Corona

  • Es wurde doch nun aber die Notbremse vereinbart....die wird überall dort gezogen, wo Regional das Infektionsgeschehen über 100 geht. Wir in der Region Hannover hatten noch gar keine Lockerungen soweit ich weiß. Warum muss bei uns weiter verschärft werden, wenn 50% aller Regionen in Deutschland noch nicht einmal unser Lockdown Niveau haben?

  • Die Kongruenz ist ja nun aber schon geradezu murmeltierwürdig: So hatten wir vor einem Jahr gar einen postösterlichen R-Wert von ... 0,7, genau wie jetzt. Und im Übrigen wusste Meyer-Hermann damals schon, dass dieser R-Wert im Jahr 2021 ein "Artefakt der Osterwoche" gewesen sein wird. Gute Güte, das nenne ich nun wahrlich mal Weitblick. ;)


    Allem Unken zum Trotz: Der R-Wert damals war ein ganz anderer als der heutige, B.1.1.7 hatten sich die inzestgeschädigten Insulaner noch nicht einmal ausgedacht, das Virus war in Hotspots und noch nicht im Überall unterwegs. Ganz andere Voraussetzungen. Dem entgegen stehen Impfstoffe und Testungen, vor einem Jahr nicht vorhanden. Ganz andere Voraussetzungen. Bestenfalls heben sich Pros und Cons gegenseitig auf, sodass tatsächlich Bill Murray ab nächster Woche die Tagesthemen verliest. Ich bin da aber auch noch eher skeptisch.

    2 Mal editiert, zuletzt von Zackzack ()

  • Muffe


    Dem wiederspreche ich doch gar nicht. :ahnungslos:


    In dem Teil des Zitats den du weglässt gehts ja genau um die "Plausibilitätskontrolle", die Gründe warum die Zahlen zu erklären sein können.

  • Sorry, wenn ich das jetzt mal so deutlich sagen muss: Modelle (bzw. Modellrechnungen) bilden KEIN "echtes" Geschehen ab. Das sind keine Vorhersagen die so eintreffen werden. Sie können so eintreffen wenn sich an den Annahmen die für das Modell getroffen wurden in der Realität nichts ändert.

    Sie sind aber KEINE Abbildung der Realität!

    Nun ja, die Antwort darauf steht aber schon in dem von Dir davor Angemerkten, der Compliance. Deshalb kannst Du mit dem schlimmst möglichen Szenario auch ausschließlich nur "gewinnen". Tritt das so ein, so stimmt Dein Modell und alle hätten auf Dich hören sollen. Tritt es so nicht ein, haben alle wegen Deines Modells den Arsch zusammengeniffen, weshalb das Modell gestimmt hätte, wenn Du es nicht in die Diskussion gebracht hättest, so aber eben zwar nicht gestimmt hat, aber nur, weil Du es in die Diskussion gebracht hast. Easy peasy. ;)

  • Ja klar Zackzack , da gibts keine Diskussion drüber. Mir ging es nur darum das Modelle kein "echtes" Geschehen abbilden. Der andere Faktor ist mir klar, das man mit den "Horrorszenarien" die Compliance der Bevölkerung steigern kann.

  • Ich zitiere mich einfach nochmal selbst, weil sich ja alle anderen hier auch wieder kräftig im Kreis drehen:


    Kann es eventuell sein, daß sich beide Seiten, die sich hier seit Monaten verzweifelt mit Worten bekriegen, sich schon immer über eine Sache ziemlich einig sind:

    Diese dösigen Inzidenzzahlen kann man ziemlich in der Pfeife rauchen und nur als groben Anhalt nehmen?

    Viel wichtiger wären die Zahlen der Intensivstationen?


    Die steigen allerdings derzeit leider recht kontinuierlich an. Und weil die Patienten "dummerweise" nicht wie früher einfach wegsterben, bedeutet das kontinuierlich tausende Personen mit Folgeschäden.

    Aber zum Glück sinken irgendwelche Inzidenzen (weil weniger getestet wird?), deshalb erstmal kräftig lockern, und falls nicht gelockert wird, einfach die Regeln ignorieren, die Inzidenzen sinken doch.


    Und die Zahlen auf den Intensivstationen steigen weiter!

  • Hatte ich auch so verstanden, ich wollte nur die darin verbaute, sagen wir mal, relative Risikolosigkeit solcher Szenarien etwas hervorheben.

  • Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich dafür von einer Schulfreundin als politisch rechts eingestuft. Irgendwas habe ich wohl verpasst.

    Willkommen im Club!
    Willstn Bier?

    Genau das wollte ich auch gerade sagen, du warst schneller. Da sind wir schon drei.

    Zitat

    Deutschland war ja immer so ein Ruhepol. Von Chile erwartet man nicht viel, denn eine Krise ist der Normalzustand.

    Warum bist du dann nach Chile ausgewandert?

  • Man hätte ja gleich von Anfang an mit den Spezialisten arbeiten können.


    Wo kein Impfstoff, da keine Nadel.

    ... oder er liegt im Schrank. ;)


    Du kannst den Bericht im Tagesspiegel gerne noch einmal nachlesen.

    Ich bezog mich auf den fett markierten Teil. Da gab es nunmal noch nicht so viel Impfstoff, völlig egal ob nun Hausärzte, Krankenhäuser oder Impfzentren hätten impfen wollen. Dass man unter solchen Bedingungen, wo die nächten Lieferungen noch unsicher sind, den Impfstoff für die zweite Runde beiseite legt, versteht sich für mich zumindest von selbst. Da nun größere Mengen verlässlich fließen, braucht man selbstredend keine solch große Reserve mehr. Und dass die Zahl der Impfungen nun endlich Fahrt aufnimmt, siehst du ja wohl auch so.

  • Die Zahl der echt Infizierten steigt wahrscheinlich wie in allen Modellen vorhergesagt, so wollte ich das sagen.


    Das echte Geschehen wird eher so sein wie vorhergesagt


    andremd

  • Was mich am meisten ankotzt, ist das machtgeile Gefasel der Politik. Im Schulfreundeskreis habe ich mich dazu mal geäußert und mich gleichzeitig über die obrigkeitshörigen Menschen in aller Welt gewundert, die Ausgangssperren als wirksames Mittel ansehen. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich dafür von einer Schulfreundin als politisch rechts eingestuft. Irgendwas habe ich wohl verpasst.

    Willkommen im Club!
    Willstn Bier?

    Bier trinke ich immer gerne und heute am Spieltag schmeckt es besonders gut.


    Ich finde diesen rechten Vorwurf jedenfalls verwirrend. Bei uns ist die Kritik an der Coronapolitik von links besetzt. Logisch, weil sich Chile praktisch in einer Unternehmer-Diktatur befindet und die Pandemie der Regierung den Arsch rettet.

    In einer Diskussionsrunde mit alten Schulfreunden hätte ich aber nicht erwartet, dass mir Nähe zum rechten Rand vorgeworfen wird, weil ich weder querdenke, noch irgendwas mit Verschwörungstheorien am Hut habe. Klar, einige von ihnen sind mittlerweile recht spießig und können mein generelles Misstrauen an Staat und Macht nicht mehr nachvollziehen, aber, dass sie so unkritisch einen harten Lockdown in Deutschland fordern, wundert mich doch sehr. Chile ist ein gutes Beispiel dafür, dass dieser harte Lockdown viel mehr zerstört als rettet.


    DVD-Scot: Das Wetter ist prima, die Menschen sind nett und die Landschaft ist faszinierend. Der Rest betrifft meinen Alltag normalerweise selten.

  • Ein Lockdown des Lockdowns wegen ist halt auch scheiße, er muß erkennbar der Eindämmung des Viruses dienen.

  • @Florian


    Diese ganze "Problematik" stellt sich für mich sehr komplex und multikausal dar.


    Ein wichtiger Punkt ist, dass die Rechten hierzulande (vermutlich auch in mindestens gleichem Ausmaß im Sonstewo, da weiß ich aber nicht viel Konkretes drüber) einige zentrale linke Kritikpositionen übernommen haben. Paradebeispiel ist für mich die Medienkritik, die jahrezehntelang ein beinahe ausschließlich linkes und dabei zu weiten Teilen akademisches Terrain war, das durch einige Jahre lauthalses Lügenpresse-Gebrüll beinahe komplett an den rechten Rand gewandert ist. Ergebnis: Setzt Du heute zu einer etwas fundamentaleren Medienkritik an, denkt wirklich jeder Dir zuhörende oder -lesende Kopf spontan erstmal: "Ah, die Medien, so wie bei den Rechten, ein Rechter also." Mit der Grundskepsis gegenüber staatlichen Machtbefugnissen ist es ganz ähnlich. Es ist ganz klar, dass der Staat, solange er kein rechter ist, von diesen Rechten bekämpft wird (Reichsbürger et al.). Doch auch die Linke ist in ihrer Kritik gegenüber dem kapitalistischen System und der Verflechtung mit einem westlichen Staatsmodell natürlich nie zimperlich gewesen. Doch auch dieser Diskurs ist zu weiten Teilen nach rechts gewandert. Es sei denn, Du hast ein Mao-Shirt an, dann weiß mutmaßlich jeder, dass Du eher nicht den rechten Staat als Alternative meinst.


    Hinzu kommt, dass sich mittlerweile auch und vor allem die demokratische Mitte nicht mehr integrativ, sondern ebenso abgrenzend definiert wie der linke und der rechte Rand. Das wiederum resultiert aus einem komplexen, meiner Wahrnehmung auch ebenfalls von rechts angestoßenen Prozess, der die Art der Debattenführung nach dem Schmittschen Freund-Feind-Schema bis in die Mitte gedrückt hat. Deshalb flippt die demokratische Mitte etwa auf Twitter stets gegenseitig aus, führt keine Debatte mehr im grundsätzlichen demokratischen Konsens, sondern legt es darauf an, den jeweiligen Gegner aus der eigenen Mitte wegzudefinieren, dann eben gerne ins rechte Außen. Das Mittel zum Zweck ist hier häufig die "Vernunft". Jeder meint, die Vernunft diktiere einzig und allein dies oder das, bist Du also dagegen, bist Du gegen die Vernuft und wer ist sonst so gegen die Vernunft? - richtig, die Rechten.


    Womit als ein Drittes eben die sozialen Medien hinzukommen, die vorrangig bis ausschließlich auf eine derartige, eskalierende Debattenkultur gemünzt sind. Das ist deren Geschäftsmodell, das begünstigen sie und das formt nach Jahren irgendwann auch die Gehirne nach diesen Maßgaben um.


    Zumindest diese drei Prozesse befinden sich dann eben in einer sich selbst verstärkenden Schleife. Und diese Schleife nützt gar niemandem, außer eben den Rechten - weil sich mehr und mehr Lager bilden, die sich alle so verhalten und so miteinander sprechen, als seien sie selbst Rechte, nur mit anderen Inhalten. Das ist, neben der persönlichen Kränkung, die Du beschreibst und die ich gut nachvollziehen kann, die eigentliche Kacke dabei.


    Aber natürlich sehr offtopic alles, sorry dafür.

    Einmal editiert, zuletzt von Zackzack ()

  • Gerade bei der Medienkritik empfehle ich mal die Auseinandersetzung mit dem Klassiker "Die Realität der Massenmedien" von Niklas Luhmann. Man findet in dem Buch doch vieles, was in diese Zeit passt. (In Chile gehören die Massenmedien ausschließlich der rechten Oberschicht, weshalb sie hochgradig manipulativ sind. Lügenpresse = la tele miente, El mercuro miente gehört hier genauso zum Alltag)


    Interessant im Rahmen der Pandemie sind übrigens die Fallzahlen. Die steigen und fallen wie überall auch. Ausgerechnet vor konsumfreudigen Feiertagen wie Kindertag, Weihnachten, Valentinstag und Muttertag fallen sie aber, damit Lockerungen ermöglicht werden. Anschließend steigen sie wieder. Vor allem vor traditionellen Protesttagen wie dem 27. März, weshalb Unruhestifter zuhause bleiben müssen.

  • ...

    Das Wetter ist prima, die Menschen sind nett und die Landschaft ist faszinierend. Der Rest betrifft meinen Alltag normalerweise selten.


    Ganz OT: So Gott will, Corona vorbei ist und ich fit bin, dann gehts nach Patagonien :herz: Irgendwo drauf muss man sich ja freuen...

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    Das Wetter ist prima, die Menschen sind nett und die Landschaft ist faszinierend. Der Rest betrifft meinen Alltag normalerweise selten.


    Ganz OT: So Gott will, Corona vorbei ist und ich fit bin, dann gehts nach Patagonien :herz: Irgendwo drauf muss man sich ja freuen...

    Da ist das Wetter dann allerdings anders prima.

  • https://www.zeit.de/wissen/ges…%3A%2F%2Fforum.mods.de%2F


    Die deutschen Gesundheitsämter
    haben dem Robert Koch-Institut (RKI) im Laufe des Mittwochs 20.407 Neuinfektionen gemeldet. Das sind etwa 3.900 Fälle weniger als vor
    einer Woche, als das RKI 24.300 Neuinfektionen innerhalb eines Tages
    verzeichnete. Die Zahlen sind jedoch wegen der Meldepause über die Osterfeiertage weiter unzuverlässig und verzerrt. So ergaben Recherchen von ZEIT
    ONLINE
    , dass am Mittwoch nur 336 von 401 Kreisämtern – das entspricht knapp 84 Prozent – überhaupt neue Zahlen veröffentlichten. Am Ostermontag übermittelten sogar nur 234 ihre Statistiken.

  • Gerade bei der Medienkritik empfehle ich mal die Auseinandersetzung mit dem Klassiker "Die Realität der Massenmedien" von Niklas Luhmann. Man findet in dem Buch doch vieles, was in diese Zeit passt. (In Chile gehören die Massenmedien ausschließlich der rechten Oberschicht, weshalb sie hochgradig manipulativ sind. Lügenpresse = la tele miente, El mercuro miente gehört hier genauso zum Alltag)

    Japp, ich bin wahrlich kein Systemtheoretiker, aber "Die Realität der Massenmedien" ist auch davon unabhängig einfach ein kluges, kompaktes Buch.

  • die Hausärzte haben auch nur 80 % der erhaltenen Dosen verimpft. Eine schlechtere Quote als in den Impfzentren. Und das am ersten Tag. Wenn das so weiter geht, liegen demnächst Millionen Dosen bei den Hausärzten und Millionen Dosen in den Impfzentren. Hauptsache den Lockdown verlängern.

    (vorsichtshalber: dies sollte ein Scherz sein)