• Ist mir klar, Fanta.

    Ich bin eigentlich eher nicht so der Alu-Typ, aber wie geschrieben, was Weil und die DFL mir präsentieren, nimmt mich echt von allen Seiten.

    Und ich habe nicht den Eindruck, dass die Politik klare Kante zeigt und klare Worte spricht. Das ist eine Mischung aus Geeiere und Wahlkampf.


    Es gibt nach wie vor wenig, was wir über Corona wissen. Die Rufe nach Lockerung haben die verringerte Wirtschaftsleistung im Blick, ggf. auch die sozialen Negativfolgen des distancing. Nach meinem Eindruck liegt aber der Fokus auf den wirtschaftlichen Aspekten, während alles andere nicht so wichtig scheint. Kinos, Theater und Sauna sind verboten, ggf. auch zu recht, aber kaum einen kümmert die Leute, die dort engagiert sind oder ggf. sogar davon leben.

    Jeder andere Laden muss aber unbedingt geöffnet sein; ob „systemrelevant“, scheint gar nicht mehr interessant zu sein. Dass die paar Erkenntnisse, die wir über das Virus haben, darauf schließen lassen, das Aerosole in geschlossenen Räumen ein großes Problem sind, führt zu keinen besonders erkennbaren Konsequenzen, obwohl das m. E. der Fall sein müsste.
    Immer noch sind Kontaktbeschränkungen empfohlen, und trotzdem wird gerade gegen schlechtes Vorbildverhalten nichts getan, was ich erkennen würde. Aber die Unternehmungen, die eine gute Lobby haben, werden gepudert.


    Ich befürchte daher, dass die Lobby die Politik im Griff hat. Diese Lobby kann es sich unter den gegebenen Umständen nicht leisten, dass die Zahlen sich jetzt wieder verschlechtern. Also wird auch die Politik versuchen, sich entsprechend den Interessen der Lobby aufzustellen und im Falle eines Falles - wieder schlechtere Zahlen - versuchen, das alles als nicht so schlimm darzustellen, dass die Lockerungen in Frage gestellt würden.
    Für die Politik ist es ja auch hilfreich, wenn es für die Menschen lockerer wird, dann ist die Kritik nicht so groß. Die Anti-Corona-Demos kriegt man so unter Kontrolle, und die Wirtschaft freut‘s.


    Ich denke nicht, dass die Zahlen gefälscht werden. Etwas cleverer wird das dann schon sein. Ich denke eher, dass die Definition der zu meldenden Fälle ggf. angepasst werden würde.

    Ich ärgere mich selbst, dass ich das für möglich halte.

  • Ich mache mir ernsthaft Sorgen um die Zukunft unserer Gesellschaft und glaube einfach an vier Monate Beschränkung für den Arsch!

    Die Sorge teile ich. Das was jetzt passiert kommt aber nicht für alle überraschend. Wenn man auch mal Soziologen, Psychologen etc. pp. angehört hätte....


    Blättert mal im Verlauf hier so ab Seite 100 (Ende März - Anfang April)... da finden sich sinngemäß Sätze wie: "Was passiert wenn die Lockerungen zurückgenomen werden? Die Menschen werden sich wieder zusammenrotten!", "Wir werden die Massnahmen sozial-politisch und psychologisch nicht über mehrere Monate aufrecht erhalten können, selbst wenn es aus Virologen Sicht am meisten Sinn macht!" und "Unsere Gesellschaft funktioniert aktuell so wie sie funktioniert und wir können uns jetzt in Kürze keine neue Gesellschaft backen wie wir lustig sind!" etc. pp.


    Auch diesen Satz wird man sinngemäß weiter vorne finden: "Dann wird man wieder nur auf die asozialen Mitmenschen schimpfen und hat am Ende im worst case nichts gewonnen!". Ich hoffe inständig mit Dir, dass das nicht (noch verstärkt) eintritt.

  • Es ist total Scheiße jetzt zu hoffen.


    Weil in meinen Augen ein sehr guter Ansatz weggeworfen wird, da zu früh von der Bremse gegangen wurde.


    Aber nun bleibt halt nur noch Hoffen.


    Amen und Inshallah


    Nachbetrachtung:


    Ich bin raus übrigens.


    Geht's schief, hab ich's gesagt.

    Geht's nicht schief, war es mein Voodoo.

    Einmal editiert, zuletzt von andro96 ()

  • Ich sehe das tatsächlich gerade nicht so kritisch wie ihr.


    Es wird "gelockert", Fallzahlen sinken. Es wird weiter gelockert... Gleiches Spiel. Und weiter und weiter... Es passiert aber nix gravierend schlimmes. Bis es halt passiert. Oder auch nicht, wenn wir Schwein haben. Aber worauf sollte man denn warten mit der Normalisierung? Doch Impfstoff, Medikamente, Herdenimmunität? Fände ich falsch.


    Von daher, ja. Man geht offenbar ein gewisses Risiko ein. Und wird hoffentlich entsprechend (gezielt) Gegenmaßnahmen einleiten, wenn irgendwo hochkocht.


    Aber was ist daran falsch? Und was wäre die Alternative, wenn man auch die Kollateralschäden in Betracht zieht?


    Ich bleibe allerdings dabei: das aktuelle Normalisierungsvorhehen gehört genau so erklärt, wie der "Shutdown" (beides passiert nicht bzw. ist nicht passiert). Nichts davon darf (eigentlich) ohne umfassende Erläuterung stattfinden. Das Ganze ist in jeder Hinsicht zu krass dafü.

  • Transparenz und Ehrlichkeit wären wirklich toll


    Wir hier in Deutschland sind zumindest näher dran als woanders auf dieser Welt.


    Leider sind wir eben auch abhängig von diesen Entwicklungen.


    Doof irgendwie

  • Es wird "gelockert", Fallzahlen sinken. Es wird weiter gelockert... Gleiches Spiel. Und weiter und weiter... Es passiert aber nix gravierend schlimmes. Bis es halt passiert.

    Sehe ich erstmal auch so. Es wurde sehr dynamisch eingeschränkt, jetzt wird ähnlich dynamisch gelockert. Das ist erstmal ok. Sofern man Strategien für eventuell daraus entstehende Probleme parat hat.

  • Thüringen beendet zum 6. Juni alle Maßnahmen (Abstandsregel, Maskenpflicht, etc.). Ich möchte gar keine Diskussion darüber los treten, ob das zu früh ist oder nicht. Aber vielleicht zeigt es denen, die hier seit Wochen davon reden, dass wir in diesem Zustand über Monate und Jahre verharren werden, dass es deutliche gegenteilige Bemühungen (auch und gerade durch die deutsche Politik) gibt.

    Und in NDS wurde es nochmal bis MINDESTENS 10.06. verlängert.

    Das mindestens wurde ausdrücklich so gesagt..

    Heißt für mich, das wird nochmal verlängert..

    Aber vielleicht sollte ich mal sehen, was man in Thüringen so machen kann..

    Ist ja nicht so weit weg..

  • Und mir und meiner Frau und unserem Kater fällt die Decke auch langsam auf den Kopf...

    Hat es am Lindener Berg so viel geregnet?! :trösten:

    Genug zum Glück.


    Nee, der normale Arbeitsrythmus hat dann doch mehr Abstand geschaffen, und der Kater darf erstmal nicht mit in den Garten, und jetzt habe ich auch den versteckten Hinweis verstanden.


    Dach 42 ist stabil :D

  • Und was möchtest du uns damit sagen? Thüringen hatte auch nur ein rund Viertel der Fälle von Niedersachsen. Ich halte es für absolut angemessen, dass regional unterschiedlich gehandelt wird.


    Ansonsten natürlich schön, dass du lieber weiter meckerst, anstatt anzuerkennen, dass es kurzfristig spürbare Lockerungen gibt.

  • Was wird hier eigentlich von Menschen erwartet, die sogar angesichts einer makabren Zukunft ihrer Kinder und Kindeskinder nichts besseres zu tun haben als "Ich will aber wieder wie vorher leben und es ist mir auch egal, wer dafür bezahlen muss, jetzt und in Zukunft!" schreien?


    20% Kinderarmut haben wir schon vor Corona gehabt...

    Genau die Kinder und Kindeskinder werden noch Jahrzehnte an den wirtschaftlichen Folgen zu knabbern haben..

    Und die Millionen Weltweiten Toten der Rezession (die schon läuft) werden auch zum Großteil Kinder sein.

    Jetzt wieder die Kinder vorzuschieben finde ich einfach nur ärmlich!

  • Dein Beitrag klingt, als wären alle Beschränkungen ja quasi vorbei, nur weil Thüringen jetzt meint, die in 2 Wochen aufzuheben. Dass die in NDS und anderen Bundesländern nicht noch monatelang so weitergehen, ist nicht gesagt. Wann wir Stufe 6 (also Aufhebung aller Beschränkungen) erreichen, und ob überhaupt, (evtl. 2 Welle?) weiß niemand, da auch die Parameter hierfür nicht klar sind. Und Lockerungen in Thüringen haben auf mein Leben keinen positiven Einfluss! Mein Freudepotenzial darüber ist also eher begrenzt, eben weil da kaum jemand wohnt. Dass Niedersachsen mehr Fälle hat als Thüringen ist ja auch logisch. In ganz Thüringen lebt gerade mal die doppelte Anzahl an Menschen wie allein in der Region Hannover!

  • Was wird hier eigentlich von Menschen erwartet, die sogar angesichts einer makabren Zukunft ihrer Kinder und Kindeskinder nichts besseres zu tun haben als "Ich will aber wieder wie vorher leben und es ist mir auch egal, wer dafür bezahlen muss, jetzt und in Zukunft!" schreien?

    Ja, das frage ich mich auch...


    Ich erlebe es ja auch in einem anderen Thema: es gibt nur ganz oder gar nicht, smarte Lösungen sind uncool, und am Ende zählt nur ich, ich, ich.


    Zum ersten Mal bin ich wirklich froh, nicht in einer Großstadt mehr leben zu müssen, denn sowohl meine derzeitigen Lebensbedingungen als auch die Einsicht vieler Menschen in die Notwendigkeit von angemessenen Verhalten ist dann doch wohl größer...und wenn Letzteres dann doch nicht so sein soll, dann hat man ja immer noch Ersteres.


    Einige Ansichten hier im Forum (nicht nur in diesem Thema) wirken auf mich inzwischen in erster Linie verstörend.

  • Ich wurde in den vergangenen Tagen mehrfach überrascht wie diszipliniert die Menschen sich hier auf dem Land noch immer an die Kontaktbeschränkungen halten. In der nächstgelegenen Kleinstadt waren keinerlei Menschenansammlungen zu sehen. Weder im Park, noch in der fast menschenleeren Fußgängerzone. Hatte ich aufgrund der Berichte hier und in der Presse so definitv nicht erwartet. Auch ein erster Restaurantbesuch mit Außentisch lief sehr positiv ab. Ausnahmslos alle Hygieneregeln (Bedienung immer dieselbe und mit Maske, Selbstbedienung vom Tablett am Tisch, weit ausreichender Tischabstand, ausfüllen einer Besucherliste mit frisch desinfizierten Kugelschreibern, einlaminierte und ebenfalls desinfizierte Speisekarten) wurden eingehalten, so dass man in Ruhe und ohne Sorge das Essen genießen konnte. Momentan darf man wohl einmal mehr froh sei außerhalb einer Stadt zu leben.

  • Schlimm. Fürchterlich. Immer und überall wird nur an die Blagen gedacht. Ich darf nicht ins Kino, aber die Kids dürfen in die Kita. :grübel: