Beiträge von pasza

    Dass dir der Unterschied zwischen der Meinungsfreiheit in den USA und zB Deutschland doch nicht ganz bewusst ist. Für einen Amerikaner sind wir hier nämlich nur „etwas Schwanger“ in dieser Hinsicht.

    Echte Neugier: Wieso ist dir dieses „Mit“ so wichtig? Folgt danach eine Anteilsberechnung in % und der Vergleich zur „finanziellen Unterstützung“ ebenfalls in %? Oder ist es so eine Prinzipiensache?

    Mist ist es sich Waffenlieferungen, Geldüberweisungen, Sanktionen etc. so schön zu reden, dass man glaubt, man ist mittendrin im Kampf gegen die Faschisten. Und sich dafür noch auf die Schulter zu klopfen, dass man vorm Krieg fliehende Menschen aufnimmt und unterstützt ist für mich ebenfalls Mist.


    Im Moment gucken wir von der Seitenlinie zu, weil sonst der Atomkrieg ausbricht. Auf dem Feld stehen die Ukrainer alleine gegen die Russen.


    Kann man natürlich auch anders sehen.


    Hier ging’s aber ursprünglich um die Frage, was Putin gegen einen NATO-Beitritt der Finnen unternehmen kann. Meine Antwort war: Mit Atomkrieg drohen. Sollte ja funktionieren.

    Diese Tempolimitdebatte lenkt gerade vom eigentlichen Totalversagen aller Regierungen der letzten zig Jahre ab.


    So dramatisch wie die Folgen eines Gasembargos für die deutsche Bevölkerung und Wirtschaft beschrieben werden, ist auch das Versagen der Politik, die uns in diese Situation manövriert hat. Und das war nicht nur „eine Fehlentscheidung“, für die man sich mal eben entschuldigen kann.

    Das Internet vergisst nicht und es sind jede Menge Artikel aus den vergangenen Jahrzehnten vorhanden, aus denen auch heute noch nachzulesen ist, dass die deutschen Regierungen über lange Zeiträume intensive Auseinandersetzungen u.a. mit der EU, ihren Mitgliedern und Organen geführt haben. Dabei wurde Deutschland immer wieder auf die Gefahr der Abhängigkeit, auf die Gefahr der Versorgungssicherheit für die gesamte EU, etc hingewiesen. Man hat sich eine EU-Versorgungsstrategie widersetzt. Man war immer schlauer und hat auch juristische Winkelzüge genutzt (Nordstream als politisches vs wirtschaftliches Projekt), um diese Abhängigkeit durchzusetzen.


    Das war nicht nur „eine“ Fehlentscheidung einiger weniger Personen. Das war ein dauerndes Ignorieren der Hinweise auf Risiken, Besserwisserei und Arroganz über mehrer Jahrzehnte und fast über alle Parteien hinweg.

    Mit dem Ergebnis, das sich für uns das Risiko vielleicht voll realisiert. Man hat unsere Versorgungssicherheit komplett verkackt und uns in eine Situation gebracht, in der wir gezwungen sind einem Faschisten den Krieg nebenan zu finanzieren, um nicht „den Industriestandort Deutschland zu zerstören“.


    Nüchtern betrachtet, kann ich mir kaum ein größeres politisches Versagen vorstellen. Morgen kann uns Putin den Gashahn abdrehen und wir haben - laut Habeck, Baerbock, etc - eine Katastrophe.


    Das ist ein Skandal!

    pasza So nach dem Motto "Kollateralschäden passieren halt"?! Diesen Zynismus (wenn du es denn so meinst, vielleicht verstehe ich das ja auch falsch) finde ich abscheulich. Aufklärung steht an oberster Stelle. Und ja, da braucht es eine nüchterne Analyse, so schlimm die Sache auch ist.

    Ich meine eher das Gegenteil. Die Diskussion, was darf/kann ich damit vergleichen, was muss man alles dabei berücksichtigen, weil es ja Krieg ist und der ganze whataboutism nebenher. Zwischenzeitlich sollte doch für jeden hier objektiv genug klargestellt sein, dass hier Zivilisten brutal hingerichtet wurden.


    Für mich ist da längst jede denkbare rote Linie überschritten.

    Vielleicht hat er sich auch noch von der Sonne blenden lassen, ist gestolpert und unglücklich auf den Abzug gefallen. Oder es war 15.30 Uhr und Zeit für einen Apfel, dabei hat er daneben gegriffen und den Abzug betätigt. Vor oder danach oder auch dazwischen?!?


    Leicht absurd diese nüchternen Analysen. Gibts dafür den Nobelpreis der Objektivität?

    Ich habe im meinem Unternehmen ein „Pilotprojekt“ gestartet, weil mich die Skepsis vor BEVs wegen der Reichweite nervte. Fahre jetzt mehrere Monate einen ID4 als Dienstwagen. Pendle (fast) täglich 80km in eine Richtung und besuche regelmäßig unsere anderen Standorte quer durch Deutschland. Hab keine Lademöglichkeit zu Hause, da Mietwohnung. An unseren Standorten stehen auch (noch) keine Säulen. Bin also vollständig auf das öffentliche Netz angewiesen. Klappt alles bisher unproblematisch. Hier und da mal eine nicht funktionierende Ladesäule, aber bin bisher überall rechtzeitig angekommen.

    Anderseits fehlt mir doch ein Stück weit die Wertschätzung für das, was Deutschland bis jetzt an Hilfe/Unterstützung geleistet hat.

    Das ist wirklich dein Problem? Was wir oder die anderen Weststaaten machen, ist doch das mindeste, was man für ein angegriffenes Land und die unfreiwillig in diese Situation geratenen Menschen macht. Da jetzt mit mangelnder Wertschätzung daher zu kommen, halte ich für pervers…

    pasza


    Da ist leider viel Poker dabei.

    Ja, aber wie bescheuert ist das: Wir stimmen einerseits seiner Einschätzung zu den extremen Folgen eines freiwilligen Gasverzichts zu, akzeptieren aber gleichzeitig das sich im Vertrauen auf Putin nicht auf einen ad hoc Wegfall des Gases vorbereitet wird. Er hat auch uns darauf auch schon vorbereitet: Schuld ist dann Putin und nicht wir, die diese Vorbereitung nicht getroffen haben.


    Ich fühle mich jetzt von ihm verarscht und verstehe, dass es auch ihm nicht wirklich um Ukraine geht.