Beiträge von ExilRoter

    Scheiß andere Foren!


    Ich like ja schon seit Jahren Waldumwandlung strategisch, leider ist er immer noch nicht Foren-Diktator. Vielleicht wird das strategische Liken überschätzt und ich sollte mal anfangen, taktisch zu liken.

    Das ist dann aber keine Stiko-Empfehlung, sondern eine des BMG.


    EDIT: Selbst wenn die da die Stiko-Empfehlungen eins-zu-eins umgesetzt haben sollten, geht das nicht direkt und eindeutig aus dem Text hervor.

    Zu "don't look up" gibt es einen starken Kommentar von George Monbiot beim Guardian. Monbiot hat wohl selber mal in einer Fernsehsendung, in der es um den Klimawandel ging, angefangen zu heulen und kann durch den Film sehr viel mehr seinen Frieden damit machen.

    Zitat

    No wonder journalists have slated it. They’ve produced a hundred excuses not to watch the climate breakdown satire Don’t Look Up: it’s “blunt”, it’s “shrill”, it’s “smug”. But they will not name the real problem: it’s about them. The movie is, in my view, a powerful demolition of the grotesque failures of public life. And the sector whose failures are most brutally exposed is the media.


    While the film is fast and funny, for me, as for many environmental activists and climate scientists, it seemed all too real. I felt as if I were watching my adult life flash past me. As the scientists in the film, trying to draw attention to the approach of a planet-killing comet, bashed their heads against the Great Wall of Denial erected by the media and sought to reach politicians with 10-second attention spans, all the anger and frustration and desperation I’ve felt over the years boiled over.


    Above all, when the scientist who had discovered the comet was pushed to the bottom of the schedule by fatuous celebrity gossip on a morning TV show and erupted in fury, I was reminded of my own mortifying loss of control on Good Morning Britain in November.



    Über den Kommentar bin ich dann auch auf einen älteren (Sept. '21) von ihm gekommen, den ich gerne empfehlen würde, weil selten so eindrücklich die Dringlichkeit der ganzen Angelegenheit klargemacht wird: Earth’s tipping points could be closer than we think. Our current plans won’t work.

    Das wichtige ist halt, dass das Interesse gegeben ist. Die sind ja zu mir angekommen mit der Frage, es war also nicht so, dass die um 8 Uhr morgens in einem neonbeleuchteten Klassenraum antreten mussten und das reingetrichtert bekommen haben.


    Beobachtungen meinerseits:


    - Was andremd hier wahrscheinlich mißtrauisch macht, und das aus gutem Grund, ist, dass z.B. in der ETHZ-Erklärung auf die unterschiedlichen Wellenlängen im Spektrum eingegangen wird. Aber: Genau sowas ist das, was in anderen Erklärungen nicht oder zu kurz vorkam. Und das hatte nicht nur mich bei meinem Versuch, den Kausalzusammenhang zu verstehen, genervt, sondern auch die Kinder hatten dadurch das Gefühl, dass einige Erklärversuche zu oberflächlich waren. Es ist also schwierig, die Balance zu finden, aber manchmal muss man auf fortgeschrittenes Wissen zurückgreifen, wenn es an wichtiger Stelle des Zusammenhangs halt benötigt wird.


    Wellenlängen des Lichtes waren jetzt zum Glück nicht ganz neu, weil wir im Dezember schon ausführlich über das Doppelspalt-Experiment gesprochen hatten. ;)


    - Das ETHZ-Video mag voraussetzungsvoller sein, als andere, es hat aber auch sehr gute, anschauliche Beispiele drin. Z.B.: Die Analogie mit dem Treibhaus kennen wir alle, die führt aber bei mir nur dazu, dass ich mich frage, warum es im Treibhaus eigentlich wärmer ist. Die bringen aber das im Sonnenlicht geparkte Auto mit rein, und das kennen wir alle aus Erfahrung. Das ist lebensnäher und von daher das bessere Beispiel. (Für alle, außer Treibhausgärtner. ;) )


    Für unsere Fragestellung am präzisesten war dann tatsächlich das Lesch-Video, aber wie gesagt musste ich da schon kurz selber Moleküle erklären, d.h. dieser Grad der Präzision setzt wirklich einiges voraus.


    Beim Essen hat die 10-jährige dann eine weitere Bildungslücke bei mir aufgedeckt: Sie fragte, ob Fische sich verschlucken können, woraufhin ich mich verschluckte und sie das selber googeln musste. ;)

    Kinder verstehen mehr, als man denkt, zumindest, wenn das Interesse da ist.


    Als Lesch das mit dem C14-Zerfall erklärt hat (ich musste vorher allerdings Moleküle erklären, Isotope hat Lesch dann selber erklärt), hat die 10-jährige sofort den Transferschluß gemacht, dass wir also deswegen wissen, wie alt solche Sachen wie die Pyramiden sind. Hat mich vom Stuhl gehauen.

    Ich wechsel vom "Klimawandel"-Thread mal hierüber. Ich habe ein Experiment mit meinen Kindern gemacht, und wir haben uns 6 YT-Videos zum Thema "Treibhauseffekt" angeguckt. Ich möchte - falls das für jemand anderen relevant ist - die Gewinner hier kurz teilen, getestet an einer 10- und einer 8-jährigen.


    Platz 1: ETH Zürich (~ 5 Min.):



    Platz 2: Wetter online (~ 2 Min.):



    Wir haben uns außerdem noch ein Lesch-Video angeguckt, welches über das Thema hinausgeht, deutlich voraussetzungsvoller - und auch über dem gesuchten Lernniveau - ist, aber welches uns sehr gut gefallen hat.


    Meine 8- und meine 10-jährige haben mich gerade gefragt, was eigentlich der Treibhauseffekt ist.


    In solchen Momenten wird einem bewußt, wie wenig man weiß. Klar: Durch Treibhausgase wie CO2 steigt die Temperatur der Erdatmosphäre, soviel konnte ich sofort radebrechen. Aber: Wie sieht eigentlich der präzise Kausalzusammenhang im Kern aus?


    Also auf Wikipedia nachgeguckt, wo sich dann findet, dass die Atmosphäre bei höherem CO2-Gehalt mehr Licht als Wärme absorbiert, das widerum hängt mit unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts zusammen, Vergleich mit Treibhaus (der nur bedingt weiterhilft) und das dann so erklärt. Die Kinder waren mit der Erklärung zufrieden und das Gespräch wechselte auf die Folgen bzw. was der Klimawandel für uns bedeutet.


    Ich bin aber noch nicht wirklich zufrieden. Das muss doch anschaulicher zu erklären sein, also der Hauptzusammenhang, so, dass ich es selber besser verstehe.


    Von daher die Frage: Hat jemand gute, einfache, anschauliche Erklärungen, egal ob Text, Grafik oder Video, zur Hand?

    EDIT: Damn, eigentlich wollte ich das im Naturwissenschaft-Faden fragen.

    Und Du hast es nicht zitiert. Und es ist eine politische Position der FDP. (Der ich in dem Fall sogar zustimme.)


    Was in der Form dazu geführt hat, dass der Beitrag nicht wirklich Sinn ergab, ging mir als Leser genauso.


    Mal eine andere Art der Kritik an Dich. ;) Will Dich ja nur motivieren, noch stärker am Ausdruck zu arbeiten. ;)

    Nochmal Hintergrund zur Ukraine: Ich sehe es im Grunde genommen ähnlich, wie diese Analyse:



    Disclaimer: Criticalthreats.org ist eine Website des American Enterprise Institute, also einem Neokonservativen Think Tank. Will die nicht empfehlen, auch wenn ich hier mal mit der Interpretation übereinstimme.

    Noch sind in dem abtrünnigen Teil der Ukraine zumindest offiziell nur „prorussische Milizen“ und kein offizielles russisches Militär aktiv (zumindest nehme ich das so wahr), aber ich halte es für extrem wahrscheinlich, dass es in Kürze einen Einmarsch regulärer Truppen dort gibt. Da die Grenzen des Gebietes (auch im Gegensatz zur geografisch begrenzten Krim) wahrscheinlich nicht exakt definiert sind/sein können, ist das schon hochriskant. Insofern teile ich die Bedenken von Hedemann durchaus.


    Ich bin zuletzt zu dem Schluß gekommen, dass Russland - entgegen dem Eindruck des militärischen Aufbaus - keine Invasion der Ukraine plant.


    Das mag eine Fehleinschätzung sein. Man liest in jedem Fall jede Menge anderer Einschätzungen zu diesem Thema. Marschiert Russland aber dennoch ein, kann ich nicht wirklich ein anderes Ziel sehen, als die Sicherung des Status Quo, d.h. Kontrolle über die Ost-Ukraine und die Krim erhalten, villeicht mit einem Ziel der tatsächlichen Annexion dieser Gebiete.


    Das wäre schlimm, aber ich sehe noch nicht, wie das zum offenen Krieg zwischen Russland und dem Westen führen könnte. Mein Hauptargument wäre, dass der Westen bislang nicht militärisch reagiert hat und es auch dann nicht tun würde.


    Ich kann letztlich die Dynamik der Situation in der Ukraine überhaupt nicht einschätzen. Sollte es so sein, dass Russland seine momentane Position dort bedroht sieht, etwa durch den Aufbau der ukrainischen Armee, ist ein Einmarsch durchaus plausibel. Aber letztlich bin ich zu dem Schluß gekommen, dass der Truppenaufbau in erster Linie dem Ziel dient, dasselbe Ziel - Konsolidierung der Kontrolle über die Ost-Ukraine und die Krim - auf diplomatischer Ebene zu erreichen.


    Wie gesagt: Das mag falsch sein. Dennoch kann ich im Augenblick nicht wirklich sehen, wie dieser Konflikt, selbst bei Einmarsch, über die Ukraine hinaus eskalieren würde, denn ich habe doch Zweifel, dass Russland das Ziel und die Möglichkeiten hat, die Ukraine militärisch schnell zu besiegen und diplomatisch würde sich Russland mit einer solchen Aktion endgültig isolieren, was als Exportnation einfach nicht in ihrem Interesse liegen kann.


    Ich sehe die besten Erfolgschancen für die russische Politik in einer Situation, in der der Westen gespalten ist, also eine Situation wie unter Trump, und dann auf diplomatischer Ebene. Momentan führt der russische Truppenaufbau aber eher zu einem Schulterschluß auf westlicher Seite. Von daher nehme ich an, dass das momentan eher eine Demonstration der Stärke ist, vielleicht bedingt durch eine sich verschlechternde Situation in der Ost-Ukraine, und 'offensive' Schritte eher zu erwarten sind abhängig vom Ausgang der nächsten Wahlen in den USA. (Sowohl Mid-Terms als auch Präsidentenwahl danach.) Sollten die USA und Europa weiter gespalten sein, ist für Russland alles denkbar, aber wie gesagt bewirkt die russische Aktivität zur Zeit das Gegenteil.


    Eine völlig andere Situation hätten wir, sollte China in Bezug auf Taiwan oder das südchinesische Meer militärisch aktiv werden. In dem Fall würde ich Putin zutrauen, Fakten schaffen zu wollen. Das wäre in der Tat ein quasi-apokalyptisches Szenario, wir hätten dann für den Moment aber gravierendere Probleme, als die Ukraine.


    Bei all dem habe ich jetzt etwas aus dem Auge verloren, dass die Motivation für die Stärkedemonstration auch hauptsächlich innenpolitisch bedingt sein könnte, wie oft behauptet wird. Das mag auch sein. Kann ich auch nicht annähernd einschätzen.


    Letztlich sehe ich hier momentan nirgendwo das Szenario einer militärischen Eskalation über die Ukraine hinaus, und dann liege ich lieber falsch zugunsten des Optimismus bei meiner wilden Spekulation.