracht. So und nicht anders!

    Keine Angst, ich zieh mich nicht runter.


    Diese Überlegungen sollten in meiner Situation normal sein. Also wenn man wie ich mit einem der ärmsten Bevölkerungsgruppen der Welt verheiratet ist und sich für Menschen, Kultur und Politik interessiert, weiß man, dass der Tod dort eben ganz was Normales, Alltägliches ist, aus verschiedensten Gründen. Grundsätzlich ist das nun mal etwas, mit dem man sich auseinander setzen muss. Und da Verdrängung von unangenehmen Dingen den normalen Menschen auszeichnet, ich mindestens halbnormal bin, komme ich klar.


    Die Situation hat mir das eben wieder hochgespült und Schutzmöglichkeiten in der Region sind so gut wie nicht möglich, schon aus finanziellen Gründen.


    Ich habe meinem Mann z.B. empfohlen, dass nun jeder seinen eigenen Trinkbecher benötigt. Da geht es schon los. Können sie sich nicht wirklich leisten. Medizinische Behandlung auch nicht. Die sind am Arsch, wenn es da grasiert.


    Es ist schlichter Realismus.


    Aber Danke für den Zuspruch :bier:

  • ExilRoter

    Schalt mal einen Gang runter und atme....


    Ja, klar doch. Hier wird wissenschaftliche Erkenntnis + die Voraussetzung dafür, wissenschaftliche Methode, kategorisch für irrelevant erklärt und ich soll mich entspannen.


    Ich bin im Übrigen entspannt, was den Tonus angeht: Alle meine Beiträge oben (außer Body Count) sind durch und durch sachlich und vom Versuch der vernunftgegründeten Kommunikation motiviert und geprägt.


    Schon alleine von daher ist es interessant, Deine Reaktion hier oder die von Stephan zu sehen. Und das sie nicht in Frage gestellt wird. Ihr werft Vernunft über Bord. Gerade weil unser Alltagsverständnis in dieser Situation nicht mehr weiterhilft, wollt ihr Euch dran klammern, wäre eine mögliche Interpretation.


    Das ist genau dasselbe wie gestern: Gestern wurde mir Panikmache vorgeworfen, als ich aktuelle, relevante und einflussreiche wissenschaftliche Beiträge einbrachte bzw. wiederholt auf die beste Datenquelle für das zentrale Problem, die behandelnden Ärzte, hinwies. Ihr richtet den Boten hin.


    Viel Erfolg damit.

    2 Mal editiert, zuletzt von ExilRoter ()

  • Was bringt denn eine Ausgangssperre, wenn Deutschmichel 6 Supermärkte abläuft für seine Rolle Klopapier?


    Die Kids draußen am Maschsee 'unverantwortlich', aber ich im Supermarkt total beispielhaft und nach Stand der Wissenschaft.


    Rette sich wer kann.

    Einmal noch (darüber hinaus ist dieser Thread der falsche Ort, um mit dieser Diskussion zugemüllt zu werden):

    Ich habe keinesfalls sechs Supermärkte gezielt abgelaufen, um eine Rolle Klopapier zu finden. Ich habe auf meiner sowieso notwendigen (und im üblichen auch innerhalb der aktuellen Maßnahmen absolut erlaubten) Fahrt zum Einkauf von Lebensmitteln in einem Supermarkt jeweils einen Blick in zwei nebenan liegende Supermärkte (jeweils ca. 50m Fußweg) geworfen, um zu prüfen, ob es da u.a. Toilettenpapier gibt. Ich bin dafür keinem Menschen näher als fünf Meter gekommen und habe nichts angefasst. Das ist, und das nehme ich mir jetzt entgegen deiner Meinung mal komplett heraus, absolut ok und für absolut niemanden eine Gefahr und der Vergleich mit Menschen, die sich gemeinsam am Maschsee einen antrinken, ein absoluter Whataboutism.

    Ansonsten bitte ich dich, mich diesbezüglich ab sofort per PN zu belästigen und den Rest dieses Threads den wichtigen Themen zu überlassen. Danke.

  • Panorama brachte vor kurzem die Einschätzung, dass 15 bis 20 % der Bundeswehr-Soldaten rectsextrem sein sollen. Schon von daher könnte ein Einsatz der Bundeswehr zur Wahrung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit problematisch werden.

    Ja. Die 85-80% BundeswehrsoldatInnen, die demnach nicht rechtextrem sind, sind den anderen nämlich ausgeliefert und darum würde es dann marodierende SoldatInnen in den Straßen geben...

    Dass sind im Osten vermutlich sehr viel mehr als im Westen, also könnte es schon problematisch werden. Und es gibt welche, die in rechten Netzwerken (Vorbereitung auf den Tag "X") aktiv sind und diese zusätzlichen Kompetenzen für sich nutzen könnten.

  • Ich bin im Übrigen entspannt, was den Tonus angeht: Alle meine Beiträge oben (außer Body Count) sind durch und durch sachlich

    Jaja, "... dich" Schreiben und Fehlübersetzungen zugleich nicht zugeben wollen. Sehr sachlich.

    Einmal editiert, zuletzt von Dahl ()

  • Ja, klar doch. Hier wird wissenschaftliche Erkenntnis + die Voraussetzung dafür, wissenschaftliche Methode, kategorisch für irrelevant erklärt und ich soll mich entspannen.

    Genau.

    Schon alleine von daher ist es interessant, Deine Reaktion hier oder die von Stephan zu sehen. Und das sie nicht in Frage gestellt wird. Ihr werft Vernunft über Bord. Gerade weil unser Alltagsverständnis in dieser Situation nicht mehr weiterhilft, wollt ihr Euch dran klammern, wäre eine mögliche Interpretation.

    Weil wir Dir nicht zustimmen? Du machst Dir nicht mal die Mühe, meinen Einwand zur Kenntnis zu nehmen.

    Viel Erfolg damit.

    :bier:

  • Nachdem es um das Wochenende in Langenhagens Supermärkten so aussah, als würde man sich für den Atomkrieg eindecken, hat sich die Lage jetzt normalisiert. Brot, Pasta und auch 96% aller anderen gefragten Lebensmittel in den Regalen.


    Nur bei der Milch gähnende Leere. Scheint das neue Toilettenpapier zu sein.


    Wer momentan auch mehr Zeit hat, kann sich das Video mal reinziehen. Es lohnt sich.



  • Quelle: blöd.de


    Ich geh im Strahl kotzen, wenn das bei uns auch eintreten sollte... :wut: vielleicht gehe ich dann in der Zeit zur Ablenkung zum Friseur, die dürfen ja noch offen haben.