Beiträge von ExilRoter

    Toller Film! Ist zwar jahrzehnte her, dass ich den gesehen habe, aber ich denke schon, sagen zu können, dass der seiner Zeit voraus war.

    andro96, natürlich wird im Darknet Geld gewaschen. Die Kombination aus Darknet und bitcoin bietet unendliche Möglichkeiten.


    Ich wollte die Diskussion per PN fortsetzen, damit der Idiot nicht die ganze Zeit dazwischenbrabbeln kann, aber ich habe momentan nicht die Kraft und Muße dafür, bitte entschuldige. Sehr gerne mal bei Gelegenheit.


    Ein letztes Wort: Es lohnt sich meiner Meinung momentan nichtmal, in Details zu gehen: Die auf ein internes Organisationsprinzip der Blockchain gefußte Meinung, Cyptowährungen seien transparent, ist offensichtlich falsch. Sonst wüßten wir sicher, wer Nakamoto ist, sonst gäbe es keine Cryptowährungen im Darknet.


    Das sind alles nur Indikatoren, nicht das Problem. Das Problem ist, dass wir unsere Gesellschaft nicht bessern, indem wir den Staat umgehen. Wir brauchen vernünftige, möglichst gerechte, allgemeine Finanzsysteme, nicht Schattenwirtschaften und Umgehen des Staates. Die Reproduktion kapitalistischer Systeme ohne Staat ist nicht die Lösung, das ist Mafia bzw. Neoliberalismus. (Ja, natürlich ist die Mafia der Inbegriff des Neoliberalismus.)

    Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Die Ansage lautet "mit dem Arsch zu Hause bleiben" wenn es nicht notwendig ist rauszugehen. Das ist natürlich scheisse, aber wir befinden uns nun mal in einer Extremsituation.


    So lautet die Ansage nicht. Dann wäre es eine Ausgangssperre, wie in China.


    Das - aus meinen Augen - Überdrehte ist, dass diese dann dennoch gefordert und denen, die draußen sind - Menschen, die sich verantwortlich verhalten und Menschen, die sich unverantwortlich verhalten gleichermaßen - die Schuld gegeben wird.


    Natürlich kann ich zumindest ein Stück weit verstehen, was dahinter steht: Der Wunsch, dass das weg geht. Aber es gibt hier keine hundertprozentigen Dinge: Wir können - selbst mit Ausgangssperre - das nicht 100%ig wegquarantänisieren, selbst wenn sind wir mitten in Mitteleuropa, es gibt keine 100% Sicherheit. Wir werden auch mit Ausgangssperre keine 100%ige Partizipation kriegen.


    Wir brauchen auch keine 100%. Daran hängt nicht, ob es uns gelingt, unter der Kapazitätsgrenze zu bleiben.


    Wir können jetzt den Menschen komplett auf Arbeitsdrohnen reduzieren. Oder wir tun aufgeklärt, verantwortlich, partizipativ unser Bestes. Haben wir mit letzterem Erfolg, haben wir den Chinesen und allen, die auf das Herrschaftsmodell neidisch schielen, sogar gezeigt, wo der Hammer hängt: Es geht auch verantwortlich, transparent, selbstbestimmt.


    Wenn nicht: Können wir dann noch in den Spiegel gucken und an uns selber glauben?

    Mir geht diese Paranoia gegenüber Menschen ein bisschen zu weit.


    Ich bin Befürworter der Maßnahmen, mir sind manchmal draußen auch ein paar zuviele Leute unterwegs, dass mir nicht mulmig werden würde, ich versuche, in Gesprächen Leute dazu zu kriegen, das nicht abzutun und mitzumachen und so weiter.


    Aber es geht hier immernoch um eine Tröpfcheninfektion. Ja, auch Kontaktflächen, aber: Ob und wie stark der Virus über Alltagsgegenstände übertragen wird, die nicht gerade eben ordentlich begrapscht wurden, wissen wir nichtmal. Wielange der Virus auf Flächen überlebt, sagt nichts darüber aus, wie hoch die Virenlast sein muss, was für Kontakt benötigt wird, etc. Ich sehe keine Hinweise, dass das viel zur Verbreitung beiträgt und ich denke, in den meisten Umgebungen reicht es aus, sich etwas zurück zu halten, die Hände oft zu waschen und sich weniger in's Gesicht zu packen, um Infektionen via Gegenstände zumindest weitgehend zu unterbinden. Und nicht in einer Umgebung rumgrabbeln, in der ein vielleicht infizierter die ganze Zeit ist, wie etwa seinem Schreibtisch oder häufig benutzte persönliche Gegenstände oder so.


    Zur Erinnerung: Ein Infizierter steckt im Schnitt irgendwie zwei bis drei Menschen an. Ginge das über Objekte so problemlos, wäre dieser Wert viel höher. Auch steckt man sich nicht automatisch an, wenn man z.B. mit einem Infizierten im selben Raum ist, oder so.


    Es spricht absolut nichts dagegen, auch mal rauszugehen, sogar: Auch andere Leute zu treffen, insbesondere wenn alle mit dem Thema vertraut sind und sich vernünftig verhalten.


    Vor diesem Hintergrund muss man sich vielleicht auch fragen, ob dieser Begriff vom "social distancing", der dazu ursprünglich noch anders gemeint war (nicht als "personal distancing", wie er anscheinend heute verstanden wird), nicht kontraproduktiv ist. Menschen sind nicht toxisch. Veranstaltungen absagen, Öffis im Berufsverkehr meiden, Vorsichtsmaßnahmen, etc.: Alles richtig und gut. Aber wenn wir übertreiben, wird Angst geschürt und auch nicht mehr aktiv über das eigene Verhalten nachgedacht, denn wenn es nur noch um Regelbefolgung geht, muss man nicht denken.


    Spätestens, wer nach einer Ausgangssperre ruft und nur allzu bereitwillig auch noch der Bevölkerung wegen belebter Straße bei Frühjahrssonne dann die "Schuld" dafür zuweist, geht mir eindeutig zu weit.


    Ich sehe schon, mein vor ein paar Tagen umrissener Ansatz der auf Eigenverantwortung setzt, trifft wohl nicht den Geist der Zeit. Dass das so völlig in die andere Richtung geht, macht mir vor allem mittelfristig Sorge.


    Bitte nicht vergessen: Die Menschen sind nicht "Schuld" an dem Mist und das Problem sind nicht Menschen, sondern fehlende medizinische Kapazitäten. Mal so als Einwurf.

    kampi: Aber gestern hat er dann gesagt, dass er wohl doch lieber ein bisschen was dagegen tun will, also eine Kehrtwende gemacht.


    Das ist dann wohl der Moment, wo England panisch wird. Verständlich, wenn man sich Johnsons Politikbilanz so anguckt.

    Die Briten wissen ja erst seit gestern, dass Boris jetzt doch was gegen den Virus zu unternehmen zu tun gedenkt. (Und das obwohl es möglicherweise Geld kostet, Respekt!) Das entspräche also der Lage hier vom Samstag oder Montag. Das ist natürlich so lange her, dass man sich kaum daran erinnern kann, dass wir auch mal solche Zustände hatten.

    ExilRoter


    Ich stehe dieser Währung auch sehr skeptisch gegenüber, man kann viel Schmu damit treiben, nur für Geldwäsche ist das wirkliche ungeeignet.


    Blockchain als Stichwort

    https://www.researchgate.net/p…tcoin_and_Darknet_Markets :


    Pseudonymous cryptocurrencies such as Bitcoin are oftentimes associated with illicit activities such asdrug trafficking and arms trade. That is, public and private entities routinely deny the utility of privacy preserving means of electronic payments for individuals other than criminals (EUROPOL 2015; Fagan2013; Honig 2013; Manchin III 2014; Mihm 2013). However, as these discussions are largely based on anecdotal evidence, this paper examines the overall research question of whether pseudonymous cryptocurrencies are primarily used by criminals as a means of payment. [...]


    Within our study, we provide evidence for the co-evolution of Bitcoin and darknet markets. Our findings suggest that both, transactions within the Bitcoin blockchain as well as the usage of transaction obfuscation services, can be related to previous sales on darknet markets. We argue that the time lag of six days can be attributed to escrow mechanisms of darknet markets and the effect size on obfuscations services used by darknet market participants. The primary implication of our study is that Bitcoin as the predominant representative for cryptocurrencies seems to be used by criminals to conduct unlawful business.

    Gebunden an virtuelle Identitäten. Gehostet auf Infrastruktur, über die keine Aufsicht besteht.


    Wikipedia sagt immer noch:


    Zitat

    Bitcoin was invented in 2008 by an unknown person or group of people using the name Satoshi Nakamoto[15] and started in 2009.


    Wir wissen nicht sicher, wer es war, und Du redest von Nachverfolgbarkeit? Was genau kannst Du nachverfolgen?


    Bitcoin und Co. sind das Crack der libertären Spinner.

    Bitcoin und Cryptowährungen sind das amoralischste überhaupt, was man an Finanzen machen kann. Eine als Schattenwährung angelegte Währung. Darauf angelegt, das, was man der Allgemeinheit geraubt hat, dieser komplett zu entziehen. Waffenhandel finde ich sympathischer.


    Mehr sage ich dazu nicht. Ist für mich indiskutabel. Wollte das hier in erster Linie einwerfen, weil RK soviel Raum gelassen wird.


    Schade, RicklingerKurve, hatte gerade begonnen, mich mit Dir als Neu-Stammuser anzufreunden, aber so kann ich Dir nicht die Hand geben, Corona hin oder her.

    Das ist schon abstrus. Der bezieht sich auf einen einzigen Fall, den er nicht gesehen hat, sagt keine Quelle für seine Behauptung "ohne Lungenbeteiligung" (was im übrigen klar heißt, dass der Typ andere Symptome aufgezeigt hat) und hinterfragt auf dieser Argumentationsbasis eine amtliche, deutsche Statistik.


    Was ist denn andersrum? Wir reden hier über eine Seuche, wo wir mit dem Testen nicht nachkommen und meinen, die Statistik könnte ja das Ausmaß übertreiben? Wieviele Post-Mortem-Diagnosen werden denn durchgeführt, wenn die Diagnose bei lebendigen Verdachtsfällen stockt?


    Bei so einer Lage würde ich immer erstmal davon ausgehen, dass auch die Todeszahlen zu niedrig sind.


    Aber das eigentlich Wichtige sagt kathano1. Wahrscheinlich ist das Problem, dass genau die Leute, die das unbedingt nicht wahrhaben wollen, so diskutieren, wie oben.

    "Überlastung des Gesundheitssystems" spricht sich so leicht aus.


    Der Guardian hat einen aktuellen Artikel über die Lage in Italien.


    Auszug.


    Zitat

    Alessandro, who lives in Lake Garda, between the Lombardy and Veneto regions, added: “People who don’t live here don’t realise how bad it is. We’re hearing ambulances every half an hour as they take the sick to hospital. It’s striking.

    “What amazes me is that other countries are seeing these things, not only England, but have taken precautions too late – or not been decisive enough ones. This worries me.”

    Several medics have died, among them Roberto Stella, the president of the order of doctors in Varese, Lombardy. The 67-year-old was tending to patients until he started to suffer symptoms and went into intensive care himself. He died last Wednesday.

    “They are all doctors who had no fear of going into combat knowing the risks they were running,” said Saverio Chiaravalle, the vice-president of the Varese doctors order and a close friend of Stella.

    “They died on the field, but when you are in combat you don’t imagine it could happen to you. The enemy is invisible, but this is like a war, and the only solution is to isolate – those who have to work must work with precautions, the rest must stay at home.”

    Wenn ich das richtig verstehe, wurde Montag und Dienstag die komplette Luftfahrtbranche in die de-facto Insolvenz getrieben.


    Und das ist nicht die einzige Branche, das ist halt nur, was "in's Auge springt".


    Merkel sagt letzten Donnerstag sinngemäß: "Geld interessiert mich gerade gar nicht. Es gibt Wichtigeres."


    Und ihr überlegt, wo man am besten investiert? In einer deflationären Entwicklung, die 2009 um ein Vielfaches in den Schatten stellt und wir kommen noch nichtmal dazu, ernsthaft drüber zu reden, weil es Wichtigeres gibt?


    Okay. Ist vielleicht 'ne nette Ablenkung.


    Abwehrmechanismen.


    Natürlich will man das nicht wahrhaben, was da gerade passiert. "Unangenehm" ist gar kein Ausdruck.

    mabuse: Genau den Quatsch habe ich gerade auf FB kommentiert. Hier kann ich deutlicher werden: Das ist ein gemeingefährlicher Vollidiot.


    Wenn ihr wissen wollt, was Sache ist, lest, was die Leute sagen, die damit momentan in den Krankenhäusern konfrontiert sind. Die vielen italienischen Ärzte letzte Woche, z.B. Finde mir einen einzigen, der sagt, das sei ein Artefakt.


    Der von mir oben verlinkte Artikel über Belgien (nicht: Niederlande, wie ich in der Hektik erst falsch zuordnete) liegt auch auf Deutsch vor:


    https://www.vrt.be/vrtnws/de/2…F4EHr_zl0k4y4W0RcK_CYGDuc


    Zitat: "Nein, nicht nur ältere Menschen oder Patienten, die bereits ein medizinisches Problem haben, werden Opfer des neuen Coronavirus. Davor warnt der Notarzt Ignace Demeyer. "Wir sehen Menschen mit einer unbeschriebenen Krankengeschichte, die sehr schwer krank sind.“ Es geht also nicht nur um die älteren Generationen. "Wir hatten bisher nur sehr wenige ältere Menschen im Haus", betont Dr. Demeyer. "Wir haben jetzt Leute zwischen 30 und 50 Jahren, die zu uns kommen."

    Sie alle haben die gleichen Symptome", erklärt Dr. Demeyer. "Sie sind seit einer Woche krank, sind mit Grippesymptomen zu Hause geblieben. Der Grippeanfall ist vorbei, denken sie. Zwei Tage fühlen sie sich wohl. Und dann kommen sie mit Beschwerden über trockenen Husten und Atemnot. Wenn wir ihre Sauerstoffsättigung (Sauerstoffgehalt in unserem Blut, Red.!) messen, sehen wir, dass sie für ihr Alter eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung haben.“"


    Die Leute gehen in's Krankenhaus, weil sie nicht mehr atmen können. Dort kriegen sie erst Sauerstoff, dann werden sie intubiert. Viel mehr kann man, soweit ich das momentan verstehe, in der Kernsache nicht tun.


    Das ist kein Daten- oder Testartefakt. Das ist das, was zur Zeit passiert, ganz real, und in Italien die medizinische Versorgung überfordert und in vielen anderen Ländern wird dasselbe passieren. Das geht nicht einfach so weg.


    Wenn jetzt hier Leute Probleme haben, auch nur Tests zu bekommen, ist das auch schon ein erstes Anzeichen darauf, dass das ein Ding ist, welches beim besten Willen nicht unter "Normalität" abzuheften ist.