Wat is in Hannover los???

  • Tja, wenn es der Wirtschaft gut geht, lacht man über uns und sagt wir sind selbst schuld, dass wir sowenig verdienen und haben uns die falsche Arbeit gesucht.


    Ist es mal andersrum, sind wir natürlich Schmarotzer mit Doppelmoral.


    Da frag ich mich tatsächlich, wer hier eigentlich mit mehr Doppelmoral brilliert.

  • Meine Partnerin ist ebenfalls für den Staat tätig, von daher kann ich das schon gut einschätzen.

    Natürlich gibt es hier weitaus schlauere und bessere User, die meine Meinung sofort geändert haben.

    Alles gut, wie immer.

  • Wer weiß denn schon, wer außer den medial Abgefeierten noch besondere Lasten zu tragen hatte? Die Leute im Backoffice sieht doch keiner. Blue valentine hat einige Ebenen genannt. Über die "Helden" an der Front kann man super schwadronieren. War ja schon immer so.


    Aber die Taktik ist so alt wie durchschaubar. Schön spalten, dann lassen sich die einzelnen Gruppen besser abspeisen. Kann aber auch nach hinten losgehen, siehe Lokführer.


  • Klar darf man eine Meinung haben.

    Doof nur, dass heutzutage so ein hingerotzter Post, wie der von PM1896, wohl schon als Meinung gilt.


    SVElfe hat es zwei Post über dem von PM1896 drüber übrigens besser hingekommen. Das ist ein Niveau, auf dem man diskutieren kann. Aber daran ist PM1896 wohl gar nicht interessiert, wenn man sich auch seinen Folgepost ansieht.



    Wer gehört denn zu denen, die faire Löhne verdient haben? Hast du da ne Übersicht?

  • Ich stimme Menace hier voll zu.


    Das ist mir mittlerweile alles zu blöd hier, ehrlich. So ein geiles Forum, solche Grabenkämpfe.

    Außerdem war mein Post auf die hoch und heilige BV gemünzt. Anti alles, aber wenn's mehr Geld geben soll juhuuuu.


    Ach egal, ich mach mir mal selbst nen Schloß davor



    Edit: Ich habe in einem Unternehmen gearbeitet, was 5 Jahre nicht eine einzige Erhöhung gegeben hat. Und dann wird auf das Recht gepocht? Bei einem super sicheren Arbeitsplatz? Also bitte. Ja auch wenn's drastisch ausgedrückt war, das ist meiner Ansicht nach einfach lächerlich.

    Einmal editiert, zuletzt von PM1896 ()

  • oh, ich wusste nicht, dass es hier um Fußball geht.

    Also natürlich mein Fehler, den KollegInnen, die es nötig haben, mehr Geld zu wünschen Juhuu


    Du möchtest also, dass ich verschwinde, dann schreib das doch einfach. Hilft zwar nicht, aber ist ehrlicher.

    Armer Mann du

  • Es gab nicht nur Mehrarbeit und Risiken - sondern auch keine offizielle Kurzarbeit (oder gab es Lohnkürzungen irgendwo im ÖD? - ernst gemeinte Frage).


    Ich kenne aus dem privaten und beruflichen Umfeld im ÖD nur volle Bezüge bei:

    Ganz ohne Arbeit (Theater) oder mit deutlich weniger (Verwaltung im Schichtbetrieb oder home office ohne Zugang zu Akten, Fachliteratur etc und daher fast ohne Arbeitsmoglichkeit) oder praktisch keiner Arbeit bzw wochenlang zuhause (Bundeswehr).


    Vorschläge, die Mehr- und Minderbelastungen (Risiko, Stress, aber auch Zeit) berücksichtigen, würden vermutlich auf mehr Verständnis stoßen.


    Ich fand übrigens schon vor Corona, dass bestimmte Berufsgruppen deutlich besser bezahlt werden müssen.

  • Und wer hat die Arbeitgeber der bestimmten Berufsgruppen daran gehindert, diese besser zu bezahlen? Niemand, und freiwillig rückt auch niemand was raus.


    Auch ohne Corona gab und gibt es bei Streiks beim ÖD immer die gleichen Debatten.

  • Ich beschwere mich uberhaupt nicht über die Streiks. Mich ärgerne die Gießkannen-Forderungen.


    Immer die gleichen Debatten - und wie reagiert ver.di, was versucht man, die Leute mitzunehmen. Nichts - aber schön "jedes Mal die gleiche Debatte" beklagen.


    Warum nicht höhere Mindesterhöhung bis Gehaltsstufe xy? Einfrieren ab xy, dazwischen x %.


    Warum jetzt nicht Corona-Fairness zumindest versuchen?

    Einmal editiert, zuletzt von Musuri ()

  • Ich möchte nicht gerne eine gesellschaftliche Gruppe gegen eine andere ausspielen, wenn es darum geht, Einkommensgerechtigkeit herzustellen.


    Die Streikenden haben ein Recht darauf, für eine Erhöhung ihres Einkommens zu kämpfen. Die Arbeitgeber nehmen ja auch ihre Interessen wahr und halten die Personalkosten möglichst niedrig.


    Diese Auseinandersetzung sehe ich unabhängig von der coronabedingten Krise. Zum Thema Corona-Fairness fällt mir als erstes die fehlende Solidarität der Superreichen ein. Wo sind die Multimillionäre und die Milliardäre, jetzt, wo es darum geht, die Gesellschaft zu unterstützen? Wo ist der Beitrag der Krisengewinnler?

  • Ich finde übrigens - und das mag ein wenig am Thema vorbei sein aber es beschäftigt mich auch weil es hier vorkam - ich finde übrigens dieses "der Job ist wichtiger als der andere" grundsätzlich nicht in Ordnung. Die haben alle ihre Berechtigung und Notwendigkeit.


    Klar: Ich mache auch mal Gags über Telefondesinfizierer. :D
    Aber das sind nur Gags.

  • Musuri

    Ganz ehrlich, natürlich könnte es besser gehen.


    Ich werd mich aber sicher nicht bei den KollegInnen um mich herum beschweren, die sich in dieser Sache engagieren, dass sie dumme Arbeit machen.


    Ein Mindestbetrag ist z.B. seit Jahren auf der Forderungsseite, damit die Geringverdienenden mehr als die Prozente kriegen.


    Deckelung oder Beschneidung? Damit die Abstände zur freien Wirtschaft noch größer werden und möglichst gar keine Kompetenz mehr ins Haus kommt, ist das gewünscht?


    Ich bin froh, dass man bei uns von dem Outsourcen der geringvergüteten Bereiche in Leiharbeit wieder weg ist und die mittlerweile Dank Tariferhöhungen über Mindestlohn verdienen können (da war bei Tarifbildung nämlich noch eine gute Lücke zu dem damals noch gar nicht bestehenden, aber immer im Raum schwirrenden Betrag).


    Wenn kein Arbeitskampf im ÖD gewünscht ist, fordert Beamte, ist eigentlich ganz einfach.


    Was deine Erfahrungen mit Menschen betrifft, die bei voller Bezahlung nichts tun dürfen, dazu kann ich nicht viel sagen, außer ja, auch ich hatte eine Kollegin, die zwei Wochen so lebte. Eine von 17, die zwangsweise nicht ins Büro durften, da sie Kontakt zu einem Infektionsfall hatten. Sie durfte nichts tun, weil sie kein Internetanschluss hat und will und der AG sagte, sie darf nicht ins Büro.


    Alle anderen haben von zu Hause weiter gearbeitet. Wir sind nämlich mittlerweile ziemlich weit im papierlosen Arbeiten.

    Und da, wo noch gelegentlich Papier nötig ist, haben wir erstmal unbürokratische Zwischenlösungen mit Vorabscans (Original folgt später) gefunden.


    Leute, die nichts zu Arbeiten haben, weil in dem Bereich gerad nichts geht, kommen in andere Bereiche, z.B. Coronastaffel zur Unterstützung.


    Da wir aktuell völlig unterbesetzt sind, Was der Personalbereich weiß, geh ich davon aus, dass es bei uns derartiges, wie du es beschreibst, nicht wirklich gibt.


    Ein Theater gehört leider nicht zu uns, sonst hätten wir wahrscheinlich auch ein paar Kulissenbauer für das Aufbauen der diversen Plexiglasschutzschilder rekrutieren können. Zu tun gibt es genug.

  • Öffentlicher Dienst ist nicht gleich öffentlicher Dienst. Auch das Argument der Gehaltsdistanz zur freien Wirtschaft trifft eigentlich auch nur (noch?) auf Fachkräfte zu (IT als ein Beispiel). Das sind aber die wenigsten Stellen im öffentlichen Dienst. Da sieht es in der freien Wirtschaft gerade bei Bürotätigkeiten gehaltstechnisch echt bitter aus...Und das oft bei Zeitvertrag unter schlechten Arbeitsbedingungen (gerade für die Berufseinsteiger). Gerne mal bewerben und im Vorstellungsgespräch die Gehaltsvorstellungen nennen (falls man mit öffentlichem Dienst im Lebenslauf überhaupt eingeladen wird).


    Meine bessere Hälfte wurde, wie alle andere Mütter und Väter, die ganze Zeit als die Kitas zu waren freigestellt. Bei vollem Gehalt...freiwillig (!) konnte aus dem Homeoffice ein wenig gearbeitet werdn, war also theoretisch möglich. Wer Angst vor Infektionen hat geht da heute noch nicht wieder ins Einzelbüro ...


    ... ich kann vor dem Hintergrund menschlich nachvollziehen, dass, wenn man z.B. selbst gerade extrem unter der Krise finanziell und perspektivisch leidet, da wütend werden kann. Das ist nur menschlich und da kann man als Angestellter im öffentlichen Dienst auch einfach mal zugeben, dass es einem vergleichsweise gut geht (und wie gesagt nicht Gehaltsunterschiedsgeschichten aus den 80er Jahren rauskramen).


    Das heißt aber nicht, dass blue valentine und Alter Ego nicht ansonsten recht haben. Wir sollten uns nicht mit Grabenkämpfen untereinander ablenken lassen...am Ende hilft es keiner Seite mit den Finger auf den anderen zu zeigen.

  • blue valentine

    Schön, dass papierlos in der Region klappt! In anderen Teilen von Nds habe ich immer wieder gehört "kann ich von hier aus nicht" oder auch "darf ich nicht" (Emails schicken)


    Gehaltsgefälle zur freien Wirtschaft ist auch etwas, was gerade bei Mangelberufen angegangen werden muss. Hatte ich vorhin vergessen, ein weiteres Argument gg Gießkanne.


    Wäre doch schön, wenn Corona als Chance für Neuordnung genutzt würde. Ja, ich weiß, Träumerei ....

    2 Mal editiert, zuletzt von Musuri ()

  • Also ich in der Buchhaltung freu mich immer, wenn die Stellen nicht nur intern ausgeschrieben werden. Und noch mehr, wenn dann auch jemand von außen, dann natürlich mit entsprechenden Kenntnissen kommt.


    Die sind wesentlich schneller im Thema und wissen im Grunde, worum es geht. Das, was anders ist, ist schneller zu erlernen als eine nahezu komplette Neuerlernung. Auch wenn das Thema Doppik mittlerweile im Lehrplan steht. Für die Beherrschung des Themas nicht annähernd ausreichend.


    Weiterer Vorteil, die sind nicht bei der nächsten Möglichkeit weg auf höher dotierter Stelle.

    (Habe gerade mal nach Durchschnittsgehältern Finanzbuchhaltung gegoogelt und sehe uns da nicht wirklich überbezahlt. Besonders nicht, wenn da die niedrigsten Gehälter in kleinen Betrieben, bis 20 MA und die höchsten in Betrieben ab 500 MA genannt werden.

    Keine Ahnung, wie viele wir genau haben, aber unsere Gehaltsnettoauszahlungen liegen wohl so um 9 Mio/Monat. Das sind sicher "geringfügig" mehr als 500. Ich nehme bewusst Netto wg. des Anteils der Beamten und der dadurch entstehenden Bruttoverzerrung)


    Insgesamt ist mir aufgefallen, dass in letzter Zeit zunehmend mehr Stellen nach außen gehen, das bedeutet, es ist ziemlicher Bedarf und interne Umsetzungen nicht ausreichend. (Man kann sich also bewerben und in den ÖD wechseln, wenn man sich in der privaten Wirtschaft nicht sicher fühlt.)

    Das ist gerade daran zu erkennen, dass es nicht die üblichen Stellen sind, die schon immer viel von außen besetzt wurden (SozPäd, Techniker/Ingenieure,..), sondern auch klassische Verwaltung.

    Das Ergebnis von jahrelangen schlanker Staat-Forderungen in Verbindung mit Demographie. Die geburtenstarken Jahrgänge wandern langsam in die Rente.



    Ich befürworte so ziemlich jeden Arbeitskampf schon aus Prinzip, ja. Es interessiert mich nicht, ob der Bereich für mich persönlich Relevanz hat, ob ein Arbeitskampf mir persönlich Probleme bereitet, mir geht es um grundsätzliche Strukturen und jeder Arbeitskampf kann denen dienen, die wenig Macht haben, gegen die, die ihre Macht nicht teilen wollen.


    Ich denke, ich muss nicht betonen, dass ich das hinsichtlich der aktuellen Strukturen und Systematiken so schreibe.


    Ganz persönlich würde ich eh ganz andere Strukturen und Systematiken befürworten, die machen den meisten Menschen aber offensichtlich Angst, vertragen sie sich doch nicht mit ihrem Glauben.



    In der Region Hannover gibt es eine Menge zu kritisieren und den Präsidenten kann man auch in vielem kritisieren, ich finde ihn auch nicht sympathisch. Aber nach meinem Empfinden hat die Region unter ihm durchaus eine positive Entwicklung genommen.

    Seine Ankündigung, nicht mehr zur Verfügung zu stehen, hat mich daher noch gar nicht bewerten lassen können, wie ich das finde.


    Unter Jagau wurde der Verwaltungsreformprozess wieder angestoßen, der Jahre vorher, nach kurzer Zeit des Einführungsversuchs schlafend war. Das verfolgen alle seitdem regelmäßig und dadurch ist vieles Neues entwickelt und umgesetzt worden und wird noch umgesetzt. Laufende Prozesse eben.

    Ich hoffe, die Prozesse bisher haben ausreichende Nachwirkungen, und die Entwicklungen gehen weiter.

    Digital ist da aus verschiedensten Gründen ein wichtiges Thema.

    Ein Grund ist z.B. Sicherheit. Bereiche, in denen es zu Problemsituationen mit Bürgern kommen kann.

    Irgendwann gibt es keine Kontakte mehr in kleinen Büros. Eine Empfangshalle mit Kontaktplätzen, zu denen die Sachbearbeiter mit ihrem Laptop zum Termin gehen z.B. wird dann das "Kundenzentrum". Die ersten Aktivitäten auf dem dafür vorgesehenen alten Parkplatz (Akazienstr.) haben schon begonnen.

    Für qualifizierte Techniker/Ingenieure, die ungern in den ÖD wechselten, hat man eine Qualifizierungsmaßnahme entwickelt, die in anderen Regionen Interesse zur Nachahmung geweckt hat.

    Die Arbeiten am Reformprozess beginnen unten in den Teams, werden dann über jede "Etage" bis nach oben weitergearbeitet. So kann sich jeder einigermaßen einbringen und mitgenommen fühlen.


    Was ich ihm immer noch hoch anrechne, die klare Ansage an die Bürger, dass, wenn die wollen, dass wir gut für sie arbeiten, sie nicht immer von Sparen und zu teuer reden dürfen.

    Es waren nicht nur leere Worte, was wir MA durch verstärkte Stellenschaffungen und -besetzungen anschließend spüren konnten.


    Es war gut, dass der Prozess hier sozusagen parallel zu der aktuellen Pensionierung-Rentenwelle läuft, denn die alten auf den gutdotierten Stellen (Leitungpositionen) waren immer die größten Blockierer. Viele von denen sind mittlerweile weg.


    Ich finde immer noch vieles nicht schön, Aber mittlerweile kann ich das gar nicht mehr so auf den ÖD beziehen, vieles davon kommt heute nämlich aus der ganz banalen Wirklichkeit aller.

  • Wenn man sagt, alle haben das gleiche zu bekommen, dann gehen die Menschen in die angenehmeren Berufe. Dagegen muss man Anreize setzen, und einer der Anreize ist eben Geld.

    Wieviel muss "Gas, Wasser, Scheiße", oder die "Müllabfuhr" denn mehr als du bekommen?


    Reicht 3x soviel?