Beiträge von Pokalheld

    Wie immer bei faz.net liegt der Artikel nicht hinter einer Paywall. Dennoch verweist faz.net nun schon seit geraumer Zeit auf eine solche, wenn man "von außen" deren Homepage betritt. Geht man auf deren Home-Page http://www.faz.net und schaue in den Rubriken Sport/Fußball nach nach einer Spießer/Krawall-Überschrift, so findet man den verlinkten Artikel. Ohne Paywall.


    Eine faz.net-Besonderheit, aber nicht neu.

    Für mich ist RB in keinster Weise ostdeutsch.

    Tesla wird auch kein ostdeutsches Auto.

    Da hat nur eine Firma eine Standortentscheidung getroffen.

    Und wer dann das Farmteam von wem wird, kann sich in zehn oder zwanzig Jahren mühelos ändern. Je nach Marktlage.

    https://www.transfermarkt.de/2…asse=&leihe=&w_s=&zuab=zu


    Mit dem Link kann man nachschauen, wie teuer denn so die teuersten Zweitliganeuzugänge gewesen sind. Wamangituka und Selke zu Stuttgart und Makranstädt halten den ersten Platz mit jeweils 8 Mio.


    Nun sagt imho die Zahl nicht so viel aus. Der eine Klub hat Fantastiliarden durch Spielerverkäufe eingenommen (75 Mio für Pavard und Co.). Das andere Konstrukt wurde durch den großen Strohhalm gefüttert. Daher würde ich die Statistik gerne um die Retortenklubs, Investorenprojekte und die großen "Zufallsabsteiger" bereinigen. Also Stuttgart, Köln, Hamburg, Hoffenheim, Makranstädt und auch 1860 rausnehmen. Willkürlich. Ist meine Statistik. Dann bleiben:


    KleindienstHeidenheim3 Mio
    PetersenFreiburg
    2,8 Mio
    DovedanNürnberg2,5 Mio
    GalvaoIngolstadt2,4 Mio
    Füllkrug962,2 Mio
    KonéDresden2,2 Mio
    CiricTeBe Berlin2 Mio
    MedeirosNürnberg2 Mio
    FriendHertha1,8 Mio
    SylvestrNürnberg1,7 Mio


    Für den Best of the Rest oder für etablierte Zweitligisten sind zweieinhalb Mio Ablöse also eher ungewöhnlich. Wer hingegen Daimler, Brause, Milliardäre oder Gürkchen im Rücken hat, der bezahlt das anstandslos. Man muß zwei Perspektiven betrachten: Erstens: Hab ich die Knete? Zweitens: Was könnte daraus werden?


    Schon bei Frage eins könnte es bei 96 eng werden. Vielleicht können nur dann Ablösen gezahlt werden, wenn andere Spieler gegen Ablöse verkauft werden. Dann müßte man ganz genau abwägen, ob man durch so einen Tausch stärker geworden ist. Da man Geld nur ein Mal ausgeben kann, müßte man dazu noch klären, für welche Positionen man Neue sucht. Damit es nicht heißt: Linksverteidiger oder Stürmer. Zu Frage eins gehört auch: Kann ich mir leisten, daß der Transfer vielleicht nicht einschlägt? Nicht, daß wieder zwei Jahre gejammert wird, weil die Jonathas-Millionen weg sind. Das war bei einem 28-jährigen Wandervogel in etwa so zu erwarten; es hätten mehr Spiele, mehr Tore, mehr Gesundheit und mehr Integration sein können, aber die Kohle ist halt weg und die gibt es nicht zurück; Heldt wollte übrigens angeblich nur leihen, bis sich unser große Präsident eingeschaltet hat.


    Und die zweite Frage ist auch nicht ohne. Mißlingt der Wiederaufstieg, haste dann einen teuren Neuzugang, der es schwer hat seinen Marktwert zu steigern. Er war ja schon teuer für die zweite Liga. Kannste dir auch das Szenario leisten? Steigste hingegen auf, und dein Spieler rockt auch noch die erste Liga, wird vielleicht sogar Nationalspieler seines Landes, dann steigt der Marktwert eines Pavard, Eduardo, Halstenberg oder Forsberg ins Unermeßliche.


    Damit ein bestimmter Transfer gelingt, braucht es eine Kaderplanung, in der die 25 Puzzlestücke zu einem Bild zusammengesetzt werden. Ein Horn allein gewinnt nicht die Liga. Er braucht auch Mitspieler. Die Spieler sollten gerne zu einem gemeinsamen Spielsystem passen. Und dann muß sich das auch noch eingrooven. Was schwer werden kann, wenn der Topscorer plötzlich verbannt wird oder der Kapitän auf der Bank sitzt. Ein Umbruch kann immer wieder mal notwendig sein. Aber jede Umbruchphase muß auch mal zu Ende gehen. Bei 96 geht seit zwei Jahren kein Umbruch zu Ende, und mit Blick auf die Vertragslaufzeiten wird das noch eine Weile so bleiben.


    Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole: Aus den letzten Jahrzehnten habe ich nicht den Eindruck gewonnen, als würde bei 96 weiter gedacht als von der Tapete bis zur Wand. Kind läßt sich irgendwas aufschwatzen und unterschreibt den Vertrag, sofern irgendeine Bilanz-Kennzahl über Null bleibt. Dabei vertraut er den Aufschwätzern genau so lange, wie die Spiele gewonnen werden. Oder in seinen Worten: Er glaubt, er verstünde mittlerweile 95% von dem, was da vor sich geht.

    Also ich finde, Kocak hat dem Team neues Leben eingehaucht. Da ist jetzt Mentalität drin, Kampfgeist, Mut, ein bißchen Puste und sogar ein wenig Spielkultur. Aber an der furchtbaren Kompetenzverteilung im Klub wird er nichts ändern. Das Pferd wird bei 96 immer falsch herum aufgezäumt, weil Martin Kind eben keinen Geschäftsführer Sport einstellt, weil der Sportdirektor in der Hierarchie fast immer unterm Trainer steht, weil gewisse Posten im Manager-, Trainer- und Scoutingteam unbesetzt bleiben. Weil keine Philosophie entwickelt wird. Ich freue mich über den kleinen aktuellen Trend, der ein paar Wochen andauert. Doch jede Phantasie über Planungssicherheiten und Strategien, die über einzweidrei Jahre verfolgt werden, habe ich längst aufgegeben. Im Moment verklagt sich 96 gegenseitig vor Gericht.


    Deswegen ist mir egal, ob sie mit einem Trainer für die nächste Saison verhandeln wollen. Oder mit welchem Trainer. Oder wann. Kind muß weg.


    Ansonsten sicher vernünftig, was Du sagst.

    [...] Später am Abend erfuhr der kicker jedoch, dass es um Hanno Behrens und Lukas Mühl ging. Es wurde gefordert, dass sich der Verein von "solchen Antifußballern trennen" soll - "muss es denn einen zweiten Fall Escobar geben?", wurde auf die Ermordung des kolumbianischen Nationalspielers Andres Escobar nach einem Eigentor bei der WM 1994 angespielt. [...] Über die Geschehnisse seien vor dem Spiel nur Behrens und Mühl informiert worden, der Rest der Mannschaft nicht. [...]

    Abscheulich.

    Mit Fußballern auf dem Platz sieht das öfters ganz gut aus. Hübers spielt einen feineren Ball als Felipe. Elez feiner als Franke. Jung feiner als Korb. Horn feiner als Albornoz oder gar Ostrzolek. Kaiser viel feiner als Bakalorz. Maina feiner als Muslija. Und das kann ich derzeit richtig genießen nach all den holzigen Monaten zuvor.

    Corona dürfte bald aus den täglichen Nachrichten verschwinden. n-tv schickt die Reporter schon zu denen, die in Kürze aus der Quarantäne entlassen werden.

    Und dann alle Reporter zurück nach Australien?