Russlands Angriff auf die Ukraine

  • Noch ein anderer, ergänzender Aspekt im Nachgang: Es ist etwas anderes, ob Du Deiner Bevölkerung erklären musst, dass es Luftraumverletzungen durch Drohnen gab, oder dass tatsächlich Sprengladungen, 'strike drones' über ihre Häuser geflogen sind.

    Ich bin dafür, die Dinge anzusprechen, wie sie sind, aber ich kann voll und ganz nachvollziehen, dass das schwierig ist. Man muss dann gut aufgestellt sein für das, was danach kommt, und hier rächt sich halt, dass wir diese Bedrohung lange nicht ernst genommen haben, obwohl sie absehbar war.

  • Ein Kommentar in der "Zeit", leider hinter Paywall : Europa hat den Test nicht bestanden

    Daraus:


    Ich verstehe das so, dass man das natürlich besser machen könnte (aber nie 100%), wenn man darauf eingestellt ist, was man aber nicht war. Der Luftabwehrschirm ist grobmaschig und wird bei Bedarf enger zusammengezogen. In Polen ist er schon enger als zum Beispiel bei uns aber noch nicht so eng, dass man Drohnen wirkungsvoll abwehren könnte - einfach, weil kein Bedarf gesehen worden ist.
    Das könnte sich nun natürlich ändern, ist aber auch nicht unaufwendig.

    Wenn so ein russischer militärischer Erstschlag beginnt - vor dem die Experten warnen und ab 2029 starten könnte - halte ich es für fahrlässig, die Drohnenabwehr so grobmaschig zu organisieren. Ja, das kostet Geld. Aber Erstschlag-Prävention ist aus meiner Sicht elementar wichtig - und wichtiger als der Bau zweier neuer Fregatten, die ja auch sehr viel Geld kosten.

    Das gute an dem "Test" sollte sein, dass jetzt das Thema "Drohnenabwehr" in den Focus rückt und hoffentlich ein besserer Schutz organisiert wird. Am Geld darf das nicht scheitern - dafür haben wir das unlimitierte "Sondervermögen".

    Dazu gehört aber m,E. auch, dass öffentlich kommuniziert wird, dass "wir" in dem Bereich (auch große) Schwächen haben.

    Berichterstattungen, die suggerieren, dass "wir" alles im Griff haben -so wie vorgestern- sind nicht hilfreich, wenn es auch darum geht, bei der Bevölkerung eine notwendige Akzeptanz für die hohen Verteidigungsausgaben zu schaffen.

  • Wenn wir über Drohnenabwehr reden, möchte ich auch in's Spiel bringen, dass die tatsächlichen Militärexperten in meinem Feed insbesondere immer wieder "deep strike"-Fähigkeiten anmahnen, also Kurz- und Mittelstreckenraketen, um die Produktionsstätten zu treffen.

    Die Ukraine ist jetzt mit 800 Schahed (oder Drohnen insg.?) angegriffen worden, bald werden es 1000 sein. Greift Russland Europa an, muss man auf Schläge mit mehreren tausend rechnen, je nach Zeitpunkt.

    Gegen solche Massen ist am effektivsten, die Produktionsstätten zu treffen.

    Die Bundesregierung hat jetzt endlich begonnen, entsprechende Raketen zu bestellen. (Hätten wir vor 3 Jahren damit angefangen, könnten wir jetzt auf eigene Produktion zurückgreifen.) Aber die Leute, die sich damit auskennen, fordern, dass wir davon noch viel mehr bräuchten.

    Ebenso müssten wir die Ukraine noch stärker unterstützen, dies zu tun. Das hätte, obwohl wir noch nicht im 'heißen' Krieg sind, sogar unmittelbare Effekte für unsere Sicherheit. Auch deswegen sollte Taurus endlich freigegeben werden.

  • Gern andere Meinungen vor, aber ein Drohnenangriff, der nicht nur verunsichern soll, wird anders gefahren und dagegen hat hier kein Land Schutz. Wenn 1000+ Drohnen auf Polen zufliegen, wird man die nicht in zufriedenstellender Anzahl von Himmel holen. Russland weiß jetzt, wie Polen reagiert, wenn 10-20 davon kommen.

    Das was ExilRoter schreibt, hab ich auch mehrfach vernommen. Die Produktion der Drohnen angreifen. Das ist ein geeignetes Mittel.

  • Was Russland aus deren Sicht weiter geschickt macht: sie drehen die Spirale immer weiter. Jetzt soll die Nato die Luftüberwachung im Westen der Ukraine übernehmen. Und schon bestätigt das wieder Russlands Erzählungen von der Nato, die immer näher an Russland ran rückt.

  • Russland hat halt eine Strategie. Wir hingegen versuchen ständig immer nur, das Schlimmste zu verhindern.

    Auch deswegen ist Russland bei diesem "kriegsdiplomatischen Spiel" klar im Vorteil und treibt den Westen vor sich her.

  • Zum Glück erklären uns Didi, Sahra und Herr Massiv am Wochenende, wie man besser mit Putin darüber ins Gespräch kommt, ihm in den Arsch zu klettern. Didi hat bereits sein Schloß in der Bretagne und Herr Massiv 4 Blocks in Berlin zum Geländetausch angeboten. Tausch hieße hier Gelände gegen Nichts einzutauschen. Sahra selbst bietet nichts an, außer in russischen Talkshows zum Druschba-Preis aufzutreten.

  • Zitat

    Aufgrund unerwarteter Aktivitäten, operieren die Luftwaffen Polens und der NATO über polnischen Luftraum. Die Flugabwehr Polens und verbündeter Streitkräfte sind in Alarmbereitschaft.

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    Edith: Luftalarm im Osten Polens.

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    Einmal editiert, zuletzt von christitus (13. September 2025 um 18:20)

  • In Polen gibt's jetzt nicht den Probe-, sondern den echten Luftalarm. Dies ist keine Übung.

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  • Was wieder in den deutschen Nachrichtensendern so gut wie nicht berichtet wird, ist der Umstand, dass die Ukraine weiter erfolgreich dabei ist, die russische Raffinerie-Infrastruktur zu bombadieren:

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    17 Angriffe auf 12 Ölraffinerien in den vergangenen 45 Tagen sind schon beachtlich.

    Wobei man allerdings immer im Auge behalten muss, dass die von dem pro-ukraninischen Blogger Igor Sushko erwähnte betrofffene Raffinerie-Kapazität von 42 % natürlich nicht mit dem tatsächlichen Produktionsausfall gleichzusetzen ist. Denn erstens werden selbst bei sehr erfolgreichen Angriffen nicht alle Raffinerien komplett zerstört und zweitens haben die Russen gut ausgerüstete Reparaturtrupps, die nach dem Löschen der Brände sofort daran gehen, die Schäden zu beseitigen und die zerstörte Technik wiederherzustellen. Folglich liegt die tatsächlich erreichte nachhaltige Reduktion des gesamten Raffinerie-Outputs nach Schätzungen von Analysten irgendwo zwischen 15 - 20 %, was Russland dennoch ernorme Probleme bereitet.

    Zumindest eine Konsequenz kann man sich täglich auf Twitter anschauen: In einigen Regionen Russlands gibt es bereits massive Probleme mit der Kraftstoffversorgung. In einem so riesigen Flächenland wie Russland, wo ein bedeutender Teil seiner Bürger auf die Nutzung ihres PKWs angewiesen sind, ist es schon eine ziemlich Katastrophe, wenn man an der Tankstelle kein Benzin mehr tanken kann.

    6 Mal editiert, zuletzt von Winsley555 (15. September 2025 um 10:31)

  • Zitat

    Im übrigen sei es so, dass die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges derzeit pausierten.

    Sarkasmus: menno, wir waren doch schon so kurz vor den finalen Gesprächen zur Feuerpause. Und jetzt sowas. Wer hätte das gedacht.

    Und Medwedew sagte auch, dass die Russen...

    Zitat

    einen Schutz des ukrainischen Luftraums durch NATO-Kräfte als Kriegserklärung betrachten.

    Läuft also.

  • Leider bleibt alles, wie es ist. Russland tut dies, fordert das, schließt dieses und jenes aus. Und unsereiner diskutiert das dann, inwiefern das berechtigt oder unverschämt oder was auch immer ist, anstatt endlich mal selber Fakten zu schaffen, gern auch unangekündigt. Wie gern würde ich irgendwo mal lesen: "NATO schützt nun ukrainischen Luftraum. 120 internationale Jets bereits seit gestern im Einsatz" oder "Seeblockade für sämtliche Schiffe der Schattenflotte tritt ab sofort in Kraft" oder "Taurus und ähnliche Waffensysteme bereits in Ukraine, alle Ziele in Russland theoretisch erreichbar" Diese ewige Hinterhergelaufe hinter dem irren Zaren geht einem echt auf den Sack.

  • hmmm, einer meiner Schwager will von Belgien wohl einen Container Richtung Westafrika beladen.

    Vielleicht regel ich es tatsächlich, dass meine Schneiderei da mit geht.

    Werden wir in meinem Urlaub abklären.

    Das ich hier mal in hab acht-Stellung hocke, hätte ich mir auch nicht gedacht.

  • nee, ich kämpfe nicht, ich fliehe, wenn.

    ich spekulieren auf Distanzvergrößerung.

    5.000 km Luftlinie südwestlich und hoffe, das Mali und Senegal sich gewogen bleiben, ohne dass Senegal die Demokratie aufgeben muss.

  • Das ist ein Hammer! Russland hat laut dem Moskauer ntv-Reporter Munz bereits im vergangenen 1. HJ 2025 rund 14 % weniger Öl verkauft als in dem letzten HJ 2024.

    Das heißt, dass die verkaufte Öl-Fördermenge ins Ausland bereits vor (!) den massiven unkrainischen Angriffen auf die russische Raffinerie-Industrie deutlich stärker eingebrochen war als bisher bekannt.

    Aktuell scheint das so rohstoffreiche Land nicht einmal mehr in der Lage zu sein, den Kraftstoff-Eigenbedarf seiner Bürger flächendeckend sicherzustellen, was die zahlreichen Twitter-Videos von verzweifelten Autofahrern und mehrere hundert Meter langen Warteschlangen vor den wenigen Tankstellen, die überhaupt noch Kraftstoffe verkaufen können, recht eindrucksvoll belegen.

    https://www.n-tv.de/mediathek/vide…le26037402.html

  • Das ist halt einfach übertrieben.

    Die Schätzungen, die ich gehört habe, wie lange es braucht, um die russische Ölindustrie zum Kollaps zu bringen, ist irgendwas von 6 Monaten bis ein Jahr. Über diesen Zeitraum müsste der augenblickliche Beschuß fortgesetzt werden.

    Wir sind also noch weit davon entfernt. Dass in der Provinz kein Treibstoff vorhanden ist, ist genauso aussagekräftig wie dass in der Provinz die männliche Bevölkerung verheizt wird. Ist halt Russland, they don't care.

    Wieder ein Kollaps, der noch lange keiner ist.

  • Ich lese auch immer mehr über Angriffe der Ukrainer auf die russische Ölinfrastruktur. Leider müssen daß alles Fake News sein, da wir hier gelernt haben, dass das nicht sein kann, und Blödsinn ist. :(