Beiträge von ExilRoter

    Ja. Ich finde mustermanns Beiträge eigentlich immer interessant, weil er unkonventionell denkt. Aber da kommen immer wieder haarsträubende Aspekte bei raus.


    Das ist jetzt für mich nicht Resultat selbständigen Denkens, sondern vermutlich eher Resultat dessen, was er durch das Denken retten will. Also in diesem Fall vielleicht die Idee der Demokratie, was dann dazu führt, dass der Pöbel halt nicht gut genug dafür ist.

    Das hat mit Neid nichts zu tun.


    Schneppe hat am Anfang mit Zahlen deutlich aufgewiesen, wo das Problem liegt. Das ist sogar innerhalb einer Betrachtung aus dem bloßen Konsumblickwinkel, wie ihr das mögt, das könnte man durchaus ausweiten mittels Verantwortlichkeiten für die Produktion.


    Ich finde ja insbesondere mustermanns Stockholm-Syndrom mit dem Kapitalismus faszinierend.


    Aber ehrlich... eine Systemdebatte mittels des Begriffs "Neiddebatte" wegwischen zu wollen, ist schon arg FDP-Mimimi.


    Da ja aber Feiertag ist, habe ich mal was interessantes rausgesucht. Google Ngram-Viewer zu "Neiddebatte". Hier sieht man schön den zeitlichen Zusammenhang mit insbesondere der Schröder'schen Agendapolitik. Das ist nichts weiter als eine Polemik gegen den Widerstand der Umverteilung von Unten nach Oben, eine Auseinandersetzung, die damals auch die SPD gespalten hat.

    ich dachte immer es hieße „Eat the rich“, aber das Resultat ist das, was zählt.

    Wo liegt denn derzeit der Grenzwert zum „Reichsein“?


    Das ist ganz einfach: Das dickste Auto auf dem Block haben. Bzw. den dicksten Campingwagen, den dicksten Privatjet, die dickste Jacht oder die dickste Rakete. Eigentlich egal, nur halt reicher sein als die Joneses.

    Uuuuund... wir haben zwei neue Weltmeister im Blitzschach! Maxime Vachier-Lagrave bei den Herren, Bibisara Assaubayeva bei den Damen.


    Ich verlinke mal der Einfachheit halber auf die Eilmeldung auf chess.com, dort folgt später noch was Ausführlicheres.


    Ich hatte zwischendurch ein bisschen reingeguckt, und bei den Männern war es schon spannend. Aronian hatte lange geführt und sah schon fast wie der sichere Sieger aus.


    Und was für ein Erfolg für die 17-jährige Bibisara Assaubayeva!

    Lass' ihn doch aussteigen, dann hättest Du den Wagen nehmen können. ;)


    EDIT: Ich wär' dann auch geboostert. Hoffentlich hebe ich nicht ab. ;)

    Das ist jetzt wieder ganz gefährlich:


    Wenn ich sage, ich habe mich gezwungen gefühlt, ist das sehr bedenklich, wenn Du meinst, wär' ja gar nicht so.


    Ich sage das auch, weil es da auch Parallelen zu anderen Themen gibt. Dieses Statement von Dir macht mir etwas Sorge.


    Schweigen ist schweigen. Es ist schwierig zu deuten, ja, aber erstmal musst Du akzeptieren, dass hier jeder nur das diskutiert, was er will. Ich habe bewußt keine Aussage zu dem Quatsch am Anfang gemacht, also gibt es auch nichts zu deuten außer: "Hat er nichts zu gesagt".


    Es gibt keinen Anspruch auf Antworten. Zumal nicht auf den ewig selben Diskurs, den Du hier schon seit Ewigkeiten versuchst, zu führen, und wozu ich schon mehrmals Stellung genommen habe. (Das letzte Mal per Whatsapp, als Du mir zur Zeit um die Wahl herum irgendeinen FDP-Scheiß geschickt hattest.)

    Ich habe mehr ein Problem damit, dass die oben dargestellte Meinung als "sozialwissenschaftlich" deklariert wird. Nichts könnte falscher sein.

    Ich sehe keinen Unterschied in der politischen Kultur der MItte in den letzten 16 Jahren zu vorher.


    Hört sich verdächtig nach einem rechten Diskurs an, der versucht, die Mitte zu diskreditieren, um für Rechts zu werben. Das - schon vor Merkel - verbreitete Lied von der Linksdrift der Gesellschaft/bürgerlichen Mitte, welches meiner Meinung nach falsch ist.

    Vor allem mit einer komplett imperialistischen Begründung.


    Es gibt keinen Grund, warum Tibet zu China gehören sollte, genauso Xinjiang. Hongkong ist tatsächlich etwas anderes, als die beiden. Aber: Hongkong will doch nicht wegen ethnischer Konflikte Autonomie, sondern genau wegen der Diktatur.


    Ich bezweifel, dass Han-Ethnizität derart wichtig ist. Ich kann mir nicht wirklich eine Sezession in Südchina vorstellen. In gewissem Sinne war China immer ein Vielvölkerstaat. (Nicht, dass das gut funktioniert hat, aber die letzte große ethnisch gefärbte Erhebung war gegen die Mandschus, nicht gegen die Han.)


    Mentalität, "Kuiltur" und Sachzwänge waren immer die Begründung für Diktaturen. So wurde z.B. auch Saddam nicht selten gesehen, ich kenne sogar einen Kurden, der meinte, der Irak könne ohne so jemand nicht funktionieren. (Als ob der Irak unter Saddam "funktioniert" hätte...)


    Aber mein Haupteinwand gegen diese Lesart von China ist: Sie erklärt den authoritären Staat dort mit tradierten Narrativen. Das interessante an China ist hingegen die Kombination der Diktatur mit Marktliberalismus. Nicht, dass wir das von westlichen Diktaturen nicht kennen. (Pinochet, etwa.) Aber die chinesische Wirtschaft ist damit unglaublich erfolgreich und das wiederum stabilisiert die Herrschaft der chinesischen KP.


    Genau deswegen wird China hier als Staat mit Modellcharakter gesehen, in der Wirtschaft und in konservativen Kreisen. China ist uns nicht wirklich fremd, wir sind nicht ethnisch, kulturell oder wasauchimmer demokratisch und die nicht, China ist uns viel näher, als wir gerne denken.


    Einmal mehr kommt mir die Haltung von Baerbock, soweit ich sie mitbekommen habe, reichlich naiv vor. Der Westen hat China über Jahrzehnte systematisch aufgebaut, als integraler Teil unserer Produktionsketten, und wir sind jetzt derart eng mit China verflochten, dass genau das unsere beste Hoffnung ist, dass China nicht in Taiwan einmarschiert: Weil sich wohl keine Seite einen Krieg und die resultierenden Auswirkugen auf die Weltwirtschaft leisten kann. (Aber wenn, dann eher China.) Auch von daher ist China nicht ein "andersgearteter anderer", sondern das chinesische Regime kann nur verstanden werden vor dem Hintergrund dieser Interdependenzen. Und damit auch unserer Rolle.

    Warum hätte das dann die WHO gefordert?


    Natürlich könnte man da Produktionslinien hochfahren. Das Know-How ist da. Du glaubst doch nicht wirklich, dass das von Wissenschaftlern produziert wird?

    Das ist irgendwie nicht der Punkt.


    Da geht es eher um die Bekämpfungsstrategie und den Aufwand. Ist eine legitime Strategie, wenn es sozusagen in jedem Zimmer gemacht wird und die Mittel zur Verfügung stehen.


    Der Punkt im obigen Beispiel ist aber, dass alle Feuerlöscher dafür verwendet werden, den Brand in wenigen Zimmern zu bekämpfen. Bzw. es werden die Feuerlöscher gehortet und den anderen Zimmern für einen Preis, den die Bewohner nicht zahlen können, angeboten.

    Solange das Virus grassieren kann, wird er auch mutieren.


    Es setzt sich dann von den Mutationen durch, was sich durchsetzen kann.


    Das Virus ist ein globales Problem und wenn man was zur Eindämmung tun will, geht das nur auf der globalen Ebene. Alles andere ist unzureichend. Das ist so, als wenn das Haus brennt, aber man konzentriert sich darauf, den Brand im eigenen Zimmer zu kontrollieren.

    Ist ja 'ne geile Adresse. Nomen est Omen.


    Obligatorische radikale, WHO-Forderung: Patente freigeben/Biontech somit enteignen!

    Nodirbek Abdusattorov und Alexandra Kosteniuk gewinnen Schnellschach-Weltmeisterschaft.


    Nodirbek schlägt dabei überraschend Magnus Carlsen, der nur Platz 3 erreicht, und schlägt danach Nepo im Tie-Break. Mit 17 Jahren ist er somit jüngster Schachweltmeister der Geschichte. Format war: Je 15 Minuten + 10 Sekunden Inkrement.


    The Big Greek hat einige Spiele kommentiert, wenn ich das richtig sehe, Gotham hat eine halbstündige Zusammenfassung der Runden 10 bis 13.



    Heute und Morgen dann Blitz-WM.

    Das ist doch mal eine herzerwärmende Geschichte:


    - Baristas des White Electric Cafés in Providence, Rhode Island, fordern im Zuge der George Floyd-Proteste von ihrem Arbeitgeber, mehr Schwarze einzustellen.

    - AG feuert die fünf Mitarbeiter, die die Petition unterschrieben haben, behält die anderen beiden, muss die 5 aber wieder einstellen aufgrund des öffentlichen Drucks, der entsteht.

    - Baristas laufen zum Arbeitsrechtler, der informiert sie darüber, dass sie eine Gewerkschaft gründen können. (Quasi anstatt eines Betriebsrates hier, wahrscheinlich.)

    - Baristas gründen CUPS, "Collaborative Union of Providence Service-Workers".

    - Am Tag der Gewerkschaftsgründung inseriert der Besitzer den Laden zum Verkauf.

    - Baristas kaufen den Laden und sind jetzt eine Kooperative.


    Nicht ein Stück vom Kuchen, die ganze Bäckerei.


    :D


    Quelle: In These Times, engl.