Straßenverkehr-Mecker-Thread

  • Bin mir nicht sicher, ob ein Perspektivenwechsel wirklich zu Verhaltensänderungen führen würde. Asoziale Rüpel bleiben asoziale Rüpel, egal, ob sie im Auto oder auf dem Fahrrad sitzen.

    Klar erreicht man damit nicht bei jedem was. Aber bei manchen, die es vorher nicht besser wussten und "nur" sensibilisiert werden mussten, schon. Die müssen einfach Mal am eigenen Leib merken, wie scheiße manche Radwege sind, wie leicht man übersehen wird und wie es sich anfühlt, eng überholt zu werden etc. Ehrlich gesagt fahre ich jetzt nach fast einem Jahr berufstäglich auf dem Rad auch anders Auto als vorher. Nicht, dass vorher was passiert wäre, aber ich habe nun an viel mehr Stellen auf dem Schirm, wie leicht gefährliche Situationen entstehen können und habe mehr Verständnis für auf der Straße fahrende Radelnde. Und ich bin weniger "in Eile", weil ich nun ein langsameres Tempo gewohnt bin.


    Rick Linger Habe ehrlich gesagt zumindest drüber nachgedacht, mal aufs Dach zu hauen. Jeder hat ja so seine Eskalations-Phantasien (die nie umgesetzt werden) ... ;)

    Habe es aber letztendlich auch nie in die Tat umgesetzt. Habe es zum einen nicht "gewagt" und zum anderen sind die Situationen ja auch schnell wieder vorbei, sodass ich das kurzfristig entscheiden müsste. Und so schnell bin ich meist nicht im Entscheiden. Letztendlich würde es wohl auch nichts bringen im Sinne einer Verhaltensänderung. Da würden sachliche Argumente wohl mehr helfen. Aber die können an die Verursachenden wie gesagt nahezu nie überbracht werden. Mein Ausgangsproblem.


    Und am Ende besteht auch immer die Gefahr, dass ich mich bei so einer Aktion selbst lang mache. ;)

  • Hehe, Nils, das ist auch immer meine größte Sorge, dass aus dem „Road Rage Biker Hits Carroof“Video dann doch nur ein Failvideo ala „Idiotenradfahrer fällt voll aufs Maul, als er Auto hauen will“ wird.

  • "SUV-Wahnsinn".

    Hier mal einen Statistik Anzahl der SUV-Neuzulassungen in Deutschland in dem Jahr 2019 nach Modellen.


    Ich kann nicht so ganz verstehen, wo hier der Wahnsinn liegt.


    Nehmen wir mal den meistverkauften SUV, den VW T-Roc. Der ist in den Ausmaßen bis auf ein paar Millimeter so groß (Länge/Breite) wie der VW Golf (meistverkauftes Auto in Deutschland). Die Motoren sind aus dem gleichen Baukasten.

    Von den knapp 60.000 in 2019 verkauften T-Rocs waren knapp 9.000 mit Allrad ausgestattet.


    Also: Wo liegt hier der Wahnsinn ? Diese Frage beantwortet auch dieser Artikel ( SUVs - Geliebt und gehasst ) nicht.

  • Ich finde schon, dass in dem Artikel ein paar Antworten stehen. Auch wenn der Artikel schon sehr seicht ist.


    Zitat

    Im Durchschnitt sind SUVs etwas schwerer, verbrauchen also auch mehr und stoßen mehr Schadstoffe aus.

    Zitat

    Die meisten SUVs sind über die Jahre von Modell zu Modell gewachsen.

    Und nur weil Du ein passendes Beispiel aus der Liste pickst, trifft das eben auf viele SUV nicht zu.

  • Ich finde deine Antwort schon sehr seicht. Geschenkt. Mal eben Fakten:


    Gewicht: Ein T-Roc wiegt 1270-1575 KG, ein Golf 1205-1650 KG. Ist diese Differenz der Wahnsinn ? Ich kann das nicht sehen, insbesondere dann nicht, wenn man sich das Gewicht einen VW Passats (Beispiel für Mittelklasseauto) dazu nimmt (1367-1776KG). Dann müßte man ja auch von "Mittelklasseauto-Wahnsinn" sprechen.


    Ja, die SUVs sind im Laufe der Jahre gewachsen. Wahnsinn ? Nun ja, schau dir doch bitte mal an, wie im Laufe der Jahre der Golf oder der Astra oder der Polo oder der Passat gewachsen ist. Das übrigens einer der Gründe, warum die Hersteller ihre Palette nach unten erweitert haben, z.B. mit dem Opel Adam, dem VW up).


    Natürlich gibt es solche Brummer wie den Audi Q7 oder den BMW X5. Aber deren Zulassungszahlen sind doch marginal im Vergleich zu den rd.4 Millionen Neufahrzeugen des Jahrs 2019. Wer solche Ausnahmen zur Regel erklärt, um dann diese ganz allgemein zu verteufeln, argumentiert unseriös, zu mindestens aber tendenziös und ideologisch vorturteilsbehaftet.

  • Die Verbrauchswerte wären aussagekräftiger, denn neben dem Gewicht spielt der cw-Wert (Luftwiderstand) eine nicht unwesentliche Rolle.

  • Ich finde deine Antwort schon sehr seicht. Geschenkt.

    :trösten:

    Dann müßte man ja auch von "Mittelklasseauto-Wahnsinn" sprechen.

    Volle Zustimmung, müsste man. Aber nur weil "man" das nicht tut darf man den Trend bei den SUVs nicht kritisieren? Das ist argumentieren wie im Kindergarten.

  • Die Verbrauchswerte wären aussagekräftiger, denn neben dem Gewicht spielt der cw-Wert (Luftwiderstand) eine nicht unwesentliche Rolle.

    Aussagekräftig wofür? Brauchen Elektro-SUVs weniger Platz und haben im Falle eines Unfalls weniger Nachteile? Doch wohl nicht.


    Ich persönlich kann den Karren ja auch nichts abgewinnen. Aber die Hexenjagd, die manche veranstalten, finde ich auch eher lächerlich. Als würde man (hier beispielhaft verkehrs-) politische Diskussionen nicht ohne irgendwelche Feindbilder führen können.

  • Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass mein SUV etwas weniger verbraucht als vor Jahren mein Polo. Abgasnorm ist natürlich auch besser, da neuer.

    Klar wäre ein neuer Polo noch besser, aber ich will bzw brauche Bodenfreiheit und Allrad.

    In der Nordstadt parke ich mittlerweile mit ungutem Gefühl - zwischen teilweise ziemlich alten Autos, die ganz sicher mehr Dreck in die Luft pusten.


    Klar, Herstellung ist extrem klimaschädlich, aber das gilt für E-Autos ja genauso. Aber klare Feindbilder sind halt schön ...

  • Ich finde deine Antwort schon sehr seicht. Geschenkt.

    :trösten:

    Dann müßte man ja auch von "Mittelklasseauto-Wahnsinn" sprechen.

    Volle Zustimmung, müsste man. Aber nur weil "man" das nicht tut darf man den Trend bei den SUVs nicht kritisieren? Das ist argumentieren wie im Kindergarten.

    Argumentieren wie im Kindergarten ? (Meine Ehefrau als Leiterin einer großen Kindertagesstätte liebt diesen Spruch...)


    Ich lese von dir gar keine Argumente bzw. keine Argumentation. Nicht einmal auf meine Argumente (Größe/Gewicht -die du selbst heraugepickt hast) gehst du ein.


    Was heißt eigentlich "Trend bei SUVs" ? Fakt ist, dass dieses Segment hohe Steigerungsraten hat. Aber diese gehen zu Lasten anderer Segmente, z.B. der Mittelklasse/unteren Mittelklasse. Das heißt: Die SUVs sind nicht zusätzlich im Markt, sondern anstelle von anderen Fahrzeugen. Und nochmal: Ich rede hier von den meistverkauften SUVs wie den T-Roc, aber auch den Opel-Mokka oder demnächst den neuen Ford Puma. Alles Modelle, die man zur unteren Mittelklasse zählen würde, wenn dieser Begriff "SUV" nicht vor einigen Jahren erfunden wurde.


    Wenn du auch von "Mittelklasse-Wahnsinn" sprechen würdest, dann geht es gar nicht mehr nur um SUVs. Sondern um Kritik am Individualverkehr. Hat also mit SUV-Wahnsinn nur am Rande zu tun.



    mustermann:

    Hast du die Verbrauchswerte/CW-Werte gerade zur Hand ? Ich leider nicht, aber ich weiß, dass die Motoren, die im T-Roc verbaut sind, ebenfalls in den Golf eingebaut werden. Ja, der T-Roc dürfte mehr verbrauchen als ein identisch motorisierter Golf. Geht die Aussage "SUV-Wahnsinn" wirklich in Richtung von geschätzen 0,7 Liter Mehrverbrauch pro 100 km ? Ist es das, warum von "SUV-Wahnsinn" gesprochen wird ?

  • Nein, ich hab da keine Daten, und auch keine Lust auf suchen.

    Sind die letzten beiden Fragen direkt an mich gerichtet? - womit hab ich mir das verdient, was the Menace mich da oben abpoltert verstehe ich so überhaupt nicht.


    Also ich hab nur gesagt, dass sich neben dem Gewicht auch der Luftwiederstand wesentlich auf den Verbrauch auswirkt.


    Für Stromautos hab ich nicht geworben.

  • Davon ab sind diese hochgebockten Fahrzeuge auch insofern ein großes Risiko als dass sie die Sicht nehmen. Sowohl anderen Autofahrenden als auch zu Fuß gehenden. Vor allem wenn sie auch noch dort stehen, wo sie nichts zu suchen haben (z. B. zu nah am Scheitelpunkt von Kurven) oder auf Gehwegen.


    Anderes Mecker-Thema: Gibt es eigentlich irgendjemanden, wer den Motor beim Freikratzen der Scheiben nicht laufen lässt? Gefühlt nicht.

  • Vorab: ich habe keinen wie auch immer definierten SUV und werde mir auf absehbare Zeit auch keinen kaufen, ich mag sie einfach nicht, und obwohl ich auf dem Land wohne, muss ich nicht mit Allrad durchs Gelände, alles völlig unabhängig von der Diskussion über SUVs.


    Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist das Argument, dass nun gerade diese Fahrzeuge ein Sicherheitsrisiko für andere darstellen, weil man so schlecht als Fussgänger oder Radfahrer drüberschauen kann. Da wird finde ich, schon sehr einseitig gebasht. Dann gilt das gleiche auch für Bullis, Vans, Caddy usw. Das passt nicht. Und wer so idiotisch parkt, dass er Sichtfelder zustellt usw, da wo niemand aus guten Gründen zu parken hat, ist das indiskutabel, aber für Dritte eben auch mit anderen Fahrzeugen gefährlich.


    Was mich viel mehr nervt, ist, dass bei praktisch jedem Modellwechsel das Nachfolgemodell einer Baureihe immer etwas grösser wird, länger, breiter - das Problem steht demnächst bei mir wieder an , plus 7 cm länger... da heisst es dann, besserer Prallschutz, besserer Fussgängerschutz usw, aber so braucht man dann auch immer mehr Platz, was man oft gar nicht will.

  • Was mich viel mehr nervt, ist, dass bei praktisch jedem Modellwechsel das Nachfolgemodell einer Baureihe immer etwas grösser wird, länger, breiter - das Problem steht demnächst bei mir wieder an , plus 7 cm länger... da heisst es dann, besserer Prallschutz, besserer Fussgängerschutz usw, aber so braucht man dann auch immer mehr Platz, was man oft gar nicht will.

    Das ist übrigens auch beim Smart so. Und tatsächlich der Hauptgrund, warum ich immer noch einen alten Smart fahre (Bj. 2003). Der neue Smart ist z.B. breiter, als es ein Golf I war.

    Breiter, länger, größer. "Kleinstwagen"...
    Das ist so ein bisschen wie bei dem alten Witz mit dem Amerikaner und dem größten Bonsai-Baum der Welt...

  • Stephan535 : genau, gerade der Golf 1 ist ein super Beispiel dafür. Was musste da früher alles rein passen zu Studi-Zeiten :). und heute- ohne jetzt die genauen Abmessungen zu haben, wenn da mal der aktuelle Polo nicht schon grösser ist.

  • Ich halte die Diskussion um die Größe und den Verbrauch des Autos an sich auch für deutlich zielführender als die Fokussierung auf SUVs. Da das konkrete Beispiel ein so schönes ist:

    Golf I: Radstand 2400mm, Länge 3705mm, Breite: 1610mm Leergewicht: bis 930kg

    Polo VI: Radstand 2548mm, Länge 4053mm, Breite: 1751mm Leergewicht: bis 1355kg

  • @ wutzi96:

    SUV ist nicht gleich Allrad (genauso wenig wie Allrad nicht gleich SUV ist).

    Wiki: "Im Jahr 2019 entfielen von insgesamt 58.898 T-Roc 8.728 auf eine Version mit Allradantrieb." Das sind bei dem meistverkauften SUV in Deutschland gerade mal 15 %.


    @Stephan:

    Beim Smart ist das so eine Sache, denn er schon am unteren Ende. Kleinere Autos gibts in nennenswerter Stückzahl nicht. Außerdem bist du sowieso so ein "Sonderfall". Ich kenne keinen außer dir, der vom BMW-8-Zylinder auf einen Smart umgestiegen und zufrieden ist. :)


    Das kritisierte Wachstum der Automodelle ist auf das Segment Polo-Passat beschränkt. Oberklasse, Sportwagen oder Geländewagen verändern sich kaum.

    Der Markt und die Hersteller bieten heute diverse Alternativen. Wer also von einem alten Golf umsteigen will und ihm der neue Golf zu groß ist, nimmt einfach den Polo, denn der ist ja auch gewachsen und hat vergleichbare Ausmaße wie alte Golf. Und Ausstattungsmäßig steht der neue Polo mindestens so gut da wie der ältere Golf. Nur steht eben an der Heckklappe "Polo" und nicht "Golf". Wem der Polo zu groß geworden ist, nimmt den Up. Nur eben noch weiter drunter geht es dann nicht. Aber ich behaupte: Wenn eine Nachfrage nach Modelle unterhalb der UP-Größe vorhanden wäre, die eine wirtschaftliche Produktion ermöglichen würde, dann würde VW auch noch weiter unten anbauen. Natürlich alles Konjunktiv; wie auch immer: Keiner ist gezwungen, immer größere Autos zu kaufen, wenn er es nicht auch will. Gute Alternativen in "alter" Größe sind ausreichend vorhanden.