Beiträge von ExilRoter

    Das ist halt Kalter-Krieg-Denke. Ich bin ja auch damit aufgewachsen, aber man sollte sich schon fragen, ob das angemessen ist.


    Russland hat sogar die Ukraine und Weißrussland verloren, wie sollen die da die DDR halten?


    In der Zerschlagung des imperialen Russlands durch die eigene Bevölkerung lag auch eine Chance. Aber Russland klammert sich lieber an die Vergangenheit.


    Das ist aufgrund des traumatischen Zusammenbruchs in den 90ern sogar verständlich. Ich bezweifle aber, dass es hilfreich ist.

    Das finde ich genau das Problem daran.


    Es wird nichtmal diskutiert, inwieweit die Diskussionen von damals relevant sein sollten. Fakt ist, dass es nirgendwo was schriftliches darüber gibt, dass die NATO nicht nach Osten soll. Damit aber gibt es: Nichts, worauf man sich berufen könnte.


    Der Grund ist übrigens sehr einfach: Die Sowietunion ist so schnell in sich selber kollabiert, dass sie sowas nicht als schriftliche Zusicherung sichern konnten, ihr Einfluss zerfiel während der Verhandlungen. Sie waren nicht in der Lage, sowas durchzusetzen, für die betroffenen Staaten zu entscheiden, dass die nicht in die NATO dürfen.


    Und letztlich hält Putin genau an so einem Anspruch fest. Mit Gewalt.


    Dann wird überhaupt nicht auf den Hintergrund eingegangen. Worum geht es bei der NATO-Erweiterung? Um Sicherheit, richtig, aber um noch viel mehr, um Einflussspähren, etc. Mit welchem Recht also genau will sich Russland eine Einflussspähre jenseits der eigenen Grenzen sichern? Über die Köpfe der betroffenen Länder hinweg? Ferner: Wie nutzt Russland seinen Einfluss, wie sieht es aus in Weißrußland, in der Ukraine vor dem Majdan, in Rumänien und Bulgarien, wo immer wieder die Erdgasversorgung als Druckmittel genutzt wird?


    Letztlich: Natürlich kann man auch die Osterweiterung der NATO kritisieren. Aber letztlich ist das durch Putins Handeln, spätestens in Bezug auf die Ukraine, überholt. Russland ist praktisch und nicht mehr nur theoretisch eine Bedrohung für seine Nachbarländer. Putin betreibt weiter Kalter-Krieg-Politik.


    Dieser Artikel ist mir zu sehr an der russischen Darstellung selber dran.

    Kurzupdate: Nicht am 10., schon heute hat sich das ein Beamter in Davenstedt angeguckt und mich gleich angerufen. Hätte ich jetzt nicht wirklich mit gerechnet.


    Der meint, er sei mit nichts anderem beschäftigt, als solchen Sachen, aber diese Masche wäre jetzt auch neu für ihn. Ich hab' gerade mal gecheckt: Die Telefonnr. ist noch aktiv, WA sagt: "zuletzt online heute 13:55". Vielleicht geht da ja doch was.

    Werde die Screenshots jetzt auch an die Polizei weiterleiten (das online-Formular sah keinen Upload vor) und dann sehen wir mal.

    Vor dem Hintergrund, dass Russland die Krim besetzt hat und in der Ostukraine dabei ist, sehe ich nicht wirklich eine Alternative für eine NATO-Perspektive für die Ukraine.


    Putins Handeln begründet leider gerade die Notwendigkeit, dass die NATO für Osteuropa offen ist. Wenn es eine Alternative gibt, dann bräuchte es Garantien von Russland, dass es die Souveränität osteuropäischer Staaten respektiert. (Und nicht Garantien des Westens. Wofür sollten die sein? Dass der Westen sich raushält, wenn Russland seine Nachbarn überfällt?) Es müsste außerdem die territoriale Integrität der Ukraine wiederhergestellt werden.


    Falls sich die Ukraine damit abfinden könnte, tatsächlich die Krim aufzugeben, käme mir das akzeptabel vor, aber das ist jetzt natürlich so eine völlige Stammtischeinschätzung. Und es bräuchte genug Vertrauen, dass Russland sowas nicht nochmal versucht. Kann ich mir bei diesem Präsidenten, also Putin, nicht wirklich vorstellen.

    Ich möchte hinzufügen: Bei den ersten Nachrichten über den russischen Truppenaufbau kam das Gefühl bei mir auch zurück.


    Inzwischen habe ich mich ein bisschen mit der Situation beschäftigt und bin zu obiger Einschätzung gekommen. Ich schätze das ganze ein als präventive Aktion Russlands gegen das drohende Szenario einer Rückerorberung der Ost-Ukraine, in allererster Linie. (Es spielt nach Meinung vieler Kommentatoren auch die innenpolitische Lage in Russland mit rein, aber ich denke, da ist schon mehr.)


    Allgemeiner bleibt das Risiko eines ungewollten Auslösens eines Atomkrieges. Die brenzligsten Situationen auch im kalten Krieg waren Mißverständnisse bzw. technische Faktoren. Hier kann ich allerdings nicht einschätzen, wie groß das verbleibende Risiko ist, aber es wäre zu einfach, es auf 0 zu beziffern.

    Ja.


    Das ist alles nur "Diplomatie". Ich sehe momentan keine wirkliche Kriegsgefahr, gerade weil der Westen die Ukraine aufgerüstet hat. Russland versucht, da was gegen zu machen, das wirkt aber eher hilflos.


    Mittelfristig mag das nicht so sicher sein, kann aus dem Ruder laufen. (Eventuell durch eine Rückeroberung der Krim. Keine Ahnung, ob sowas realistisch ist.) Aber deutlich mehr Sorge macht mir China bezüglich Taiwan.

    In TNG wird das, wie Du es nennst, "Streben nach Höherem" als Motivation angegeben, das ist richtig.


    In dem Ausschnitt, den Andro gepostet hat (und den ich erst nach Kommentierung gesehen habe) geht es um Erkenntnis bzw. Wissen. In anderen Szenen, in denen das diskutiert wird, geht es um Selbstoptimierung, bzw. die Verwirklichung individueller Potenziale oder aber darum, etwas zur Gesellschaft und ihren Zielen beizutragen, das ist ein wiederkehrendes Motiv ab TNG. (Wohingegen TOS noch im Zeichen wissenschaftlicher Exploration und Friedensstiftung, sozusagen, stand.)


    Nicht davon setzt aber eine "post-scarcity"-Ökonomie voraus. Im Gegenteil: Es gibt auch in TNG, die eine Föderation der vereinigten Planten auf einem temporären Höhepunkt zeigt, immernoch Ökonomie, und Ökonomie wird eben gerade als Umgang mit knappen Ressourcen definiert.


    Über diesen Punkt hinweg täuschen uns die Technologien: Warp-Drive, Replikatoren, etc. Diese erwecken den Eindruck, als gäbe es keine Knappheit mehr. Aber wie ich oben schon schrieb: Selbst in TNG gibt es genug Hinweise, dass dem nicht so ist.


    Wenn also in dem zitierten Ausschnitt dem Gast aus der Vergangenheit erklärt wird, es gäbe keine Not mehr, lese ich das so, dass auch vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen die materielle, existenzielle Not abgeschafft wurde. Ergo: Muss es in der Star Trek-Welt eine Verteilung der Ressourcen und Güter geben, die die Abschaffung materieller Not an aller erster Stelle priorisiert.


    Das ist dann offensichtlich die Basis für eine Gesellschaft, die sich höhere Ziele setzen kann. Nicht die Freiheit von Knappheit, vielmehr die Freiheit von Verteilungskämpfen, eben, weil die Gesellschaft materielle Not nicht akzeptiert.


    Das ist eine ganz große Vision, was sich insbesondere dann zeigt, wenn man anfängt, zu durchdenken, was da wirklich passiert, vor allem in TNG. (Und diese Vision ist voll kompatibel mit "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen".)


    Das wird auch alles nur noch deutlicher in Discovery: Die Föderation des Jahres 3188 pfeifft da zu Beginn aus dem letzten Loch und gerade das Wiederbeleben der Ideale hilft ihr wieder zu Stärke. Dilithium ist knapp und wird dennoch mit allen geteilt, die es brauchen, sogar, wenn dies Gegner sind. Und wir erfahren auch, welchen Rohstoff die Replikatoren verwenden: Scheiße.


    Wer die dreckigen Arbeiten macht, ist relativ einfach zu beantworten: Vieles dürfte automatisiert sein. Was hingegen nicht zu automatisieren ist, dürfte sich in dieselbe Zielhierarchie einpassen, die wir auch ansonsten in dieser Gesellschaft sehen. D.h. es dürfte darum gehen, etwas zur Gesellschaft beizutragen.

    Nee, Delta. War im August.


    Es gab damals übrigens keine Post vom Gesundheitsamt. (Obwohl das informiert gewesen sein muss, durch den PCR-Test.) Ich hatte damals nur die Regeln nachgeschlagen. Ich meine, die Info kam von einer RKI-Seite.

    Danke, dass du dir die Mühe machst mich aufzuklären.


    Niedersachsen.de: Hinweise zur Quarantäne.


    Da das Gesundheitsamt entscheidet, ist unmöglich zu sagen, was in dem Fall genau passiert.


    Aber "Freitesten" ist nicht.


    Und dass es oft vorkam, dass jede Menge Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt wurden, bedingt durch einen einzelnen Fall, ist auch gesichert. Was meinst Du, wie oft die Klassen meiner Kinder sowohl komplett als auch in Teilen in Quarantäne geschickt wurden. (Da allerdings nicht immer durch das Gesundheitsamt, oft hat die Schule auch eigenmächtig "Quarantäne" verhängt, auch, weil das Gesundheitsamt nicht hinterherkam.)


    Inzwischen ist es etwas leichter geworden: Als vollständig geimpfter musste ich im August als Kontaktperson 1. Grades nicht in Quarantäne, was aber dann doch der Fall gewesen wäre, wäre die Variante festgestellt worden und es wäre Delta gewesen.

    Du willst sagen, das ist nicht realistisch?


    Dann beschäftige Dich lieber nicht mit dem Warp-Antrieb! :lookaround:


    Ich mag Star Trek als Utopie! Von Science Fiction darf man natürlich nicht praktikable Lösungsvorschläge erwarten, es geht doch genau darum, wie die Welt wäre, wenn sie anders wäre.


    Es gibt bei Star Trek ganz klar eine Ökonomie und auch Märkte. Es gibt Ferenghi und (ökonomisch motiverten) Kolonialismus. All das deutet darauf hin, dass das Problem mit der Knappheit durchaus weiter existiert.


    Aber wofür "Star Fleet" im Kern und prinzipiell und seit TOS steht, ist was anderes: Prinzipien und Ideale sind wichtiger, als Ökonomie.


    Das ist genau das, wozu wir keine Alternative haben, meiner Meinung nach: Die Ökonomie selber ist nicht das Problem, es geht darum, dass sie, wie ich hier öfter geschrieben habe, der Vernunft unterworfen wird, in ihren gesellschaftlichen Auswirkungen also nicht mehr totalitär ist.


    Ganz interessant vor diesem Hintergrund ist übrigens Discovery. Gerade in der aktuellen Staffel geht es darum, dass die Vereinigte Föderation der Planeten nach dem "Burn" unter erheblichem ökonomischen und politischen Druck steht. Und gerade unter diesen Bedingungen teilt sie ihr Dilithium mit ihren Gegnern und priorisiert ihre Ideale über ökonomischen Mangel und Ängsten.


    Bei Star Trek geht es von Beginn an um nichts anderes, als um Werte.

    Ich hab' einfach nur den Text zitiert.


    Bei meiner Hausärztin wurde allerdings auch die Versichertenkarte benötigt. Unter Umständen wurde darüber einfach (nur) die Identität festgestellt. Alleine der Impfpass leistet das nicht.

    Und weitere, niederschwellige Impfangebote in Linden in der Woche vom 3. bis 7. Januar:


    Zitat

    Erwachsene ab 30 Jahren erhalten den Impfstoff der Firma Moderna. Mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer werden Menschen unter 30, Schwangere und Stillende geimpft. Booster-Impfungen werden in der Regel ab drei Monate nach der Zweitimpfung verabreicht.

    Bitte Versichertenkarte & Impfpass mitbringen.


    Quelle: punkt-linden.de.

    Nee, das kann nicht. Dann würde ja der unauffällige Reichtum gefördert. Du willst doch nicht nur die Protzer an die Wand stellen, sondern die, die meinen ihr Reichtum sei gerechtfertigt.


    Laaangsam. Ich will niemand an die Wand stellen. Die ganze Diskussion geht plötzlich in die falsche Richtung.


    Stephen J. Dubner halte ich zwar für einen schlauen Idioten, aber in "Freakonomics" hat er damals gezeigt, dass z.B. Drogenbanden in Chicago im Grunde genommen mit denselben Anreizen und Motivationen arbeiten, wie unser gesamtes Wirtschaftssystem.


    Er selber zeigte Unverständnis über dieses Ergebnis, denn letztlich sei in dem Geschäft in der breiten Masse viel weniger zu verdienen und es sei hochriskant. Ich denke, er unterschätzt und verharmlost dabei unwissentlich die Realität des legalen Kapitalismus für die breite Masse.


    Das ist mehr oder weniger der Punkt, den ich oben mit dem 50 Cents-Zitat machen wollte. Es ging um die Ideologie dieser Gesellschaft. Es geht darum, was "automatisch gerechtfertigt" ist.


    Man könnte das theoretisch jetzt in unterschiedliche Richtungen ausflühren, aber es geht darum, dass Individuen, nichtmal Reiche, nicht der Gegner sind. Also einfach, weil sie reich sind. (Elon Musk z.B. ist der Gegner, aber aus anderen Gründen.)


    Demensprechend will ich auch niemand an die Wand stellen. Ich werde es widerwillig tun, sollte es notwendig werden. ;)


    Bevor dieser Scherz jetzt aber überinterpretiert wird: Ich bin ziemlich dicht bei Kais Ausführungen, was z.B. Stalin & Co angeht, d.h. die Überzeugung von der eigenen Unfehlbarkeit, in diesem Fall durch den historischen Materialismus, hat immer wieder zu gigantischen Verbrechen und somit letztlich zu revolutionären Irrtümern geführt, die nicht wiederholt werden dürfen.