Allgemeine Presseberichterstattung

  • Lieber Platzwartautoren,

    Umberto Eco hat mal eine Kurzgeschichte geschrieben.

    Sie hatte zum Thema, dass man niemals nie Witze mit Namen machen darf.

    Niemals.

    Nie.

    Umberto Eco war ein kluger Mann.

    K.L.U.K.!

    Bitte lest die Geschichte.

    Sie ist wie gesagt kurz.

    Ihr schafft das.

    Und lasst Namenswitze.


    Viele Grüße


    Deer from Near

  • Dafür ist von Holts Vergleich mit der Hertha mit selbstverständlicher Lobhudelei für St. Martin nicht im Ansatz lustig und schwer zu ertragen.

  • Da spricht Kind einmal gerade drei Tage nicht vom Wiederaufstieg, und dann heißt es schon, man übe sich in Demut. Die Tatsache, daß der Mann, der Verein und Fußballkultur bei 96 zuschanden geritten hat, immer noch herumwerkelt und seine Fehler nie ernsthaft eingesteht, zeigt doch genau das Gegenteil: Selbstüberschätzung, Großmannssucht, Hybris.

  • Grundsätzlich macht die Social Media Abteilung von 96 meiner Meinung nach einen guten Job (die Artikel die Kind Rehberg direkt diktiert lassen wir mal außen außen vor). Aber dass der Akademie Account die Spielergebnisse nur als gif/Video postet, wenn dort einfach nur Text hintereinander aufploppt, ist ne absurde Fehleinschätzung, wie moderne Medien sinnvoll genutzt werden können.


    9,60 EUR drauf, dass das auf den Mist von irgendnem Berater gewachsen ist, der sich ne goldene Nase damit verdient, den Leuten zu erzählen wie geil ihre Power Point Präsentationen werden, wenn sie bloß den richtigen Übergangseffekt wählen.

  • Die Verhältnismäßigkeit ist für mich entscheidend, für Spielabbrüche reicht mir ein "Hurensohn"- Plakat nicht, wenn die Gesellschaft ein Zeichen setzen will, dann gibt es genug andere Möglichkeiten Solidarität mit Menschen wie Dietmar Hopp zu zeigen. Die Bayern Macher konnten sich schon lange nicht mehr profilieren, so scheint es..., alberne Tendenzen jedenfalls.

  • Die letzten Winter gab es für die Bayern regelmäßig die Chance, um sich moralisch zu profilieren.
    Allerdings haben sie sich einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Emirat Katar bisher verweigert.


    Katar ist reich, Hopp ist reich. Da kommt ein Verdacht auf, welcher Parameter die unterschiedlichen Moralmaßstäbe bestimmt.

  • Naja, der falsche Umgang des FCB mit Katar ist jetzt aber auch für niemanden eine Rechtfertigung für einen falschen Umgang mit Hopp. Ich glaube, in modernen Zeiten nennt man das Whataboutismus (die double standards beim FCB ändern schließlich nichts an dem, was halt los war).


    Dass der DFB gestern (laut Twitter-Berichten) Stufe 1 bei Union gezogen hat, als erst nur gegen den Verband gerichtete Transparente hingen, ist ein Unding. Und Spielabbrüche wegen Hurensohn-Plakaten finde ich auch übers Ziel hinausgeschossen (müssten die Fanszenen dann halt mal durchhalten, aber nur in den Hoffenheim-Spielen, so dass die am grünen Tisch Deutscher Meister werden).


    Trotzdem ärgert mich das in zweierlei Hinsicht. Das mit den Fadenkreuzen ist gefährlich, weil es nie und nimmer gelingen kann, "gute" von "schlechten" Fadenkreuzen zu unterscheiden. Beim nächsten AfD-Parteitag hängt dann ein Bild von z.B. Frau Chebli im Fadenkreuz, und die sagen dann, wir meinen das genau so wenig ernst wie die Fans mit den Hopp-Plakaten. Braucht man nicht.


    Überhaupt finde ich diese Verengung und Dämonisierung der Person Hopp nicht sachgerecht - und ich glaube, sie wird aus den gleichen Gründen in der Breite auch nicht verstanden. Hopp hat ja da nicht mit Geld um sich geworfen und sich ein Spielzeug gekauft, sondern das sehr planvoll und sportlich nachhaltig gemacht. Wenn ich noch zurückdenke an Hoffenheims erste Saison in der Bundesliga, das war sportlich schon gut anzusehen. Die Fußballkultur macht es natürlich trotzdem kaputt, und das muss man auch sagen. Und es ist natürlich auch viel anstrengender und weniger medienwirksam, das so differenziert zu sagen. Nachhaltiger ist es aber dennoch, denke ich, weil das im Moment eher zur Solidarisierung mit Hopp führt.


    Und letztlich sollten die Kurven sich m.E. auch davon verabschieden, Politik nur aus den Kurven heraus zu machen. Sie müssen - wie eben bei uns - in die Vereine. Und vielleicht auch über kleinere Vereine in die Verbände. Denn noch ist Fußball im Grunde eine basisdemokratische Veranstaltung, da ist es nicht zu spät. Auch das braucht alles mehr Anstrengung und längeren Atem als eine Tapete zu bemalen, aber das wissen wir ja.

  • Da nun ja auch schon ein Gammelkick wie Meppen-Duisburg in vorauseilendem Gehorsam des Schiedsrichters nach einem Spruchband mit dem Wortlaut


    „Hat der Dietmar genug Kohle

    Wird zu seinem Schutz und Wohle

    Von Leuten deren Wort nichts wert

    Mal wieder jemand ausgesperrt.“


    mit "Stufe 1" unterbrochen wurde, kann man ab jetzt das perfide Spiel einfach ganz locker weiterspielen, sogar ganz ohne sich mit Fadenkreuz oder Beleidigungstatbestand die Finger schmutzig zu machen, oder 1-5 Dudes strafrechtlich der Ermittlungsruppe HusO zu opfern.

  • Ja, wie bei Union (wie gesagt laut Twitter). Da soll bei "Stufe 1" gestanden haben:

    "2017 Kollektivstrafen abgeschafft. Nun Hopp hofiert und zwei Schritte zurück gemacht! Fick dich DFB!"


    Das ist auch strafrechtlich überhaupt gar nichts. Der Unterschied zu dem, was Du aus Meppen zitierst, ist, dass man wohl "Fick dich DFB" noch durch die Stadionordnung verbieten und zum Anlass für ein Stadionverweis und wohl auch -verbot nehmen kann.


    Die Einrichtung einer Soko für Beleidigungstatbestände in Sinsheim erinnert mich irgendwie an die Bad Oeynhausen Cops, falls das noch jemand kennt ;)

  • (....)

    Überhaupt finde ich diese Verengung und Dämonisierung der Person Hopp nicht sachgerecht - und ich glaube, sie wird aus den gleichen Gründen in der Breite auch nicht verstanden. Hopp hat ja da nicht mit Geld um sich geworfen und sich ein Spielzeug gekauft, sondern das sehr planvoll und sportlich nachhaltig gemacht. Wenn ich noch zurückdenke an Hoffenheims erste Saison in der Bundesliga, das war sportlich schon gut anzusehen. Die Fußballkultur macht es natürlich trotzdem kaputt, und das muss man auch sagen. (...)

    Und gerade Hopp ist der Inbegriff dafür, was falsch läuft zwischen "den pöbelnden Kurven" und den "Funktionärsträgern." Er hat die Eskalationsspirale so weit aufgedreht wie es nur geht (man erinnere an das Beschallungsgerät vor dem Gästeblock in Sinsheim sowie Veruteileungen von Fans wegen Schmähgesängen gegenüber seine Person), er hat dank der deutschen Justiz und seitens des Verbandes und der anderen "Vereinsbosse" Rückendeckung dafür bekommen und der pöbelnde Fan, der bei jeder Auswärtsfahrt teils unschuldig von Repressalien betroffen ist und im Stadion dann nicht ein einziges beleidigendes Wort mehr sagen darf, merkt die Verhältnismäßigkeit dieser bestrafungen an. Ich stehe da voll und ganz auf der Seite der Ultras, die meiner Meinung nach das fadenkreuz ruhig stecken lassen können, aber wie im Beispiel von WDJ_Lasse aufzeigen, was falsch läuft im Profifußball. Und da hab ich auch nichts gegen ein provozierendes Plakat mit der Aufschrift "Du Hurensohn".


    Hab dazu am Wochenende ein paar schöne Lesebeispiele zu der Thematik gefunden, die mich in meiner Denkweise bestätigen.


    Lesebeispiele:
    Schwatzgelb.de

    Spiegel

    Zeit

  • Gestern gab es in Sport am Sonntag im Deutschlandfunk zwei gute Beiträge zu den Plakaten und den Spielunterbrechungen in den Stadien. Da wiesen die Redakteure darauf hin, daß DFB und DFL zum einen mit zweierlei Maß mäßen. Bei Hopp werde abgebrochen, bei rassistischen Ausfällen nicht. Zum anderen sei Hopp nur ein Stellvertreter, eigentlich gehe es vor allem um ganz andere Geschichten wie die Zusagen des DFB an die Anhänger, die wieder kassiert wurden (wie der Verzicht auf Kollektivstrafen).


    Hier findet Ihr einen Kommentar aus der Sendung dazu. Noch besser fand ich das Gespräch, das die Moderatorin mit einem Kollegen im Studio geführt hat. Leider gibt es dazu keinen direkten Link, aber ihr findet es in der DLF-Mediathek unter dem 1.3. um 19.15 Uhr. Hier wurde das Gespräch noch mal schriftlich zusammengefaßt.