Gaststätten, von denen abzuraten ist

  • Ich bringe die rein? Echt?

    Wenn dir zu "Cindy" und "Mandy" Ossis einfallen – mir nicht.

    Es geht schon um die Aussage. Streich' gerne den Ossi, ändert nicht wirklich was.

    Gut, nenne wir sie Sabine und Sören Mozzarellastick. Seit 3 Jahren verlobt, gebürtig aus Emsdetten. Und diesen Typ Gastrobesucher gibt es nun mal.

    Ansonsten hört sich das etwas verbittert an, ich weiß gerade gar nicht, wie ich darauf angemessen reagieren könnte.

    Nix verbittert. Höchstens etwas zu engagiert für deine Einlassungen, denn es ist fraglich, ob sich das lohnt.

    Ich bleibe aber bei "Leitungswasser umsonst für alle!" Revolutionär, ich weiß.

    "Revolutionär". Sehr kokett, aber du glaubst das wirklich.

    Ich könnte das ausarbeiten, aber Du willst das ja eigentlich gar nicht lesen.

    Ich könnte dir auch stundenlang Anekdotisches aus der Gastronomie erzählen. Interessiert dich aber auch nicht.

  • Ich denke halt, im Kern geht es darum, dass strittig ist, ob die Praxis, Leitungswasser gratis anzubieten, zu insgesamt niedrigeren Ausgaben in der Gastro führt.


    Ich bezweifel das, aber ich habe natürlich keine Ahnung.


    EDIT: Das "Revolutionär" war tongue-in-cheek, und weil ich sofort antizipiert hatte, dass Du drauf anspringst, hatte ich es sofort geedited.

  • Zufälligerweise hatte ich mich gerade gestern Abend etwas ausführlicher mit einer Gastronomin unterhalten. (Nicht die Chefin des Wolfes, meine Gesprächspartnerin war selber dort zu Gast.) Und meinem Eindruck nach sind die massiven Probleme, die Gastro momentan hat, mit allem Möglichen verbunden, außer der Frage nach dem Leitungswasser.

  • diese aber in anderen Ländern dennoch freundlicher und individueller funktionieren kann, weil da auch der Servicegedanke anders als in Deutschland gelebt wird.

    Das will ich nicht gelten lassen.


    Denn das hängt auch in den anderen Ländern davon ab, ob

    man in einen Laden wie das Francesca & Fratelli geht und dort dann individuellen und überaus kundenorientierten Service erwartet.

    und ersetzte F%F durch eine entsprechende Systemgastronomie in anderen Ländern.


    Mich nerven diese ständigen "in Deutshcland sind alle so unfreundlich und so kacke" Aussagen. Ja klar, in Italien ist das mit der Gastro so nett, weil ich da für 2 Wochen im Urlaub bin, meine Seele baumeln lasse und wahrscheinlich eh nicht so schnell reizbar von einer unfeundlichen Bedienung bin. Ich gehe mal stark davon aus, dass die Wahrnehmung im Urlaub doch immer etwas anders und entspannter ist,.

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  • Um das ganze noch 'mal aus meiner Sicht zu konkretisieren:

    Da der Restaurantbesuch 2 Jahre her ist, weiß ich nicht mehr, wie teuer die Flasche Wein war, ich wurde auf 20 bis 30 € tippen. Das dann der Laden nicht bereit ist, wenn man freundlich nach einer Karaffe Leitungswasser fragt, diese zu bringen, finde ich einfach ungastlich. Sprich: ich fühle mich als Gast nicht willkommen. Zumal ich zu Hause auch nur Leitungswasser trinke, u.a. weil es mir schmeckt und bequem ist.

    Deshalb würde ich diesen Laden aus meiner Sicht nicht weiter empfehlen.

    Und das Essen fand ich im übrigen wie Sasa beschrieben: i.O. , aber nicht der Burner.

  • Zu dem F&F in der Calenberger:

    Ich war da mehrere Jahre regelmäßig mit einem Stammtisch. Der Service und die Freundlichkeit war dort immer wieder unterschiedlich. Mal gut gelaunt und großzügig und auch Mal schlecht gelaunt und unfreundlich. Klar, als Gast wirst du nicht gerne angepamt, aber wenn man einfach darüber hinwegsieht, selbst freundlich bleibt und keine Szene von macht, dann kann man damit leben. Wenn es Dinge waren, die diskutabel erschienen, würde es angesprochen und gut.

    Das war/ist nun wirklich nicht mein Lieblingsladen und ich würde alleine (privat) nicht dort hingehen, aber es war alles erträglich.

    Und auch ich habe mir oft ein Glas Wasser bestellt. "Ohne Kohlensäure bitte. Am liebsten Leitungswasser. Ich bezahle das natürlich." Und dann war es manchmal auf der Rechnung drauf und manchmal auch nicht.

  • Wie machen die dass in den USA, wo sie teilweise ja sogar freerefill anbieten.



    Ich habe übrigens den Eindruck, dass Restaurants schon deutlich teurer geworden sind, beim Essen und auch bei den Getränken. Aufgrund der Coronageschichte sehe ich es nicht so eng, aber richtig viel Spaß habe ich bei den Preisen nicht.

  • [...] aber richtig viel Spaß habe ich bei den Preisen nicht.

    Ich bin sicher, das gilt für Gastronomen auch oft.


    Nehmen wir mal das Beckers als Beispiel. Die sind ja schon gehobene Küche, nehmen für ein Filetsteak à 180g ohne Beilagen 36 Euro. Das würde im Einkauf für den Endverbraucher knapp die Hälfte kosten (ca. 90 €/kg). Nimmt man die übliche Faustformel, dass ein Gastronom erst dann (angemessen) an einem Essen verdient, wenn er den EK verdreifacht, dürfte das Fleisch das Beckers maximal 12 Euro (67 €/kg) kosten. Das halte ich für denkbar, nach unten ist dann aber wohl wirklich wenig Luft. Ich würde da eher nicht auf die Idee kommen, dass die Preise zu hoch sind.

  • Das deutsche Problem liegt im Klientel.


    Hier gibt es zu wenig Interesse, Horizont und Wertschätzung für gute, individuelle Gastronomie. Und deshalb gibt es auch immer weniger solcher Läden.


    Für viele, nicht alle, ist Gastronomie ein Ort zum Treffen, an dem es zufällig auch Essen und Trinken gibt. Man sitzt dort Wettergeschützt im Winter und unter Schattenspendenen Bäumen im Sommer.


    Und dabei ist es vielen völlig egal, wie lange das aufgewärmte Convenience-Zeug schon in der TK gelegen hat.


    Da man sich weder bewusst für eine individuelle Küche, besondere Gastfreundschaft noch für die seit Jahrzehnten bekannte Urigkeit entschieden hat, nimmt man bevorzugt Läden in praktischer Lage und mit moderaten Preisen.


    Soweit ja auch erstmal ok. Niemand wird gezwungen, sich mit Kulinarik zu beschäftigen oder mehr Geld für sein Essen auszugeben.


    Aber, wenn ich an einem Tisch von 18:00 - 20:00 Uhr nur 6,75 Euro lasse und dann noch gebrachtes Leitungswasser möchte, brauche ich mich nicht wundern, wenn das der Inhaber oder der Service nicht so geil finden. Daran ändert dann auch die mit 25Cent Trinkgeld aufgerundete Zahlsumme nichts.


    Für mich ist es ein geben und nehmen. Und wahrscheinlich wird man in anständigen Locations und einem Preisniveau über dem Existenzminimum auch keine Probleme haben, zu seinem 16,90 Euro Hauptgericht und seinen zwei Getränken noch ein Glas Leitungswasser zu bekommen.


    Geiz in der Gastronomie kann nicht funktionieren, zumindest wenn man vom Restaurant etwas "besonderes" erwartet.


    Man bekommt dort, was man bezahlt. Das fängt bei den lustlosen, verplanten, unzuverlässigen und tüddeligen Serviceleuten an und hört bei TK-Gerichten auf.


    Und ob diese Kundschaft nun Celina, Petra, Brigitte, Louise oder Hannelore heißt, spielt keine Rolle.


    Es geht um den Typus Mensch. Den Typus Mensch, der kein Interesse an Atmosphäre, neuen Geschmacksrichtungen oder Überraschungen hat. Es geht um praktisches, omnipräsentes Angebot an Konsum bei möglichst wenig Ausgabe.

  • Und der Typus Mensch, der Kosten für Lebensmittel an den Angeboten im Fleischregal der Discounter kalkuliert.

  • Damit wollte ich gar nicht erst anfangen.


    Ja, es geht auch um die Unkenntnis bezüglich Kalkulation in der Gastronomie oder generell, eines Selbständigen.


    Oft genug erlebt. Die denken immer, der Strom kommt ja eh aus der Steckdose.

  • Natürlich ist das ein pauschales Urteil. Aber in der Masse, in der es nach meinem Empfinden auftritt, eben sehr relevant und durchaus repräsentativ.

  • :D


    Muss Dir nicht leid tun, alles gut.


    Ich bin nur einfach ein Gegner davon, "DIE DEUTSCHEN" immer so schlecht zu machen. Mein Kumpel mit nicht deutschen Wurzeln war jetzt in den Niederlanden im Urlaub "Ey- P-King, die sind einfach sooo nett, alle sind freundlich, nicht so wie hier!"


    Ich habe ihm natürlich gleich eins in die Fresse gehauen!

  • Mir ist das auch zu viel Pauschalisierung. Schau mal nach Hamburg, Berlin oder in andere Großstädte, was es da alles gibt, welche Läden mit welchen Preisen angenommen werden. Auch Hannover hat künftig zwei Sterne Restaurants und ich meine, die Qualität steigt stetig.

  • Jones

    Gebe dir in sehr sehr vielen Teilen deines längeren Posts recht, aber zu der 20-30€ Weinflasche sollte es halt schon die Leitungswasserkaraffe dazu geben - ohne wenn und aber.


    Diese war ja hier der Ausgangspunkt der aktuellen Diskussion.


    Das ein Gastronom zur 6,90 € Currywurst Pommes kein Gratiswasser dazu geben will, kann ich absolut verstehen. Somit kann man in der Debatte in meinen Augen schlecht alles über einen Kamm scheren und keine allgemein gültige Regelung für sinnvoll ansehen.

  • Und ich glaube man könnte das viel eher in Altersgruppen einteilen. Meine Generation geht tatsächlich gerne (gut bürgerlich) Essen, um eben etwas zu Essen, zu Trinken und allgemein einen netten "Abend" mit Freunden und Familie zu haben. Und eben nicht in die Frittenbude, um dort 2 Stunden zu klönen.

  • Jones

    Gebe dir in sehr sehr vielen Teilen deines längeren Posts recht, aber zu der 20-30€ Weinflasche sollte es halt schon die Leitungswasserkaraffe dazu geben - ohne wenn und aber.


    Diese war ja hier der Ausgangspunkt der aktuellen Diskussion.

    unbedingt!