• Aber trotzdem hat es überwiegend Spaß gemacht und Titz jetzt rauszuschmeißen, halte ich für keinen guten Zeitpunkt.


    Für so komplett verstrahlt und irre halte ich nach dieser Saison noch nicht mal Kind.
    Und das will was heissen.

  • Ich bin zwar gerade nicht in Vollbesitz meiner geistigen und körperlichen Kräfte, aber auch ich habe nicht gelesen, dass hier von mehreren Usern der Rausschmiß von Titz gefordert wurde. Vielleicht aber auch nur überlesen, weil es völliger Unsinn wäre und mit Unsinn möchte ich mich nicht mehr als nötig aufhalten.

    Aber natürlich ist es so, dass Titz - wie jeder Mensch (Trainer) - Fehler macht und die dann eben auf den Tisch kommen, wenn das Ziel (in diesem Fall Aufstieg oder Relegationsplatz) nicht erreicht wird. Die wirkliche Frage ist für mich: "Ist Titz ursächlich dafür, dass wir nicht aufgestiegen sind?" Diese Frage beantworte ich ganz klar und unmissverständlich mit "Nein". Damit ist die Kerndiskussion eigentlich schon erledigt und was bleibt, sind Details und für uns unverständliche Entscheidungen. Also nichts Wildes.

    Dass sich die Diskussion so an Titz auf den letzten Seiten entzündet, ist für mich befremdlich - selbst unter Berücksichtigung des Platzens des schönen Traumes. Denn es gibt zahlreiche andere Gründe, warum es nicht gereicht hat und die alle münden für mich in der Antwort, dass auf Strecke die Qualität in unterschiedlichen Bereichen einfach nicht gereicht hat. Um nicht ellenlang auszuholen und beim heutigen Spiel zu bleiben: man schaue sich einfach nur die Chancenverwertung an! (Und Titz wird zu 1000 % zu Bundu oder Yokota etc. nicht gesagt haben: "Bitte nicht ins Netz schießen!").

    Also jetzt mit Titz und ohne unsinnige Trainerdiskussionen in die neue Saison starten! Und wenn doch noch ein wenig Trauer wegen der verpaßten Chance zum Aufstieg aufkommen sollte, dann kann man getrost behaupten, dass es in der zweiten Liga viele Vorteile gibt. So kann man z.B. nach einem Samstagmittagspiel im Frühling und Herbst noch sein Auto waschen, ohne Angst vor der Dämmerung zu haben. Ist doch auch was, oder?

  • Wo Titz unbedingt ran muss ist die eklatante Heimschwäche. Das selbe Problem hatte er mit Magdeburg auch schon. Dort war es nochmal eine Nummer krasser.

    Das Gästeteams im NDS anders agieren, als in Heimspielen ist keine allzu große Überraschung. Dafür muss Titz einen Plan B finden. Vor allem dass man zu Hause nicht permanent ins offene Messer rennt. Was da für Gegentore dabei waren...

  • Christian Titz hat es geschafft, einen Kader zu formen, der sportlich in der Lage war, um den Aufstieg mitzuspielen. Seine Spielidee war eine andere, und auch seine Trainingssteuerung habe ich als außergewöhnlich stark wahrgenommen. Zudem hatten Staff und Mannschaft viel Freude an der täglichen Arbeit.

    Was mich an Titz gestört hat, war, dass er nach Spielen, in denen das gewünschte Ergebnis ausblieb, zu sehr auf detaillierte Analysen gesetzt hat. Gerade im Aufstiegskampf hätte es stärker darum gehen können, die Mannschaft und auch das Umfeld emotional mitzunehmen. Als Fan will man nach solchen Auftritten keine detailverliebten Erklärungen hören, sondern klare, emotionale Worte und eine deutliche Ansage, wie es besser werden soll. In diesem Zusammenhang habe ich mich gefragt, wie die Ansprache in der Kabine ausgesehen hat.

    Auffällig war zudem, dass wir nach Führungen nicht immer die nötige Stabilität behalten haben. Wir gingen zwar in Führung, doch genau das hatte bei uns oft den gegenteiligen Effekt: Der Gegner kam wieder ins Spiel zurück. Dass es nicht gelungen ist, diese Entwicklung in den Griff zu bekommen, sehe ich sehr kritisch. Seine Spielidee wurde vom Gegner schnell entschlüsselt, und das war vermutlich auch ein Faktor für den vermuteten Dissens mit Schmadtke. Dazu kam, dass er vor der Kamera und vermutlich auch in der Kabine zu brav wirkte. Wir haben dadurch zu viele Punkte verschenkt.

    Besonders problematisch war aus meiner Sicht auch das Spiel gegen den Ball gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenkeller. Das war nicht zu verstehen, denn diese Teams kamen gegen uns zu zahlreichen Torchancen. Eine spürbare Anpassung oder wirksame Gegenmaßnahme war dabei nicht zu erkennen, sodass dieses Problem aus meiner Sicht nicht nachhaltig gelöst wurde. Man musste ständig hinterherlaufen, wodurch am Ende auch der nötige Punch und die Kraft fehlten, um das Spiel noch zu drehen. Die zweiten Bälle gingen in der Endphase an den Gegner, der das Spiel von hinten aufziehen konnte, sodass es zu einem offenen Schlagabtausch wurde. Wohlgemerkt gegen Teams mit weniger Potenzial. Das waren aus meiner Sicht gravierende Fehler, die er im Aufstiegskampf gemacht hat. Gegen den Tabellenletzten aus Münster ließ man sich auf einen offenen Schlagabtausch ein, obwohl gerade in dieser Phase mehr Kontrolle und Stabilität gefragt gewesen wären. Dass man sich gegen den Tabellenletzten auf einen offenen Schlagabtausch eingelassen hat und von der Spielidee her keine andere Lösung gefunden hat, spricht weder für die mentale Verfassung noch dafür, dass er der Mannschaft am Ende das Richtige vermitteln konnte. Ein volles Stadion hat die Mannschaft eher gehemmt, was ebenfalls für keine gute mentale Verfassung spricht.

    Bei der Managersuche wurde Schmadtke nach dem vermuteten Dissens entlassen, und seit April hat man sich dazu nicht weiter geäußert. Gerade für Berater und gute Spieler, die mehrere Optionen haben, ist eine solche Botschaft wenig hilfreich und eher abschreckend. Dass bei der Managersuche Unklarheit herrscht, dürfte auch bei den Spielern ein großes Thema gewesen sein. Das hat mich in den letzten Wochen wirklich sauer gemacht.

    Am Ende bleibt der Eindruck, dass sportliches Potenzial allein im Aufstiegskampf nicht reicht, wenn Stabilität, Klarheit und Führung in den entscheidenden Momenten fehlen.

  • Und das ist aktuell in der Diskussion das Problem. Er ist der beste seit langem. Er macht auch Fehler. Nur weil er Fehler macht, muss er aber natürlich nicht gehen. Wer Fehler anspricht, fordert allerdings damit trotzdem nicht automatisch seinen Rauswurf. Für einige wenige „auf beiden Seiten“, die aber in der Regel gebetsmühlenartig besonders laut und aufgeregt schreien, gibt’s da aber scheinbar nur schwarz und weiß.

  • Ja, das geht hier gefühlt seit X Seiten so. Kompletter Mandela-Effekt. Bleibt halt nur die diffuse Angst vor Maddin, aber der wird auch nix machen. Entscheidend wird ob Titz den Sommer und Opas Dauerkommentar aushält oder dann selbst keinen Bock mehr hat.

  • Falls Titz selbst - und nur dann - nicht mehr hier Trainer sein möchte, könnte ich mir für mich nur Horst Steffen vorstellen.


    An Titz habe ich - natürlich auch abhängig von der Mannschaft die er zur Verfügung hat - allerdings schon die Erwartung, das man 26/27 noch ne Idee mehr in den Heimspielen gegen tiefer stehende Gegner entwickelt.
    Nicht erneut XXXX Führungen aus der Hand gibt.
    Keine Erwartung aber nur die Hoffnung das er es mit seiner geliebten "Inversität" nicht mehr so - in meinen Augen - übertreibt.

  • Christian Titz hat aus einer quasi komplett neuen Mannschaft ein Team geformt, das bis zum letzten Spieltag um den Ausftieg mitspielen konnte. Das war so nicht zu erwarten und ist in meinen Augen ein großer Erfolg, mit dem ich so gar nicht gerechnet hätte.

    Im Vergleich zu den letzten Vorgängern war das ein riesen Sprung, zumal vom Grunde her endlich mal wieder ein klares System zu erkennen war, das deutlich offensiv ausgerichtet ist. Es gehört auch eine Menge Mut dazu, die eigene Spielidee so zu verwirklichen.
    Eine Reihe von jungen Spielern ist unter ihm besser geworden, was sich nicht zuletzt auch an den gestiegenen Marktwerten im Vergleich zum Zeitpunkt der Verpflichtung zeigt.

    Auch von der Person her schätze ich Christian Titz in seiner eher ruhigen und bodenständigen, aber nicht leidenschaftslosen Art sehr.

    Für all das verdient er den gebührenden Respekt und die Anerkennung und nichts von dem, was er geleistet hat, würde in meinen Augen eine Demission begründen.

    Dennoch kann und darf man die Saison Revue passieren lassen und den einen oder anderen Punkt kritisch hinterfragen und aus den sicherlich passierten Fehlern lernen, was ich ihm durchaus zutraue.

    In erster Linie sehe ich das den etwas zu ideologischen Ansatz von Titz. Titz glaubt an sein System und zieht es durch, auch wenn es nicht zur Mannschaft, zum Gegner oder zur Spielsituation passt.
    Da würde ich mir eine etwas pragmatischeren und variableren Ansatz wünschen. Häufig wird das System in seiner Offenheit durchgezogen, auch wenn es vom Ergebnis her nicht notwendig ist. Das führt zu Ballverlusten, Räumen für Konter und letzlich Kontrollverlust, die dann wieder Gegentore mit sich bringen.
    Um das zu beheben, bedürfte es einer höheren taktischen Variabilität und eines besseren Spielmanagements während des Spiels, um in den richtigen Situationen das Spiel aus einer stabileren Abwehr heraus zu beruhigen.

    Dazu gehören auch die Wechsel, die vor allem zuletzt wenig gezogen haben, da sie das System nicht verändert, aber den Spielrhytmus nachhaltig unterbunden haben.
    Im Grunde spielt 96 immer dasselbe, leicht ausrechenbare System, das zwar zu hohen Spielanteilen führt, aber hinten anfällig ist, und vorne (letztlich auch mangels Qualität) zu erfolglos ist.
    Da fehlt mir der Switch zu einem Plan B, auf den je nach Gegner und Situation gewechselt werden kann. Nicht im Sinne der Abkehr vom offensiven Grundsystem, sondern die Möglichkeit, in Drucksituationen das Spiel zu beruhigen und aus einer sicheren, kompakteren Abwehr heraus Konter zu fahren und das Pressing variabel zu gestalten. Das würde Kräfte sparen und hektische Spiele beruhigen.
    Das behöbe dann auch die eklatante Heimschwäche gegen tief stehende Gegner, wenn man mit etwas mehr Geduld und weniger Risiko agiert und ist in meinen Augen ein schlicht ein notwenidger Pragmatismus, den Titz zeigen müsste.

    Dazu kommt natürlich noch die etwas unsichere und herausfordernde Personalsituation, die er ohnehin zu bewältigen hat. Mit den nahezu fest stehenden Abgängen und wohl reduzierten Ausgaben, wird Titz ggf. mehr das spielen müssen, was der Kader her gibt, als das, was er sich vorstellt. Dazu gehört es dann vielleicht auch, die Spieler etwas mehr da einzusetzen, wo sie Sinn machen, als das System erfüllen, Stichwort Kokolo auf der falschen Seite. Dennoch wird es nicht einfach weiter so gehen, wie in dieser Situation, dafür sind die Umbrüche im Kader schon wieder zu groß und der Wiederaufbau und die Zusammenstellung des Kaders wird auch eine Herausforderung.

    Wie viel Erfolg das ganze hat, wird man sehen. Da sind von den Vorgaben seitens der Geldbereitsteller über die Verpflichtungen bis hin zur Lernfähigkeit von Titz einige Variablen ergeben, die von der Kündigung über die Trainerentlassung zur ersten Länderspielpause bis hin zum Aufstieg eine Menge Raum für die nächste Saison lassen.

    Aber ich hoffe darauf, dass Titz auch ein wenig selbstkritisch in sich gehen kann und an sich und mit der Mannschaft weiter arbeitet und so aus ihm noch ein besserer Trainer wird.

  • Am Ende wird es auch darauf ankommen, wie Martin Kind und das mediale Umfeld mit Titz umgehen.

    Der Welpenbonus ist jetzt vorbei. Nächste Saison kann man nicht mehr sagen: „Komplett neue Mannschaft“, „großer Umbruch“, „muss sich erst finden“. Der Anspruch wird automatisch steigen. Intern wie extern.

    Gerade deshalb wird es wichtig sein, nicht wieder in diesen typischen Hannover-Reflex zu verfallen, nach den ersten schwierigen Wochen sofort Unruhe reinzubringen. Titz hat erstmals seit langer Zeit wieder eine klare Spielidee, eine gewisse Identifikation und Aufbruchsstimmung erzeugt.

    Aber das funktioniert dann halt auch nur, wenn man ihm auch zukünftig den Rücken freihält. In Hannover war das historisch nicht immer die größte Stärke.

  • So hab mich nun auch etwas beruhigt.

    Ertsmal moechte ich sagen: Glückwunsch an Elversberg. Einfach verdient. Ausserdm nen sympatischer Verein (subjektiv), der jung und unbekümmert daherkommt und trotz vielen potenziellen Rückschlaegen, nie nicht oben dabei war und einige Spiele hoch gewonnen hat. Wie ein Aufsteiger eben. Ham's durchgezogen. Die werden einfach jedes Bundesligaspiel das sie machen dürfen feiern. Ich freu mich drauf, wie sie einige Grosse aergern werden.

    Zu Titz, ich denke es wurde inzwischen alles gesagt. Ich halte ihn auch für einen guten Trainer mit Schwaechen. Man darf Kritik üben, ohne dass das gleich den Rausschmisswunsch mit sich bringt. Ich bin zum Beispiel schon etwas besorgt, wenn sich diese Schwaechen immer wieder wie ein roter Faden durch seine Karriere ziehen und sich Artikel vom Ende seiner Zeit beim HSV zB lesen, als waeren sie aktuel. Siehe hier oder hier. Die müsssen angegangen und verbessert werden, wenn man Erfolg haben will. Denn sie haben, NICHT ausschliesslich, aber doch in einigen Spielen dazu beigetragen, dass die Mannschaft destabilisiert wurde.

    Was mich etwas beruhigt ist, dass Becker ihn kennt, ihn damals beim HSV gefeuert hat, und anscheinend im Moment fest an ihn glaubt. Aber diese inversen Aufstellungen kommen oft trotzig daher. Genau wie die Wechsel. Dies scheint allerdings sein Stil zu sein, da genau das auch Kopfschütteln bei den vorigen Stationen ausgeloest hatte. Da muss sich dann irgendwann auch mal ein Trainer hinterfragen, was ich hoffe jetzt auch passieren wirdn nach den letzten Spielen. Wie jemand anders vorher hier schrub, es gibt Flügelspieler, die nach innen ziehen koennen und dort ihre Staerke haben ( i.e. Robben, Olise) und es gibt Flügelspieler, die das nicht koennen und besser Flanken schlagen (bei uns: Neubauer, Kokolo) und deshalb lieber auf ihrer Stammposition spielen sollten. Das MUSS ein guter Trainer erkennen und so aufstellen, dass die maximale Staerke jedes Spielers zum Vorteil wird.

    Was mir im Moment Hoffnung macht ist wie Taibi sich entwickelt hat. Wenn das so weiter geht ist er der bessere Leopold und Thordarsson übernimmt die Aseko Position. Zusammen mit Gindorf haetten wir dann schon ein paar sehr wichtige leere Schuhe gefüllt.

  • Er will den Ball auf dem engen Raum annehmen und es wird nix

    mal aus dem Taibi-Thread rübergeholt.

    Das ist etwas, das betrifft nicht nur ihn und das abzustellen muss m.E. ein zentraler Punkt in Titz' Saisonvorbereitung sein. Dieses ewige "nochmal weiterspielen" oder "Ball umständlich zurechtpuzzlen" bringt uns vor dem Tor oft in Schwierigkeiten bzw. beraubt uns ansonsten guter Torchancen.

    Bin gestern auch fast Wahnsinnig geworden als Bundu da nach Taibis Pass wieder auf engstem Raum rumgemurkst hat. Super, dass er den dann doch noch auf Taibi zurückstecken konnte.