Neugestaltung der Innenstadt - Eure Meinung?

  • Man kann dem amtierenden OB Belit Onay ja viel vorwerfen, aber sicherlich nicht, dass er nicht kräftig am Stadtbild feilt.


    Was haltet ihr von den stetig neuen Plänen bezüglich öffentlicher Plätze und Straßen Hannovers?


    Auf Facebook werden die Ideen jedenfalls gewohnt kritisch kommentiert.


    Klar ist aber: Der Verkehr soll raus und das Leben rein in die Innenstadt.


    Was sagt ihr?

    Einmal editiert, zuletzt von Jones ()

  • Überfällig.


    Wenn ich mal in der Stadt einkaufe, was inzwischen selten genug vorkommt, dann verzichte ich darauf, dort länger als nötig zu verweilen. Irgendwo bei einem Getränk noch draußen sitzen könnte schön sein, aber nicht wenn mir dabei die Blechlawine um die Nase und Ohren fährt.


    Wenn ich was brauche, möglichst aus dem Internet. Wenn es doch in die Stadt sein muss, dann schnell rein und schnell wieder raus. Das ist doch nicht schön so.


    Die Lösung ist doch ganz einfach: Straßen dicht für motorisierten Verkehr außerhalb der Lieferzeiten, mehr Grün, bessere Radwege, günstigere Öffis. Gut, dass es endlich voran geht. Für meinen Geschmack zu langsam, aber die Richtung wird endlich korrigiert.

  • Ich verweise an der Stelle auf mein Erlebnis von neulich. Mit dem Auto in die Tiefgarage Opernplatz, alles Gesuchte im nahen Umfeld gefunden, essen und Abfahrt. Billiger und stressfreier als Öpnv, einfach nur super. Egoistisch, ja. Schlechter für die Umwelt, absolut. Praktisch, zeitsparend, entspannt, und wie.

  • Mal abgesehen davon, ob so eine Autofahrt grundsätzlich sinnvoll ist und ob das tatsächlich billiger und stressfreier als der ÖPNV ist (wäre bei mir zum Beispiel beides nicht der Fall), dürfte die Tiefgarage am Opernplatz aktuell doch gar nicht zur Diskussion stehen. Die liegt ja außerhalb der aktuellen Maßnahmen. Dein Vorgehen wäre also weiterhin möglich.

  • Ich vermisse in Hannovers Innenstadt ein bisschen die Grünflächen. Gerade in der Fußgängerzone gibt es außer den paar Bäumen nur Beton, Stein und Glas zu bewundern. Im Grünen verweilt man lieber und gut fürs Klima und was fürs Auge ists auch.

  • Man muss nur aufpassen, das eventuelle Grunflächen nicht zuuriniert und vollgekackt werden. Arbeite direkt im Stadtzentrum und das ist tatsächlich eine reelle Gefahr.

    Auf den Renderings der Architekten sieht das alles immer ganz wundervoll aus, die Realität ist leider eine andere.

  • Danke für die Links und das Thema.


    Die Dame vom Handelsverband steckt noch tief in der Steinzeit und hat sich wohl noch nie andere Städte angeschaut.

    Ach Mensch, der arme Handel.



    Ich persönlich verstehe eh nicht, wie man überhaupt auf die Idee kommt, zur Schmiedestr, Schillerstr. Usw mit dem Auto zu fahren.


    Wohne ja jetzt selbst außerhalb und es gibt nichts besseres als in 15 -20min mit dem Zug direkt am Bahnhof zu sein .

  • Im Spiegel-Interview ist auch noch ein Spiegel-Titel von 1959 verlinkt. Ich hab jetzt ca. ne Stunde für den Artikel gebraucht. Und wenn er auch ein Loblied auf Hillebrecht ist, so fand ich ihn absolut lesenswert. Denn ich denke man kann durchaus zustimmen, dass der Cityring, die Schnellwege und was alles noch dazugehört, durchaus auch gute Aspekte hervorgebracht haben - insbesondere im Vergleich zu den vorherigen sternförmigen Bundesstraßen mit Kreuzungspunkt mitten am Kröpcke. Man kann sich beim Lesen leicht vorstellen, wie Hannover heute wohl aussähe, wäre Hillebrecht nicht gewesen. Ich würde vermuten, dass es nicht besser wäre als jetzt. Die Straßen sind bei Weitem nicht die einzige Hinterlassenschaften Hillebrechts.


    Onay entwickelt das 70 Jahre alte Konzept nun weiter. Und auch das ist gut so.

  • Ich möchte gerne, dass Brinkmann in diesem sehr schönen Gebäude wieder eröffnet. Außerdem will ich die Weltspiele und das Palast-Filmtheater zurück. Wenn das nichts wird, soll ein Scheich die Innenstadt von Hannover von vor dem 2. Weltkrieg wieder aufbauen lassen.

  • Uffz, was ein Thema zu welchem Zeitpunkt.

    Ich bin 1996 eher zufällig nach Hannover gekommen (Studium) und hiergeblieben. Irgendwann brachte Matthias Brodowy ein Lied heraus, in dem er Hannover als "Liebe auf den dritten Blick" würdigte. Für mich stimmt das tatsächlich.

    Nachdem ich nun 18 Monate in einer anderen Stadt in Niedersachen lebte ( 250.000 EW), kann ich hier die Infrastruktur nur loben. Das Öffi-Netz, dessen Grundstein im Vorfeld der EXPO gelegt wurde, ist hervorragend organisiert, und man ist bei der Üstra erstens ansprechbar und zweitens für Veränderungsvorschläge offen.


    Die Verwaltung stockt gerade. Da muss Herr Onay ran, bürgernahe Dienstleistungen können besser organisiert werden. Wo ich gerade dabei bin, das FA H-Süd II soll das langsamste in Dld sein....merke ich gerade wieder, kann aber die Stadt nichts für.


    Ich fühle mich in den Gründerzeitvierteln hier sehr wohl, egal ob Linden, List, Döhren oder Südstadt, man kann die Zerstörung des 2.WK heute noch an den Häusern ablesen, Und dennoch schätze ich die belebten Innenhöfe hier. Sommer, Fenster auf, jemand spielt Cello, ein Pärchen streitet sich, ein Rentner raucht sein Pfeifchen, gepaart mit Blumendüften der Saison. Da bin ich zuhause.


    Vor ein paar Tagen wurde ich gefragt, wohin ich diesen Sommer verreise. Meine Antwort: Ich mache Urlaub in Hannover. Hier ist soviel los, da brauche ich nicht für wegfahren. Feuerwerksfestival, Kleines Fest, Sportveranstaltungen, Kleinkunst...

    Einmal editiert, zuletzt von Philli () aus folgendem Grund: ​Edith sagt: Der Absatz, der explizit die Innenstadt betraf, wurde vom System geschluckt und nicht angezeigt: Ich bin in den 70ern geboren und sozusagen aufgewachsen mit "einheitlichen" eingerichteten Fußgängerzonen und flagship-stores, da geht man halt hin, wenn man "einkaufen" will. Wenn ich ins Grüne will, oder Natur geniessen, kann ich in Hannover auch schnell dort sein. Ich schaffe mein Auto gerade ab. Wollte ich ja schon länger, aber nun ist es soweit. Öffis, und das was darumherum buchbar ist (Lastenrad, Taxi, Sprinti, Moia, Teilauto) deckt alle meine Bedürfnisse ab, ist umweltschonender als sporadische Autonutzung und im Endeffekt auch günstiger.