• Ich finde das spannend. Unter Mitwirkung von Drosten entsteht eine Studie, die sich nicht nur mit der Virenlast/Infektiösität bei/von Kindern auseinandersetzt, sondern auch selbst mehrfach auf die Unsicherheit der Erkenntnisse und die durchaus diskutable Datengrundlage hinweist. Die Studie selbst schließt im Fazit mit "es könnte sein, dass...".


    "Die Presse" macht daraus die Schlagzeile "Kinder sind so ansteckend wie Erwachsene". Ein paar Wochen später fordert "die Presse" dann, dass Drosten diese Schlagzeile relativieren muss.

  • Es ist halt ein sich selbst erhaltenes System aus Skandalisierung und Emotionalisierung. Die in letzter Zeit viel bemühte Formulierung von der Krise als Brennglas trifft vielleicht eben auch auf die Medienseite zu.

    Einmal editiert, zuletzt von Zackzack ()

  • Das sehen "die Medien" aber zum Teil naturgemäß ganz anders.

    [...]

    Abgesehen von den Talkshows dominiert Drosten die Medien aber unangefochten - das zeigt vielleicht auch: Journalisten zitieren eben nicht nur jene Experten, die knackige Zitate liefern. Sondern auch den vorsichtig abwägenden Wissenschaftler.

    Ich hätte laut gelacht .... wenn es nicht so traurig wäre.


    Ein paar Tage später dieser Artikel:

    Die wichtigste Erkenntnis der Untersuchung veröffentlichte Drosten auch auf Twitter - und sie dürfte die Diskussionen über Schul- und Kita-Öffnungen mächtig anheizen: "Kein signifikanter Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen." Soll heißen: Kinder, die sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert haben, können den Erreger genauso weitergeben wie ältere Menschen.

    Dieselben Medien, die uns zum Teil sagen, dass wir nicht wüssten wie Wissenschaft funktioniert, können noch nicht einmal sauber zitieren und schreiben von Twitter ab.


    Edit:

    Wenn man dann diesen angeblichen Fakt in Frage stellt, ist man erst einmal Verschwörungstheoretiker ... "Stand doch in den Medien! Wo kommen wir denn da hin wenn man denen nicht mehr traut" mit folgendem Augenrollen :lookaround:Nicht zwingend bezogen auf hier ... Gespräche im Bekanntenkreis.

    Einmal editiert, zuletzt von juk96 ()

  • Same here, danke.


    Das Fatale ist halt zusätzlich, dass es die Rechte ja tatsächlich geschafft hat, den medienkritischen Diskurs - der zuvor jahrzehntelang vorrangig akademisch sowie links bis linksliberal (auch ein wenig von konservativer Seite) geführt wurde - komplett zu kapern. Sagst Du heute was zu der Rolle der Medien, denkt eine erkleckliche Anzahl der Mitdiskutanten sofort "Ja, ja, die Medien, Lügenpresse und so, wa?" Den Diskurs wollten sie durch möglichst lautes stumpfes Gebrüll einsacken, und sie haben es geschafft. Dass genau dieselbe Chose jetzt mit den Grundrechten laufen könnte, wobei die Medien eben auch erneut ihre Skandalisierungsrolle spielen, das gibt irgendwie noch mal mehr zu denken (eigentlich müssten hier jetzt bereits drölftausend Disclaimer angeschlossen werden, ich spare sie mir, auch dieser Impuls ist aber schon ein Fingerzeig).


    Das ansonsten nicht eben ertragreiche Format Blome/Augstein hatte hierzu kürzlich einen der seltenen hellsichtigen, vor allem aber pointierenden Momente parat.

  • So hat sich halt die Linke gewandelt mit der Zeit. Viele Menschen die ganz früher links gewählt haben, wählen heute rechts bzw. Mitte.

  • @Dvdscot

    Das hat damit nichts zu tun, bzw. hätte es nur dann, wenn sämtliche noch lebende bis längst verstorbene Medienkritiker (über Benjamin, Adorno/Horkheimer, Foucault, Baudrillard, Virilio, Chomsky bis Luhmann) auf einmal rechte Positionen eingenommen hätten.

  • Dvdscot

    Wie ist denn die Linke im Vergleich zu früher jetzt? Und was ist die Linke eigentlich? Die Richtung, oder nur die gleichnamige Partei? Und wer wählt jetzt so konkret rechts anstelle von links? Und was zeichnet die Mitte aus?

  • Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass


    1. Kinder sich infizieren können

    2. Kinder (auch schwer) erkranken können und

    3. Kinder andere Personen infizieren können


    Die Frage ist nicht, ob, sondern in welchem Umfang.


    In dem Twitter-Eintrag (unter Beifügung der für jeden einsehbaren Grafik) hat Prof. Drosten geschrieben, dass er keinen signifikanten Unterschied sieht zwischen Kindern und Erwachsenen.

  • Dvdscot

    Wie ist denn die Linke im Vergleich zu früher jetzt? Und was ist die Linke eigentlich? Die Richtung, oder nur die gleichnamige Partei? Und wer wählt jetzt so konkret rechts anstelle von links? Und was zeichnet die Mitte aus?

    Jetzt setzen die doch mehr auf Einschränkungen und weniger Freiheit, auch verbal.

    Die Richtung welche die Partei auch hat.

    Ein Kumpel von mir ist eigentlich links und hat sich über die linke Politik von Trump gefreut, also einiges davon, nicht alles (laut seiner Aussage). Das wird heute aber als rechts empfunden. Auch einer meiner Coaches hat früher links gewählt und heute schlägt er die Hände über den Kopf zusammen bei dem was die verzapfen. Ist lustig seine Reaktionen in den Videos zu sehen, ist astreine Comedy.

    Die Mitte zeichnet aus dass sie weder in der einen noch der anderen Richtung extrem ist, Kompromisse sucht und damit wählbar bleibt.

  • Ich halte das ja immer noch für völligen Schwachsinn, was da bei dir gerade passiert.

    Und die fehlende Signifikanz wird zumindest infrage gestellt. Was im Rahmen einer Vorveröffentlichung völlig normal ist, denn dazu ist sie da.

    https://twitter.com/christoph_…/1264537274504617987?s=08

  • ???


    Ich habe nur darauf hingewiesen, dass man sich mit den Auffassungen von Herrn Prof. Drosten sachlich auseinandersetzen kann und dass Kinder nun einmal nicht per se immun gegen Covid-19 sind. :ahnungslos:


    Tatsächlich deuten die derzeitigen Infektions-Hotspots darauf hin, dass die Unvernünftigkeit oder die eigentlich nicht tolerierbaren Lebensverhältnisse von Erwachsenen eher neues Infektionsgeschehen auslösen als KiTaS und Schulen. Ob das allerdings so bleibt, wenn diese wieder völlig überfüllt sind, weil wir es in einem reichen Land nicht hinbekommen, genügend Lern- und Betreuungsplätze für Kinder in zeitgerechten Räumen zur Verfügung zu stellen, wird sich zeigen. Aber der desaströse Zustand dieses gesellschaftlich höchst relevanten Bereiches ist ja nicht durch Corona entstanden, sondern nur für eine kurze Zeit ein bisschen mehr in den Fokus gelangt.


    Mein Unverständnis über die Ungleichbehandlung bei den Lockerungen zwischen nichtwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen habe ich zum Ausdruck gebracht - und tue es gerne noch einmal. Denn meine Erfahrungen sind, dass man insbesondere die Dokumentation im nichtwirtschaftlichen Bereich deutlich ernster nimmt (Ausnahme Baptistengemeinde Frankfurt bestätigen da hoffentlich die Regel!).

  • Eigentlich wollte ich es ignorieren. Aber ich bin zu neugierig. Was an Trumps Politik kann man auch nur im entferntesten als linke Politik einordnen?

  • Da seine Erinnerung vermutlich nicht soo weit zurück reicht, dürfte er den Gedanken einer Mauer eher bei Martin Sonneborn abgekupfert haben.