Beiträge von musketeer54

    Ich drehe gleich durch - und glaubt mir, das wollt ihr nicht - wenn mir nicht sofort jemand sagen kann, was der Ursprung des folgenden Zitats ist:

    "Tanzt ihr Nutten, der König hat Laune!"


    Einer der Treffer war ein Onkelz-Forum, sowas kann ich natürlich nicht aufmachen, aber das ist nicht wirklich von den Onkelz, oder doch? Hört sich irgendwie nach Kinski an, aber dann auch wieder zu platt, oder nicht?

    Vielleicht das Werner-Buch bzw. der daran angelehnte Film, in dem seine Kumpels ihn zum König wählen? :grübel:

    Ich bin halt ziemlich skeptisch, ob die angedachte Handreichung ohne inhaltliche Zugeständnisse funktioniert. Ansonsten finde ich den Ansatz "Du wählst übrigens gerade Nazis. Solange du das tust, rede ich nicht mit dir. Wenn sich das ändert, können wir uns unterhalten." hinreichend kompromissbereit.

    Geht es denn eigentlich überhaupt darum, Rechtsextremismus und die AfD zurückzudrängen, oder geht es manchen mehr um die eigene Selbstbestätigung, ums moralisierte Schulterklopfen?

    Es geht vor allem darum, sich inhaltlich nicht einen Millimeter auf die AfD zuzubewegen. Wenn wir 10 bis 15 Prozent der Leute (oder wieviele es auch genau sind) nur um den Preis bei Union und FDP halten können, dass Union und FDP AfD-light-Politik machen, dann sollen sie lieber zur AfD gehen (abgesehen davon, dass das ja nicht mal funktioniert; wenn man die Forderungen der AfD durch Einbauen in die eigene Politik adelt, wählen die Leute ja trotzdem bzw. erst recht das Original). Dort kann man sie dann durch konsequenten Umgang (also gerade nicht wie in Thüringen) wenigstens von der Macht fernhalten.

    Und anstatt denen ein Signal zu geben, dass die mit uns in einem Boot sitzen, setzen wir sie mit Höcke in ein Boot. Klar, man kann jetzt sagen, die sollen dann halt über Bord springen. Sie lassen dann eine gewisse soziale Struktur, die die Partei ihnen gibt, zurück und müssen sich einen großen, ihr Weltbild betreffenden Fehler eingestehen. Klar, das geht alles, ist nur ziemlich viel verlangt. Wahrscheinlicher ist dann leider, dass diese Menschen sich Höcke zuwenden und radikalisieren.

    Und dafür soll ich jetzt Mitleid mit ihnen haben und sie verbal nicht zu hart anfassen? :grübel:

    Wie ich in der Thüringen-Diskussion schon gesagt habe, ist im Gegenteil überzogene linke Empörungskultur Teil der Verrohungsspirale, weil sie Mitläufer, gemäßigte Rechtskonservative und neuerdings teilweise sogar Liberale und Konservative in die Solidarität mit den Radikalen zwingt, anstatt sie als Teil des demokratischen Spektrums zur Festigung von dessen äußeren Grenzen einzubinden.

    Das greift mir zu kurz. Die Empörung zwingt diese Menschen vielleicht zu einer Entscheidung. Das muss aber dennoch nicht zwangsläufig die Entscheidung dafür sein, sich an die Seite von Nazis zu stellen.


    Mich hat meine eigene Empörung über Thüringen auch zu einer Entscheidung gezwungen, und zwar zu der, nach 18 Jahren aus der FDP auszutreten. Das heißt nicht zwangsläufig, dass ich sie nie wieder wählen werde. Tatsächlich finde ich viele meiner politischen Überzeugungen immer noch am ehesten dort wieder (Stichwort "kleinstes Übel"). Aber in einer Partei zu sein, in der die Ablehnung jeglicher Kooperation mit Faschisten nicht durchgängig Konsens ist, hätte für mich bedeutet, nicht mehr in den Spiegel schauen zu können. Und solange dieser Konsens in der Partei nicht besteht, ist auch fraglich, ob sie für mich in Zukunft "kleinstes Übel" sein kann.

    Warum kaufen die teure Sportrechte?

    Warum kaufen andere denn teure Sportrechte?


    Meinst du, die ARD nimmt mit Werbung während der Sportschau so viel weniger ein, als Sat1 mit "ran" oder RTL mit "Anpfiff" einnehmen würden? Die paar Spiele, die zu Saison- und Rückrundenauftakt abends bei den ÖR laufen, mal außen vor, kann ich mir nicht vorstellen, dass z. B. die Bundesligarechte so ein großes Zuschussgeschäft sein sollen. Vielleicht kommt da sogar ein kleines Plus raus, durch das die Gebühren letztlich geringer ausfallen? Die ÖR können ja mit einer geringeren Rendite zufrieden sein als die Privaten und sie womöglich deshalb überbieten.

    Marina Weisband nennt das "stochastischen Terrorismus" (weiß nicht, ob sie den Begriff geprägt hat, aber bei ihr habe ich ihn zuerst gelesen). Keine festes Netzwerk, keine Befehlskette, sondern Radikalisierung in Ton und Inhalt, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass irgendwann so ein "Einzeltäter" zur Tat schreitet.

    theMenace, warum bist du nicht Nutte geworden?

    Schon mal drüber nachgedacht?

    Vermutlich, weil er andere Pläne hatte.


    Vermutlich hatten auch viele von denen, die heute als Prostituierte arbeiten, mal andere Pläne. Bestreitet hier in der Diskussion niemand, soweit ich das sehen kann. Deswegen kann man ihnen aber nicht durch die Bank pauschal absprechen, die Entscheidung dafür selbst getroffen zu haben, bzw. ihnen pauschal unterstellen, diese Entscheidung wenn, dann ja nur unter dem Einfluss psychischer Störungen getroffen haben zu können.


    Letztlich sagt man nur: Ich weiß besser als du, was gut für dich ist, und darum will ich das verbieten, was du tust*. Das meine ich mit "paternalistisch".


    *Ob man nun die Prostituierte oder den Freier kriminalisiert, kommt letztlich aufs Gleiche raus: Man drängt Prostitution in den Untergrund. Wenn es so kommen sollte, bin ich gespannt, ob darunter die Prostituierten oder die Freier stärker leiden werden. Ich habe da so eine Ahnung.

    Keine Frau mit intakter Identität und selbstbestimmter Persönlichkeit würde freiwillig in die Prostitution gehen. Vielmehr werden sie durch persönliche, soziale und/oder ökonomische Krisen dazu gezwungen.

    Wow. Das ist in Sachen Paternalismus nochmal eine Nummer krasser als das, was ich bei Jeylords Vadder bemängelt hatte.

    Ich folge schon einer Betroffenen-Perspektive (neben der Selbsterkenntnis, dem eigenen Blick auf Pornographie, meiner Objektivierung von Frauen), weiteren Erkenntnissen und Zahlen wie sie (bspw.) von Huschke Mau in den Diskurs eingebracht werden.

    Danke für die Formulierung "einer Betroffenen-Perspektive" (und nicht "der Betroffenen-Perspektive"). Auch wenn ich nicht weiß, ob die mit Bedacht so gewählt wurde, denn andere bzw. abweichende Betroffenen-Perspektiven kommen in deinen Beiträgen leider nicht vor. Dabei sind auch die durchaus zahlreich zu finden, wenn man versucht, die Diskussion zu dem Thema zu verfolgen.


    EDIT: Okay, in deinem letzten Beitrag führst du das entsprechend aus. Daher bitte meine (auch) als impliziten Vorwurf zu verstehende obige Formulierung nicht so verstehen.

    Die generelle musikalische Ausrichtung (hinsichtlich Acts und Publikum). Außerdem habe ich aus mehreren Richtungen gehört, dass die Orga ziemlich mies sein soll.