Dokus, Vorträge und Experimentalfilme im Netz

  • Oh, gibt's das jetzt auf deutsch? Das wußte ich nicht. Ich habe mal Interview mit Larsen bei Sklavan gesehen.


    Alles im Zusammenhang mit Nordkorea finde ich äußerst verstörend.

  • Die Anstalt gibt es nach der Ausstrahlung im ZDF ein Jahr lang in der Mediathek und dann ist die Episode weg. Dachte ich. Auf der Homepage von Claus von Wagner gibt es ein Videoarchiv, das immerhin bis Folge 2 zurückreicht. Wer sich nochmal ansehen möchte, wie das mit Stuttgart 21, der Rente, der Autoindustrie, den Steuern, dem bezahlbaren Wohnraum oder dem EEG war, der kann hier vorbeischauen: https://www.claus-von-wagner.de/tv/anstalt

  • https://www.ardmediathek.de/vi…04MjVkLTM4NGI1ZDMyNWFjMQ/


    Es gibt eine neue Staffel von "Feuer und Flamme". Eine Doku die den Alltag der Bochumer Feuerwehr zeigt. Hab mir grad die 1. Folge der neuen Staffel angeguckt und war wieder absolut gefesselt. Wahnsinn was die Leute da teilweise leisten und in was für Gefahren die sich selbst begeben. Auf jeden Fall eine sehr kurzweilige und wirklich gute Dokumentation mit beeindruckenden Bildern.

  • https://www.ardmediathek.de/vi…04MjVkLTM4NGI1ZDMyNWFjMQ/


    Es gibt eine neue Staffel von "Feuer und Flamme". Eine Doku die den Alltag der Bochumer Feuerwehr zeigt. Hab mir grad die 1. Folge der neuen Staffel angeguckt und war wieder absolut gefesselt. Wahnsinn was die Leute da teilweise leisten und in was für Gefahren die sich selbst begeben. Auf jeden Fall eine sehr kurzweilige und wirklich gute Dokumentation mit beeindruckenden Bildern.

    Alter Verwalter, die 1. Folge ist aber mal so richtig übel. Da kann man als Feuerwehr echt an Grenzen stoßen. :erstaunt::erstaunt::erstaunt:

  • Die härtesten Amazonen kamen angeblich aus Westafrika, heute Benin.


    Die Warrior Women aus Dahomey. Die Agoji Kriegerinnen. Eigentlich die Palastwache eines Königs, der Männern wohl nicht traute und die nicht in seine Nähe ließ.


    Leider gibt es immer noch wenig hochwertige Dokumentationen über Afrikas Geschichte für den deutschen Markt. Die hier ist so, na ja, aber immerhin etwas.

  • Der Superzug, der zu spät kommt (Bayerischer Rundfunk 1979, 43 Minuten)


    Wenn heute eine Mobilitätswende nötig ist, und wenn solche Planungen Jahre oder Jahrzehnte in Anspruch nehmen, dann ist es ganz interessant mal zu kucken, was denn da in der Vergangenheit schiefgelaufen ist. Diese Reportage beschreibt den ins Stocken geratenen Ausbau des Schnellbahnnetzes vor der Ära des ICE und vergleicht die damalige westdeutsche Situation mit einigen ausgewählten anderen Ländern (Frankreich, Italien, Japan).


    In Minute 17:10 gibt es imho den Kernabschnitt des ganzen Dilemmas: "Autobahnbau im Voralpenland: In den vergangenen zwei Jahrzehnten fraßen sich die Asphaltbänder nicht nur immer weiter in Siedlungsgebiete, sondern auch in die wenigen, noch unberührten Landschaften vor. Die Natur wurde dabei zum Nulltarif kalkuliert. Aber Anfang der Siebziger Jahre schlug das Bewußtsein vieler Bürger um; das Ausmaß der Zerstörungen durch den hemmungslosen Straßenausbau war bewußt geworden. Wachstums- und Energiekrise taten ein übriges. Jetzt wuchs die Zeit derer, die überhaupt keine neuen Verkehrsbauten mehr haben wollten. Mitten in diesen Stimmungswandel plartzt nun - um ein Jahrzehnt zu spät - die Bundesbahn mit ihren Neubauplänen. Der ganze Unmut, den die gigantischen Straßenbauten erzeugt hatten, richtete sich nun gegen den Bahnbau. So war die Eisenbahn doppelt betroffen: Erst von den Politikern zugunsten der Straße jahrelang vernachlässigt, dann wegen der Straßenbausünden von vielen Bürgern nicht mehr gewolt."


    Minute 41:15: "Fazit: Nicht nur dieser komfortable Intercity, jede Art von Schinenverkehr kommt die Gesellschaft letztlich biliger als Autos und Flugzeuge. Vor dieser Rechnung haben wir in der Vergangenheit die Augen verschlossen. Aber gerade wenn wir jetzt mit Umweltdenken und Engergieeinsparung ernst machen wollen, müssen wir der Eisenbahn mehr freie Fahrt geben, und das bedeutet auch: Neue Strecken. Denn der Verkehr wird weiter wachsen. Langsamer wohl als in der Vergangenheit, aber er wird wachsen. So wie unsere Lebens- und Produktionsformen nun mal sind. Wenn es nicht gelingt diesen Zuwachs an Verkehr auf die Schiene zu bringen, werde neue Autobahnen und neue Flugplätze entstehen."


    Bitter. Alle Menschen, die da von der Bürgerinitiative Kleinkleckersheim gezeigt werden, sehen im Film so alt aus, daß sie heute bereits unter der Erde liegen könnten. Aber wir als nachfolgende Generationen stehen jetzt da. Gruß an Friday for Future: Die zwei Generationen vor euch haben auch alles gewußt, aber sie haben geschlafen. Dabei ging die Zeit verloren, die jetzt fehlt.


    Ein Problem ist sicherlich auch, daß solche Hintergrundberichte alle Jubeljahre mal im öffentlich-rechtlichen Nachtprogramm laufen, Autowerbung hingegen 24/7 auf allen Kanälen gemacht wird. Von der PR und der Lobbyarbeit ganz zu schweigen.


    Fernab des Inhalts ist es sehr wohltuend zu sehen und zu hören, wie unfallfrei viele Menschen damals frei sprechen und formulieren konnten. Ohne Worthülsen. Mit Inhalt. Man hat den Fragesteller regungslos ausreden lassen und den Antwortgeber auch regungslos ausreden lassen. Anstatt immer alles zu unterbrechen und abzubrechen und den nächsten Gedanken auf den Tisch zu pfeffern, obwohl der alte Gedanke noch in der Pipeline steckt. Die Leute hatten mehr innere Ruhe und Konzentration.

  • Nächste Doku, auch Thema Bahn, aber diesmal vom Westdeutschen Rundfunk und elf Jahre später. In Zukunft... Vorfahrt für die Bahn? (43 Minuten)


    Minute 11:27: "Fast 47 Milliarden Mark Schulden, dazu Minuswachstum. Die Bundesbahn ist von Anfang an in die Pleite getrieben worden. Sie mußte alles aus eigenen Mitteln finanzieren: Den Wiederaufbau nach 1945, die Umstellung auf die Nord-Süd-Verbindungen, Bau und Instandhaltung sämtlicher Strecken, die Altersversorgung ihrer Beschäftigten und die der Reichseisenbahner, die in den Westen kamen. Der Binnenschiffahrt und dem Luftverkehr finanzierte der Staat die gesamte Infrastruktur. Er erließ ihnen sogar Mineralöl- und Umsatzsteuer. Für Autos und LKW wurde mit Steuermitteln ein modernes Straßennetz zur Verfügung gestellt. Die Bundesbahn aber ließen die Verkehrsminister am langen Arm verhungern. Um 15 Prozent wurde ihr Schienennetz seit 1965 reduziert. Während die Straßen im selben Zeitraum um stolze 22 Prozent verlängert wurden. Müßten die Autofahrer über Mineralöl- und KfZ-Steuer hinaus das gesamte Straßennetz und die Altersversorgung derjenigen finanzieren, die im Straßenbau beschäftigt sind, hätten sie längst mehr Schulden als die deutsche Bundesbahn."


    Minute 14:46: "Natürlich sollen Züge so schnell fahren wie es technisch machbar ist. Aber wer fährt schon jeden Tag nach Hamburg, München, London? Die große Mehrheit der Reisenden bewegt sich tagtäglich von der Wohnung zum Arbeitsplatz, zur Schule, zum Kindergarten, zum Einkaufszentrum, am Wochenende aufs Land oder zu Verwandten. Was ist wichtiger: Daß ich mit der Bahn zügig von Köln nach Kalkar komme oder von Köln aus eine Stunde früher in München bin? Die Bahn bevorzugt heute als Kunden Geschäftsreisende, die allerdings nur einen Bruchteil aller Bahnreisenden ausmachen. Übrigens ist die Strecke nach Kalkar stillgelegt worden. 'Bahnbus', sagt der Schaffner, 'der müßte jetzt abfahren'. Es ist immer dasselbe: Eine marode, unattraktive Nebenstrecke wird nicht modernisiert. Zuerst läßt man Busse parallel fahren, am Schluß stellt man auf ein paar Busverbindungen am Tag um. Operation geglückt, Kunde weg."


    Dazu zeigt der Film Gegenbeispiele aus Groningen und der Schweiz. Dort sagt man (23:55): "Wir möchten möglichst alle Regionen der Schweiz gut erschließen mit öffentlichem Verkehr. Und wir haben dabei die Sensation erlebt, daß das nicht mit einer Schnellfahrstrecke gemacht werden kann, sondern daß es viel wichtiger wird, die Umsteigebeziehungen zu optimieren. Das heißt, man hat versucht die Wartezeiten zu minimieren und nicht die Fahrzeiten. In Zürich erlebe ich den Stundentakt folgendermaßen: Ich kann jeweils zur vollen Stunde zum Bahnhof gehen. 7 Uhr, 8 Uhr, 9 Uhr - wann ich will. Und ich weiß, daß zwischen 7:00 und 7:10 in jede Richtung ein Zug wegfährt. Das heißt, ich brauche keinen Fahrplan mehr."


    Die Schweiz hat diesen Stundentakt 1987 beschlossen. Deutschland hat das sofort... also naja... 32 Jahre später nachgemacht. Unter Finanzierungsvorbehalt. Neue Westfälische 2019: "Ab 2021 soll der Deutschlandtakt im Bahnverkehr schrittweise eingeführt werden. Doch für die Finanzierung der dafür notwendigen Infrastruktur reichen die bisherigen Zusagen nicht aus."


    Minute 28:46: "Wie kommt es eigentlich, daß Unternehmer in der Schweiz intelligente Bahnlösungen finden, Banker selbstverständlich mit der Tram fahren und Jugendliche der Überzeugung sind, das Auto habe das schlechteste Image? Was läuft da eigentlich bei uns so schrecklich schief?" Anschließend gibt es ein Psychologe im Film die Antwort und es wird am Beispiel Dresden gezeigt, wie nach der politischen Wende die Verkehrswende vom ÖPNV zum Auto vergeigt wurde.


    Minute 33:07: "Wenn man nicht nur auf die Kosten und den Zustand der Reichsbahn starrt, erkennt man, welche Möglichkeiten einer anderen Verkehrspolitik sich mit der Wende eröffnet haben. Die Städte Ostdeutschlands und die deutsche Reichsbahn verfügen über Schienennetze und Personal, die der Bundesbahn und westdeutschen Verkehrsbetrieben längst abhanden gekommen sind. Deswegen wäre es hier am ehesten möglich, die verkehrspolitische Wende einzuleiten und den Personen- und Güterverkehr auf die vorhandenen Schienen zu lenken. Die Reichsbahn könnte dadurch Vorbild werden für die Bundesbahn. Es muß dazu kommen. Der Treibhauseffekt nimmt bereits jetzt katastrophale Ausmaße an. Die Energieverschwendung - gerade im Verkehrssektor - muß drastisch eingeschränkt werden."


    Doch dann kam die Bahnreform 1995... Bevor ich mir das Desaster nochmal reinziehe, muß ich aber erstmal abkühlen.

  • Auch die Reportage danach war interessant. Zu Ernährungsindustrie, die agiert wie die Tabak- oder Ölbranche.


    Dick, dicker, fettes Geld


    Ja, diese Industrie ist böse.

    Zitat

    Böse: Aus egoistischen Gründen wissentlich anderen Schaden zufügen.

    Einmal editiert, zuletzt von blue valentine () aus folgendem Grund: Da stand mal "Dick und nun?"

  • Oh, du hast ja auch "meine" verlinkt. Hatte ich gar nicht gesehen. Die danach habe ich nur noch zum Teil gesehen.

  • "Dick und nun?" hab ich auch gar nicht gesehen. Mein Zitat bezog sich definitiv auf die andere Doku.


    Am krassesten fand ich das mit der Werbung für dieses tödliche Zeug, die verstärkt in armen Stadtviertel lockt.


    Dieses Perfide, auf das mein Kopf niemals kommen könnte, weil mein vorderstes Lebensziel immer war (nach der o.g. Definition von Böse) möglichst kein böser Mensch zu sein/werden.

  • "The Movies" in der ARD Mediathek. 12-Teilige Dokuserie (Goldene Zeiten bis heute), die die Evolution des Kinos beleuchtet. Original eine CNN Doku von Tom Hanks produziert. Für Cineasten (wohl, hab noch nicht angefangen) ein Muss...

  • Was ist so schlimm an Ungleichheit? Ist sie der wahre Grund für die Krise der Demokratien? Ökonom Thomas Piketty im Gespräch mit Yves Bossart über Kapitalismus und Demokratie in "Sternstunde Philosophie | SRF Kultur".