Mobilität - neue Wege oder neue Straßen?

  • Ich bin zwar befangen, aber ich kann zur Diskussion betr. Stadtmobil noch beitragen, dass es dort auf der hp einen Kostenrechner gibt. Da kann man für sich mal recht individuell abklären, wie sich das im Vergleich zu den Kosten eines eigenen PKW rechnet.

    Wenn man nicht zwingend beruflich pendeln muss, ist Stadtmobil in der Regel nicht zu schlagen. Und zwar deutlich.


    Was übrigens gerade den Leuten Alternativen bietet, die sich ein eigenes Auto nicht leisten können. Die haben dann gleich eine ganze Reihe unterschiedlicher Fahrzeuge zur Auswahl. Allerdings muss man eine akzeptable Schufa haben, sonst wird das nix. Denn es gibt eine ganze Menge schwarzer Schafe, die solche günstigen Angebote dann auch noch auszunutzen versuchen; das sprengt hier aber den Rahmen.


    Drolligerweise sieht man bei Stadtmobil die Nutzung von E-Fahrzeugen praktisch eher kritisch. Auch das hat aber eine ganze Reihe von Ursachen und kann nicht undifferenziert betrachtet werden.


    Und sie bieten nun auch Lastenräder an. ;-)

  • prickelpit96 : Danke für die Info! Bei uns würde das dann natürlich inzwischen x3 gehen, oder?


    Hedemann: ich würde mich über konkrete Zahlen freuen, da es für mich ziemlich unübersichtlich ist ohne praktische Erfahrung!

  • Erstmal Glückwunsch! ;-)


    Obwohl Du heute Geburtstag hast, diesen Gefallen kann ich Dir nicht leider nicht tun.

    Die Kosten hängen einfach von zu vielen Faktoren ab - gewählter Tarif, Fahrzeugklasse (Kleinstfahrzeug oder Transporter, Stadtflitzer oder 9-Sitzer, Audi A4 oder...?), Dauer der Buchung und Strecke.


    Aber nur für Dich der Link zu den Tarifen und zum Rechner: Link zu Stadtmobil Hannover ;-)


    Letztlich rechnet sich das tatsächlich über die rechnerisch überdurchschnittlich bessere Ausnutzung des Fahrzeugs im Vergleich zum Allein-Eigentümer im Hinblick auf den Anschaffungspreis.

    Charmant ist es natürlich, dass Du praktisch so gut wie nix am Auto machen musst. Um Wartungen, Reparaturen und Versicherung kümmert sich Stadtmobil, selbst das Benzin ist in den Preisen bereits enthalten.



    Edit

    Nehme ich mal als Beispiel, dass wir beide im Vereinssportzentrum mal einen Kaffee trinken und zwei Stunden klönen, würde Dich die Fahrt mit einem Stadtmobil von Deiner Kanzlei und zurück (67 km) bei einer Nutzungsdauer von drei Stunden bei Nutzung eines Kompaktfahrzeugs im Plustarif 20,51 € kosten.

    (Incl. MwSt., die Du - da unser Gespräch mit Sicherheit beruflich veranlasst ist ;), abziehen kannst, und natürlich sind die Nettokosten für Dich auch Betriebskosten.)

    Einmal editiert, zuletzt von Hedemann ()

  • prickelpit96 : Danke für die Info! Bei uns würde das dann natürlich inzwischen x3 gehen, oder?

    Wieso mal 3?

    3 Leute, die die Autos nutzen?

    Das hinkt insofern, als dass die Grundgebühr eine andere wäre, wenn Ihr die Mobilcard der ÜSTRA nicht nutzen wollt, sondern einen eigenen Vertrag mit Stadtmobil eingeht.


    PS: Oha..., sehe ich jetzt erst. Auch von mir Glückwünsche. :)

  • Zum Platzbedarf: Ein Lastenrad (ca. 1,5 bis 2 m²) benötigt ca. 40% des Platzes eines Smarts (ca. 4,5 m²). [Edit: Reine Fläche ohne Manövrierbedarf, etc.]

    Pah! Wenn du den Manövrierbedarf wieder mit berücksichtigst, dann sieht das für das Lastenrad aber ganz finster aus!

    Und ein Auto -- selbst ein Smart -- muss nicht manövrieren? ;)

    Doch. Und auch dann braucht das Fahrrad mehr Platz!!!11!elf!!


    (Na, Mr. Mo?! Humorradar auf Stand By?)

  • Ich fahre einen Diesel-SUV. Warum SUV? Weil mir die hohe Sitzposition gefällt, weil der Kofferraum riesig ist (praktisch z.B. für den Urlaub an der dt. Küste oder ganz profan für den Großeinkauf) und weil es Spaß macht. Warum Diesel? Weil der Motor gegenüber einem Benziner deutlich weniger Sprit verbraucht und somit weniger Abgase produziert. Und weil dieser PSA-Diesel bei Tests ausgezeichnete Abgas-Werte erzielte. Und weil er Spaß macht.


    Wie komme ich von Burgdorf nach Hannover. Mit dem Fahrrad. Meist Freitag nachmittags oder samstags gemütlich cruisen, durch die Lister Meile schieben, bei 25 Music einkaufen usw. Fast immer mit dem Fahrrad. Ansonsten mit der Bahn, ob nun ins Theater oder zu 96 (selten). Von mir aus könnte die gesamte Innenstadt für Autos gesperrt werden. Zur Arbeit (nicht in Hannover) fahre ich dann aber doch mit dem Auto.


    Kleiner Ausflug: wir haben letztes Jahr eine Boat und Bike Tour durch Holland gemacht. Tagsüber radfahren und abends aufs Schiff. Jeden Tag durch andere Städte geradelt (Utrecht, Rotterdam usw. und so fort). Ein derart geiles Miteinander von Fahrrädern und Autos wünscht man sich auch hier.


    Meine Einschätzung ist, dass der Individualverkehr nicht aussterben aber zukünftig mit hoffentlich weniger Ressourcenverbrauch auskommen wird. Bis dahin kann ein jeder sein eigenes Nutzungsverhalten hinterfragen und anpassen.


    Und träumen, von einem Auto mit Wasserstoff-Antrieb.

  • Dr. Hitlermann steuert sicher noch was an Erfahrungen dazu bei. (Und der ist wirklich dem Hipsterismus nicht verdächtig!)

    Nein, ist er nicht.:kichern:


    Ich habe aber auch schon mal gesagt: Ich habe zwar mal wieder ein eigenes Auto, hatte aber jahrelang keins, sondern neben einer BC100 auch eine Stadtmobil-Mitgliedschaft und ein Fahrrad. Und DriveNow, Cr2Go (jetzt fusioniert), Sixt Carsharing. Und Call-a-Bike und Coup und Emmy. Man kann mir nicht vorwerfen, ich würde irgendwas auslassen.


    Und ja, ich konnte ohne eigenes Auto ganz gut auskommen. Hatte halt wieder Bock auf eins, auch weil Stadtmobil zu wenig floating hat, dafür Digitalisierung aus der Steinzeit ("Der Schlüssel hängt eine Etage tiefer im Betonkasten, für den Sie die PIN brauchen, die sie vor zwei Jahren mal festgelegt haben") und Autos, die langweiliger nicht sein könnten. Ich weiß, insbesondere letzteres ist mein Hipsterproblem, aber ich fahre halt lieber mit dem Drivenow-1er-Cabrio durch Berlin als mit dem Stadtauto-Ford-Escort (oder was das immer ist) durch Hannover.



    Als erklärter Liberaler solltest Dir aber das Konzept bekannt sein, dass individuelle Freiheit dort ihre Grenzen findet, wo sie die Freiheit anderer einschränkt. Und motorisierter Individualverkehr schränkt die Freiheit anderer ganz gehörig ein, auf ganz verschiedenen Feldern. Müsste er eigentlich gar nicht, wenn die übergroße Mehrheit der Nutzer ihn mit Vernunft, also Vorsicht, Umsicht und Rücksicht nutzen würde

    Du tust so, als gäbe es irgendein Problem eines Ausmaßes, das eine Revolution erfordern würde. Nichts ist perfekt, aber man kann gerade in Hannover eigentlich ganz gut per pedes, mit dem Fahrrad, mit dem Öffis oder eben mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Ich benutze jedes dieser Verkehrsmittel und habe noch in keinem den Bürgerkrieg erlebt, den manche an die Wand malen.


    Es gibt unabhängig davon rücksichtslose Arschlöcher mit jedem Verkehrsmittel. Zugegebenermaßen sind anderthalb Tonnen Stahl als Untersatz dann noch weniger schön als z.B. ein Drahtesel, aber solange nicht wirklich was passiert, nimmt sich das in der Frustration wenig.


    Meine Werte zum Platzverbrauch rechnen übrigens mit ein, dass man in ein Auto ja auch noch hineinkommen muss und nicht Stoßstange an Stoßstange parken kann.

    Du hast mich noch nicht auf ein Fahrrad steigen sehen ;)

    Sag mir doch bitte eine Ressource, bei der das Fahrrad verschwenderischer ist als das Auto.

    Was ist das für ein Anspruch? Ist Mobilität ein Ressourcenschonungswettbewerb? Warum muss es dann Fahrräder mit Alu und Carbon geben, die kann man doch auch aus normalem Metall oder sogar aus Holz bauen, oder nicht?


    Das ist genau der eigentliche Punkt. Es hat nichts mit Rücksichtnahme oder gar der immanenten Freiheitsbeschränkung der liberalen Freiheitsidee zu tun, wenn man irgendwelche scheinbar objektiven Rationalitätsbetrachtungen anstellt und deren Befolgung zur einzigen sozialadäquaten Verhaltensweise erklärt. Das unterscheidet sich nämlich vom Faschismus "nur" noch in der Wissenschaftlichkeit (mit anderen Worten: in der fehlenden Willkürlichkeit) der verfolgten Grundthesen, wobei ja der sozial-ethische Druck mehr oder weniger erfolgreich dann auch in der Wissenschaft angewandt wird.


    Ich würde ja lieber praktikabler in diesem Thread diskutieren, aber da Du die ideologische Frage angeschnitten hast: Ja, Freiheit im liberalen Sinn ist auch die Freiheit, mit dem Zweitonnen-SUV in die Innenstadt zu fahren. Rücksichtnahme besteht nicht nur darin, das zu unterlassen, sondern auch darin, dies zu ertragen. Ja, da nimmt dann in der Situation einer mehr Ressourcen weg als ein anderer. Ist halt so. Der andere fährt dafür vielleicht dann auf seinem MTB den Trail durch den Wald und nimmt dort Ressourcen weg, und der Pilzesammler stört sich dran. Aber der "privatisiert" ja selbst ein öffentliches Gut. "Wenn das jeder machen würde" ist eben kein valides Argument, weil nichts davon jeder tut. Von vielen öffentlichen Ressourcen haben wir genug, manche muss man zuteilen oder bepreisen oder sonstwie regulieren. Unterm Strich aber kann es nicht darum gehen, einheitliches vermeintlich objektiv "korrektes" Verhalten zu generieren, sondern darum, jedem die Entfaltung seiner Persönlichkeit zu gestatten - und zwar grundsätzlich egal, ob sie Dir oder mir gefällt oder nicht. Das ist gesellschaftlicher Pluralismus, neudeutsch Diversity. Da geht es im mehr als (eigentlich bedeutungslose) Dinge wie Hautfarbe oder sexuelle Orientierung, eigentlich geht es um die Akzeptanz von Lebensenwürfen - eben von der jeweils eigenen Persönlichkeit, deren Entfaltung jedem für sich frei steht.


    Eigentlich ist es beinahe affig, diese Diskussion anhand so profaner Dinge wie Mobilität zu führen, während wir diese Diskussion im Grunde in auch in Threads haben, die inhaltlich viel bedeutsamer sind. Aber das Thema ist eben schön aufgeladen. Und vielleicht auch illustrativ, weil es für jeden greifbar ist.

  • Dr. Hitlermann steuert sicher noch was an Erfahrungen dazu bei. (Und der ist wirklich dem Hipsterismus nicht verdächtig!)


    Nein, ist er nicht. :kichern:

    Waaas? Warum nicht???





    auch weil Stadtmobil zu wenig floating hat, dafür Digitalisierung aus der Steinzeit ("Der Schlüssel hängt eine Etage tiefer im Betonkasten, für den Sie die PIN brauchen, die sie vor zwei Jahren mal festgelegt haben")

    Da muss ich kurz Werbung machen. Stadtmobil hat aktuell immerhin 100 Opel Adam als free floater im Stadtgebiet.

    Und ich meine, dass sich mittlerweile jedes Fahrzeug per App öffnen lässt.

    Deine Abkehr könnte ein paar Tage her sein. ;)




    Autos, die langweiliger nicht sein könnten.

    Tja, nun. Muss natürlich einigermaßen massenkompatibel und effizient sein. Mercedes, Audi, Cabrios waren oder sind da aber auch immer mal am Start. Setze mich ja auch für Tesla ein, aber die zicken da noch etwas rum.:kichern:



    Ich weiß, insbesondere letzteres ist mein Hipsterproblem,

    Dass ich Dir mal so zustimmen würde - sagenhaft! ;)

  • Pokalheld:


    Wie ermöglichst Du denn nun der Hälfte der Gesellschaft, die nicht in die Ballungszentren ziehen will oder ziehen kann, diejenige gesellschaftliche Teilhabe, die ihnen derzeit die individuelle Mobilität ermöglicht? Und wie verhinderst du, dass durch noch mehr prekäre Arbeitsverhältnisse entstehen? Und dies Alles in einem Zeitfenster von 10-15 Jahren?

    Auch von mir alles Gute zum Geburtstag!


    Mr. Mo hat es genau richtig gesagt, push und pull ist der Weg. Ein bißchen Gegenwind fürs Auto, ein bißchen Rückenwind für die Alternativen. Schritt für Schritt. Aber auf Dauer.

    • Viele Dörfler können einfach weiterfahren und sich darüber freuen, daß weniger Städter die Stadtstraßen verstopfen und Parkplätze blockieren (mit dem Punkt dringen wir immer noch nicht so richtig durch, oder?)
    • Es hat eh keiner was gegen individuelle Mobilität. Es steht ein Fragezeichen hinter der motorisierten individuellen Mobilität (der Punkt dringt auch noch nicht so richtig durch, oder?). Weil sie jetzt nach 60 Jahren als Nichtlösung identifiziert ist. Das Auto ist der Mobilität im Wege. Zu groß. Zu laut. Zu gefährlich. Zu teuer. Zu schmutzig. Nicht das Einzelauto, sondern alle Autos zusammen. Jeder Stau und jede Parkplatzsuche, jeder vollgeparkte Rad- und Fußweg, die Lärmkarte einer Stadt und die Unfallzahlen samt -folgen sind doch Beweis genug.
    • Das Auto kann Teil der näheren Zukunft bleiben. Aber nicht mehr im heutigen Ausmaß. Car Sharing, E-Autos, Kleinstwagen und kleinere Lieferwagen sind dabei besser als Diesel-SUVs und LKWs.
    • Herausfinden, wo die Elzer denn oft hinfahren. Bahnoptionen prüfen und verbessern. Es soll zwei Bahnverbindungen geben: Hannöversche Südbahn vielleicht morgens und nachmittags mit zusätzlichen Zügen ausstatten. Abends am Wochenende vielleicht öfter fahren lassen. Die Weserbahn ggf. wieder stärken (Wikipedia: "Die Strecke hatte früher als Teil der Hauptstrecke von Berlin über Hildesheim, Elze, Löhne, Osnabrück, Rheine und Almelo nach Amsterdam große Bedeutung auch für den Güterverkehr. Anfang der 1980er Jahre wurde die vormals zweigleisige Hauptbahn auf ein Gleis zurückgebaut. [...] Zahlreiche Bahnhöfe und Haltepunkte, besonders zwischen Hameln und Vlotho, wurden geschlossen, von denen eigentlich auch heute einige für die Erschließung des oberen Wesertales bedeutend sein könnten (Fischbeck, Eisbergen, Veltheim)."
      -> Da ist doch offensichtlich, daß die Bahn schon mal stärker war als heute. Kann man rückgängig machen, sollte es Nachfrage geben. Und elektrifizieren, das Ding.
    • Die S-Bahn besser mit dem Fahrrad vernetzen
      Art: http://www.copenhagenize.com/2…increase-after-bikes.html
      Grund: https://wsd-pfb-sparkinfluence…06/mode-table-768x434.png
      -> natürlich mit ausreichend Abstellplätzen und gescheiten Radwegen zum Bahnhof hin
      -> Fahrradmitnahme kostenlos machen. Der Ticketpreis an sich hält zwar eigentlich keinen Kunden ab, aber es ist dennoch eine Hürde, eine Unannehmlichkeit, die dann erstaunlich viele nicht nehmen wollen
    • Allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts auf 30 km/h. Ausnahmen für die eine Durchfahrtsstraße im Dorf bzw. für 5, 6, 7 Hauptverkehrsstraßen der Großstadt denkbar. Der Grund liegt schon wieder auf der Hand: Es sind die Unfallfolgen in Abhängigkeit zur Aufprallgeschwindigkeit.
    • Verbot der LKW-Durchfahrt durch Städte und Dörfer, nur um Autobahnmaut zu sparen. LKW gehören auf die Autobahn. Gewerbegebiete gehören an die Autobahn. Assistenzsysteme fürs Abbiegen, kann man machen. Beifahrer fürs Abbiegen, kann man machen. Erlöschen der innerörtlichen Betriebserlaubnis für Fahrzeuge mit derart großem totem Winkel, kann man machen! Wenn's nicht in die Stadt paßt, muß es raus.
    • Schaffung von zusätzlichen Einbahnstraßen in Wohngebieten für Autos, durchlässig für Fußgänger und Radfahrer.
    • Räumliche Trennung von Fußgängern, Radfahrern und motorisiertem Verkehr. Die erste Priorität müssen Fußgänger bekommen. 2 Gründe: 1) Sie sind die Schwächsten im Verkehr 2) Vor der Eingangstür ist jeder Fußgänger. Die zweite Priorität müssen Radfahrer bekommen. Sie sind die zweitschwächsten und haben den zweitleichtesten Zugang zu Hauseingängen. Das Auto muß sich hinten anstellen. Es können eh nicht 10 oder 50 Autos direkt vor derselben Tür parken. Sie sind zu groß.
    • Neuaufteilung des vorhandenen Platzes auf die Verkehrsträger. Autofahrbahnen streichen, verengen. Straßenbahn, Busse, Radfahrer und Fußgänger müssen mehr Platz bekommen. Sie nutzen ihn effektiver. Change the question. Nicht, wie viele Autos kommen pro Stunde durch die Straße. Sondern wie viele Menschen.
    • Die vorhandenen inoffiziellen Rennstrecken müssen entgradigt werden. Den Grund hatte ich neulich schon gepostet. Es ist generell so: Wenn nur ein Schild die Höchstgeschwindigkeit vorgibt, bringt das nichts. Das Straßendesign entscheidet darüber, wie schnell oder langsam tatsächlich gefahren wird.
    • Langsame Reduzierung der Fahrbahnparkplätze. Ich finde den Link nicht mehr: Aber in einer niederländischen Stadt gibt es einen Anhänger mit 4 Fahrradbügeln drauf. Mit Rampe. Dieser Anhänger wird im Wohngebiet auf einen freien Parkplatz am Straßenrand gestellt. Es gibt lautes Gebrüll des Entsetzens, aber der Anhänger bleibt da ein Jahr stehen. Die Leute merken, da wurden aus einem Autoparkplatz acht Fahrradstellplätze gemacht. Sie fangen an ihn zu nutzen. Nach einem Jahr kommt der Anhänger weg, und vier Fahrradbügel werden einbetoniert. Die Leute freuen sich. Der Anhänger kommt in ein anderes Wohngebiet und wird dort auf einen freien Parkplatz gestellt. Es gibt lautes Gebrüll des Entsetzens, aber der Anhänger bleibt da ein Jahr stehen...
      -> Kopenhagen reduziert die Zahl der Parkplätze jedes Jahr um 3%. Das merkt kaum einer. Aber über die Zeit bringt das eine ganze Menge
      -> Zürich hat vor langer Zeit schon die Bauauflage erlassen, wer einen neuen Parkplatz baut, muß dafür sorgen, daß woanders in der Stadt ein Parkplatz verschwindet
      -> auch das ist weltweit state of the art: https://www.theguardian.com/ci…inating-car-parks-parking
    • Das Konzept kostenfrei parken ist angesichts der Immobilienpreise und des knappen Raums in Frage zu stellen.
      Eine klare Radfahrinfrastruktur, die immer eindeutig ist. Je nach Straßentyp, Geschwindigkeit, Nutzerzahlen: http://www.copenhagenize.com/2…cycle-planning-guide.html
      -> kein Videospiel mehr
    • Anonyme Meßstationen, die den Radverkehr und somit die tatsächlich nachgefragten Strecken erfassen. Desire lines. Dann weißte Bescheid. Nicht was bauen, was die Leute dann gefälligst akzeptieren und nutzen sollen. Sondern bauen, was gebraucht wird.
      -> 1 von 10 Geheimtips aus Kopenhagen
    • Grüne Welle für Radfahrer auf den Hauptverkehrsachsen. 1 Möglichkeit der Umsetzung. 1 andere Möglichkeit.
    • Zur Radfahrinfrastruktur gehören auch Abstellplätze, Parkhäuser an Bahnhöfen und in Innenstädten, mit Werkzeugkästen, vielleicht mit Werkstattservice, z.T. auch gerne bewacht. Vielleicht Mülleimer für Radfahrer.
    • Bauauflagen für das Filialgewerbe: Bei mir umme Ecke haben Aldi, Netto, Lidl, Möbel Boss & Co. in jüngster Zeit neu gebaut oder umgebaut. Mit riesigen PKW-Abstellflächen für bis zu 150 Fahrzeuge. Und dann gibt es so Alibi-Fahrradständer ("Felgenkiller") für null bis zehn Fahrräder. An einer Gewerbestraße zwischen Innenstadt und Stadtrand. So lockt man natürlich PKW-Kunden an. Das Mindeste ist eine Installation von vernünftigen Fahrradbügeln für mindestens 20 Drahtesel. Gerne überdacht, damit keiner auf einen regennassen Satten steigen muß. Die Einkaufswagen sind ja auch überdacht. Die Technik ist also bekannt.
    • Verbot des Mißbrauchs von Parkstreifen als kostenlose Werbefläche. Symbolbild.
    • Prekäre Arbeitsverhältnisse en masse sind durch Gesetze des Bundesarbeitsministeriums entstanden (Bertelsmann, VW-Hartz & Co. haben geholfen), sie sind auf gleichem Wege abzuschaffen.
    • Güter von der Straße auf die Schiene wird überall gemacht. Hier wurde es immer nur erzählt. Machen! Die Niederlande und die Schweiz z.B. warten s-e-h-n-s-ü-c-h-t-i-g auf den Lückenschluß. Ist immerhin der Zugang von der Nordsee mit seinen Riesenhäfen durch die Alpen nach Südeuropa.
    • Die Dienstautoförderung langsam drosseln. Fahrräder, Lastenfahrräder, Dienstfahrräder und Monatstickets stärken.
      Neue Ökosteuer a la 6 Pfennig pro Jahr
    • Da man ja nun herausgefunden hat, daß die Pendelstrecke zwar wächst, die Pendeldauer aber konstant bleibt: Es muß auch wieder attraktiver gemacht und gestärkt werden, daß gar nicht so viele so weite Pendlerstrecken entstehen. Also auch zusätzliche Arbeitsplätze auch ins Dorf bringen. Mit Kindergärten, Supermärktchen und Paketdiensten. Das Konzept größer und größer und noch eine Mall auf der grünen Wiese und noch eine Filialschließung und noch eine Schulzusammenlegung und noch eine IGS hat ausgedient zu haben.
    • Wer aus Überzeugung auf dem Land leben möchte, kann das sehr gerne tun. Wer aber aufs Land gezwungen wird, etwa weil die Mieten in der Stadt unerschwinglich werden, der ist gekniffen. Eine anständige Wohnungsbaupolitik muß her. Die Anstalt zeigte hier in einer Folge den Weg. Es darf auch nicht sein, daß an der Küste die Hälfte der Wohnungen für Feriengäste reserviert sind und das halbe Jahr über leer stehen, während die Einheimischen nicht wissen, wohin.
    • Wer glaubt, so ein Umbau der Städte wäre nicht machbar, der irrt. Städte sind nie fertig gebaut. Sie werden sowieso laufend verändert, erneuert, erweitert. Für die Zukunft aber bitte mit einem gewissen Ziel. Utrecht ist mit 400.000 Einwohnern die am schnellsten wachsende Stadt in den NL. Sie bauen neue Stadtteile aus dem Nichts. Die Verkehrspolitik dazu: Das letzte, was wir brauchen, sind mehr Autos. Also bieten wir andere Möglichkeiten.
      -> man folgt generell leicht einem Vorbild. Vielleicht sollten wir uns künftig die Vorbilder etwas besser aussuchen und auch nach Kosten-/Nutzenverhältnis bewerten. Vielleicht ist LA kein Vorbild für uns. Vielleicht sind es Utrecht oder Kopenhagen eher. Bei gewissen Dingen, die dort gut für die Allgemeinheit funktionieren.


    Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Der Thread kann noch viele Seiten bekommen.

  • Wäre nett, wenn du auch mal konstruktive Ideen beisteuern könntest, anstatt immer nur in Einzeilern über Autos zu meckern. :lookaround:

  • Habe meinem Chef vor 2 Wochen von Jobrad berichtet (nachdem ich das hier aufgeschnappt habe). Zack, jetzt haben wir den Kram auch, schaffen einen Firmenwagen dafür ab, da es einfach ausreicht und wir meistens mit der Bahn fahren...plus es interessiert 80% meiner Kollegen, denen ein gutes Rad "auf einmal" vielleicht zu teuer war/ist.

    Genau sowas muss gefördert werden.

  • Wow. Besser kann als man als Liberalismus verkleideten Egoismus und Hedonismus nicht zur Schau stellen und im Prinzip die gesamte ursprüngliche Idee des Liberalismus konterkarieren. Alles andere hat Mettbrötchen ja geschrieben.


    Und die Faschismuskeule ist auch noch drin, um den Gegner mundtot zu machen. :respekt:


    Dass ausgerechnet Du Ideologiefreiheit forderst, entbehrt nicht einer gewissen Komik -- zumal Du gar nicht lange auf der sachlichen Ebene verweilst oder auf der argumentativen Ebene gegenhältst, sondern beim ersten Gegenwind irgendwelche (antisozialistischen?) Plattitüden rausbläst. Man kann sich durchaus bemühen, seiner Umwelt nicht mehr auf den Sack zu gehen als notwendig. Hast Du Deine Logik mal zu Ende gedacht? Es blitzt kurz mal auf, nämlich bei "wenn das jeder machen würde".

  • Ich finde es ja immer lustig, wenn Leute, für die Liberalismus ein Schimpfwort ist, dessen Anhängern erklären wollen, wie er zu funktionieren hätte.


    Wenn Du Dich beim Thema Faschismus angesprochen fühlst, ist das ja Dein Problem. Ganz grundsätzlich bin ich aber schon der Auffassung, dass jedes Erzwingen konformistischen Verhaltens faschistisch ist. Du hast ja in jungen Jahren sicherlich auch mal Die Welle gelesen. Wie sich manche - Dich eingeschlossen - bei manchen Themen - Mobilität nicht exklusiv, aber eingeschlossen - hier aufführen, um einen Wettbewerb des änständigsten Helden zu veranstalten, ist ganz genau das.


    Der Urzustand ist, wenn sich jeder das Auto kaufen (oder bauen) kann, das er sich leisten (oder schrauben) kann und will, und damit dorthin fahren kann, wo er will und es sich technisch hinbewegen lässt. Alles andere ist eine politische Beschränkung und damit Ideologie. Das eine mehr (siehe Absatz davor), das andere weniger (auch liberale Verkehrspolitik kommt wohl nicht ganz ohne Regeln aus).

    Hast Du Deine Logik mal zu Ende gedacht? Es blitzt kurz mal auf, nämlich bei "wenn das jeder machen würde".

    Ja, man kann natürlich "wenn das jeder machen würde" als Argument raushauen und dann noch dem anderen Plattitüden vorwerfen. Das sieht dann nur halt ein bisschen widersprüchlich aus. Macht hier aber nichts, siehe Absatz 2.

  • Wäre nett, wenn du auch mal konstruktive Ideen beisteuern könntest, anstatt immer nur in Einzeilern über Autos zu meckern. :lookaround:

    Ich finde er tut permanent so, als hätten wir Verkehrsprobleme großen Ausmaßes, die jetzt revolutionär angegangen werden müssen.

    Vielmehr werden wieder einmal irgendwelche scheinbar objektiven Rationalitätsbetrachtungen angestellt und deren Befolgung wird zur einzigen sozialadäquaten Verhaltensweise erklärt. Das unterscheidet sich vom Faschismus "nur" noch in der Wissenschaftlichkeit (mit anderen Worten: in der fehlenden Willkürlichkeit) der verfolgten Grundthesen.

    Aber die zitierten Studienergebnisse, Zukunftskonzepte usw. unterlagen wahrscheinlich auch schon einem sozial-ethischen Druck, der mich an der Objektivität zweifeln lässt.

    Freiheit darf keine Einbahnstraße für Fußgänger, Radfahrer und Lastenrad-Hipster sein. Auch SUV-Fans haben ein Recht auf Freiheit. Wo ist da die Toleranz der Fußgänger oder Radfahrer?

    Unter'm Strich kann es nicht darum gehen, einheitliches vermeintlich objektiv "korrektes" Verhalten zu generieren, sondern darum, jedem die Entfaltung seiner Persönlichkeit zu gestatten - und zwar grundsätzlich egal, ob sie Dir oder mir gefällt oder nicht.

    Wahre Diversity wäre die Akzeptanz von allen Lebensentwürfen.

    Oder so ähnlich.

  • Ist halt auch das was ich sage. Es geht nicht über Verbote und Beschränkungen. Es geht übers Geld und über Alternativen. Wenn jegliches Parken innerhalb des Innenstadtrings 10 Euro pro Stunde kostet und die kompletten Einnahmen davon in ein im 3-Minutentakt verkehrendes Shuttle vom kostenlosen Schützenplatzparkplatz gesteckt würden, braucht man die Innenstadt garnicht für gigantische Kosten großartig autofeindlich umzubauen, dann verschwinden die Automassen dort von ganz allein.

  • Das war jetzt gar nicht so inquisitorisch gemeint, wie Du es anscheinend verstanden hast. Sonst hätte ich den hier :schraube: statt dem hier ;) genutzt.