SC Paderborn - Hannover 96 1:0

  • ist vielleicht kleinkariert, aber den Schuss vor dem 1:0 wehrt er flach ins Zentrum ab. Ja, war ein strammer Schuss. Aber auch einer der zentral ohne Sichtbehinderung auf ihn kam.

    Ich gucke mir das jetzt nicht noch mal an, ich bin ja kein Masochist. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass er den Ball nicht flach ins Zentrum abgewehrt hat. Er hat ihn zur Seite abgewehrt, im Grunde genau dahin, wo man in ihn in so einer Situation abwehren muss. Die Fehler vor dem Tor sind das läppische Verhalten von Weydant bzw. der unnötige Ballverlust und das niemand Hult hilft.

  • Naja, zur Seite wäre es gewesen, wenn der Ball ins Seitenaus oder zur Ecke hin geflogen wäre. Er ging aber in Richtung der Ecke vom 16er, eher etwas mittiger sogar. Das ist schon ziemlich mittig abgewehrt und damit auch definitiv zu weit drinnen. Retten hätten die Situation Falette und Haraguchi können. Haben sie leider nicht.

  • Aus meiner Sicht haben wir im Tor einen merkwürdigen Trend:


    Zieler war zu seiner ersten Zeit richtig stark, von gewissen Schwächen bei Fernschüssen/Freistößen abgesehen. Ein Spitzentorwart, einer der besten Fünf im ganzen Land. Tschauner hatte keine tolle Vita, hatte bei Nürnberg und St. Pauli seine Stammplätze verloren. Als er Nummer eins wurde, war aber viel besser als befürchtet. Fußballerisch nicht so dolle, aber mit guten Reflexen. Und ohne große Ausreißer nach unten.


    Der Wechsel zu Esser war nicht zwingend notwendig. Schon Essers Verpflichtung war ja nicht notwendig, es hätte ja auch ein "kleiner" neuer Ersatzkeeper gereicht. Als Esser dann spielte, empfand ich es als Verbesserung. Fußballerisch schwächer als Zieler, aber besser als Tschauner. Bessere Strafraumbeherrschung als Tschauner.


    Als Zieler zurückkam (war schon wieder nicht zwingend notwendig), waren die Erwartungen hoch. In der Hinrunde hatte er einige Wackler, in der Rückrunde eigentlich nicht. Er hatte keine spektakulären Spitzenleistungen, er war in etwa auf Essers Niveau gelandet. Das mag vielleicht die Erwartungen enttäuscht haben, die Leistungen losgelöst von den Erwartungen waren aber okay.


    Nun kam Esser zurück (war übrigens nicht zwingend notwendig), und das schon wieder nicht in der alten Verfassung. Erst wurden Erwartungen längere Zeit übertroffen, jetzt werden sie eher enttäuscht. Insgesamt viel mehr Wechsel auf der Position in vier Jahren als notwendig. Und keiner hat das Team richtig vorangebracht. Den Keeper von 2011-16 haben wir immer noch nicht wieder.


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    Bei Haraguchi sehe ich es so: Er ist so gut und fit, daß er seinen Stammplatz sicher hat. Wenn der Trainer dann der Überzeugung ist, es solle ein 4-4-2 mit flacher Vier sein, dann gibt es Haraguchis Paraderolle nicht. Wobei das gar nicht mal so schlimm sein muß; die Formation muß schließlich nicht symmetrisch interpretiert werden. Haraguchi kann offensiv in die Mitte ziehen, solange er defensiv mithilft, den gegnerischen RV in Schach zu halten. Dann wird halt nur die rechte Angriffsseite mit zwei Leuten überladen. Als Beispiel. (Bloß halte ich ein solches 4-4-2 gegen die Staffelung des Gegners für falsch)


    Man darf auch nicht übersehen, daß Maina, Weydandt und Ducksch ebenso wenig groß aufgespielt haben. Ducksch hatte wenigstens einige Szenen, auch wenn er sie vergeben hat. Von Sulejmani und Twumasi habe ich auch nichts gesehen. Die Aufstellung Haraguchis auf links war somit nicht das einzige Problem der 96er. Sie wollten über rechts Druck machen, wurden aber dort unter Druck gesetzt, weil das halt Paderborns Schokoladenseite war und nicht die Schwachstelle. Unser Zweiermittelfeld war gegen deren Dreiermittelfeld in der Unterzahl. Unsere Innenverteidigung war zu zweit, hatte aber nur einen Mittelstürmer zu bewachen. Das war diesmal keine gespiegelte Aufstellung. Man muß den Gegner nicht spiegeln. Aber ich glaube, je stärker der Gegner ist, desto eher kann man so ein Gleichgewicht sicherstellen. In den ersten 55 Minuten habe ich so ein Gleichgewicht sehr vermißt.


    Ich halte unseren nächsten Gegner ebenfalls für eher stark. Daher würde ich mir anschauen, wie die sich normalerweise staffeln. Und daran ausrichten. Wenn Düsseldorf im 4-4-2 oder 4-2-3-1 aufläuft, dann würde ich mit doppelt besetzten Außen rechnen. Wenn etwas so überhaupt nicht dazu passen mag, dann wäre das diesmal ein 4-4-2 mit Raute oder ein 3-5-2, weil dort die Außen nur einfach besetzt sind. Es sei denn, man will ganz mutig sein und sagen, wir haben dafür ein Übergewicht im Zentrum, laßt uns das ausnutzen. Aber diesen Mut hätte ich vielleicht nur gegen schwächere Gegner.


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    Bei Frantz bin ich ein wenig ratlos. Entweder haben wir ihn drei Jahre zu spät geholt oder er muß auf der falschen Position spielen. Für einen Sechser hat er erstaunlich wenig Ballaktionen. 23 Ballkontakte in 55 Minuten gegen Paderborn (hochgerechnet = 38 pro 90 Minuten). Kaiser hatte 53. In Osnabrück hatte Frantz 31 Ballkontakte in 61 Minuten (46 pro 90 Min.). Kaiser hatte 70. Gegen Karlsruhe hatte Frantz 38 Ballkontakte in 90 Minuten. Kaiser hatte 45. Das Spiel gegen die anderen da habe ich jetzt nicht nachgekuckt, weil da ja alle 96er brillant waren.


    Die taktische Ausrichtung besagt also ganz bestimmt nicht: Gib Frantz nach dem Ballgewinn die Kugel, er verteilt sie dann weiter. Nee, das macht unsere Innenverteidigung selbst. Das Zweikampfmonster, der große Staubsauger und Abräumer ist Frantz allerdings auch nicht. Und so passen Spieler und Position auch hier nicht so ganz zusammen. Ich gehe erstmal weiter davon aus, daß Frantz weiter vorne eingesetzt werden müßte (falls er das läuferisch noch kann). Vielleicht sogar vorne links. Das weiß ich nicht. Gemacht hat er das schon. Früher irgendwann.


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    Falette hat vor allem deswegen sofort gespielt, weil er Linksfuß ist. Die Spieleröffnung ist so viel leichter, wenn man in der Innenverteidigung einen Rechts- und einen Linksfuß hat. In Zeiten des Pressings, der Deckungsschatten und der Art des Anlaufens macht das was aus.

  • ist vielleicht kleinkariert, aber den Schuss vor dem 1:0 wehrt er flach ins Zentrum ab. Ja, war ein strammer Schuss. Aber auch einer der zentral ohne Sichtbehinderung auf ihn kam.

    Ich gucke mir das jetzt nicht noch mal an, ich bin ja kein Masochist. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass er den Ball nicht flach ins Zentrum abgewehrt hat. Er hat ihn zur Seite abgewehrt, im Grunde genau dahin, wo man in ihn in so einer Situation abwehren muss. Die Fehler vor dem Tor sind das läppische Verhalten von Weydant bzw. der unnötige Ballverlust und das niemand Hult hilft.

    https://imgur.com/a/dLySNqG


    Das ist für mich keine seitliche Abwehr. Der Ball landet flach im 16er. Wenn er ihn seitlich abwehrt, dann fliegt der zur Ecke (gefährlich, sehe ich ein) aber dann bitte seitlich aus dem 16er raus.

  • Sich jetzt an Esser abzuarbeiten ist schon komisch. Das war ein strammer Schuss, den er gut pariert.

    Das Tor hätte locker verhindert werden können, wenn Weydandt den Ball anders klärt, oder Haraguchi doppelt.


    Das Spiel hat der Trainer vercoacht.

    Schindler und Haraguchi falsch aufgestellt. Muroja hätte für Schindler spielen müssen. Schindler braucht noch Zeit, oder einfach nur zu schwach, ich weiß es nicht. Selbst gegen BS hatte er zu viele Fehlpässe.

    Maina hätte er früher einfangen müssen, dieses sinnlose losgerenne mit dem Ball brauchen wir so nicht.

    Den Auftrag von Frantz und Kaiser verstehe ich noch nicht; haben die einen?


    Was klar auffällt, uns fehlt im Sturm eine Alternative ala Guidetti oder Teuchert.