Beiträge von mabuse

    Ertragen bedeutet nicht still leiden. Kassen-Meyer erträgt seine Krankheit schlussendlich auch allein, auch wenn er Videos und podcasts macht.

    Ertragen bedeutet laut Definition:

    etwas Unangenehmes, Lästiges, Quälendes hinnehmen und aushalten.


    Damit ist es aber nicht getan.

    Seine Depression muss man natürlich irgendwie aushalten, aber hinnehmen darf man sie nicht.

    Ziel kann es nur sein aus ihr heraus zu kommen.

    Ertragen klingt für mich zu sehr nach Stagnation.


    Aber das kann man natürlich auch anders definieren oder verstehen.

    Ich habe dies von Mustermann

    Zitat

    Ich gehe davon aus, dass 80% "ihr Schicksal mit Würde tragen" , und ihr Leid als normal erachten - also "gute Mine zum schlechten Spiel" machen.


    Ich muss gestehen, großen Respekt vor Menschen zu haben, die in der Lage sind "ihre Sorgen nicht bei anderen abzuladen" - sondern "sich selbst nicht sooo wichtig nehmen, sondern immer für andere da sind". - ist das falscher Respekt, weil die still leiden?

    so verstanden, dass er genau das meint was du hier beschreibst:

    Zitat

    Landläufige Meinung bei Depressionen ist doch tatsächlich so, dass man „sich nicht so anstellen soll“…

    Wenn ich dich, Mustermann, da falsch verstanden habe, dann bitte ich a) um Entschuldigung und b) um Erklärung, was du meinst.

    Sollte es in Richtung "sich nicht so anstellen gehen", dann fehlen mir eigentlich die Worte.

    Dann würde ich einfach gerne die Formulierung "in Würde ertragen" nochmal in Ruhe "auseinander nehmen".

    Natürlich soll niemand seine Würde verlieren.

    Im Gegenteil, im Sinne von sich selbst achten, ist das genau richtig.

    Ich stosse mich in dem Kontext an dem "ertragen".

    Das impliziert für mich still zu leiden.


    Und still zu leiden ist nach meinem Verständnis der absolut falsche Weg.

    Deswegen ist das auch stark, was Kassen-Meyer da macht.


    Vielleicht ist das so jetzt klarer und differenzierter erklärt?

    Es geht ums Ertragen.

    Das geht nicht.

    Weil es unerträglich ist auf Dauer.


    Ich brauch da jedenfalls nichts mit in Würde.

    In Würde (na ja, mehr oder weniger :trinken:) hab ich jahrelang gelitten.

    Kassen-Meyer wird da sicherlich auch noch selbst drauf antworten.

    Aber ich stell mal so ein paar Schlagwörter in den Raum:

    Heimliche Krankheit.

    Immer noch Tabu-Thema.

    Zu sich selbst stehen.


    Deinen Teil mit

    Zitat

    Ich gehe davon aus, dass 80% "ihr Schicksal mit Würde tragen" , und ihr Leid als normal erachten - also "gute Mine zum schlechten Spiel" machen.

    finde ich befremdlich.

    Nein, richtig schlimm.


    Depression kannst du nicht in Würde (er) tragen.

    Fürn Arsch.

    Ein Zitat von Hermann Hesse dazu, dass ich schon in den 90er Jahren zutreffend fand für mich:

    Zitat

    »Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so schwer?«

    Termin heute bei "meiner" Psychiaterin.

    Sie ist einfach eine gute!


    Hat nochmal klar gesagt, dass die Diagnose mittelgradige Depressionen so steht und passt.

    Und das meine Symptome halt so sind wie sie sind, nicht immer geht eine Depression damit einher, dass "Mann" zusammen gesunken und antriebslos da hockt.

    "Mann", weil insbesondere Männer dazu neigen ihre Depression "auszuhalten" und zu "überspielen". Mann muss halt stark sein.

    Dabei ist Mann eigentlich schon lange komplett am Arsch und kann nicht mehr...


    Ich hab manchmal Sorge/ Angst, dass ich mal komplett zusammenbreche oder nicht mehr aufhören kann zu weinen, wenn ich mal anfangen sollte.


    Mit der Medikation (nur Melperon) mache ich weiter, Antidepressiva lassen wir erstmal bis zum nächsten Termin in zwei Wochen weiter weg und schauen dann weiter.


    Dass ich nächste Woche das vierte Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten habe fand sie stark, manche würden das in der Depression gar nicht hinbekommen.