Beiträge von ExilRoter

    Nee.


    Wenn wir, was ich nur recht und billig finde, zwischen Aufständen und Bürgerkrieg trennen, hast Du überhaupt nichts angeliefert, was irgendwie für Bürgerkrieg spricht. Z.B. sprechen auch die Historiker oben nur von einem Szenario, welches im 19. Jahrhundert zum Bürgerkrieg geführt hat.


    Gerede von Bürgerkrieg, behaupte ich, entbehrt jeglicher Grundlage.


    EDIT: Dir müsste eigentlich auch bewußt sein, dass Du damit russische und rechte Desinformations-Talking-Points wiedergibst.

    Ihr redet vom Bürgerkrieg. Wie Walter sagt: Sowas würde es nicht geben. Aufstände schließt sie nicht aus.


    Wenn wir mal beiseite lassen, wie das im Englischen aussieht, finde ich es reißerisch und unverantwortlich, aus "Aufständen" "Bürgerkriege" zu machen. Auch ein Aufstand, wie der Irak ihn lange gesehen hat, wäre in den USA in der Form einfach nicht machbar.


    Dieses ganze Bürgerkriegsgefasel lenkt von den wirklichen, handfesten Problemen ab, die rechte Milizen und vereinzelte Spinner jetzt schon machen und was potenziell weiter eskalieren kann.


    Aber der Punkt ist doch: Wenn hier vom Bürgerkrieg geredet wird, wird damit insinuiert, dass die politische Stabilität der USA als Staat gefährdert wäre.


    Vielleicht ist sie das sogar. Aber meiner Meinung nach ganz bestimmt nicht durch Aufstände.

    Nein, das ist nicht meine Meinung. Bitte frag' doch einfach, statt Annahmen zu machen.


    Sämtliche Bundesdienste in den USA, um vom Militär ganz zu schweigen, sind hochprofessionell und sehr viel schwerer bewaffnet, als jeder, der auf Dummheiten kommen könnte. Gegen die anzugehen ist einfach Selbstmord. Es kommt hinzu, dass das Militär seit 2001 extrem viel Erfahrung mit insurgencies, also Aufständen, gesammelt hat. Ja, natürlich ist das in den USA anwendbar.


    Zudem fehlen der Deppenseite mögliche Kontrolle über Institutionenen und die massiven organisatorischen Kompetenzen, die für sowas nötig wären.

    Ohne Militärbeteiligung gibt's keinen Bürgerkrieg sondern nur Revolten. Dies in jedem Fall in den USA, wo man mit einem einfachen Warlord oder irgendwelchen Rednecks nicht weit kommt.


    Es gibt zwar Organisation auf Seiten der Rechten, aber keine gute. Beispiel wäre gerade der 6. Januar. Das waren deren Chance und was sie gemacht haben war einfach nur erbärmlich.


    Man beachte auch, dass Trump dann spätestens mit dem 6.1. aus den sozialen Medien rausgeflogen ist. Würde z.B. Breitbart offen eine Revolte anfeuern, würden die sofort dicht gemacht werden.

    Es ist viel einfacher, als Du Dir vorstellst.


    Bsp. Kofman: Dies ist der Text auf seiner Institutsseite:

    Zitat

    Michael Kofman ist Direktor des Forschungsprogramms für Russlandstudien bei CNA und Fellow am Kennan Institute, Woodrow Wilson International Center in Washington, DC. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Russland und der ehemaligen Sowjetunion, insbesondere auf den russischen Streitkräften, militärischem Denken, Fähigkeiten und Strategien. Zuvor war er als Programmmanager und Fachexperte an der National Defense University tätig und beriet hochrangige Militär- und Regierungsbeamte zu Fragen in Russland und Eurasien. Herr Kofman ist außerdem leitender Redakteur bei War on the Rocks, wo er regelmäßig Artikel über Strategie, das russische Militär, russische Entscheidungsfindung und verwandte außenpolitische Themen verfasst. Er betreibt einen persönlichen Blog über die russischen Streitkräfte unter https://russianmilitaryanalysis.wordpress.com/.


    Herr Kofman hat zahlreiche Artikel über die russischen Streitkräfte, Sicherheitsfragen in Russland/Eurasien und Analysen für die US-Regierung veröffentlicht. Er hat einen MA in internationaler Sicherheit von der Edmund A. Walsh School of Foreign Service an der Georgetown University.


    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    Ist also nicht nur Militärexperte, sondern - seit vielen Jahren - spezialisiert auf das russische Militär. Davon gibt es ein paar auf Twitter, z.B. Konrad Muzyka aus Polen oder Dara Massicott.


    Ich kann jetzt nicht nur gucken, wie die kommentieren, sondern auch, wen sie zitieren und mit wem sie diskutieren. Und von denen gibt es Verbindung in die OSI-Szene, so dass ich auch da an gute Quellen komme.


    Wenn man richtig vorgeht und vorsichtig ausweitet, ist es gar nicht so schwer.


    Es gibt natürlich trotzdem Fallstricke: Ich habe ja auch viele andere Quellen im Feed, und da gehen schonmal Gerüchte rum. Eine Gefahr ist also, dass man nur noch durch den Feed scrollt und nicht mehr ständig kritisch bleibt.


    Aber im großen und ganzen ist die wirkliche OSI-Szene sehr solide. Man kann sich z.B. auch gut an Eliot Higgins und Christoph Grozev orientieren und gucken, wen die zitieren.

    Ich kann mir das sehr gut vorstellen. In irgendeinen Privatjet, am besten nicht in den eigenen, mit dem in ein "sicheres Drittland" in Reichweite, dann nach Moskau. Selbst wenn er wegen Verrat gesucht werden würde, könnte er von Moskau aus muter weiter machen und vielleicht seinen Fernsehsender aufbauen.


    Snowden hat es mit viel weniger Mitteln auch geschafft.

    Solltest Du damit Zweifel andeuten wollen: Es gibt Leute, die sich damit auskennen. Militärexperten u.ä. Und die diskutieren das auf Twitter. Sowas wird also schon durch eine Fachöffentlichkeit bis zu einem gewissen Grad abgesichert.


    Dieses Video wurde z.B. auch zitiert von Konrad Muzyka. Der macht das hauptberuflich. Falls Du der Open-Source-Intelligence-Community nicht traust. (Was man aber durchaus machen kann.)

    HIMARS in action: Nächtliches Video vom Beschuß der Antonovsky-Brücke. Zu sehen ist russische Flugabwehr, S-300 und andere Systeme, und Einschlag auf der Brücke.


    Trotz engmaschiger Luftabwehr ist da nichts zu Verteidigen für Russland.


    Twitter, Video, 2 Min., Text englisch.

    Wir haben doch mindestens zwei selbsternannte Anarchisten die ihm zur Hilfe eilen könnten und das ganze Problem mit einem Wort lösen werden: Solidarität.


    Solidarität ist was anderes, als libertäres Denken.


    Ja, über Parallelen habe ich auch nachgedacht. Meine Ex und ich hatten ja eine Weile ernsthaft erwogen, in eine Gemeinschaft zu gehen, und hatten uns über zwei Jahre Kommunen und auch ein paar Wohnprojekte angeguckt. Da kann ich nur sagen: Das hat mit Libertarismus nichts zu tun. Die klassische politische Kommune betreibt genau das Gegenteil: Gemeinschaftliche Ökonomie, d.h. alle zahlen in eine Kasse, aus der sich jeder Geld entnehmen kann, wenn er es braucht. (Natürlich nach gewissen Regeln, also dass alle Entnahmen ab einer bestimmten Größenordung dokumentiert werden müssen.) Was man dafür gewinnt, ist erstens natürlich echte Gemeinschaft (mitsamt all ihren Problemen), zweitens Unabhängigkeit der Lebensform. Denn gemeinsam ist man stärker. Diese Unabhängigkeit widerum ist an die Gemeinschaft geknüpft, weswegen neben Gemeinschaftsökonomie das Konsensprinzip das zweite wesentliche Merkmal politischer Kommunen ist, also so in der klassischen Form. Und ja, Konsensprinzip heißt: Jeder kann jede Entscheidung, zumindest ab einer bestimmten Tragweite nach oben, vetoen. Was dazu führt, dass man sich mit den anderen Kommunarden auseinandersetzen muss, um entscheidungsfähig zu sein.


    Hört sich überhaupt nich nach Liberarismus an, oder? Libertarismus scheint mir das Individuum und seine Willkür massiv zu überhöhen, der Mensch ist nunmal ein soziales Wesen. Ebenso scheint es mir auf wirtschaftliches, also auf ein individuelles Wirtschaften, reduziert. Der Mensch ist dort in erster Linie Geschäftstätiger. (Mir ist nicht klar, inwieweit in dieser Welt überhaupt der Arbeiter (im Sinne von Arbeitnehmer) gedacht ist.) Freiheit scheint ausschließlich wirtschaftlich gedacht zu werden.


    Wenn ich in den Text, den pasza gepostet hat, reingucke, stelle ich fest, dass der Typ gleich anfängt mit der Gegenüberstellung von Staat und Privatwirtschaft und eine der ersten Beschwerden über den Staat ist, dass er im Wettbewerb um Ressourcen im Vorteil läge. Das ist mE eine nicht nur reduzierende, sondern grotesk anmutende Auffassung von Gesellschaft. Es geht bei Gesellschaft und Staat auch um andere Sachen, etwa, um die Frage des Rechts und wie man verhindert, dass sich alle gegenseitig den Schädel einschlagen.

    Dass er noch nicht verhaftet wurde, macht mir auch Sorgen. Aber meine Prognose hatte ich oben ja auch schon zurückgerudert, nachdem ich mehr über den Sachverhalt erfahren hatte.


    In der Sache lese ich kein Twitter, wenn, dann hier Andro und die Berichterstattung der großen Tageszeitungen drüben.


    Was Du am Anfang schreibst, beruht auf fehlender Info. Das Justizministerium hat den Vorgang von sich aus erst so diskret wie möglich behandelt. Wäre nicht Trump an die Öffentlichkeit gegangen, wäre quasi gar nichts aufgetaucht. (Abgesehen von Gerüchten, weil jemand die Durchsuchung schon mitbekommen hätte.) Durch die Diskussionen, die durch Trump angestoßen wurden, war das Justizministerium dann gezwungen, was dazu zu sagen. Um das kurz darzustellen. Der Ablauf, wie wir Dinge erfahren haben, ergibt komplett Sinn.


    EDIT: Alles, was echt schräg ist, kommt von der anderen Seite. Ein Anwalt von Trump hat also im Juni unterschrieben, dass alle Dokumente an das National Archive zurückgegeben waren? Wenn das FBI jetzt noch 22 Kisten findet? Was für ein Wahnsinn von Trump, den Mist behalten zu wollen und zu denken, die hätten kein Inventar oder gingen dem nicht nach. Ebenso was für ein Wahnsinn, dass Dokumente solcher Bedeutung bei Trump offensichtlich in einem Schuppen beim Pool rumstanden und der so lange die Sicherheitsvorkerungen bei Lagerung und Zugang ignorieren konnte.

    Puh, da müsste ich jetzt wieder suchen. Es waren nur Gerüchte, deswegen ist die Quelle nicht so wichtig, dachte ich.


    Hatte ich heute morgen geschrieben, da ist seitdem auch nichts nachgekommen, zumindest nicht, dass ich mitbekommen hätte. Sieht momentan danach aus, als wäre es eine Ente gewesen, das wäre ja auch wünschenswert.

    Naja, "Attacke" war das jetzt nicht.


    Es glauben aber die wenigsten dran, dass das klappen kann, und zwar aus einer Reihe von Gründen. Deswegen wird hier niemand, denke ich, wirklich die Details diskutieren wollen.


    Letztlich denke ich, dass Deine Vorstellung, dass der Staat uns ausraubt, irgendwie schräg ist. Der Staat ist quasi eine große Genossenschaft, die das ganze regelt. Und in der Tat noch mehr, indem er eben Gesetze macht und Mord- und Totschlag verhindert. Dann gibt es die Idee des Gemeinwohls, die über privat organisierte Vereine hinausgeht. Dann bedarf der Staat klare Regeln für sich selber, transparenz und ähnliche Grundsätze, all sowas würde verloren gehen, gäbe es eine völlige Freiheit bezüglich der Selbstorganisation. Und letztlich ist der Staat dazu penibel demokratisch organisiert. Man kann über Demokratie viel streiten, aber man kann kaum bezweifeln, dass z.B. bei uns Wahlen sehr gründlich durchgeführt werden. Das wäre auch futsch, in den Vereinen, Genossenschaften und natürlich auch Firmen.


    Letztlich müsste man sich auch um alles selber kümmern oder die Körperschaften, denen man beitritt, umfassend beurteilen. Mir wär' das zuviel.


    Ich denke ja, was Du eigentlich meinst, wenn Du davon sprichst, dass der Staat uns ausraubt, ist Korruption. Die gehört natürlich bekämpft. Aber die wäre viel verbreiteter bei einer Gesellschaft ohne Staat.

    Igor Girkin (Kampfname: Strelkov) hat wohl versucht, sich in die besetzte Ukraine einzuschleichen und mit zu kämpfen (Gegen die Ukraine, s. Wikipedia-Link vorne). Er ist wohl auf der Krim festgenommen worden.


    Diesen Text hatte er vorher auf Telegramm geteilt:



    * "heilige militärische Spezialoperation"? ;) Mir unklar, was er hier genau sagen will.


    Übersetzt mit Deepl. Wer der "Sperrholz-Marshall" sein soll, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich Putin.


    Quelle auf Twitter, englisch, aber im russischen Telegram geht es deswegen wohl auch hoch her.

    Wie kommt ihr darauf? Bronco scheint ja ähnliche Verständnisprobleme zu haben.


    Hier beschreibt Mark Hertling auf Twitter das Verfahren, um Freigabe für Geheimdokumente zu bekommen. Dass man diese Freigabe erhält, muss auch notwendig für den Job sein.


    Es handelt sich also um Dokumente, die nur Vertraute einsehen dürfen. Teilweise sogar nur in besonders gesicherten Räumen.


    Wie ihr sowas komisch findet aber Euch keine Gedanken macht, wer alles bei Trump Zugriff hatte, finde ich schon sehr verwunderlich.

    Nicht, dass der Gedanke mir nicht gekommen wäre, dass die Ankündigung heißt, dass sie was anderes machen.


    Insgesamt denke ich aber schon zu 90%, dass die beschriebene Gegenoffensive kommt. Wozu hätten sie sonst die Brücken zerstört, da arbeiten sie ja schon über 'ne Woche dran.


    Zudem lässt es noch genug Unklarheiten offen. Ob der Stoß von Mykolaiev kommt, von Zaphorizhia oder Richtung Andriivka, z.B.


    Zu guter letzt denke ich, dass die Russen auch mitkriegen, wenn die Ukrainer große Truppenkontingente bewegen. Die haben auch Satelliten. D.h. wenn man in den südlichen Raum verschiebt, bleibt das eh kein Geheimnis.


    Ich denke also, sie kommt. _Wie_ sie kommt, ist in meinen Augen die Interessantere Frage. Ein Frontalangriff über offenes Gelände, wirklich? Oder doch viel langsamer: Bisschen vorrücken, die Russen angreifen lassen. Also sozusagen Angriff per Abnutzung.

    Mir noch nicht ganz so klar.


    Die können nicht so schnell evakuieren, alle Brücken über den Dniepr sind kaputt oder schwer beschädigt. Wenn ich das richtig verstanden habe, haben die zuletzt zwei Pontons benutzt.


    Das hieße, sie müssten ihr Gerät zurücklassen, wenn sie schnell evakuieren wollen. Sehr unwahrscheinlich. Es wird ja auch nur von den Führungskräften gemeldet, dass die evakuieren. Aber soll das heißen, dass sie die Truppen zurücklassen während die Offiziere fliehen? Sowas habe ich noch nie gehört und das kann doch kaum lange gut gehen.


    Tatsächlich aber beschießt die Ukraine wohl jetzt das Westufer deutlich stärker als sonst. Entweder es kommt sowas wie ein Angriff oder die täuschen das nur an. Oder was weiß ich.