• Seit Jahren träume ich fast jede zweite bis dritte Nacht irgendein Zeugs zusammen. Zwischenzeitlich habe ich mal Metoprolol eingenommen, das war eine Tortur jede Nacht, jede Nacht hat mich ein anderer Traum fertig gemacht. Bäh!!


    Ich träume von Leuten, mit denen ich seit über zwanzig Jahren nichts mehr zu tun habe, meine Träume über die Familie sind das schlimmste. Nach unserem Spiel in Madrid habe ich geträumt, ich sei zum Stierkampf gegangen (allein der Gedanke...), bin dann von drei dicken Spaniern und einer dünnen Spanierin entführt, ausgezogen, gefesselt und mißhandelt worden. Immer wollte ich fliehen, ist aber nicht gelungen...


    Morgens bin ich oft total fertig mit der Welt!!! :nein:

  • Ich habe kürzlich geträumt, dass ich mit Notbremse-Frank auf eine Modenschau von Sesamstraßenkostümen und Bikinis gehe. Im Publikum waren lauter Hamburg-Fans und graue Frauen.


    Ich sollte doch wieder trinken und qualmen.


  • Morgens bin ich oft total fertig mit der Welt!!! :nein:

    Ganz ehrlich, das ist doch nicht gesund, geh mal zum Arzt...Schlaftherapeuten oder so.....
    Und Tabletten helfen evtl. kurzfristig, aber die Symptome werden nicht abgestellt.

  • Das Metoprolol habe ich vor etwa acht Jahren wegen Herzrhythmusstörungen eingenommen, das Zeugs hat müde gemacht, drum habe ich es eine Zeit lang erst abends genommen, konnte dann aber nicht schlafen und bekam Alpträume. Deshalb bin ich nicht mehr ins Bett gegangen. Dann habe ich es wieder morgens eingenommen. Tagsüber konnte ich mich nicht mehr wach halten, außerdem habe ich beim Schwimmen im Sommer über der Lunge gepfiffen wie Weltmeisterin. Dann habe ich kein Metoprolol mehr eingenommen. Von dem Medikament kann ich nur abraten.
    Zwischenzeitlich habe ich Nebivolol eingenommen, davon habe ich jedoch egal ob Sommer oder Winter extrem kalte Hände und Füße bekommen, so daß ich kaum mehr Patienten untersuchen konnte.
    Bis dieses Jahr habe ich keinen Betablocker eingenommen. Ab Februar habe ich wieder anfangen müssen und bin jetzt bei Bisoprolol, das klappt deutlich besser als mit den anderen beiden Betablockern.


    Die Alpträume sind aber etwa letztes Jahr wieder gekommen, jedoch sehr unregelmäßig. Oft träume ich Sachen, die auch später 1:1 so eintreten und deshalb werde ich mir selbst unheimlich. Das geht an die Substanz!


    Erfreulicherweise träume ich nicht von Patienten und sehr selten von anderen beruflichen Zusammenhängen, höchstens mal von Kollegen, aber das sehr sehr selten. Die Inhalte meiner Träume sind völlig andere, oft träume ich vom Schlachten, das ist ganz übel, oder von anderen Dingen außerhalb meines Berufes. Dann weiß ich morgens oft nicht Traum von Realität zu unterscheiden. Das ist bisweilen anstrengend!

  • betablocker gehen ja auch auf gehirn und können da leistungssteigernd wirken.


    so doof das jetzt auch klingen mag aber knall dir mal ein ordentliches glas rotwein vor dem schlafen.

  • Zu der Medikamenten-Seite kann ich nichts sagen. Aber meine Erfahrung mit Alpträumen ist, dass sie vermehrt und vor allem mit solcher Regelmäßigkeit in Streßsituationen auftreten. Die Empfehlung wäre von daher, sich eher die gesamte Lebenssituation anzugucken und eventuell eine Therapie zu erwägen, zumindest, wenn sie derart belastend sind, wie geschildert.

  • Eigenartigerweise fühle ich mich doch total fit, trotz traumgefüllter Nächte und Streß. Wenn ich nicht im Dienst bin trinke ich abends mal ein paar Bier, dann schlafe ich auf dem Sofa ein, werde gegen halb sechs wach, lauf mit meinem Hund und lege mich dann nochmal hin, ist aber nicht so erholsam. In der Saison schlafe ich immer wieder mal auf Autobahnparkplätzen im Auto, wenn ich nach dem Spiel zurück fahren muß und zu müde bin.


    Was mich erstaunt ist, daß ich nach einem anstrengenden Dienst ins Auto steige, 400-500 km zum Spiel fahre und nach dem Spiel zurück, das macht mir nichts. Viel anstregender ist eine Stunde Büroarbeit. Komisch ist das. Und umheimlich!!


    Von Dezember 11 bis März 12 habe ich massig richtig schlimm geträumt daß ich dachte, ich überlebe das Jahr nicht. Aber ich habe nicht von Dingen aus meinem Beruf geträumt. Das belastet mich auch nicht. Mich belasten schlimme Krankheiten von Leuten nicht, mich belasten Leichenschauen nicht, egal, wie die Leichen beieinander sind, soetwas belastet mich nicht. Was mich belastet ist, wenn Kollegen Patienten schlecht, d. h. unengagiert und fachlich inkompetent behandeln. Dann raste ich aus! Das kommt leider sehr häufig vor. Ärzte müssen Patienten zu jeder Zeit mit maximalem Einsatz und mit Hilfe von größtmöglichem Engagement und fachlicher Kompetenz und medizinischem Können behandeln. Dieser Anspruch ist für mich selbstverständlich. Ich erwarte Leistung!!

  • Ich sag' jetzt einfach mal, wonach sich das für mich anhört, das kann natürlich totaler Quatsch sein. Aber vieles von dem, was Du sagst, kommt mir zumindest teilweise bekannt vor. Insbesondere auch das mit den Ansprüchen an die Arbeit, und dass es wichtig ist, dass man sich damit identifizieren kann. Aber damit setzt man sich auch mehr unter Druck als andere.


    Ich habe lernen müssen, dass Schlaf ein ziemlich wichtiger Indikator ist, wie es einem wirklich geht, und dass es mir nicht gut geht, wenn ich dauerhaft nicht zu einem guten Schlaf finde. Und das ist er nicht, wenn man gestreßt aufwacht, bzw. wenn ich um des Schlafes willen regelmäßig zu Alkohol greife. (Letztes hast Du nicht geschrieben, ich weiß.) Letztlich verbraucht man dann, meiner Meinung nach, mehr Substanz, als man im laufenden Alltag regenerieren kann und irgendwann ist Ende Gelände. Wobei ich tatsächlich denke, dass der Schlaf hier mehr Indikator als eigentliche Ursache ist.


    Ich will nicht sagen, dass das bei Dir der Fall wäre, aber so in Retrospektive hatte ich auch immer in der Phase, wo sich was zugespitzt hat, Alpträume, und würde das von daher vor allem wenn sich das nicht ändert ernst nehmen. Selbst wenn Du augenblicklich noch leistungsfähig bist und im Alltag gut klar kommst.


    EDIT: Mir hat mal ein Therapeut sehr geholfen, diese Zusammenhänge zu verstehen. Das widerum hat mir sehr geholfen, seit dem gehe ich anders mit mir um, weiß besser, was ich mir zumuten kann und das tut mir insgesamt gut. Als Nebenerscheinung sind auch die Alpträume weg bzw. wenn sie da sind, sehe ich den Zusammenhang mit den Streßsituationen deutlich.

    Einmal editiert, zuletzt von ExilRoter ()

  • Das klingt eigentlich nicht schlecht, was der Exili da schreibt.


    Mach doch mal den Versuch, hanomag. Wäre doch extrem schade, wenn Du Dir diese "ganz einfache" Chance durch die Lappen gehen ließest, dass es Dir besser ginge.
    Ich kenne die Sofa-Schläfe, und ich bin selbst kaum fähig, einfach mal schlicht rechtzeitig und mit Freude am Schlafen ins Bett zu gehen.
    Es ist meine persönliche Überzeugung, dass da "irgendwas dahintersteckt".

  • Albträume hatte ich früher auch recht viele und heute noch gelegentlich. Vor allem bin ich sehr zum Schrecken meiner Frau Schlafwandler. Die Albträume haben sich aber extrem verringert, seitdem alles überflüssige aus dem Schlafzimmer raus ist: keine Glotze, keine Bilder an den Wänden, nicht zu viele Möbel usw. Unser Schlafzimmer ist recht ruhig gelegen. Die Straße höre ich nicht.

  • Ich würde dir auch raten, die Ursache für die Schlafprobleme zu finden. Schließlich belastet es dich sehr und du leidest darunter. Wäre also der falsche Weg, wenn du sagst "das ist nicht so schlimm, dagegen muss ich nichts unternehmen". Denn das stimmt ja wie gesagt nicht, s.o. Das wäre dann nur ein Vorwand um den vielleicht unangenehmen Weg zum Therapeuten zu umgehen.


    Wie Du als Arzt mit solch einer Situation umgehst, mag ich nicht beurteilen. Man kann Krankheiten auch nicht bei sich selbst diagnostizieren, oder? Es gibt ja diverse Werkzeuge, die man aus einer Therapie mitnimmt. Und eines ist, die Träume aufzuschreiben. Sofort, wenn du nachts wach wirst, sei es auch nur ganz kurz, musst du alles notieren, was dir noch im Sinn hängengeblieben ist. Eine ganze Zeit lang. Sinn der Sache ist es aber nicht unbedingt, dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Es kann schon helfen - und da spreche ich aus eigener Erfahrung - Notizen zu machen.


    Aber in Summe würde ich natürlich wenigstens mal die probatorischen Sitzungen empfehlen.

  • Klingt ja schon mal ziemlich scheiße! Irgendwie trau ich mich gar nicht so richtig einer Fachfrau Tipps zu geben, im Zweifelsfall hast du sowieso deutlich mehr Ahnung als ich und der Exilant hat ja auch schon sehr gute Sachen geschrieben.


    Ich hatte und habe schon mein Leben lang Schlafprobleme, na ok, stimmt nicht so ganz, mein Biorhythmus ist einfach nicht mit den gesellschaftlichen Konventionen und der von mir belebten Zeitzone kompatibel. Wie auch immer, was mir etwas geholfen hat sind Achtsamkeitsübungen (auch wenn sie eigentlich nicht dafür gedacht sind) und PMR. Damit bekomme ich es hin wenigstens einigermaßen zeitig einzuschlafen (so zwischen halb drei und fünf) und dementsprechend morgens relativ fit zu sein. Ich komme glücklicherweise mit relativ wenig Schlaf aus, aber nach ner Weile mit nur zwei Stunden Schlaf pro Nacht kommt dann irgendwann trotzdem das "Zwölf-Stunden-Koma".


    Eine Therapie würde ich auch mal ins Auge fassen, zumindest, wie der Niedersachse schon schrieb, die probatorischen Sitzungen. In deinem Fall vielleicht eher Psychoanalyse als Verhaltenstherapie? Die Tendenz zu Albträumen muss ja irgendwo herkommen.
    Alkohol ist übrigens eine ganz besonders miese Variante. Ich bin inzwischen auf alkoholfreies Bier umgestiegen. Hat die positiven Effekte, nicht aber die negativen.



    Edit: Gerade bei der PMR musst du aber längerfrisitg denken. Am Anfang dauert es echt lange und bringt wenig. Mit der Zeit entwickelt man aber Routine, die Erfolge steigen und man wird deutlich schneller...

    Einmal editiert, zuletzt von RoterHesse ()

  • Seitdem Prickel uns erzählt hat, wie der Traumfänger im Schlafzimmer eine bessere Wirkung erzielt, nämlich indem er zentraler hängt, träume ich nichts mehr. Wird alles abgefangen! Oder es liegt an den Heilkräutern der guten Frau Dr. Maria Juana :ahnungslos:

    Einmal editiert, zuletzt von emil96 ()

  • Ich habe heute Nacht geträumt, dass ich neben Ursula von der Leyen im Bundestag sitze und sie mich die ganze Zeit mit seltsamen Sachen vollquatscht. Ich mache mir Sorgen.