Im Vergleich zum Dresden-Spiel veränderte Christian Titz die Startelf auf drei Positionen. Für William Kokolo und Daisuke Yokota begannen wieder Husseyn Chakroun und Hayate Matsuda. Außerdem ersetzte Benjamin Källman den verletzten Benedikt Pichler. Sein Startelfdebüt sollte sich schnell bezahlt machen, denn bereits in der fünften Spielminute drückte er eine Flanke von Jannik Rochelt aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie. Bielefeld-Keeper Kersken hatte den Ball zwar pariert, was aber laut Torlinientechnik erst hinter der Linie geschah, so dass Schiedsrichter Tobias Stieler nach kurzer Verzögerung auf den Mittelpunkt zeigte. Der Jubel im weiten Rund blieb aber nur von kurzer Dauer, denn alsbald hatte der Videoassistent Einwände gegen den Treffer. In der Entstehung des Tores hatte Källman bei einem weiten Ball von Nahuel Noll mit der Fußspitze im Abseits gestanden, was jedoch nicht mit bloßem Auge erkennbar war.
Also blieb es zunächst beim Stand von 0:0. Nach einer schönen Einzelaktion von Ex-96er Momuluh, der nach einer Viertelstunde genau so am Tor vorbeischoss wie zehn Minuten später auf der Gegenseite Rochelt, klingelte es in der 35. Minute im Tor der Roten. Abermals Momuluh konnte vom rechten Flügel unbedrängt flanken. Sein Ball flog zentral an die Kante des Fünfmeterraums, wo Mitspieler Felix den Ball mit dem Kopf touchierte, bevor der hinter ihm einlaufende Virgil Ghiță das Leder unglücklich ins eigene Netz abfälschte. Kurz zuvor musste obendrein Ime Okon verletzungsbedingt ausgewechselt werden und Hendry Blank war für ihn in die Partie gekommen.
96 ließ sich durch den Gegentreffer aber nicht beirren und spielte weiter nach vorne. In der 43. Spielminute bugsierte Arminia-Verteidiger Großer eine Kopfballablage von Maurice Neubauer mit dem abgestreckten Arm aus dem Strafraum, nachdem er den Ball mit dem Kopf nicht voll erwischt hatte. Nach abermaligem VAR-Eingriff und Review zeigte Stieler auf den Elfmeterpunkt. Die große Chance zum Ausgleich vergab Boris Tomiak jedoch leichtfertig, indem er den Strafstoß mittig an die Querlatte chippte und den zurückspringenden Ball nur ins Toraus köpfen konnte.
Mit dem ärgerlichen Rückstand von 0:1 ging 96 in die Pause. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff durfte 96-Keeper Noll sein fußballerisches Können unter Beweis stellen. Nach einer weiten Freistoßflanke der Bielefelder eilte der 22-Jährige aus seinem Kasten, fing den Ball ab und schickte mit einem langen, präzise und flach geschlagenen Ball den in den Mittelkreis durchstartenden Chakroun auf die Reise, der den Ball mit dem ersten Kontakt an dem zweiten Ex-96er Wörl vorbeilegte, ihn wie einen Statisten stehen ließ und am schließlich den herauseilenden Kerken gekonnt überchippte (53. Spielminute).
Nur zwei Minuten nach dem ersehnten Ausgleich durften die Zuschauer sogar den Führungstreffer des Heimteams bejubeln. Erneut hatte Noll einen langen Ball an die Mittellinie geschlagen, wo Källman in Bedrängnis das Leder stark behauptete und nach rechts auf Chakroun weiterleitete. Dieser lief weiter bis an den Sechzehner und legte für den freistehenden Matsuda auf, dessen Drehschuss zwar geblockt wurde, dem Japaner aber eine zweite Chance eröffnete, weil der Ball ihm erneut vor die Füße sprang. Dieses Mal wurde die Kugel von Arminen-Kapitän Corboz unhaltbar ins Tor abgefälscht (55.).
In der Folgezeit gab es noch gute Chancen durch Corboz auf der Gästeseite und für Rochelt bei den Roten, bevor 96 durch ein Elfmetergeschenk der Bielefelder den Deckel auf die Partie machen konnte. Young grätschte im eigenen Sechzehner Rochelt um, der mit dem Ball bereits einige Meter in Richtung eigener Hälfte zurückgelaufen war. Im zweiten Anlauf machte es Elfmeterschütze Tomiak besser und setzte den Ball zum 3:1 flach an Kersken vorbei ins linke Toreck (90. +1), was gleichzeitig den Endstand bedeutete.
Am nächsten Sonntag muss Hannover 96 um 13:30 Uhr bei der Spielvereinigung Greuther Fürth antreten, bevor die Liga erneut durch eine Länderspielpause unterbrochen wird.